Aron - Das Rollenspiel Forum
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Amalthea Legende


Anmeldedatum: 02.07.2009 Letzter Besuch: 06.09.2010 Beiträge: 1421 Wohnort: Wien
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Verfasst am: Mo Feb 08, 2010 8:19 pm Titel: |
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Das Wasser war Nahe dem Ufer so wundervoll warm, in seinen Armen zu liegen während von Wind getragene Wellen ihren Körper streichelten fast wie ein Traum. Ihrer Haut entnahm sie, das sie Stunden im See verbracht haben mussten. Die Nordische hatte als sie ins Wasser stieg nicht gewusst was sie für ihn empfand und ein Teil von ihr, der immer wieder wütend schreiend hervor brach, wollte sie zum Schwert treiben. Doch nun, nachdem was sie einander geschenkt hatten, nachdem was auch endlich an Worten gefallen war. Nein, sie konnte immer noch nicht sagen ob sich in ihr ein Gefühl regte, das gerade ein Mann wie er nicht wirklich verdient hatte, doch sie wusste das sie etwas an Karanew band und dies war nicht die Möglichkeit eines Kindes. Er würde also bei ihr bleiben, egal ob sie zu Zweit reiten würden oder ob sie bald neues Leben tragen würde. Im Grunde, hätte sie solche Worte nicht von ihm erwartet. Innerlich ahnte sie, das ihre Wege sich wohl irgendwann wieder trennen würden, es lag fast etwas wie Gewissheit darin die schmerzte wie ein Messer das langsam über die Haut glitt, doch gerade jetzt spürte sie seine Wärme im Rücken, seinen starken Arm um ihre Mitte und seinen tiefen Atem in ihrem Nacken.
Es verging noch etwas Zeit die sie Kraft schöpften, bevor sie sich irgendwie aus dem See an Land schleppten und dort, in die Decke des Bauern gewickelt, einschliefen. Sie glaubte im Schlaf einmal Boréas Nüstern an ihrem Hals zu fühlen, ein Schnauben zu hören und wie Gras Nahe ihrem Ohr gerupft wurde. Doch das mochte ein Traum sein, so wie der ganze bisherige Tag auch. Wie wohl doch Schlaf war, wenn man so etwas darin finden konnte.
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Was mochte es gewesen sein das Amalthea weckte, vielleicht war sie einfach nur ausgeschlafen oder es war doch das Fehlen von etwas. Das Fehlen von zwei Gegenwarten. Der Schlaf fiel nur mühselig von ihr ab, die Erkenntnis das unter ihr kein Gras, kein Stein war sondern ein glattes, seidiges Laken drang ebenso verspätet in ihren Geist wie die Tatsache das sich ihr Haar seltsam anfühlte.
Unter einem seltsam tiefen, dumpfen seufzen erhob sich die Frau, das Bettlacken rutschte ungehindert ihren Oberkörper hinunter, während ihre Hand über ihre Augen hinweg strich, ein seltsamer Geruch ihre Nase streifte und ihre Finger schließlich den Bartschatten fanden.
Ein Schrei wie von einem tödlich getroffenen Soldaten hallte durch den kleinen Palast. Amalthea sprang aus dem Bett und stieß sich erstmal den Kopf am Himmel desselben an. Irritiert sah sie an ihrem nackten Leib hinunter , ihr Blick wurde von keiner sanften Wölbung gebrochen, ihre Hüften waren schmal, der Oberkörper generell flach und muskulös, ihre Hände waren das doppelte von vorher, verdammt sie war leicht zwei Köpfe größer als zuvor und ihre Stimme….
Die Nordische fuhr sich fast etwas fest an den Hals, der Adamsapfel darunter lies ebenso wenig Zweifel an ihrem Zustand wie etwas, das sich deutlich mehr Richtung Körpermitte befand.
Bei allen Kindern des Nordwindes… was ist … ich träume, es kann…. Nein ich träume. Sie… Er… also, Amalthea lies sich auf das Bett zurück sinken, drehte die Hände und begriff nicht obwohl sie sah. Wie lange sie auf dem kühlen Laken saß und grübelte wusste sie nicht. Irgendwann flog ein Fluch durch das Zimmer, der jeden Nordwindnomaden die Schamesröte ins Gesicht getrieben hätte. Sofort schlug sie sich mit der ungewohnt rauen, großen Hand gegen die schmalen Lippen.
Sie fuhr sich durchs Haar und als ihre Finger wieder in ihr Blickfeld wanderten, hingen zwei pechschwarze Harre daran. Sie schluckte und erst jetzt bemerkte sie , dass sie ihre Kette noch trug. Es war fast wie ein Zeichen, schnell fanden die groben Finger zu dem Schmuckstück und fuhren das Zeichen innen nach.
“Na schön… auch wenn ich träume… ich sollte mir vielleicht etwas anziehen… eines nach dem anderen…” Ihre Stimme, sie erschrak fast gar nicht mehr. Dunkel, fest, mit einem Unterton der nach derben Witz klang. Ihre Art zu gehen war immer schon von Selbstbewusstsein getragen gewesen und doch streikten ihre Hüften die ersten Schritte. Eher ungelenkt durchmaß sie den Raum, wie luxuriös dieser eingerichtet war, schaffte es nun wirklich nicht in ihren Verstand. Dieser kämpfte gerade immer noch mit ihrem Körper.
Sie öffnete den Schrank aus hellen, mit Einlegearbeiten verzierten Holz und die Tür flog wesentlich schwungvoller auf als sie es wollte. Ihr Blick glitt unwillentlich zu den breiten Schultern. Für eine Frau mochte sie nicht schwach gewesen sein, nunja, auch nichts war eine Tür zertrümmert hätte, doch spürte sie wie die ungewohnte Kraft ihrer Arme sie fast etwas freute.
In dem Schrank befand sich mehr Kleidung als ein Nomade sein Leben lang tragen konnte. Zielsicher griff sie nach einem hellen Hemd und einer blauen Weste. Hosen machten ihr ja keine Probleme, doch das anziehen barg doch eine Tücke. Fast war es ihr peinlich und sollte sie jemand beobachten, würde er einen stattlichen Mann sehen der sich bewegte wie ein frisch geborenes Fohlen oder Kalb.
Sie schloss eben den Gürtel und hielt nach Stiefeln Ausschau, als ihr Blick einen Frisiertisch streifte. Darauf standen nur ein Krug mit Wasser und eine Schüssel, doch was sie plötzlich dorthin trieb war ein Spiegel.
Amalthea sah in das scharf geschnittene Gesicht eines Mannes um die dreißig, dunkles Haar fiel ihm bis knapp unter die Ohren. Die Augen waren eine Mischung aus grün und braun, jeh nachdem wie das Licht fiel. Der Dreitagebart lies das kantige Kinn nur noch herber wirken, der Hals ging in breite Schultern über die sich unter dem hellen Stoff des Hemdes und der ärmellosen dunkelblauen Weste spannten. Die nordische trat einen Schritt zurück, lies ihren Blick über schmale Hüften in dunklen Hosen streifen.
Sie mochte nun in dem Körper eines Kerls stecken und doch… ihre Finger lösten, weniger geschickt als sie es gewohnt war, das lederne Band um den Hals. Mit einigen schnellen Bewegungen schlang sie die Kette um das breite Handgelenk und verknotete es ordentlich.
Kopfschüttelnd wandte sie sich ab, fand endlich Stiefel die ihr drei Nummern zu groß schienen und doch gerade so passten. Jetzt endlich kam sie auf die Idee aus dem Fenster zu sehen, der See erstreckte sich idyllisch davor, ein Stückchen Garten war zu sehen und dort lief ein ziemlich großer, semmelbrauner Hund herum. Die Art wie er die Beine hob beim laufen, wie er den Kopf warf.
“Boréas!” wieder erschrocken über den tiefen, rauen Klang der eigenen Stimme fuhren die Finger zum Hals. Der Hund hob den Kopf und bellte, es war ein tadelloses Bellen, doch wie er dabei den Kopf bewegte, die Pfoten hob. “Verdammt.”
Die Nordische eilte zur Tür und stolperte sicher drei mal, die Klinke lies sich ohne Widerstand drücken, die Tür selbst schwang hart auf und landete knallend gegen der Mauer. Ein dunkles Knurren folgte während die Frau selbige wieder schloss, im lauf allerdings schon. Die marmorne Treppe war mit kostbaren Teppichen geschützt, sie achtete nicht darauf. Die Eingangstür war massiv, mit schweren Beschlägen, doch öffnete sie sich leicht und lautlos.
Der Hund sprang an ihr hoch, schnüffelte, winselte schließlich. “Ist ja gut mein Schöner….” sie tätschelte den Hals des Tieres und endlich kam ihr etwas ganz anderes in den wirren Sinn. Karanew? Wo steckt er? Amalthea rannte in den Garten, suchte das ferne Ufer des Sees ab, doch kam ihr nichts bekannt vor. Sie begann nach ihrem Wegbegleiter, ihrem Gefährten zu rufen. Ihre dunkle Stimme wurde gelegentlich von einem dumpfen Bellen unterbrochen. |
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NSC Legende


Anmeldedatum: 19.03.2008 Letzter Besuch: 05.09.2010 Beiträge: 4856
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Verfasst am: Mo Feb 08, 2010 9:23 pm Titel: |
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Karanew hatte am See einen Frieden gefühlt, der ihm eher unbekannt gewesen war. Und etwas von dem Gefühl hatte er mit in den Schlaf genommen. Als er dann irgendwann später wieder zu sich kam, löste er sich nur langsam aus einem Schlaf der tiefer war als alles was er kannte. Schon lange bevor er die Augen auf schlug hatte er das Gefühl als hätte man seinen Kopf auseinander genommen. Es tat nicht weh, aber ein wenig war es wie wenn man zu viel getrunken hatte und nur gerade so einem üblen Kopfweh entkommen war. Das nächste über das er sich bewusst wurde war ein übler Schmerz im Rücken. Noch im Halbschlaf erklärte er diesen damit das er ja am See eingenickt war und da sicherlich irgend ein Stein lag der sich in selbigen bohrte. Der Gedanke war aber bald schon nicht mehr wirklich haltbar. Als er sich leicht drehte fühlte er wie etwas seidig kühles über seine Haut strich und das Bett das sich unter ihm befand war auch zu weich um für irgend eine Art von Rückenschmerzen zu sorgen.
Langsam kehrte das Leben in ihn zurück und mit ihm kamen die seltsamsten Gedanken und Gefühle. Karanew war immer stolz darauf gewesen, dass er sich in jeder Situation auf seinen kühlen, klaren Versand verlassen konnte. Im Moment war es in seinem Kopf aber alles andere als kühl, klar oder ruhig. Gedanken huschten wild umher, mehrere auf ein Mal, und sie alle waren von kunterbunten Eindrücken, Gefühlen und Emotionen begleitet.
Das ihm etwas fehlte wusste er fast sofort aber im Moment beschäftigte ihn eigentlich nur das fehlende Stück Erinnerung das ihm vom hier zum Ufer des Sees ausging. Endlich schaffte er es seine Augen auf zu schlagen und erblickte ein luxuriöses Zimmer das zu allem Überfluss in einem zarten rosaton gestrichen war. Tastend streckte er seine Hand in die andere Richtung aus aber auch dort fand er Amalthea nicht vor. Wohl aber merkte er, dass er kaum Kraft in den Armen hatte. Es war irgendwie anstrengend diese auszustrecken. Daführ fühlte er alles irgendwie übertrieben genau. Nein, das stimmte gar nicht. Er fühlte, aber es war als weigerte sich sein Kopf noch alle Gefühle anzunehmen. Es war als blendete etwas in ihm gewisse Dinge aus.
Ob ich krank war? Es würde die Schwäche erklären... Ich fühle mich ja fast wie neugeboren. Ja, das war seltsam. Er erinnerte sich noch daran, wie er sich als Kind mal an einem glühenden Holzstück verbrannt hatte. Damals hatte selbst diese kleine Stelle höllisch gebrannt. Heute konnte er viel schlimmeres ertragen ohne zu murren. Er fühlte es nicht mal. Na ja, er fühlte es kaum noch. Ob das auch angenehme Reize betraf wusste er nicht mehr so genau aber er wusste das er zumindest heute alles viel genauer zu fühlen schien.
