Aron - Das Rollenspiel Forum
Alles was sich mit RPGs und anderen orkischen Dingen beschäftigt
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Vara Held


Anmeldedatum: 26.10.2008 Letzter Besuch: 06.09.2010 Beiträge: 1170 Wohnort: Wiehl
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Verfasst am: Fr Jan 15, 2010 12:09 am Titel: |
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Im ersten Moment erweckte die Fremde in Melinda tatsächlich den Eindruck, als hätte sie ihre Worte falsch verstanden und ihr jedes Wort einfach treu-doof geglaubt… Dazu hätte sie aber wirklich extrem dumm sein müssen: Bei diesen Mädchen wusste man ja nie so recht, wie es um ihren Intellekt bestellt war. Schließlich war sie auch dumm genug nach Einbruch der Dunkelheit durch die Stadt zu laufen und dann auch noch ein Mädchen anzusprechen, welches sie zuvor noch nie gesehen hatte. Mel hätte ja auch eine gefährliche Frau sein können, die sie tötete, nachdem oder bevor sie sich ihren Besitz aneignete. Und wer oder was sagte ihr, dass sie nicht genau das war?
Der schwere Mantel kratzte an ihrem geschundenen, ausgekühlten Körper und Mel zuckte etwas erschrocken zusammen, als der Stoff ihren Körper berührte. Stirnrunzelnd betrachtete sie die Fremde, wollte diese ihr gerade helfen? Obwohl sie vorhin so gemein zu ihr gewesen war? Naja, sie war offensichtlich noch nicht gemein genug zu ihr gewesen, ein Fehler, der noch zu korrigieren war. Das Kleidungsstück würde Mel selbstverständlich behalten... Dass er nur geliehen sein könnte, würde ihr nicht in den Sinn kommen… Wie bereits erwähnt, besaßen Straßenkinder das, was sie am Körper trugen und der neue Mantel war ja nun ohne Zweifel eines dieser Stücke.
Während sie noch überlegte, wie sie die Fremde wieder vergraulen konnte, äußerte Milana etwas, dass sie doch aufgeregt die Ohren spitzen ließ. Dieses eine Wort, schien die ganze Situation zu ändern: ‚einladen’... Das Mädchen wollte sie tatsächlich ‚einladen’… Dieses Miststück kannte ihren wunden Punkt offensichtlich und machte ihr ein Angebot, dass sie bei ihrem Hunger nicht ablehnen konnte. Es war fast so, als würde sie dadurch ein Stück ihrer Seele verkaufen, aber das wäre bei ihrem derzeitigen Hungergefühl ein vergleichbar geringer Preis für etwas Warmes zu essen. Außerdem war es ja nur fast so und Mel würde ihre Sturheit hier etwas zurück fahren müssen! Diese Frau sollte sich jedoch nicht einbilden, dass sie dafür auch nur ein einziges Wort des Dankes von Mel hören würde.
Angestrengt erhob sie sich vom kalten, harten Boden. Sie hatte kein richtiges Gefühl mehr in den Beinen und diese Taubheit zog sich bis über ihre Hüften. Trotzdem schaffte sie es irgendwie nach oben und taumelte nur ein bisschen zur Seite. Sie hielt sich auf zittrigen Beinen oben, erweckte aber trotzdem nicht den Eindruck, als würde sie Hilfe benötigen. Während sie sich nun ihren neuen Mantel richtig anzog, überlegte sie, wohin sie die Fremde zum Essen führen konnte. Aus dem Gasthaus zum Drachen wurde sie kürzlich erst wieder hinaus geworfen, außerdem war die Küche dort zu solch später Stunde wahrscheinlich ohnehin bereits zu. Aber im westlichen Stadtteil gab es ja noch eine Spielunke, die eigentlich immer geöffnet hatte.