Sich streckend wurde seine Empfindung von eben nur bekräftigt. Wo er am See noch beim Anspannen seines Körpers das angenehme Gefühl von überwältigender Stärke gefühlt hatte schien er nun kaum einen richtigen Muskel am ganzen Leib zu haben. Aber das Strecken hatte noch eine Nebenwirkung. Das Seidentuch samt Spitzenrand war bis zu seinem Bauchnabel hinab gerutscht und nun strich kühle Luft über seinen Körper. Es musste ziemlich kalt geworden sein das er das so genau empfand aber der Gedanke war ebenfalls ziemlich flüchtig.
Dieses Mal drängte sich eine Empfindung derart auf, dass er es nicht mehr ignoriren konnte. Es war ein führ ihn gänzlich fremdes Gefühl und doch war es wohl etwas, dass die hälfte der menschlichen Befölkerung gut kannte. Immer noch auf den Rücken liegen mühte er sich an sich hinab zu sehen und die Ursache für die Empfindung zu sehen. Im ersten Moment schien ihm das, was er sah nur geringfügig anders geformt zu sein, als wie er es kannte. Dass sein Oberkörper gänzlich haarlos war störte ihn noch nicht so sehr, da er nie sonderlich haarig gewesen war. Die im Moment nur dezenten Rundungen hätte er vielleicht auch noch ignorieren können, doch was sich darauf befand veränderte dann doch alles. Er musste krank sein. Wenn seine Nippel schon so angeschwollen und fest waren, musste es was ganz etwas übles sein. Verflucht, man konnte ihn ja fast für eine Frau halten!
Standhaft weigerte sich sein Verstand die Wahrheit auch nur ansatzweise zu akzeptieren. In dem Moment drang eine dunkle, tiefe Stimme von draußen herein. Verdattert stellte er fest, dass diese Stimme seinen Namen rief, und das sein Körper aus irgend einem unverständlichen Grund davon auch noch eine Gänsehaut bekam. Irgendwie schob er sich hoch doch nun war es nicht mehr länger zu leugnen. Ein Blick hinab und das was sich nun recht deutlich vor wölbte gab ihn das Gefühl das sein Kopf gefährlich leicht und leer war. Es lag wohl auch daran, dass er angefangen hatte zu hyperventilieren. Aber im Moment war es die Stimme die ihn keine Ruhe lies. Die seidene Decke glitt ganz von ihm ab als er zum Fenster torkelte und hinunter saß. Der Hund wirkte bedrohlich, aber es war nicht mehr als ein Schoßtier im Vergleich zu dem Kerl den er offensichtlich gehörte. Jenem wollte er nicht mitten in der Nacht begegnen. Und dann ging er auch noch ins Haus.
Angst war etwas das auch Karanew kannte, aber wie so vieles fühlte er diese nun um so deutlicher. Schon glaubte er das Trampeln des Kerls zu hören der ein übler Messerstecher sein konnte. Und woher kannte er überhaupt seinen Namen? Er fühlte Panik in sich aufwallen. Schon zu seiner besten Zeit war er nicht gerade stark gewesen und nicht gerade darauf erpicht gegen andere im Kampf bestehen zu müssen. Im Moment hatte er nicht gerade die Hoffnung auf eine Chance. Und verdammt, er fror!
Im Raum standen recht viele Schränke und zwischen dem Hinterstern und den wallenden Gardienen war ein schmaler Zwischenraum. Er griff sich die Decke und wickelte jene mehr aus Scham um sich ehe er sich dort hinein schob. Dabei prallte seine Hüfte recht ungeschickt gegen das Holz. Die Stelle brannte als hätte man mit einem Hammer dagegen geschlagen. Seit wann war er so empfindlich? Schlimmer noch: Der Schmerz verursachte sein brennen in seinen Augen und zum ersten mal seit dem er ein Kind war hatte der das Gefühl, dass er gleich heulen musste. Verdammt – was war hier los? Mit letzter Willenkraft hielt er sich aber zurück. Er glaubte der Dunkelhaarige war nun schon sehr nahe und er hoffte nur, dass er ihn erst mal wieder los werden würde. Dann konnte er sich vielleicht auch darüber klar werden was hier los war und Amalthea suchen. |
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Amalthea Legende


Anmeldedatum: 02.07.2009 Letzter Besuch: 06.09.2010 Beiträge: 1421 Wohnort: Wien
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Verfasst am: Mo Feb 08, 2010 10:53 pm Titel: |
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Amalthea schritt schnell aus und bemerkte das ihre Gedanken recht interessante Wege gingen. Sie sah die Sache immer , naja, klarer war wohl kaum der rechte Ausdruck, doch sie fing an sich logisch durch die Begebenheiten zu ackern. Die Schönheit des Sees glitt nur Nebenher in ihr Bewusstsein, das sie mit ihren schweren Stiefel querfeldein durch den Garten stapfte genauso.
Also, sie waren am See eingeschlafen, zusammen - und hier war sie aufgewacht, alleine. Und das sicher nicht in demselben Zustand wie vorher. Soviel war mal eindeutig.
Also, wenn sie hier war, so wie Boréas es auch war, und sie war sich sicher das ihr Pferd nun mit der Nase am Boden neben ihr her trabte, dann musste auch Karanew irgendwo stecken. Vielleicht wusste er genaueres? Kurz hielt sie inne, schaute an sich herab. Wenn er mich erkennt, ich bin ja nun fast mehr Mann als er. Naja, ich werde ihn ja erkennen, insoweit.....
Kopfschüttelnd setze sie einen hohen Tritt über einige , in verworrenen Mustern auf den Rasen gelegte Steine hinweg.
Eine Klippe des Sees ragte in den Garten hinein, nur ein schmales Band Land zog sich daran entlang doch die Nordische hielt weiter darauf zu.
Zuerst wollte sie sich auf ihre Geschicklichkeit verlassen, um an den Felsen entlangzukommen, doch schlussendlich reichte die Kraft ihrer Finger vollkommen aus. Sie musste sich nur ein wenig an den vorstehenden Steinen entlang tasten. Der Hund folgte und seine breiten Pfoten traten sicher über den schmalen Grund.
Das sie, hätte sie den Blick nur ein wenig schweifen lassen, ganz leicht über einen Schotterweg hätte gehen können, bemerkte Amalthea nicht. Was sie jedoch bemerkte, war ein weiterer, kleiner Palast jenseits der Klippe. Auch hier blühte ein üppiger Garten, auch wenn die Farben der Blumen und die Statuen der Brunnen sich recht deutlich von dem vor „ihrem“ Palast unterschieden.
Nochmals rief sie nach ihrem Begleiter, doch erhielt sie immer noch keine Antwort. Ihr schien jedoch als hätte sich im Fenster, oben im ersten Stockwerk, etwas bewegt.
Die Nordische überlegte nicht lange und ging in das Haus, die Treppe nahm sie immer mit zwei Stufen auf einmal, einfach weil es ihr so unverschämt leicht viel.
Oben angekommen wandte sie sich einmal nach links und fand sich recht schnell in einem Zimmer wieder, das offenkundig für eine junge Frau eingerichtet war. Das Bett war benutzt, doch sonst schien der Raum leer zu sein.
„Ist hier jemand?“ das ihr Tonfall so fordernd war wie ihr Wille es wirklich zu erfahren, konnte die Frau fast nicht beeinflussen. Kurz ging sie zum Fenster, von hier aus hätte man sie sehr gut sehen können. Oder mit einem Pfeil nieder strecken. Wo kam der Gedanke denn jetzt her?
Nun, hier schien niemand zu sein , sie musste weiter und endlich sehen ob sich Karanew hier finden lies.
Abgesehen davon, sie hatte Hunger. Wenn es hier schon nicht an Schränken und Betten mangelte, würde wohl auch hoffentlich eine Küche irgendwo sein. Und vielleicht ein Schwert. Ihr war so gar nicht wohl dabei, in dieser unwirklichen Situation, auf einem Eiland im See das sie vorher nicht ausmachen konnte, ohne Waffe fest zu sitzen.
Sie sah nach dem semmelbraunen Tier. „Komm Junge.“ Unwillkürlich grinste die Reiterin, dieser herbe Unterton erinnerte ihren Geist an etwas.
Doch der Hengst… ähhh… der Rüde, schnüffelte aufgeregt im Zimmer umher und kam schließlich , aufgeregt mit dem Schwanz wedelnd, vor einem Schrank zum stehen. Der Art wie er mit der rechten Vorderpfote scharrte haftete jedoch nichts mehr an, was an ein Tier mit Reiszähnen erinnerte.
„Was hast du denn?“ warum klang sie so ungeduldig? Mit zwei langen Schritten war Amalthea bei dem Möbel. Ihre Augen, ihre Ohren und noch etwas Drittes in ihr drängten sie dazu ihre Hand zwischen das Holz des Schrankes und den unglaublichen Stoffmengen der Gardine verschwinden zu lassen. Ihre groben Finger fanden einen Oberarm, einen Oberarm den sie mit ihren Finger umspannen konnte. Rechtzeitig erinnerte sich die Frau daran, das sie nun ganz andere Kräfte in der Hand hatte und so zog sie zwar mit Nachdruck, jedoch nicht brutal an.
Sie staunte nicht schlecht als ihr eine junge, offensichtlich verängstige junge Frau entgegenfiel. Ihre Rechte umklammerte ein Bettuch vor ihrer Brust, was leicht verrutschte als sie das Gleichgewicht verlor. Das kastanienbraune Haar floss in leichten Locken über die schmalen, hellen Schultern. Ihre Augen starrten sie geweitet von unten herauf an.
Irritiert stellte Amalthea fest das der Anblick etwas in ihr Auslöste das sie so nicht kannte. Etwas das ihr als so gesehen nicht mal peinlich war… Doch ihr Geist drängte schnell vor. Also bitte, nichts was du nicht selbst ….
„Wer bist du? Was machst du hier?“ Moment, das wollte sie doch eigentlich freundlicher Ausdrücken… Amalthea seufzte. Selbst das klang mit ihrer neuen, rauen Stimme eher entnervt und bedrohlich.
Sie lies die Andere erst mal los, strich sich das Haar aus den Augen und schaute auf die Maid vor sich hinunter.
Boréas schnupperte aufgeregt auf der Höhe Ihrer Knie herum, wozu er den Kopf ein gutes Stück senken musste. |
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NSC Legende


Anmeldedatum: 19.03.2008 Letzter Besuch: 05.09.2010 Beiträge: 4856
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Verfasst am: Di Feb 09, 2010 8:25 am Titel: |
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Während er da hinter dem Schrank stand und den schnell immer näher kommenden Schritten lauschte glitt sein Blick langsam hinab bis er eher unfreiwillig seine Finger fand. Im ersten Moment erschrak er so, dass er fast das Tuch fallen lies, das er so energisch um sich gerafft hatte, denn diese Finger sahen wie alles mögliche aus, aber nicht wie die seinen und für einen Moment erwog sein Verstand das aus der Wand oder aus dem Schrank weitere Hände gekommen waren die sich auf seinen Körper gelegt hatten. Erst als jene Hand so zuckte, wie er eben fühlte das auch seine Hand zucke entspannte er sich, aber nur unwesendlich. Noch immer ergriff ihn dieses Bizarre gefühl als er sich wieder dazu zwang seine Finger anzusehen. An sich war die Hand recht hübsch anzublicken, aber verdammt, er war ein Mann und man erwartete nicht, dass seine Hand hübsch war. Außerdem waren seine Fingernägel etwas zu lang und so glatt wie man es bestenfalls von adeligen Damen kannte. „Amalthea!“ Knurrte er leise und recht wütend. Es musste so sein. Während er krank gewesen war musste sie sich einen Scherz mit ihm erlaubt haben. Das seine Finger auch viel kleiner und zierlicher geworden waren ignorierte er erst mal.