Alles schmerzte, als sie einen Schritt auf Milana zumachte und diese grimmig ansah - fast so, als hätte diese Frau sie bei einer wichtigen Tätigkeit gestört. “Dann will ich mal nicht so sein, du darfst mich einladen.” sagte Mel und tat so, als wäre das eine große Ehre für die Fremde. Der Mantel war ungewohnt schwer und der Stoff kratzte. Besonders die neueren Prellungen, die diese Bäuerin ihr zugefügt hatte, pochten schmerzhaft auf ihrem Körper. Sie sog die Luft ein und hielt sich für einen Moment an der Hauswand fest, weil sie befürchtete, sonst umzufallen. “Westlicher Stadtteil!” sagte Mel. Sie wollte erst gar kein Mitleid hervor rufen, deshalb überging sie ihre momentane Schwäche einfach, hoffentlich würde Milana das auch tun. “Wir müssen... Da lang!” sagte sie nach einigen Augenblicken und wies in Richtung des westlichen Stadtteils, zufälligerweise lag es in der gleichen Richtung wie ‘Hau-bloß-ab-und-lass-mich-in-Frieden’...
Zuletzt bearbeitet von Vara am Fr Jan 15, 2010 11:04 am, insgesamt 2-mal bearbeitet |
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Nagakura Legende


Anmeldedatum: 19.11.2008 Letzter Besuch: 05.09.2010 Beiträge: 1385 Wohnort: bei Nürnberg
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Verfasst am: Fr Jan 15, 2010 12:56 am Titel: |
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Milana beobachtete besorgt wie sich die immer noch Namenlose auf ihre Beine quälte. Und doch konnte sie es sich ein Lächeln nicht verkneifen. Als die Fremde einen Schritt auf sie zuging, gefror Milanas Lächeln und machte einer fragenden Miene Platz. Was sie wohl angestellt hat?, fragte sie sich und beobachtete verdutzt wie die andere Frau beinahe gestürzt währe, doch zum Glück fand sie halt an einer Hauswand. Man ist diese Frau stur. Man könnte meinen die Welt geht unter wenn sie nicht allein zurecht kommt! Sie wurde nachdenklich. Vermutlich war dem so. Sie musste allein zurechtkommen wenn sie niemanden hatte der ihr zur Seite stand und ihr half und wahrscheinlich war sie allein. Darauf leiß jedenfalls ihr Verhalten schließen.
Es dauerte nicht lange und Milana war bis auf die Haut durchnässt. Sie fror zwar nicht, aber das war nur eine Frage der Zeit. "Zum westlichen Stadtteil?", fragte sie mit etwas unsicherer Stimme. War das westliche Viertel nicht der Slum der Stadt? Etwas ängstlich folgte sie der anderen und hielt sich dicht hinter ihr. Sicherlich würde sie sich promt verirren wenn sie ihre `Stadtführerin´ verlor. "Wie heißt du eigentlich?" Milana wollte sich ablenken und versuchte ein unverfängliches Gespräch zu beginnen, hoffentlich war diese sture Person nicht von der verschwiegenen Sorte. |
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Vara Held


Anmeldedatum: 26.10.2008 Letzter Besuch: 06.09.2010 Beiträge: 1170 Wohnort: Wiehl
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Verfasst am: So Jan 17, 2010 10:47 pm Titel: |
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Nach den ersten Schritten fiel Mel die Bewegung wieder etwas leichter. Sie konzentrierte sich nun auf ihre Schritte und auf Milana, das verdrängte die Schmerzen etwas und bald hatte sie diese vorerst in den Hintergrund ihrer Gedanken und ihres Empfindens gedrängt. Außerdem bot ja schon der Hunger die größte Ablenkung vom Schmerz. Je schneller sie etwas zwischen die Beisser bekam, desto besser. Hoffentlich hatte diese Milana viel Geld bei sich, denn Mel hatte große Lust richtig zuzuschlagen. Sie musste schließlich nachholen, dass sie seit Tagen nichts mehr gegessen hatte und sowieso schon lange nicht mehr richtig. Ein ungewohntes Lächeln hatte sich in ihr Gesicht gewagt, ganz plötzlich war Milana - oder zumindest ihre finanzielle Stellung - ihr richtig sympathisch geworden. Es war wirklich selten, dass man sie lächeln sah.
Milana schien besorgt, als sie den westlichen Stadtteil erwähnte. Ein weiterer Grund für sie zu lächeln, sie schien bereits davon gehört zu haben, was das für ein Stadtteil war. Aus den Augenwinkeln erkannte sie, dass das Mädchen mittlerweile auch vom Regen durchnässt war. Aber Mitleid verspürte Mel deswegen nicht. Viel mehr erweckte es in ihr ein Gefühl der Abneigung. Schließlich war diese Situation für sie nicht die Regel, sondern nur eine Ausnahme. Gut, dass sie sich nicht darüber beschwerte, dann würde es nämlich Ohrfeigen für sie hageln. Jahr um Jahr, Tag um Tag sah sie Mädchen und Jungen, denen es schlecht ging, die nie genug am Leib trugen, um sich selbst warm zu halten. Sie selbst war mit den Jahren stark geworden und wusste wie man sich selbst versorgte. Aber das wussten bei weitem nicht alle in ihrer Situation, viele wurden entweder viel zu früh oder auch manchmal zu spät allein gelassen.
Aber sie konnte damit leben. Sie redete sich immer ein, dass es nicht für immer war. Sie redete sich noch immer ein, dass ihre Mutter sie irgendwann zu sich holen würde. Dass diese bei ihrer Geburt verstorben war hatte Mel nie erfahren. “Du darfst mich Mel nennen.“ sagte sie relativ versöhnlich, während vor ihrem inneren Auge bereits alle möglichen Speisen erschienen. “Sag mal, einladen... Heißt das, ich darf essen, was ich will?“ fragte sie ganz kindisch und war plötzlich ganz aufgeregt. Die beiden Mädchen näherten sich dem westlichen Stadtteil, sie kamen an immer mehr dunklen Gassen vorbei und man sah es den Häusern an. Nun kam auch die Schenke mit der Aufschrift ‘Zur schwarzen Katze’, im Allgemeinen war es aber als das schwarze Schaf bekannt. |
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Ceran Legende


Anmeldedatum: 06.07.2007 Letzter Besuch: 06.09.2010 Beiträge: 2876 Wohnort: Katzenkorb
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Verfasst am: Mo Jan 25, 2010 4:26 pm Titel: |
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So wie er das Mädchen kannte, so überraschte es ihn nicht, das sie tat was sie tat.
Er hatte wahrlich nicht erwartet sie würde sofort Vernunft zeigen. Ihre Widerworte wurden praktisch bereits von ihm erwartet und begrüßt.
Dennoch musste er ihr auch in diesem Fall Einhalt gebieten.
Insofern es ihm eben möglich war. Sie musste Vernunft zeigen und sich in Geduld üben, auch wenn es in ihrem Dickkopf für solche Worte wohl nur wenig Platz gab um sich zu entfalten.
Jedoch schaffte das Mädchen ihn erneut zu überraschen. Ein einfacher aber dennoch effektiver Mittelweg tat sich vor ihm auf.
Er überlegte bereits fieberhaft ob nicht irgendwo verborgen ein Nachteil an ihrem Vorschlag liegen konnte, doch ihm wollte keiner wirklich klar werden.
Er nickte ruhig und strich dabei zärtlich mit seinen Fingern über ihre Hand.
"Gut Übermorgen Nacht werden wir uns dort treffen, ich denke es wird sicherer sein auf die Nacht zu warten." erklärte er ihr und gab damit zugleich seine Zustimmung.
Seine Hand nahm erneut die ihre und hielt diese mit einem festen aber nicht zwanghaft unangenehmen Druck.
"Es wird nicht lang dauern Enara... dann werde ich wieder ganz bei dir sein." hauchte er mit sanfter Stimme und zog sie damit näher zu sich heran.
Der Regen quälte noch immer die armen Seelen die es bei diesem Wetter ins freie getrieben hatte.
Sein Mantel legte sich mit der einen Hand um ihren zierlichen Körper und der andere suchte dabei ihr Gesicht um es für kurze Zeit zu bannen.
Nur solang aber bis seine Lippen ihren Weg auf die ihren gefunden hatten.
Dieser Kuss hatte mit dem vorherigen nicht mehr viel gemein, es lag etwas anderes beinah schon verbotenes darin.
Sein Gefühle brannten auf wie ein Feuer dem man erneut etwas Holz zum brennen gegeben hatten, damit es nicht ganz erlischen würde.