Die Macht der Gewohnheit war stark, das stellte auch er jetzt wieder fest. Während er da stand und wie hypnotisiert diese Hand anglotzte rutschte seine andere Hand langsam hinunter bis das Laken wieder nur den Bereich unterhalb seiner Hüften bedeckte. Karanew hatte das auch so gemacht wenn er wo war, und sonst nichts trug, aber nicht nackt herum laufen wollte. Welcher Kerl bedeckte schon seine Brust? Doch am Fenster zog die kalte Luft noch stärker herein und leckte neugierig über seine empfindliche Haut und noch empfindlicheren Kurven. Außerdem wurde nun die Tür aufgerissen. Erschrocken riss er also den Stoff wieder hoch doch jener verfing sich an der ungewohnten Oberweite und zwang ihn dazu dort hinab zu blicken. Kurz drängte sich ihm der Gedanke auf, dass er dort nicht auf die Hand eines Mannes und nicht auf die Brust des selbigen sah, sondern das es beides eindeutig wie die Körperteile einer Frau aussah.
Karanew war von unten gekommen und hatte es immer wieder weit gebracht – wenn auch mit dubiosen Mitteln. Aber er empfand sich als einen Siegertypen, als Macher. Frauen hingegen waren weich, verletzlich, schwach. Der Gedanke das ihm so etwas wiederfahren war, war so erschreckend das er nur die Vorstellung energisch verleugnete. Es konnte nicht sein. Es durfte nicht sein. Irgendwie hatte er gerade diese empfindliche Stelle wieder unter die Decke gebannt als ihn auch schon etwas am Arm packte und aus seinem Versteck zerrte. Nun setzte sein Verstand einen Moment lang ganz aus. Der Kerl den er unten gesehen hatte stand nun vor ihm und es war ein wahrer Hühne. Auch wenn Karanew die Wahrheit noch zu leugenen suchte hatte er unterbewusst das neue Körpergefühl schon aufgenommen und seine eigenen empfundenen Dimensionen waren einfach deutlich kleiner als jene denen er gegenüber stand. Schon wie machtlos er dieser zerrenden Hand gegenüber gestanden war, zeigte ihm ihr Verhältnis deutlich auf. Er war nicht viel kleiner als der andere aber er empfand ihn einfach größer, breiter, massiger.
Schon Karanew war nicht der größte oder stärkste Mann gewesen, aber das hier waren gänzlich neue Umstände führ ihn. Und das der Fremde auch noch diese dunkle Aura hatte in die er sich auf unheimliche Weise hüllte machte es auch nicht gerade besser. Seine Stimme war tief und wieder entwickelte sich eine deutliche Gänsehaut als sie erklang die aber durch andere Gefühlen überdeckt wurde. Musste er so brüllen? Er empfand die Stimme als dröhnend laut und bedrohlich und wenn er das schon meinte, dann musste der Typ nun wirklich laut sprechen.
„Ich...“ Schon vorhin hatte Karanew geflüstert, aber als er nun seine Stimme laut hörte brach er doch erschrocken ab. Die Stimme war weiterhin voll und auch voluminös, aber sie erklang weich und die Stimmlage war wohl ein, zwei Oktaven höher als zuvor. Was ging hier vor sich? Seine freie Hand legte sich an seinen Hals der so ungewohnt glatt war. Etwas schien auch hier zu fehlen aber das erschloss sich ihm in den Moment nicht vollkommen. Er wusste nur eins. Dieser Kerl suchte Karanew und wenn er Karanew suchte, dann wollte er nicht Karanew sein. Nicht jetzt wo er unbewaffnet und geschwächt war. Nicht jetzt, wo er nicht wusste was hier vor sich ging. Es war in jedem Fall nicht das erste Mal das er sich selbst verleugnete. Aber was sollte er dem Fremden sagen? In seinem Schädel rumorte es noch immer wie wild aber irgendwie blubberten die Gedanken schneller als zuvor hin und her und noch ehe er so recht wusste formten seine Lippen Worte die gekonnt erklangen. Lediglich der so vollkommen fremdartige Klang dieser Stimme verunsicherte ihn ein wenig. „...bin mir nicht sicher. Ich bin alleine an den See gekommen, eingeschlafen und dann hier erwacht.“ Diese Lüge hatte einen Grund. Wenn der Fremde Karanew nicht kannte, wusste er vielleicht auch nichts von Amalthea und jene wollte er auch jetzt schützen, wie er sie schon vor den Banditen geschützt hatte, denn wenn er schon zu dem Mann aufsehen musste, dann wäre Amalthea ihm hoffnungslos ausgeliefert.
Er hatte gerade etwas gefunden auf das er sich konzentrieren wollte. Ihn verband weniger mit der Nomandin als selbe wohl nach seinen Worten dachte. Versprechen konnte man leicht geben und noch leichter brechen, aber ihn verband etwas mit ihr und das hatte unter diesen chaotischen Umständen oberste Priorität bekommen. Doch als er dann zur Seite blickte bekam er regelrecht einen Shock. Er blickte in einen Spiegel und ihn blickte ein zartes, eindeutig weibliches Gesicht an. Tiefgrüne Augen saßen in einem glatten Gesicht das nur aus vollen, lockenden Lippen zu bestehen schien, und das von langem Haar umspielt wurde. Das Abbild war bezaubernd hübsch. Karanew hätte auf jeden Fall versucht sie in sein Bett zu locken, doch nun machte es langsam klick und er erkannte das er wohl sie war. Etwas in ihm wollte schreien. Etwas wollte diese Haare ausreißen und vollkommen ausrasten. Er wollte sich die Augen aukratzen bis er den Ablick getilgt hatte. Aber die Gegenwart des Fremden verbot dies. Etwas in ihm war absolut panisch, aber ein weiterer Teil klammerte sich an diese Aufgabe – er wollte Amalthea schützen, so wie er sie schon ein mal beschützt hatte. Sie gehörte ihm und auch wenn er der Meinung war es würde nur eine Zeit lang dauern, dann war er doch der Meinung das sie nur ihm für diese Zeit gehören sollte.
Gespielt gelassen riss er seine Augen von dem Spiegel weg und sah wieder den Fremden an. Ob der ihre Reaktion bemerkt hatte? Auch wenn es Karanew wie eine Ewigkeit erschien waren erst Sekunden vergangen. So oder so musste er eine Antwort für die Fragen des Fremden finden und eine sog er sich wiederwillig aus den Fingern. „Ich bin...“ Was tue ich nur? Das ist absoluter Wahnsinn! Plötzlich dämmerte es ihm: Hexenwerk! Noch ein Mal sah er flüchtig in den Spiegel aber dort stand kein Mann. Dort stand eindeutig eine Frau. „...Nesine.“
Er erzitterte plötzlich. Wieder wurde ihm ganz schwindlich, aber er riss sich zusammen. „Und wer seid ihr? Und was gibt euch das Recht in mein Quartier einzudringen ohne zu klopfen?“ Hatte er das gerade wirklich gesagt? Er, Karanew? Aber er empfand es wirklich so, wie ein unwillkommenes Eindringen dem er im Moment bis auf seine Worte machtlos gegenüber stand. |
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Amalthea Legende


Anmeldedatum: 02.07.2009 Letzter Besuch: 06.09.2010 Beiträge: 1421 Wohnort: Wien
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Verfasst am: Di Feb 09, 2010 12:56 pm Titel: |
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Ihr Gegenüber war offensichtlich verschüchtert, sie wich ihren Blicken aus, stotterte etwas und Gelegentlich überlief ein dünnes Zittern ihre makellose Haut. Amalthea hob eine Augenbraue und lies ihren Blick musternd über den vom Betttuch verhüllten Körper der Anderen streichen. Das diese gerade mit schreckgeweiteten Augen in den Spiegel sah, entging ihrer Aufmerksamkeit. Sie war im Moment damit beschäftigt, einen plötzlich auftretenden, sehr unpassenden Gedanken aus ihrem Kopf zu jagen.
Verdammt! Die Stimme in ihrer Gedanken war definitiv die eigene, hell, weich und wohl moduliert. Mit all den Untertönen die sie von sich kannte. Und vor allen, sie war weiblich. Ihre Erinnerungen waren frisch, sie wusste genau wer sie war, wer sie sein sollte. Doch sie steckte im Körper eines Kerls fest, wie auch immer sie da hinein gekommen war und irgendwie schien sich das auch signifikant auf die Art auszuwirken wie ihre Gedanken das springen ließen und seltsame Gedankenfetzen durch ihren Geist zogen, die eine Frau mit ein bisschen Anstand niemals…. Verflucht noch eins! Doch der nächste Gedanke der ihr kam, war nochmals um eine Ecke besser. Was wenn der Geist dieses Mannes in ihrem Leib steckte? Alleine die Idee lies sie innerlich Zittern. Schnell versuchte sie sich auf etwas anderes zu konzentrieren.
„Nesine?“ Innerlich fluchte die Nordische. Es war als hörte sie einen Fremden sprechen, doch die Worte kamen aus ihrem Hals.
„Du also auch… ja?“ Amalthea murmelte mehr als das sie sprach. Wieder glitt ihre grobe Hand in das ungewohnte Haar und dann den Hals hinunter, sie spürte unter den von Hornhaut gehärteten Finger das leise kratzen eines Bartschattens. Es war genau die Länge, die sie als Frau an einem Kerl gestört hätte. Gerade so das es unangenehm kratzte. Doch ihren jetzigen Fingern, schien das Gefühl eher unbedeutend störend.
Irgendjemand oder Irgendetwas machte sich offenkundig einen Spass daraus, Menschen auf diese Insel zu verschleppen. Doch zumindest schien das Mädchen nicht verwandelt worden zu sein. Das war ihr erspart geblieben. Möglich das nur sie und Boréas dieses Schicksal getroffen hatte? Ihre Gedanken verliefen sich ein wenig, automatisch senkte die Reiterin die Hand und drehte sie Boréas zu, das Tier begriff sofort und streckte den Kopf zu seiner Herrin hin.
Irritiert sah sie hinunter, das statt warmer Nüstern eine kalte, feuchte Nase ihre Hand berührt hatte, riss ihre Gedanken wieder los. Trotzdem lies sie die groben Finger am Schädel des Tieres, begann das leicht raue Fell zu kraulen. Doch nur kurz, irgendwie schien ihr diese offenkundige Zuneigung zu einem Tier plötzlich…. Ach Blödsinn! Sie zwang sich nochmals über das Fell zu streicheln bevor ihre Hand wieder den eigenen Körper fand, sie verzichtete jedoch darauf sie auf der Hüfte abzulegen, sondern spürte nur den Stoff der Hose unter den Fingerkuppen.
Das sie nicht angeklopft hatte, störte sie im Moment weniger. Beim Nordwind, die Frau war aber auch empfindlich! Was hatte sie bloß, als währe Amalthea so ein furchterregender Anblick.
Nochmals seufzte sie dunkel. Das sie in den letzten Stunden wohl locker 20 Kilo zugelegt hatte war ihr kurz entfallen. Und trotzdem… Währe ihr so ein Kerl gegenübergestanden, hätte sie sich sicher auch nicht so verhalten. Nicht das sie nicht beeindruckt gewesen währe, doch ihr Stolz hätte verhindert das sie sich unter seiner Gegenwart wand. Kam es ihr nur so deutlich vor… lag es vielleicht nur daran das sie so deutlich auf die Andere hinuntersehen konnte?
Nesine verlangte in jedem Fall nun erstmal selbst danach, zu erfahren wer in ihr Schlafzimmer geplatzt war. Das konnte sie ihr kaum verübeln.
Ihr Mund wollte sich schon öffnen und ihren Namen nennen, doch schnell biss sie sich auf die Zunge. Ganz tolle Idee Amalthea…. Wer wusste schon genau ob sie nicht wirklich hier her gehörte…. Und wie glaubhaft es war wenn sie erklärte vor kurzem noch einen ebenso hübschen Busen gehabt zu haben wie die Andere … und dass das Tier welches eben schwanzwedelnd zwischen ihnen hin un her schaute im Grunde Hufe hatte…
Als erstes schoss ihr der Name ihres Zwillingsbruders in den Kopf, doch den wollte sie nicht nennen, ebenso wenig wir es passend gewesen währe den Namen von einen ihrer… alten Bekannten.. zu nehmen. Irgendetwas in ihr machte sie auf das Naheliegendste aufmerksam. Ihren Vater.
„Nenn mich Rukh.“ ihr Tonfall hatte etwas knurrendes. „Wir haben ebenso am See gerastet und sind hier erwacht.“ Ihre Augen fanden den Hund, dann wieder das Mädchen „Zieht euch mal was an, eure Gänsehaut ist ja nicht zum ansehen.“ schnaufte sie schließlich. Dabei war es nun wirklich nicht kühl für die Jahreszeit. Das Amalthea keine Anstalten machte das Zimmer zu verlassen wurde von der Tatsache, dass sie sich einfach nur umdrehte eher unterstrichen als überspielt. |
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NSC Legende


Anmeldedatum: 19.03.2008 Letzter Besuch: 05.09.2010 Beiträge: 4856
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Verfasst am: Di Feb 09, 2010 2:09 pm Titel: |
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Wenn er sich das überlegte war er doch ein wenig verdattert. Hatte er sich gerade eben etwa freiwillig einen Frauennamen verpasst? Gut, der dunkelhaarige Bursche hätte wohl auch komisch drein geblickt hätte sich die offenkundig weiblich wirkende Person mit „Ich bin Dredmer“ vorgestellt. Aber war das hier nicht der erste Schritt in die falsche Richtung? Er wollte aus dem kranken Gefängnis raus, dass dieser Körper darstellte und sich nicht auch noch Blümchen zwischen die Gitter stellen. Er könnte ja dann auch gleich herum hüpfen und fröhlich singen, dass es alles gar nicht so schlimm war. Dummerweise bekam er nun nur das Gefühl, dass er tun konnte was er wollte und es würde nichts ändern.
Es war nicht das erste Mal das er plötzlich Verzweiflung fühlte. Schon zuvor hatte er einen Punkt erreicht an dem es scheinbar nicht weiter gehen konnte. Zuletzt hatte Amalthea dafür gesorgt, dass er alles verloren hatte, was ihm etwas bedeutete. Doch neu war das er jetzt doch weinte. Er war entsetzt, aber der Körper schien auf seine Gefühle vollkommen anders zu reagieren als er es getan hätte. Frauen lernten wohl nach und nach damit umzugehen. Er hatte fast das Gefühl das er daneben stand während „sie“ tat was sie gerade wollte. Irgendwo lag darin auch ein wenig Trost. Das was er das im Spiegel sah war nicht er, sondern eine dumme Zicke, ein billiges Frauenzimmer, ein Weib wie so viele die er schon hatte.
Zumindest hatte er diesen nutzlosen Körper so weit unter Kontrolle, dass die Tränen leise über die glatten Wangen kullerten und nach einem prüfenden Blick auf den dunkelhaarigen Rüpel beschloss Karanew doch noch einen Blick in den Spiegel zu werfen. Jetzt wo der wunderbare Gedanke untergegangen war, dass er nur eine komische Krankheit hatte wollte er so etwas wie Gewissheit. So löste er das Tuch vorne und hielt es so dass es nur ihm einen Blick auf sein momentanes selbst erlaubte.
Das Püppchen hatte eine gute Figur. Wohlgeformte Brüste standen unter attraktiven, rundlichen Schultern. In eleganten Linien floss ihr Körper zur Taille zusammen ehe er sich wieder in ihr Becken weitete. Es hatte es geahnt, auch irgendwie gefühlt, aber es war doch wieder ein Schreck zu sehen das dort, zwischen seinen Beinen eindeutig etwas fehlte das ihm nicht nur lieb und teuer gewesen war, sondern auch so etwas wie sein liebstes Spielzeug dargestellt hatte. Seine Männlichkeit war nicht nur ein weiteres Körperteil gewesen. Es war ein treuer Begleiter, ein wahrer Freund mit dem man durch dick und dünn ging. Durch den Schleier seiner leisen Tränen glitt sein Blick noch nervös die attraktiven, langen Beine hinab ehe er sich wieder in den Stoff wickelte und sich nervös versicherte, dass der Dunkelhaarige nicht gelugt hatte. Es dauerte einen Moment da bekam er den nächsten Schrecken. „Sie“ war hübsch. Sie war anders als Amalthea aber vielleicht sogar schöner, wenn auch nicht ganz so sinnlich. Aber dennoch hätte „ihr“ Anblick gewisse Gefühle in ihm provozieren sollen. Dieses brennende Verlangen, diese stürmische Leidenschaft die wohl jeder Mann fühlt wenn er eine Frau sah. Aber da war nichts davon. Er konnte sie eindeutig als Attraktiv einschätzen aber es war in etwa so als blicke er auf eine Blumenwiese oder einen Sonnenuntergang oder einen kleinen hilflosen Säugling.
Energisch wischte er sich gerade die abebbenden Tränen aus den Augen als er erstarrt inne hielt. Hatte er gerade von einem Säugling im Zusammenhang mit schön gedacht? Babies waren kleine nervende Monster die einem alle Freiheit nahmen. Sie waren die Eisenkugeln an den Fußfesseln des Ehebundes. Und er fand sie neuerdings schön? Wieder sah er an sich herab – nein, an „ihr.“ Denn er musste sich nur ein Baby vorstellen und dieses Ding in dem er steckte bekam schon ein ganz warmes, kuscheliges Gefühl im Unterleib als würden schon jetzt alle Hormone in diesem Leib außer Kontrolle geraten.
Das war mit der Grund warum er den Kleiderschrank so energisch aufriss und ihn doch nur mit Mühe öffnen konnte, denn die Türen schienen recht massiv zu sein. Karanew war nicht schlecht erstaunt als er darin nur tausend und drei Kleider fand. Verdammt nochmal, er war ein Mann! Er würde doch kein verfluchtes Kleid anziehen! In alte Verhaltensmuster zurück fallend versuchte er den dunkelhaarigen Burschen einfach zur Seite zu rumpeln als er versuchte auf die andere Seite des Betts zu gelangen was aber nur dazu führte, dass er beinahe hin fiel. Muskeln wogen bekanntlich mehr als Fett, wovon er nun mehr als je zu vor hatte, auch wenn „sie“ schlank war. Aus Muskeln bestand dieser weiche Leib sicher nicht und von Muskeln hatte der andere wohl mindestens so viel wie er einst sein eigen nannte. Dafür musste er deutlich fest stellen, dass die kleinen, fast schon zierlichen Füße nicht gerade für einen festen Stand sorgten.
Die Sache war also geklärt und er war es der hatte einstecken müssen. „Entschuldigt.“ Hauchte er also und umrundete sein Bett, aber von Karanews alter Kleidung war nichts zu finden. Auch nicht unterm Bett. Zufällig blickte er in den Stiegel in dem er zufällig den anderen Typen sah und jener schien ihm wiederrum auf den Po zu blicken. Erst verstand er nicht ganz aber er straffte sich dann doch und schließlich machte es „klick“ in Karanews Kopf als er sich an die Reflektion erinnerte die nun wohl seinen Körper darstellte, dann an das Bett dachte das hier so einladend im Zimmer stand und ihm schließlich klar wurde in welcher Position er eben gestanden war. Ehrlich entsetzt sah er nun den Kerl an. Der Typ dachte doch nicht etwa… Das war ja widerlich! Verdammt, er war ein Kerl! Konnte das Rukh nicht sehen? Die Frage beantwortete er sich selbst: Nein, das kann er nicht. Zum ersten Mal nahm die Bedrohung des anderen eine neue Dimension an. Und Karanew vollführte eine Geste sie so gar nicht zu ihm passte. Krampfhaft schloss er das Tuch bis zu seinem Hals und hielt den Stoff dort fest. Und ja, Rukh hatte recht, er sollte sich schnell etwas an ziehen. So viel wie es nur möglich war. Fünf Lagen wenn es nach ihm ging.
„Geht jetzt raus. Ich will mich ankleiden.“ Verkündete die volle, melodische Stimme die von Karanews Schwester stammen konnte und die ihm jetzt doch gehörte. Sie war seiner so ähnlich, und doch vollkommen anders. Und auch wenn er nicht fiepte so klang die halbe Bitte, der halbe Befehl doch ein wenig panisch. |
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Amalthea Legende


Anmeldedatum: 02.07.2009 Letzter Besuch: 06.09.2010 Beiträge: 1421 Wohnort: Wien
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Verfasst am: Di Feb 09, 2010 7:53 pm Titel: |
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Amalthea musste mehrmals das Gewicht verlagern um halbwegs bequem zu stehen. Ihr Kopf beachtete immer noch das Gewicht eines Busens, eine ausladende Hüfte. Doch dieser Körper kannte dies alles nicht. Hier gab es anderes zu koordinieren und einzubeziehen und darin fehlte ihr definitv die Übung.
Sie höre wie hinter ihr ein Schrank geöffnet wurde, na zumindest tat das Frauenzimmer weiter. Einen Augenblick später spürte die Nomadin, wie etwas gegen ihren neuen Körper prallte. Es war kaum der Rede wert, doch die zarte Frau wankte als sie an ihr vorbei ging und eine Entschuldigung hauchte. Wahrscheinlich war sie über den Teppich gestolpert oder so etwas. Ernsthaft anrempeln wollte sie sie sicher nicht. Dafür war es einfach viel zu schwach ausgefallen. Immerhin war Amalthea nicht einmal geschwankt.
Etwas irritiert warf sie einen Blick über die breite Schulter zurück zum Schrank. War ihrer etwa leer? Nein, eher das Gegenteil war der Fall. Unmengen von Kleidern türmten sich in dem Möbelstück. Unwillkürlich fuhr sich Amalthea über den Arm. Der Stoff ihres Hemdes war von hervorragender Qualität und auch die Kleidungsstücke der Frau schienen reine Handarbeitskunst zu sein. Im Grunde verhielt sich die Reiterin nun komisch.
Sicher, sie war eine Nomadin, den Luxus mehr als zwei Kleider zum Wechseln pro Jahreszeit zu haben, kannte sie nicht. Die Stoffe die sie trug waren zwar auch von guter Qualität und anständig verarbeitet. Doch sie mussten robust und pflegeleicht sein. Zugeschnitten auf tragekomfort und das Reiten. Ästhetik und Weiblichkeit im Schnitt war ihr zwar immer wichtig gewesen, doch Schlussendlich musste der Rock gut über den Pferderücken fallen, weniger um ihre Hüften, das Mieder musste halten, nicht formen, die Hosen trug sie weil es ohne diese im Sattel nicht auszuhalten war, nicht weil sie sich für so unglaublich emanzipiert hielt und meinte es den Männern gleich tun zu müssen. Um es kurz zu machen. Im Grunde, hätte sie zu dem Schrank gehen sollen, sich die Kleider ansehen und den Stoff befühlen. Sie hätte irgendein Gefühl und wenn es so etwas dummes wie Neid gewesen währe, empfinden sollten. Doch tat sie es nicht.
Sie sah diesen Berg an Stoff und dachte nur, Warum zieht sich das eitle Stück nicht einfach was an? Die Kleider sind sauber, von der Größe her wird schon was passen, sie wird nicht frieren. Also was soll das verdammt....., ich habe wirklich wichtigeres zu tun.
Mit diesen Gedanken im Kopf drehte sie sich in Richtung der Anderen, ihr Mund stand schon offen um ihr eben dies zu sagen, doch schloss er sich aus einem anderen Grund nicht. Nersia bückte sich und suchte unter dem Bett wohl nach irgendetwas. Die Art wie ihr Hintern dabei wölbte... Amalthea bekam ihre Lippen zwar wieder geschlossen, doch ihr Blick konnte sich einfach nicht von der Figur der jungen Frau lösen.