Tief verborgen loderte die Flamme des Verlangens, der Schrei nach ihrer Nähe der nur von der Vernunft unterbunden wurde. |
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Zemiocro Legende


Anmeldedatum: 28.09.2007 Letzter Besuch: 06.09.2010 Beiträge: 3945 Wohnort: Aron
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Verfasst am: Mi Jan 27, 2010 1:14 pm Titel: |
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Kain wusste sie noch immer so effektiv zu verwirren, auch wenn er eigentlich nicht wirklich etwas verwirrendes tat. Und doch – sollte selbst sie nicht bei dem hellhörig werden, was er getan hatte? Sie war keine rechtschaffende Bürgerin Arons gewesen, zumindest nicht bis Zen sie aufgelesen hatte. Doch Mord war dann doch noch mal etwas das auch ihr zu weit gehen sollte. Abgesehen davon war Kain in jeder Hinsicht undurchsichtig. Sie kannte nur eins seiner Gesichter wirklich. Sie wusste, dass er noch ein anderes haben musste, aber das war von tiefen Schatten verborgen. Belog sie sich? Sie konnte sich nicht vorstellen, dass seine liebkosende Hand nur eine oberflächliche Geste sein konnte, aber war das der wahre Kain? Wäre sie vielleicht kritischer, wenn er nicht der einzige Mann wäre, der sich je für sie interessiert hatte? Nein, so oder so wäre sie ihm wohl zu einem gewissen Grad verfallen.
Schon in dem Moment wollte ihr Herz vor dem Gefühl der Romantik zergehen, die sie zu umfingen schien – zumindest in ihren Augen. Doch dann sagte er ihr Dinge die sie endgültig davon schweben ließen. Es waren nur banale Worte, aber wie oft hatte sie davon geträumt, das jemand ihr diese Worte sagen würde? Wie oft hatte sie sich damit abgefunden, dass es wohl nie passieren würde?
Sie bannten auch alle kritischen Gedanken und sie bereiteten das junge Mädchen auf den Kuss vor, der dann folgte. Er wurde von ihr ähnlich dankbar aufgenommen wie der lang ersehnte Regen von einem ausgedörrten Land in Empfang genommen wurde. Dass Kain wohl auch kein kundiger Liebhaber war bemerkte das Mädchen nicht. Für sie war es mit das schönste und aufregendste was sie je erfahren hatte, denn irgendwie ging der Kuss weiter als jene gestohlenen Berührungen, die sie zuvor geteilt hatten. Nicht das es messbar gewesen wäre. Aber sie spürte es dennoch, auch wenn sie es wohl nicht genau in Worte fassen konnte.
Ihr Atem entfloh ihr bebend als sie sich von Kain vorsichtig weg drückte. „Ich habe dich so vermisst, Kain.“ Hauchte sie dann, während sie sich an ihn lehnte. „Dich und Zen. Ich hab mir solche Sorgen um dich gemacht.“ Dann sah sie zu ihm auf und seufzte. „Pass auf dich auf und sei vorsichtig ja?“ Oh, man mochte das für die üblichen Floskeln halten, aber er hatte ihr ja bewiesen, dass er wirklich jemanden brauchte der ihn ermahnte. In was hatte er sich da nur verwickeln lassen?
Als hätte sie Angst, dass sie sich nicht mehr lange unter Kontrolle halten konnte nahm sie dann einen Schritt von ihm weg. Sie wollte ihn nicht gehen lassen, aber sie wusste das es nicht anders ging…. |
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Ceran Legende


Anmeldedatum: 06.07.2007 Letzter Besuch: 06.09.2010 Beiträge: 2876 Wohnort: Katzenkorb
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Verfasst am: Do Jan 28, 2010 12:29 pm Titel: |
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Wenn es etwas gab das Kain wirklich hasste, dann waren es ein Abschied unter Trauer und Tränen.
So Kaltherzig es wahrscheinlich erscheinen musste, er wollte versuchen genau dies durch ein schnelles Verschwinden zu verhindern.
Das Mädchen hatte schon genug Tränen für ihr geweint.
Zudem brauchte er seine Kraft um sich auf ein gelingen seiner auferlegten Pläne zu konzentrieren.
Langsam ging auch er einen Schritt zurück und löste damit vollends die Nähe der beiden auf.
Ein Nicken folgte ein paar kurze Worte "Das du mir aber auch gut auf die aufpasst kleine Dame." tadelte er sie nun ebenfalls und ein Grinsen schlich sich dabei auf sein Gesicht.
Er kannte sich zwar nicht genügend in der Stadt aus um es direkt bestimmen zu können, aber er glaubte das Haus von Enara musste nicht weit entfernt liegen.
Sie würde den Weg von hier sicherlich allein schaffen.
Seine Hand erhob sich noch doch dann drehte er sich schon von ihr ab.
Eine kurze Handbewegung die einem Winken gleichkam folgte und dann verschwand er eiligen Schrittes in eine der vielen verstreuten Seitenstraßen der Stadt. |
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Faldrian Reisender


Anmeldedatum: 05.02.2010 Letzter Besuch: 02.09.2010 Beiträge: 153
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Verfasst am: Sa Feb 06, 2010 4:58 pm Titel: |
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Erst vor wenigen Tagen warn Leondar "der Vieltönige" und sein Schüler Mathis Aron erreicht gehabt. Der alte Barde war von schlimmem Rheuma geplagt, das Wetter der letzten Tage war dem nicht besonders zuträglich.
Über Beziehungen hatte Leondar eine kleine recht heruntergekommene Wohnung gemietet und bis jetzt hatte Mathis seine Zeit mit Aufräumen dieser verbracht gehabt. Leondar konnte nicht sehr viel tun und hatte die ganze Zeit Anweisungen gegeben, was zu tun wäre.
Heute morgen eröffnete ihm Leondar, dass die Wohnung gut genug aussehen würde und er sich nicht so viel um ihn sorgen sollte, sondern sich die Stadt angucken sollte. Darauf hatte Mathis insgeheim die ganze Zeit gewartet gehabt, wollte seinen Meister aber auch nicht so einfach in Stich lassen, gerade weil dieser derzeit nicht so fit war.
Der Regen, der ihn auf der Straße erwartete, war nicht gerade sein Lieblingswetter. Seine grüne bauschige Mütze sog sich mit Wasser voll und begann ein merkliches Gewicht auf seinem Kopf zu werden. Mit zugegurtetem Mantel und hochgeschlagenem Kragen ging er die Straßen entlang auf dem Weg in die Stadtmitte. Da würde er sicher einen guten Überblick über die Stadt bekommen können oder einfach die nächstbeste Gasse einschlagen.
Im Gasthaus zum Drachen waren sie schon vor einigen Monaten bei einer Durchreise mal gewesen, daher wusste er, dass er dort sicher einen trockenen Platz und vielleicht ein paar Hinweise auf Häuser oder Sehenswürdigkeiten bekommen könnte.
Nicht zuletzt wollte er sich auch umsehen, ob vielleicht im Gasthaus wieder Belustigung von Nöten wäre - er konnte nicht ewig von Leondars gespartem Leben. Das Gesparte war auch nicht viel, erinnerte er sich und war um so fester entschlossen, erstmal selbst Unterhalt zu verdienen, bis Leondar wieder auf den Beinen wäre.
Mit diesen ganzen Gedanken im Kopf schlenderte er die Straße entlang in Richtung Stadtmitte.
Zuletzt bearbeitet von Faldrian am So Feb 07, 2010 3:44 am, insgesamt einmal bearbeitet |
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NSC Legende


Anmeldedatum: 19.03.2008 Letzter Besuch: 05.09.2010 Beiträge: 4856
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Verfasst am: Sa Feb 06, 2010 5:42 pm Titel: |
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Gelangweilt stand sie unter einem überhängenden Dach und beobachtete die Menge. Die Zeiten waren schlecht und es wir nicht so, dass es viel gab das nach lohnender Beute aussah. Sie beraubte auch nicht so gerne Menschen die aus Aron selbst stammten. Bei Fremden konnte man sich relativ sicher sein, dass sie bald wieder gingen und so war die Chance geringer, dass man ihnen über den Weg lief. Natürlich kannte sie nicht alle Bürger der Stadt, aber meistens konnte man Fremde schon daran erkennen wie sie überall hin, und alles an starrten.