Sie war, hübsch. Nun gut, das nahm ihr Geist ganz neidlos hin. Die Reiterin war nie so gewesen, dass sie die Schönheit einer anderen Frau nicht mit Freude betrachten konnte. Sie war mit sich zufrieden, warum sollte sie dann anderen, selbst wenn sie um einiges Attraktiver waren, ihr Aussehen neiden? Doch die Erkenntnis das Nersia wirklich gut aussah.... Zum Teufel!
Sie kam nicht umhin festzustellen, das die Andere an sich einen anderer Typ verkörperte als sie selber. Braunes, langes Haar, absolut makellose Haut. Sie war auch zierlicher als die Nordische, hatte elegantere Linien, doch das war es alles nicht mal. Amalthea war eine selbstbewusste Frau und das umgab sie auch, drückte sich in ihren Gesten aus, in der Art wie sie ihre Schritte setzte, den Kopf drehte oder ihre Mimik spielte. Sie war frei, ungebunden, um es mit Karanews Worten zu sagen - unangepasst. Und sie war…. naja… Lustvoll. So wie ihre Schritte kraftvoll waren, waren sie auch wiegend. Sie liebte ihren Körper und das strahlte sie unterbewusst ständig aus. Und Männer, so blind und taub die Kerle auch sonst waren, merkten das.
Jeodoch dieses Mädchen dort, auch wenn sie in ihrem Alter sein musste, war in gewisser Hinsicht zwar schöner als sie selbst, doch sie strahlte eine Unschuld, eine Zerbrechlichkeit aus, neben der die Nomadin wohl ein wenig wie eine Dirne gewirkt hätte. Auch wenn sie dies ganz sicher nicht war.
Nersia war das Vorzeigemodell einer holden Maid, einer zerbrechlichen Unschuld. Und ihr Anblick , der kurze Moment indem sie sich bückte, reicht um die Nordische vollkommen aus dem Konzept zu bringen. Ihr Verstand nickte Wohlwollend ob der grazilen Schönheit, ihr Körper nickte auch, doch ganz anders zum selben Grund. Das Blut rauschte so schnell in ihren Adern das ihr fast Schwindelig wurde. Und gewisse Kleidungsstücke versprachen eng zu werden. Soviele fremdartige Wahrnehmungen stürmten auf die Frau ein, fast hatte sie das Gefühl sie müsste sich sofort einen Eimer kaltes Wasser über den Schädel schütten.
Im Grunde ein Glück dass das Mädchen sich umdrehte und sie so entsetzt anstarrte. Wie sie ihren delikaten Körper krampfhaft noch enger in das Lacken wickelte, es bis zum Hals hochzog um sich vor ihren… seinen… Blicken zu schützen, beendeten den Spuck erleichternderweise sofort. Nesinas Stimme überschlug sich nicht, doch es war keine Kunst herauszuhören wie schnell ihr Herz im Moment schlagen musste.
Amalthea Lächelte dünn, nickte einmal und bekam schließlich ein herbes „Wir sehen uns unten.“ heraus. Unwillentlich glitt ihr Blick nochmals an dem Körper der Anderen hinunter. Dann drehte sie auf dem Absatz um und schloss hinter sich die Tür. Da sie dabei wieder ihre Kräfte unterschätze, knallte es gewaltig.
Kurz überlegte sie sich die anderen Zimmer anzusehen, doch schließlich trieb es sie zu den Stufen.
Boréas war ihr gefolgt und trottete nun hinter seinem Herrn… seiner Herrin… die Treppe hinunter. Doch auf halben Weg verharrte das Tier notgedrungen, die Nomadin war vor einem Schild an der Wand stehen geblieben. Darüber kreuzten sich zwei Schwerter.....
Eines von ihnen löste sie von der Wand, fuhr prüfend mit dem Daumennagel daran entlang. Im Prinzip erwartete sie eine Schmuckwaffe die den Saal, indem sich die Treppe scheinbar frei schwebend hoch rankte, ein wenig aufwerten sollte. Doch wer auch immer das Haus eingerichtet hatte, wollte wohl eine wahre Waffe an seinen Wänden finden. Die Klinge war scharf, höllisch scharf.
Noch auf der Treppe wog die Frau das Schwert in der Hand, drehte es einmal mit der Rechten und der Linken. Normalerweise währe diese Waffe viel zu schwer für sie gewesen und zu lang obendrein. Abgesehen davon bevorzugte sie einen andern Typ. Doch irgendetwas in ihr freute sich wie ein Kind über das meisterlich gearbeitete Stück in ihrer großen Hand.
Als ihre Füße die letzen Stufen hinter sich gelassen hatten, setzte sie auch schon den ersten Ausfallschritt, lies die Klinge surrend die Luft zerteilen. Wie leicht sie sie führen konnte… unglaublich. Die Übungen die sie kannte gingen ihr mit einer Leichtigkeit von der Hand die ihren Puls hoch trieb. Fast bereute sie es nie den Bogen versucht zu haben wie ihr Bruder, welcher unter die Jäger gegangen war. Jetzt wo kein störender Busen im Weg war…. He Moment mal! Störender Busen? Das war doch Irrsinn!
Die Nordische stand wieder still. Ich bin eine Frau, verdammt noch eins! Eine Frau. Wenn eines störend ist, dann das ich gerade im falschen Leib stecke. Das ich beim Gehen nicht auf meinen Hüftschwung, sonder auf etwas ganz anderes dazwischen Achten muss! Leise murrend glitt ihr Blick über die eigenen muskulösen Arme, die kräfigen Finger entlang und danach über die Klinge darin hinaus weiter.
Nochmals wog sie die Waffe in der Hand. Zumindest dieses Problem war vorerst gelöst. Eines von so vielen. Doch nun konnte sie sich zumindest wieder verteidigen. Und auch das Mädchen. Irgendwie war klar das sie auf Nesina acht geben musste, ob ihr das jetzt passte oder nicht. Das Püppchen war wohl eher ein Klotz am Bein, doch sie konnte so ein Hilfloses Frauenzimmer kaum alleine lassen. Als Frau nicht…. Und als Mann schon gar nicht. |
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NSC Legende


Anmeldedatum: 19.03.2008 Letzter Besuch: 05.09.2010 Beiträge: 4856
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Verfasst am: Di Feb 09, 2010 9:11 pm Titel: |
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Musste dieser Idiot die Tür so zu knallen? Sie konnte den Schlag auf der Haut fühlen. Das ganze Zimmer schien zu beben. „Was für ein Trampel!“ Knurrte er und klang doch immer mehr wie eine sie. Dann drehte er sich ab. Für einen Moment war er ganz froh, dass er nun alleine war. Er lauschte noch bis die Schritte verstummten und entspannte sich dann ein wenig. Doch das Gefühl der Erleichterung dauerte nicht lange an. Jetzt wo es erst mal still wurde, umfing ihn bald ein recht unheimliches Gefühl. Die Stille war drückend und wieder wurde er sich bewusst wie unnatürlich die Umstände hier waren. Beobachtete sie jemand oder bildete er sich das nur ein? Fast glaubte er Augen zu fühlen die von irgendwo her starrten. Ein paar mal drehte er sich urplötzlich um aber nie war jemand zu sehen. So ging er schließlich zum Fenster und sah hinaus. Der See unten mochte der gleiche sein, aber sonst war wirklich alles anders. „Ist das real? Oder doch nur ein Traum?“
Wieder studierte er diese zarten Hände. Sie mochten nie harte Arbeit gleistet haben. Und er musste sich eingestehen das diese Finger wunderschön waren. Als er dann zur Tür schlich tat er das schleichend und vorsichtig öffnete er sie gerade so weit, das er hinaus blicken konnte. Aber auch draußen zeigten sich nur leere Gänge und eine Treppe die hinab führte. Erst nach dem sie einen langen Moment die Ohren gespitzt hatte hörte sie den Mann. Was tat er da? Trainierte er?
Wieder sprang Karanew herum. Wieder suchten diese Tiefgrünen Augen die Wände ab, als hätten sie Augen, aber wieder war da nichts. „Ich werde schon wahnsinnig.“ Hauchte er und bereute es. Wieder war da diese so fremde Stimme die sprach. Wie lange würde es dauern bis er den Klang seiner eigenen Stimme vergessen hatte? Wie lange würde es dauern bis er seine Augen schloss und von sich als Frau dachte und nicht mehr als Mann? Der Gedanke war beängstigend. Einen langen Moment war er so gestanden um dann erneut herum zu wirbeln. Aber da war nur ihre Reflektion im Spiegel. Auf diese ging er nun zu.
In Geschichten zwickten sich träumende immer um fest zu stellen ob eine unwirklich scheinende Situation real war. Karanew zwickte sich nich. Statt dessen ergriff er etwas von dem dichten, brünetten Haar und zog daran. Erst nur leicht, dann fester. Schließlich so fest, dass dem Mädchen im Spiegel erneut die Tränen in die Augen schossen, doch noch hielt er nicht ab. Er zog weiter, noch fester, als könnte er Karanew an ihren Haaren aus dem fremden Körper heraus ziehen. Doch vergebens. Schließlich brach sie zittrig zusammen. „Oh ihr Götter!“ Heulte sie. Es tat so weh! Es tat so weh.
Irgend wann hatte er sich wieder aufgerafft und ohne das Karanew es merkte ging er weitaus natürlicher zu Tür zurück. Erneut lauschte er und wieder klang es nur nach dem Mann der scheinbar noch immer trainierte. „Wahrscheinlich hat er gerade großen Spaß.“ Zischte er. „Wahrscheinlich läuft ihm gerade schon der Schweiß runter und wenns ihm zu heiß wird, zieht er sich einfach das Hemd aus.“ Neidisch sah er wieder an sich hinab und riss sich dann die lächerliche Decke vom Leib. „Na und, dass kann ich auch!“ Ohne eine Waffe in der Hand zu halten führte Karanew einen schnellen Stoß aus. Weiber! Jammern immer so rum. Tun so als als wären sie von Natur aus mit einer Behinderung geschlagen. Pah ich... Sein Kopf kannt die Bewegungen noch, auch wenn sie dem Körper fremd waren. Dennoch kam er mit einer relativ grazielen Bewegung auf einem Fuß auf, führte einen Stoß aus und brachte den Körper ruckartig zum stehen. Soweit so gut, doch nicht alles stoppte so unmittelbar wie sein Kopf. Gewisste Dinge sprangen statt dessen wild umher und das war alles andere als angenehm. Aber noch war es nicht so schlimm. Es war nur so schlimm, dass er nur noch wütender wurde. „Verdammt, ich... ich... ich hasse euch!“ Fauchte er seine Oberweite an und schon gruben sich seine Finger in die eigene Haut. Aber dieses Mal steigerte er den Druck keineswegs langsam. Es war als wollte er die Teile gewaltsam abreißen.
Wieder fand er sich ab Boden wieder. Es war nicht so, dass der Körper weniger Schmerz aushalten konnte. Es war nur irgendwie so, dass er, oder besser gesagt sie, mehr Schmerz empfinden konnte. So kam es ihm zumindest vor. Ob es bei allen Frauen so war wusste er nicht. Vielleicht hatte man in auch einfach nur in ein empfindliches Prinzesschen gesteckt das nie auch nur von einer Mücke gestochen wurde.
Und nun?
Noch ein Mal ging er zum Spiegel. Er zitterte vor Kälte und von dem Nachhall der Schmerzen. Schützend hatte er die dünnen Arme vor die Brüste geschlungen die von innen heraus wild aber zunehmend dumpf pulsierten. Lange stand er so und immer wieder schüttelte er ungläubig den Kopf. Nur langsam zwang er sich dann auch andere Teile des Körpers zu berühren. Die Hüften. Die Schenkel. Den Po. Alles war so anders, fühlte sich so anders an. Es war eine Sache eine Frau anzufassen und das Gefühl zu genießen. Es war etwas anderes eine Frau zu berühren und zu fühlen wie die Hand auf der eigenen Haut lag. Schließlich berührte er auch den flachen Bauch und das was drunter lag. Aber seine Hand ging nicht ganz hinab. Es war als hatte er plötzlich Angst vor jener Stelle die diesen Körper eindeutig weiblich werden ließ. Man konnte fast glauben er meinte diese Stelle würde ihn ganz und gar verschlingen sollte er es berühren. Dann drehte er sich ab und ging zum Schrank. „Ich werde, verdammt noch mal kein Kleid tragen.“
Der Kleiderschrank hatte aber eine andere Meinung dazu. Darin fand sich nur eine Art von Kleidungsstück, davon aber viele Versionen. Es gab nicht mal normale Socken. Dafür aber bergeweise Seidenstrümpfe so dünn, dass man sie sich auch sparen konnte. Würde er nicht so erbrämlich frieren, würde draußen nicht der Dunkelhaarige warten, Karanew wäre lieber nackt geblieben. Schließlich aber gab er auf und zog eins der Kleider heraus. Wie so alle war der Ausschnitt tief und die Taille scheinbar eng geschnitten. Wie eng merkte er aber erst, als er versuchte das Teil zu schließen. Winzige Knöpfe hinter dem eigenen Rücken zu zumachen war nicht etwas, das er gerade Übung drin hatte, aber diese Finger waren geschickter als seine eigenen. Dennoch wollte es nach ein paar Reihen nicht mehr zu gehen. Er dachte noch es war weil das Ding vielleicht nicht für den Körper geschnitten war und nahm ein anderes Kleid heraus, aber wieder stellte sich das gleiche Problem heraus. „Das!“ Hörte er die Frauenstimme in seinen Ohren. „Glaube ich jetzt nicht.“
Etwa eine viertel Stunde Später erschien die zarte, junge Frau draußen. Mit der einen Hand hielt sie den Auschnitt des Kleides oben gegen die Brust gedrückt. Mit der anderen hatte sie die langen Röcke gerafft. Als der Blick des Manns sie trafen wurde Karanew unwillkürlich rot. Ihm war die Situation peinlich, aber die Verfärbung in dem Ausmaß lag einzig und alleine an diesem verdammten Körper. Und warscheinlich würde der Kerl auch noch gleich lauthals lachen. „Lach nicht!“ Knurrte er und funkele den Mann an. Fast hätte er was falsches gesagt aber im letzten Moment fing er sich noch. Der Typ musste wirklich nicht wissen, dass er ein Mann war der in diesem verfluchten Frauenkörper fest steckte. „Hilf mir lieber. Ich bin derartige...“ Ich könnte kotzen! „...Kleider nicht gewohnt. Ich kriege die Knöpfe nicht zu.“ Schlimmer noch war, dass er nun auch die letzte Reihe nicht mehr auf bekam und auch wenn sich der Stoff schon gefährlich spannte so wollte er auch nicht reißen. In einem Kleid gefangen. Wenn das je einer meiner Kumpels erfahren sollte stürze ich mich in mein eigenes Messer.
Das Kinn erhebend drehte er sich um und jetzt überlegte er sich doch, ob er nicht doch die Schuhe oder Stiefel hätte anziehen sollen. Darin wäre er wenigstens nicht so deutlich viel kleiner als der Bursche und außerdem waren seine Füße – nein, die ihren, er kannte kalte Füße ja gar nicht – schon jetzt eisig. |
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Amalthea Legende


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Verfasst am: Mi Feb 10, 2010 6:03 pm Titel: |
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Dunkelbraune Augen verfolgten jede Bewegung des Mannes, doch da nur ein Stückchen tiefer eine lange rosa Zunge aus einem Maul voller Zähne hing und hechelte, fühlte sich Amalthea nicht wirklich beobachtet.
Inzwischen war sie dazu übergegangen, jene Techniken zu versuchen die ihr bisher so grobe Schwierigkeiten bereitet hatten, dass sie diese in einem wahren Kampf nie gewagt hätte einzusetzen. Prinzipiell gingen die ihr nun auch nicht viel leichter von der Hand, schlussendlich war sie keine Kriegerin und so konnte auch ihr männlicher Körper kein Meister auf dem Gebiet sein. Aber alleine die Tatsache das die Muskulatur ihrer Schultern noch nicht ermüdet war, trieb sie dazu weiter zu machen.
Irgendwann begann sie zu schwitzen, es war wohl der fremde Geruch der die Frau dann doch dazu bewog das Schwert zur Seite zu stellen. Sie lies die Fingerknöchel knacken und warf einen Blick aus dem Fenster. Weit war der Tag noch nicht gewandert, doch wo blieb nur diese Nesina so lange? Ein Kleid anzuziehen dauerte nun wirklich keine Ewigkeit. Wie auf Stichwort kam die Frau nun die Treppe hinunter, doch eine erhabene Erscheinung sah anders aus. Sie wirkte irgendwie verloren in dem Kleid, deplaziert. Obwohl ihr ganzer Körper nach solch einem Schnitt zu schreien schien. Sie hielt den Rock etwas mehr gerafft als es Nötig war um nicht darauf zu steigen und so blitzen immer wieder Teile ihrer nackten Beine hervor. Den gerade noch sittsamen Ausschnitt versuchte sie mit ihren Händen noch zu verkleinern und erst jetzt merkte die Nomadin das dies wohl nicht der einzige Grund war, warum Nesina ihre Hände gegen die Brust drückte. Das Kleid war hinten noch halb offen. Was sollte den das jetzt schon wieder?
Amalthea war kurz davor loszulachen, als das Mädchen auch noch feuerrot anlief, doch die überraschend scharfen Worte der Anderen banden ihr die Zunge.
Die Reiterin stemmte die Hände in die Hüften und kam einen langen Schritt auf die junge Frau zu. Es war ein wenig ungewohnt den Blick nach unten zu Richten um mit einer anderen Frau zu sprechen und doch bot es Vorteile. Sie musste sich nur etwas vorlehnen um über die Schulter der Maid ihren Rücken hinunter zu schauen. Das halb offenen Kleid lies mehr als nur ein wenig milchig weiße Haut hervor Leuchten. Nein, nicht schon wieder! Dieser Körper war ja entsetzlich wenn es darum ging eine Frau auch nur normal anzusehen. Entschieden versuchte Amalthea mit ihrer höchstmöglichen Stimme im Geiste einen einzigen Satz ihrem Körper verständlich zu machen - Ich bin eine Frau-
Nesina drehte sich um und offenbarte nun das ganze Problem. Eine buschige Augenbraue hob sich langsam während sich eine grobe Hand ohne zu Zögern auf die schmale Hüfte der Frau legte. Die leichte Rundung fühlte sich, gut an. Schon seltsam.
Die Finger des Mannes zogen am Stoff , ein resignierendes Seufzen folgte dem nicht gerade sachten Versuch. “Sagt mal was tragt ihr sonst für Kleider? Ihr habt ja alles verknüpft und abgesehen davon…. Wenn mich nicht alles täuscht gehört da ein Korsett drunter.”
Schnell schoss ihr ein Gedanke durch den Kopf, sie hatte als Frau selbst nie so ein einengendes Ding getragen, doch sie wusste schlicht wie es funktionierte und Mieder trug sie auch. Doch ein Mann…. Die Kleine sollte nun wirklich nicht erfahren das sie eigentlich eine Frau war, die in diesem inzwischen schon verdammt herb riechenden Körper gefangen war. Plötzlich schoss ihr, was wohl ein ganz bestimmter Kerl gesagt hätte an ihrer Stelle “Zumindest trugen die Frauen, die ich immer ausgezogen habe welche unter solchen Schnitten.” Es kam ihr schneller über die Lippen als sie hätte drauf beiße können. Nun gut, was sollte es auch?
Brummend machte sie sich wieder an den Knöpfen zu schaffen, sie versuchte wirklich nicht grob zu sein, doch das Püppchen schwanke schon unter dem geringsten Druck. Sie fluchte leise, doch durch die tiefe Stimme klang es so eher bedrohlich denn unterdrückt. Mit diesen grobschlächtigen Fingern war einfach nicht zu arbeiten! Wie hatte es Apollo nur geschafft die Lederzügel damit zu flechten? Obwohl sie ganz leicht an die Knöpfe herankam, bekam sie sie weder auf noch zu.
“Na schön, es bleibt wohl nur ein Weg euch da raus zu kriegen.” Der Stoff war wirklich vortrefflich von der Qualität und sehr gut verarbeitet, trotzdem gab er unter diesem typischen, reißenden Geräusch nach, als Amalthea mit Nachdruck zu Werke ging. Kleine Knöpfe sprangen munter über den Marmorboden.
“Und nun beeilt euch lieber, wir haben nicht den ganzen Tag Zeit für diese Kindereien.” schnell packte sie ihr eigenes Handgelenk, hätte sie nicht aufgepasst, sie war kurz davor gewesen Nesian auf den Allerwertesten zu klopfen im Gehen. Sei versteckte diese Geste noch bevor die Frau sie bemerken konnte und griff wieder zum Schwert. Dieser verdammte Körper sollte nicht schon wieder auf Ideen kommen.
Geschmeidig führte sie den ersten Stoß, kam sich duckend in eine Drehung und wechselte dabei flüssig die Schwerthand. |
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NSC Legende


Anmeldedatum: 19.03.2008 Letzter Besuch: 05.09.2010 Beiträge: 4856
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Verfasst am: Mo Feb 15, 2010 3:25 pm Titel: |
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Es war alles so… Argh!... schrecklich falsch. Er sollte hier nicht stehen und nach oben blicken müssen. Es sollte sich vor allem nicht fragen müssen wo dieser Kerl hin starrte, wenn er über seine Schulter hinweg sah. Verdammt, all das was so schrecklich schwul! Wobei es das ja auch irgendwie nicht war, zumindest nicht für diesen dunkelhaarigen Mann, denn der hatte ja keinen Kerl vor sich, so wie er, sondern irgendein williges Weib das vermutlich gerade den Eindruck vermittelte es würde umfallen wenn auch nur ein Windhauch zu stark wehen würde. Eigentlich wusste er nur nicht, wie er sich noch so unter Kontrolle hatte. Aber es fehlte wirklich nicht viel und er würde doch noch wie eine Irre zu kreischen anfangen. Oh ja, das war etwas in diesem Körper das ganz außerordentlich zu einer hysterischen Reaktion neigte.
Der Körper war ihm fremd und er war erschreckend empfindsam was vieles betraf, angefangen von dem fast schon kühlen Gefühl des feinen Stoffes auf der Haut bis hin zu dem kalten Boden unter den Füßen, aber dennoch fühlte sich der Körper auch unwirklich real an, gar nicht so als ob er erst heute darin erwacht war. Als er dann aber die Hand des anderen auf der Hüfte fühlte wurde er sich plötzlich erst so recht darüber bewusst wie weiblich jene nun geformt war. Es war als würde der Mann den Umstand ihm erst so recht unter die Nase reiben.
Sollte ihm jetzt nicht Gift und Galle hoch kommen? Immerhin wurde er gerade so angefasst wie ein kleines unnützes Weib mit dem man halt so umgehen konnte. Aber nein, welchem Miststück der Körper vorher gehört hatte, hätte das wohl richtiggehend genossen! Es war frustrierend, seine Situation wurde aber von Moment zu Moment schlimmer. Das er mal in einem Kleid stecken würde war schon schlimm genug, aber welcher Gott oder Dämon ihm das auch angetan hatte fand offensichtlich das es noch lange nicht schlimm genug war. Nein, nein, nein, verdammt nochmal. Ich werde kein Korsett tragen! Er musste sich bemühen das nicht lauthals heraus zu brüllen. Denn so entschlossen er auch war, wusste er das er gar nicht so viel Wahl hatte. Schon jetzt zitterte dieser empfindliche Körper vor Kälte und er glaubte fast fühlen zu können wie sich seine Blase am entzünden war. Er musste dringend etwas anziehen.