Noch während sie da wartete kam ein jüngling vorbei auf den wohl diese Beschreibung besonders gut passte. Es war offensichtlich das er hier nicht seine Heimat hatte. Seine Kleidung war nicht gerade besonders fein und so hatte sie schon ein klein wenig ein schlechtes Gewissen aber das änderte auch nicht viel. Nun? Jeder musste selbst sehen wo er blieb.
Schnell mischte sie sich in die Menge und ihre Gelegenheit kam schon bald. Mitten auf der Straße war einem Händlerwagen eine Achse gebrochen. Er hatte Korn geladen und dieses war teilweise in Säcken, teilweise lose nun über die gaze Straße verteilt. Als wäre das Chaos noch nicht schon genug prügelte sich der Wagenfahrer nun auch noch mit ein paar Bürgern – warum lies sich nicht wirklich erkennen.
Zumindest hatte sich eine Menschentraube gesammelt und diese feuerten den Kampf an und verhinderten jedes weiterkommen. Eine ideale Ablenkung für ihre Zwecke. Schon schob sich ihre Hand in die Taschen seiner Kleidung und während er starrte fischte sie nach seinem Besitztümern... |
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Faldrian Reisender


Anmeldedatum: 05.02.2010 Letzter Besuch: 02.09.2010 Beiträge: 153
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Verfasst am: So Feb 07, 2010 4:05 am Titel: |
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Auf seinem Weg zur Stadtmitte kam Mathis an einem liegen gebliebenen Händlerwagen vorbei und amüsiert betrachtete er aus ein wenig Abstand die Schlägerei, die zwischen dem Wagenfahrer und ein paar Bürgern entbrannt war. Er versuchte zwischen den Kraftausdrücken und Beleidigungen herauszuhören, worum es eigentlich ging. Das Geschnatter der Schaulustigen vereinfachte das nicht gerade, woraufhin er dichter an die Umstehenden rückte um vielleicht doch noch etwas zu erfahren.
Bei dem Gedränge bemerkte er die suchende Hand in den Außentaschen des Mantels nicht, zumal die Schaulustigen untereinander nicht besonders zimperlich miteinander umgingen. Findige Langfinger konnten ein auf einen kleinen Stock gewickeltes Stück Schnur, einige Tonmurmeln, ein Paar Holzwürfel mit eingebrannten Augenzahlen sowie drei Bälle finden, die jeweils etwas kleiner als eine Faust waren und in verschiedenen ausgebeulten Taschen untergebracht waren.
Wenn man genau hinsah, konnte erkennen, dass unter dem Mantel oder auf dessen Innenseite noch weitere Taschen sein mussten, die allerding von außen nicht zugänglich waren.
Als Mathis genug von sich ankeifenden Geschäftsleuten hatte und er immer noch nicht wusste, worum es eigentlich ging, wandte er sich zum Weitergehen und nickte der Frau höflich zu, die schräg hinter ihm stand und an der er sich vorbeischlängeln wollte. |
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NSC Legende


Anmeldedatum: 19.03.2008 Letzter Besuch: 05.09.2010 Beiträge: 4856
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Verfasst am: Mo Feb 08, 2010 10:30 am Titel: |
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An wen sie da geraten war wollte sich ihr nicht ganz erschließen. Er hielt sich wohl für so etwas wie einen Barden. Ihre empfindlichen Fingerspitzen hatten in seinen Fingern zwar alles mögliche ertastet aber nicht wirklich das, was sie suchte. Erst kurz bevor er sich umdrehte hatte sie durch den Stoff jene glatten, kleinen Scheiben gefühlt die Münzen in Silber sein mussten – zumindest glaubte sie das, aber wie ihre Finger einen Weg dorthin finden sollten war ein Rätzel das sie nicht zu entschlüsseln vermochte.