„Ich bin… unter anderen Umständen aufgewachsen.“ Erklärte er schließlich ausweichend. Dann wurden seine Augen weiter und die gefühlte Gefahr die von dem Kerl ausging wuchs weiter. Was wollte er damit wohl sagen? Ging es ihm nur darum klar zu stellen wie Potent und erfahren er war oder was? Und warum verdammt zerrte und riss er nur so an ihr herum? Als es dann auch noch riss konnte er sich ein hohes quieken nicht verkneifen. Eigentlich war er gar nicht so erschrocken, aber der Körper machte irgendwie einfach was er, oder besser gesagt sie wollte.
Sie war schon ein paar Schritte gegangen als er doch noch inne hielt und zurück sah. Der Kerl kam ihm ein wenig ungeschickt vor, aber dennoch war es eine Freude ihm zuzusehen. Die Bewegung sprudelten nur so vor Kraft. Irgendwie war es ihm vorher nie wirklich so aufgefallen welchen Ausdruck von Macht ein Mann bei so etwas entfalten konnte. Das dieser Eindruck auch mit seiner momentanen Situation zu tun haben konnte kam Karanew nicht in den Sinn.
Sein entblößter Zustand, die gefühlte Kälte und die Nähe zu dem Mann waren eigentlich alles Umstände die Karanew drängten seinen Worten Folge zu leisten, aber statt dessen stand er nur einen Moment lang da und starrte den anderen an. Erst als jener inne hielt und sich ihm zu drehte erwachte er scheinbar aus seiner Starre. Nicht zum ersten Mal an jenem Morgen fühlte er recht deutlich Angst. Nie zu vor war eine Situation ähnlich unbekannt gewesen, ähnlich verwirrend und verworren.
„Ich äh…“ Wieder brach er ab, als er seine, so fremdartige Stimme vernahm. „Ich wollte euch etwas fragen.“ Irritiert stellte er fest, dass er verunsicherter klang als er es wollte. „Ich meine, woher weiß ich, dass ihr auch ein Opfer von all dem hier seid, wie ich?“ Eigentlich wollte er nur dem unvermeidlichem aus dem Weg gehen und nicht in das Zimmer zurück kehren wo dieser verfluchte Kleiderschrank auf ihn wartete. „Woher weiß ich, dass ihr euch nicht einfach einen Spaß mit mir erlaubt?“ Suchend lag sein Blick in den Augen des Mannes. Wusste der Kerl vielleicht doch, wer er in Wirklichkeit war? „Ich meine… ihr wirkt nicht mal verunsichert auf mich. Ihr wirkt so… als wäre all das hier normal. Ihr wirkt so… sicher.“
Hatte er das gerade gesagt? Verdammt, jetzt klang er auch schon wie eine Frau. Noch schlimmer war, dass er so fühlte, wie er glaubte dass eine Frau fühlen würde. Er fühlte sich tatsächlich verloren, verunsichert und verwirrt. Vor allem aber wollte er sich nicht in das Korsett stecken lassen. Abgesehen davon wusste er nicht mal ob er es anziehen konnte, vor allem nicht alleine. Aber darüber wollte er im Moment gar nicht nachdenken. |
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Amalthea Legende


Anmeldedatum: 02.07.2009 Letzter Besuch: 06.09.2010 Beiträge: 1421 Wohnort: Wien
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Verfasst am: Mi Feb 17, 2010 12:30 am Titel: |
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Unter andern Umständen aufgewachsen? Warum war Amalthea als ob das Mädchen sie gerade anlog? Die Hände der jungen Frau sahen nicht so aus als ob sie jemals für ihr Brot arbeiten musste. Makellose, helle Haut an den schlanken, feingliedrigen Fingern. Die langen Nägel alleine sprachen schon davon das sie gewiss keine Bauerntochter war oder sich als Schankmagd verdingen musste. Selbst Frauen die Waren auf Märkten feil boten trugen Zeichen der Arbeit. Nicht so ihr Gegenüber.
Ihr hohes aufquitschen war nicht gerade Musik, doch zumindest schien sie nicht weiter herum diskutieren zu wollen. Amalthea beschäftigte sich also wieder mit dem Schwert, damit sie sich nicht weiter mit dem Leib der anderen zu beschäftigen hatte. Dieser männliche Körper reagierte doch recht heftig auf jede unachtsame Geste welche die Frau setzte. Es dauerte etwas bis die Nordische bemerkte das die Andere sie beobachtete und schließlich auch noch fast verlegen zu sprechen begann.
Die Reiterin zog eine Augenbraue hoch, ein helles Geräusch begleitete das Absetzen ihrer Schwertspitze auf dem Marmorboden. “Ihr könnt mir wohl einfach nur glauben schenken. So wie ich euch auch.” Für die Dauer von drei oder vier Atemzügen sah sie die junge Frau nur an “Der Tag schreitet voran, beieilt euch ich werde nicht lange auf euch warten.” Damit machte Amalthea das sie aus dem kleinen Saal kam. Zumindest konnte sie nun etwas nützliches tun. Hier irgendwo musste es doch eine Küche geben?
Sie wurde auch fündig, Nahrungsmittel gab es hier für eine ganze Sippe genug. Sie fand ungemahlenes Getreide das vielleicht später zum Brot backen verwendet werden sollte und schöpfte einige Handvoll auf den Boden, erst als der Hund den Kopf zum Boden neigte kam ihr in den Sinn wie dumm das war. Boréas nahm ein Maul von des angebotenen Futters, doch sein neuer Körper schien ihm ebenfalls Schwierigkeiten zu machen. Amalthea griff mit einem komischen Gefühl nach etwas geräuchertem Fleisch, wohl auch für einen Hund nicht ideal, doch frisches Fleisch war zumindest auf Anhieb nicht zu finden. Ihr Hengst roch daran und offenkundig angewidert schüttelte er den Kopf, nur um danach noch mal daran zu riechen und danach so gierig danach zu schnappen das er dem Mann fast die Finger abbiss. Verdammt, scheinbar lebte man sich schnell in einen neuen Körper ein, ja, sie selbst hatte sich schon ein wenig daran gewöhnt und hielt sich bereits anders. Fluchend griff sie nach einem herumliegenden Messer und steckte es sich in den Gürtel. Auf ein Tablett warf sie Brot, Käse und Räucherfleisch. Ein Krug Wasser kam dazu sowie einige Äpfel. Die Nordische kehrte zu den Stufen zurück und begann dort erstmal zu Essen. Sie hoffte mal einfach die Andere hätte etwas passendes gefunden, sie wollte endlich wissen wie diese Insel geschaffen war, wollte sehen wo sie gelandet waren. Ihre Gedanken drehten sich eher düster um das Thema ob sie einander wirklich Vertrauen konnten, was hier nur geschehen war. |
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NSC Legende


Anmeldedatum: 19.03.2008 Letzter Besuch: 05.09.2010 Beiträge: 4856
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Verfasst am: Do Feb 18, 2010 4:31 pm Titel: |
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Es war so frustrierend! Wäre er noch immer er selbst, er hätte wohl den Kerl einfach am Gehen gehindert. Wäre der Typ eine Frau wie Amalthea, dann hätte er wohl einfach ihren Arm ergriffen und sie gezwungen einfach mal da zu bleiben. So aber ersparte er sich lieber erst mal die Demütigung mit gerissen zu werden. „Vertrauen.“ Hauchte diese für seine Gewohnheit relativ hohe Stimme als der Andere weg war. Es hatte schon auf mehr gehofft als nur dieses Wort. Eigentlich hatte er ja versucht sich noch ein wenig Zeit zu kaufen, aber in der Angelegenheit war er wohl der einzige. Nun blieb ihm nichts anderes übrig als in das verfluchte Zimmer zurück zu kehren und sich der Kleidung zu widmen. Und wenn er an den langen Blick des dunkelhaarigen dachte wurden auch seine Schritte schneller. Der Typ wirkte aber auch wie ein hungriger Wolf. Karanew wusste wie er auf andere Menschen wirken konnte, aber er war der Meinung das er im Vergleich zu dem anderen wahrlich zahm erschien. Außerdem war da noch etwas anderes. Jetzt wo er wieder alleine hier stand fühlte er es wieder. Diese unheimlichen Blicke. Dieses Gefühl alleine zu sein, und man war es doch nicht…
Erst in „ihrem“ Zimmer ging es wieder mit ihm durch. Verflucht. Er wollte das nicht! Er war ein Mann! Er war kein dummes Weib das man in ein hübsches Kleid stecken konnte! Er würde diese lächerlichen Schuhe nicht anziehen, und schon gar nicht diese unnützen Seidenstrümpfe! Er würde seine Bewegungsfreiheit nicht für eine reduzierte Taille opfern oder…
Der Anfall von Wut war irgendwie anders als seine sonstigen Ausbrüche. Wieder mischten sich Tränen mit hinein. Mehr aus Gewohnheit ließ er die Faust aufs Holz des Schrankes krachen und stellte erneut fest, dass es keine gute Idee war. So saß er einen Moment lang Wimmernd in den Resten des ruinierten Kleides am Boden ehe ihm ein spezieller Satz in den Kopf zurück kam. Der Kerl würde nicht lange auf sich warten lassen und er war nun wirklich nicht gerade scharf darauf weiter halb nackt vor ihm herum zu tanzen.
„Reiß dich zusammen.“ Murmelte er. „Bist du ein Mann, oder was?“ Er dachte angestrengt nicht darüber nach, wie er das eigentlich beantworten musste sondern ging zu dem Schrank zurück und zog sich erst mal ungeschickt eins der hauchdünnen Unterkleider über. Darauf hatte er zuvor verzichtet aber nun erschien es ihm unabdingbar. Es war knapp geschnitten, bedeckte wirklich nur das allernötigste und lag wie eine zweite, kühle Haut auf dem Körper.
Wieder sah er eher zufällig in den Spiegel. Wieder wirkte dieser Körper so fremd auf seine Augen und doch musste er sich eingestehen, dass „Sie“ ausgesprochen hübsch war. Es war schwer die richtige Balance zwischen weiblichen Kurven und klaren, geraden Linien zu finden, als das frauliche mit dem Mädchenhaften zu verbinden, aber wenn es nach seinem Geschmack ging, dann war das Kunststück in diesem Leib recht gut geglückt. Gut, der Körper war noch immer absolut nutzlos, aber er war schön. Sehr schön sogar. Begehrenswert war wohl das Wort. Sollte er vielleicht sogar froh sein, dass es nicht schlimmer gekommen war?
Zumindest eins beschloss er nun. Zum zu lungern und zu heulen half nicht weiter. Er konnte dem Kerl nicht trauen, aber noch weniger dem Ort hier. Insgeheim befürchtete er, dass der Bursche der Herr des Hauses war und er mit ihm sein perverses Spielchen spielte. Aber wie konnte er ihn überführen? Ja, anstatt sich gegen die Kleidung zu wehren, sollte er da nicht viel lieber versuchen einen Weg zu finden, wie er wieder hier heraus kam? Er war in die Falle gefallen. Also musste es auch einen Weg nach draußen geben. Und wo, verdammt war Amalthea?
Es war jetzt nicht so, dass er sich mit der Situation abfand. Aber er akzeptierte es für den Moment. So kam es auch, dass die vermeintliche Frau weitestgehend angezogen war, als „sie“ das Zimmer verließ und den dunkelhaarigen davor auf der Treppe mit etwas zum Essen vor fand. Karanew hatte die praktischsten Stiefel ausgewählt die der Kleiderschrank her gab und die dicksten Seidenstrümpfe, auch wenn der Unterschied da wohl eher im Bereich des Gefühlten lag. Auch das Kleid das den Körper nun umspielte war verhältnismäßig praktisch. Nein, eigentlich war es wohl nur auf einem Adelsball praktisch, aber wenn man die Auswahl bedachte so hatte es noch etwas entfernt praktisches. Dieses Mal hatte er erst gar nicht versucht das gute Stück hinten zu schließen. Dennoch war der Auftritt ein gänzlich anderer. Kühl, beherrscht und scheinbar selbstsicher betrat er nun diese „Bühne“. Er würde das schon irgendwie packen.