Gerade noch rechtzeitig zog sie ihre Hände von ihm weg, da drehte er sich auch schon um. Erst meinte sie es wäre ihm aufgefallen und der Schreck saß schon, doch sie erholte sich schnell. Und sie war nicht die Art Frau die schnell aufgab. „Auch euch einen guten Morgen. Ihr seid fremd hier, nicht?“ Sagte sie vielleicht ein wenig hastig. „Also wenn ihr mir sag was euch hier her gebracht hat, dann kann ich euch einen Weg dorthin zeigen, wo auch immer ihr hin möchtet.“ Nicht das sie das erste wirklich interessierte, und nicht das sie das zweite wirklich vor hatte, aber die Lügen waren so geschickt vorgebracht, dass es kaum auffiel und sie hoffte das der junge Mann eher auf ihr breites Lächeln sah als sich darüber Gedanken zu machen was sie im Schild führte. |
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Faldrian Reisender


Anmeldedatum: 05.02.2010 Letzter Besuch: 02.09.2010 Beiträge: 153
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Verfasst am: Mo Feb 08, 2010 12:40 pm Titel: |
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Mathis war überrascht, dass er eine solch ausführliche Begrüßung auf sein Nicken erhielt. Hatte sie vielleicht ihren wohltätigen Tag heute, dass sie Zeit übrig hat, mit ihm spazieren zu gehen? Er musterte sie kurz und überlegte, wo er eigentlich hin wollte. Klar, zum Gasthaus und zur Stadtmitte, um von dort aus weiter die Stadt zu erkunden. Aber dort würde er auch selbst hin finden.
"Och, fremd klingt so distanziert - allerdings stimmt's schon, dass ich noch nicht lange in der Stadt bin. Im Allgemeinen bin ich gut zu Fuß, so werden sie es wohl gewesen sein, die mich hier her brachten." Nicht ganz glücklich über seine eigene Antwort fuhr er einfach fort: "Ich möchte nicht eure wertvolle Zeit stehlen. Vielleicht wisst ihr, wo man in Aron gewesen sein sollte um einen guten Eindruck von der Stadt zu haben? Ich meine nicht Prunkbauten und Dinge, die nur zum Herausstellen der eigenen Erhabenheit dienen - da kommt man nur schwerlich drumherum."
Er warf noch einen kurzen Blick zu dem Tumult auf der Straße, scheinbar war einer der Streitenden im Schlamm gelandet, jedenfalls war nur noch der schwer atmende Wagenfahrer zu sehen. |
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Anmeldedatum: 19.03.2008 Letzter Besuch: 05.09.2010 Beiträge: 4856
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Verfasst am: Mo Feb 08, 2010 9:48 pm Titel: |
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Auch sie warf noch einen kurzen Blick auf das langsam verebbende Chaos zurück, blickte sich dann aber scheinbar suchend um. „Also weißt du... ich... hmm...“ Sie schien mit sich zu ringen. Das es aber nur gespielt war würde nur jemanden auffallen, der wahrlich eine gute Menschenkenntnis besaß. „Also gut. Es regent zwar, aber man trifft selten junge Männer die mehr als drei Worte aneinender bekommen ohne zu stottern.“ Erklärte sie kokett. „Also komm, bevor ich es mir anders überlege, ja?“ Zu aufdringlich wollte sie auch nicht wirken aber sie hoffte schon er würde ihr folgen. Vor was sollte er auch Angst haben. Sie war ja schließlich nur eine junge Frau, also kaum mehr als ein Mädchen...
„Also wenn wir da lang gehen kommen wir an am Karsusbrunnen vorbei – dort soll Graf Karsus von der Menge ertränkt worden sein. Willst du den sehen? Und den alten Hexenpranger – früher, wo man Hexen noch lebendig verbrannt hat.“ |
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Faldrian Reisender


Anmeldedatum: 05.02.2010 Letzter Besuch: 02.09.2010 Beiträge: 153
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Verfasst am: Mo Feb 08, 2010 10:50 pm Titel: |
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Mathis fiel die leichte Unstimmigkeit ihrer Aussagen auf, ließ sich aber nichts anmerken.
Zum Einen meinte sie, dass sie mich hinführen möchte, wo immer ich auch hinmöchte... aber dann macht sie fast einen Rückzieher? Und erklärt dann noch, dass ich es mir schnell überlegen soll, so dass meine Entscheidung nicht sorgsam abgewägt werden kann. Man könnte meinen sie macht das mit Absicht... aber nein. Vielleicht hat sie einfach nur unbedacht gehandelt und ging nicht davon aus, dass ich auf ihr Angebot eingehen würde.
Er überlegte nicht lange. Das Schlimmste was ihm passieren konnte, so schätzte er ab, war, dass sie sich zwischendurch anders entschied und er sich verlaufen würde.
Er rückte sich seine Mütze zurecht und sah zu der Gasse, die zum Karsusbrunnen führen sollte. "Oh, da wurde also ein Graf von der Menge ertränkt? Das würde ich mir gerne mal ansehen... Kennst du die Geschichte dazu genauer?" Sein Gesicht hellte sich auf und neugierig folgte er ihr. Was für ein Glück er doch hatte! |
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NSC Legende


Anmeldedatum: 19.03.2008 Letzter Besuch: 05.09.2010 Beiträge: 4856
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Verfasst am: Di Feb 09, 2010 1:06 pm Titel: |
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Ob der Bursche wohl meinte, dass sie ihn rum führen wollte, weil er so hübsche Augen hatte? An sich war er ja durchaus auf seine Art ganz süß – so wie eben ein dummer, kleiner, tollpatschiger Hund süß war, den man einen Stock in eine schlammige Pfütze werfen konnte und der sich darüber auch noch freute.
„Oh ja… Also man sagt dass Karsus der Graf vor Ruthgars Vorgänger war. Es soll geplant haben das Westviertel dem Erboden gleich zu machen und neu aufzubauen. Er wollte alle verbannen die ihm nicht gefielen und erhob Steuern damit er den Westteil neu aufbauen konnte.“ Sie ertappte sich dabei wie sie sich in der Erzählung verlor. Es war aber auch ein Thema das gerade ihr nahe ging. „Ist das zu fassen? Also er auf einer Parade den Großen Stadtteil ging ergriffen ihn aufgebrachte Handwerker und warfen ihn in den Brunnen wo er ertrank. Aber nicht weil er plante einen großen Teil der Menschen hier zu vertreiben, sondern weil er die Steuern erhöht hatte.“ Sie war kurz wütend, doch dann zuckte sie mit den Schultern. „Nun was solls? Das Ergebnis ist das gleiche. Der Westteil ist wie er immer war und Karsus ist tot.“
Die Gasse war schon schmal aber schließlich erreichten sie den Brunnen an dem sich auch eine verwitterte, aus Stein gemeißelte Tafel befand die im Grund das in Bildern schilderte, was sie ihm schon erzählt hatte.
Die Gasse auf die sie nun deutete war noch schmaler. „Was willst du nun sehen? Den Sklavenmarkt? Oder das Haus des Bauern dessen Esel plötzlich goldene Eier legte?“ Sie zuckte mit den schmalen Schultern. „Für beides müssen wir da lang.“ |
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Faldrian Reisender


Anmeldedatum: 05.02.2010 Letzter Besuch: 02.09.2010 Beiträge: 153
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Verfasst am: Mi Feb 10, 2010 1:28 am Titel: |
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Mathis hörte ihr interessiert, während sei zum Brunnen gingen. Der Brunnen war nichts großartig Besonderes, er war vermutlich einfach gerade am rechten Ort gewesen damals. Die Tafeln ließ sich Mathis natürlich nicht entgehen, wenn auch die Geschichte dort nicht ausführlicher notiert war.
Ein wenig nachdenklich philosophierte er, während er sich in der schmalen Gasse umsah: "Nicht selten tun die Leute das Richtige aus den falschen Motiven... und nicht wenige beliebte Geschichten handeln davon..."
Einen kleinen Moment später riss er sich von Gedanken an einige weitere Geschichten los, manche von denen hatten Leondar und er selbst zu später Stunde blumig vorgetragen.
"Sag mal", erwähnte er beiläufig, während sie in die schmalere Gasse einbogen, "was machst du eigentlich sonst so, wenn du nicht gerade neugierige junge Burschen durch die Gegend führst?" Er lächelte sie ein wenig schief an, rollte dann aber mit den Augen. "Achja, wie unhöflich von mir. Wo hab ich meine Manieren!" Er blieb stehen, verneigte sich kurz, wobei seine vollgesogene Mütze drohte herunterzufallen. Er hielt sie hastig fest und erklärte grinsend: "Mathis, herumirrender Gaukler und angehender Spielmann." |
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