„Helft ihr mir bitte mit dem Verschluss?“ Bat diese irgendwo doch recht angenehme Stimme den Mann. „Und dieses Mal bitte ohne das Kleid zu zerreißen.“ |
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Amalthea Legende


Anmeldedatum: 02.07.2009 Letzter Besuch: 06.09.2010 Beiträge: 1421 Wohnort: Wien
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Verfasst am: Do Feb 18, 2010 7:49 pm Titel: |
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Amalthea biss krachend in einen der frischen Äpfel, ein wenig Saft rann ihr aus dem Mundwinkel über das Kinn. Mit dem Handrücken wischte sie ihn weg und spürte wieder das Kratzen ihres Bartes. Sie hielt kurz im kauen inne und betrachtete die eigene, grobe Hand. Die Haut war von der Sonne gebräunt, vereinzelte schwarze Haare -zierten- den Handrücken, allgemein wirkte die Haut viel robuster, widerstandsfähiger, ledriger als die welche sie gewohnt war. Im Grunde war sie in mehrere Hinsicht in das Gegenteil ihres eigentlichen selbst verwandelt worden.
Sie schluckte und versuchte aus der Erinnerung heraus, das Bild dieses männlichen Körpers, welches ihr der Spiegel gezeigt hatte, mit dem Aussehen ihres Zwillingsbruders zu vergleichen. Wenn die Absicht dieses Zaubers, und das war es zweifelsohne, gewesen währe sie einfach nur in ihr männliches Ich zu verwandeln, in das was sie als Sohn statt als Tochter geworden währe, dann war er nach hinten losgegangen. Apollo war für einen Mann nicht übermäßig hoch gewachsen, ihr neuer Körper Maß aber wohl sogar noch eineinhalb Spannen mehr als zum Beispiel Karanew. Ihr neues Haar war schwarz wie Kohle, ihre Augen dunkel und alles im allem drückte sich in ihrer Stimme, in der Körperhaltung die dieser Leib verlangte, ja sogar in dem Geruch den er verströmte etwas derbes aus. Lag es daran das sie es als Frau gewöhnt war Kopf und Schultern so zu halten das man ihr eher Respekt entgegenbrachte als wenn sie sich Unterschwellig zart und verletzlich gab, wie viele andere Weiber? Das sie ihren Stolz hatte. Mochte es auch daran liegen das sie ihre Schritte immer mit Kraft und Selbstvertrauen gesetzt hatte, sodass dieser Körper nun von ganz alleine Ausstrahlte das sie auch anders konnte, das sie nicht zu Unterschätzen war? Sollte dieser muskulöse Mann ihr Innerstes Verkörpern?
Nein, das war Absurd. Das alles mochte nur ein Teil ihrer Persönlichkeit sein, doch im Grunde war sie doch eine weiche Frau die gerne half und sich kümmerte. Offen, lebenslustig und auch sinnlich. Unwillentlich sah sie an sich herab. Im Prinzip. Sie streckte ein Bein vor, schielte kurz ihren Rücken hinunter, war das doch ein Kerl den man ganz gerne Näher kennen lernen wollte. Zumindest um mal zu sehen ob charakterlich auch was dabei war mit dem man einige Zeit lang seinen Weg teilen konnte. Und wenn sie recht bedachte, auch wenn die Stimme sehr ungewohnt war, sie würde sicher auch einen wohlklingenden Bass abgeben wenn man sang. So wie der ihres Vaters vielleicht. Und das gefiehl ihr.
Die Nordische hatte sich eben wieder normal hingesetzt und biss erneut von dem Obst ab, als sie hinter sich Schritte hörte. Konkret, sie hörte einen Schritt der den Teppich verpasst hatte. Absätze auf Steinboden.
Sie drehte sich erst um als die andere Frau sie ansprach, das tat sie während sie aufstand. Ihr Blick glitt über die Spitzen heller Stiefel die gerade so unter dem Saum eines lindgrünen Kleides hervor lugten, bis zu einer elegant geschwungenen Taille wo er erst mal unwillentlich kleben blieb. Den Weg bis zum Hals versuchte die Reiterin in einem Rutsch hinter sich zu bringe, nicht das sie etwas für sei vollkommen natürliches sah und darauf für ein Weib ziemlich unnatürlich reagieren konnte.
War die junge Frau vorhin nur hübsch erschienen, wirkte sie jetzt schön. Vielleicht sogar schöner als die meisten Frauen die Amalthea, inklusive sich selber, bisher gesehen hatte. Es lag gar nicht so an dem Kleid. Es war immer noch ein Traum den viele Mädchen wohl träumten, fließender Stoff der die gewünschten Kurven betonte, anderes vielleicht kaschierte. Ein Schnitt der so nebenbei die Figur ins beste Licht setzte ohne dabei diese schrecklich engen Korsette brauchen zu müssen. Die Farbe passte perfekt zu ihrem Haar und den Augen. Lies ihre Haut hell und verletzlich wirken, aber nicht krank oder fahl. Doch was wirklich den Unterschied machte, war die Art wie sie sich nun hielt, wie sie sprach, wie sie Amalthea ansah. Nein, das Reh war kein Wolf geworden, immer noch wirkte sie so zerbrechlich, anmutig und auch immer noch etwas verängstigt. Doch sie hielt nun den Kopf so wie ein Weib mit Selbstachtung den Kopf tragen sollte. Sie sprach nun klar, verschleierte ihre Nervosität mit kühlen Augen.
Amalthea war so von ihrem Anblick gefangen, auch wenn sie dastand als währe ihr das Weibstück sogar nackt egal, dass sie den Rest des Apfels in guter, alter Gewohnheit Boréas zuwarf, der sich neben der Treppe niedergelassen hatte. Es mochte nur jemanden auffallen der sich mit Pferden auskannte, oder mit Hunden. Aber er sprang auf wie ein Hengst, jagte dem Stück Obst nach wie ein Rüde , biss auch so hinein, schüttelte es kurz, nur es daraufhin doch zu fressen wie ein Tier das keine Zähne für Fleisch sonder für Pflanzen hatte. Und das süßes Obst wirklich gerne mochte.
“Ihr wolltet doch aus dem Ding heraus oder irre ich da?” war ihre eher geknurrte Antwort bevor sie zu Nesine trat, die sich ohne weitere Bitte umdrehte. Sie tat dabei vielleicht nicht die Gesten die Amalthea oder eine andere Frau womöglich gesetzt hätte. Wie zum Beispiel die eine Hand auf die Gegenüberliegende Hüfte zu legen, oder in den Nacken. Doch wie jede andere auch, egal ob Fräulein , Magd oder Dirne. Ihre Hüften taten diese so eindeutig weibliche Bewegung, dieses fließen das ihnen allen angeboren war. Die Nomadin atmete einmal lautlos durch. Keine Mätzchen, Ja? Der Gedanke galt ihrem Körper.
Die groben Finger strichen das seidige, braune Haar über den Nacken aus den Rücken. Unabsichtlich streiften ihre von Hornhaut rauen Fingerkuppen die weiche Haut der jungen Frau. Zumindest bedeckte ihr Haar nun den Großteil ihres Busens, denn auch wenn Amalthea bewusst nicht hinsehen wollte, sie war nun mal um einiges Größer als das Mädchen, sie sah von hinten einfach hin. Konzentriert musterte sie statt dessen die Schließen des Kleides. Mit ihren eigenen Fingern hätte sie selbige in wenigen Atemzügen geschlossen, so dauerte es etwas länger. Teilweise musste ihr Gegenüber die Luft ziemlich scharf einziehen das dieses Kleid auch ohne einschnürende Unterwäsche zuging. Doch schlussendlich war es geschafft,
“Fertig” erklärte sie unnötiger Weise. “Und nun lasst uns endlich gehen.” Amalthea bückte sich zu dem Tablett, nahm den letzten Apfel davon herunter und warf ihn der Anderen zu, noch während sie sich wieder aufrichtete. Der Hund spürte den Aufbruch und kam näher heran, stieß mit dem Kopf nach den Oberschenkeln des Mannes.
Kurz musterte die Nordische das zarte Geschöpf in dem lindgrünen Kleid nochmals, doch dieses mal war es wirklich die Frau die ihre Überlegungen lenkte und nicht … andere Dinge. “Was meint ihr? Sollten wir erst hier im Haus weitersehen?” Möglich das sich noch Hinweise fanden. Sie klang fast ein bisschen gereizt, so als fragte sie nur aus gezwungener Höflichkeit, auch wen dem nicht so war. “Sagt, unter welchen Umständen seit ihr aufgewachsen? Könnt ihr euch zumindest ein wenig verteidigen?” Das sie nicht aus reichem Hause war, hatte wohl ihre Äußerung zu dem Kleid enthüllt, dann hätte sie unter Umständen vielleicht ein wenig Fechten können. Es war auch nicht gängig aber zumindest geringfügig verbreitet. Vielleicht auch nur um ein wenig Eleganz und Figur zu formen.
Für ein Mädchen das sich ihren Lebensunterhalt irgendwie, natürlich auch tugendhaft, verdienen musste und das so vielleicht was aufgeschnappt haben könnte wirkte sie zu… unversehrt. Eine dumme Beschreibung, nicht mal wirklich treffend, doch in ihren Augen drängte sich der Begriff auf. Im schlimmsten Fall war sie eine Bürgerin, dessen Vater oder Mann reich genug war um ihr alles an niederen Arbeiten zu ersparen aber zu arm um auf allzu großen Fuss zu leben. Dann waren ihre einzigen “Waffen” wohl ihre Tränen und ihre Zartheit, die geradezu danach schrie geschützt zu werden. |
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NSC Legende


Anmeldedatum: 19.03.2008 Letzter Besuch: 05.09.2010 Beiträge: 4856
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Verfasst am: Mo Feb 22, 2010 5:30 pm Titel: |
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Karanew kam schlichtweg nicht darüber hinweg wie wiedernatürlich die Situation in seinen Augen war. Hier stand er und wurde von einem anderen Mann auf eine Art begafft, die ihm so gar nicht gefiel. Ihm kam das ganze eigentlich nur ziemlich schwul vor, wenn da nicht, nun ja, wenn da nicht dieser Körper wäre und der arme Teufel eben nicht glauben würde, dass er eine Frau anstarrte! Er knirschte leise mit diesen makellosen Zähnen während er verharrte und die Scham ertrug in ein Kleid gesteckt zu werden, das an ihm wohl auch noch richtig gut aus sah. Oder an ihr. Oder wie man auch immer von seiner jetzigen Situation denken wollte.
Wer war der Typ überhaupt? Und was war mit seinem seltsamen Köter los? Karanew kannte weder Hunde noch Pferde sonderlich gut aber auch ihm kam das Verhalten des Tieres reichlich merkwürdig seltsam vor und so legte er den Kopf schief und auf seiner glatten Stirn formten sich einige tiefe Falten. Dass der fremde Mann tief durch atmete konnte er nicht sehen, aber dieser weibliche Leib schien es deutlich zu fühlen. Zuvor hatte er ein Ausatmen nie so klar auf der Haut gefühlt wie jetzt und Karanew konnte sich nur zu gut vorstellen was der Mann wohl empfinden musste. Außer er spielte ihm nur war vor, dann musste er glauben ein williges Weib vor sich zu haben das nur darauf wartete sich an seinen Hals zu schmeißen und noch dazu hatte dieser Körper wohl so alles zu bieten das jeden Mann in den Wahn treiben würde. Kurzum – eine Frau die das hatte, in dem er nun steckte, musste seiner Überzeugung nach glücklich sein. Nur war er nicht glücklich. Er fühlte sich bedroht.
Und der andere tat sein Bestes um die Angstgefühle noch zu vertiefen. Schon der Atemhauch hatte eine Gänsehaut auf der haarlosen Oberfläche dieses Leibes verursacht und die rauen Fingerkuppen jagten ebenfalls Gefühle über ihn hinweg, die er so nicht kannte, und eigentlich auch nicht kennen lernen wollte. Aber der Mann spielte offensichtlich gerne mit ihr. Eine halbe Ewigkeit verging bis sich das Kleid endlich hauteng um diese weibliche Figur geschlossen hatte und zumindest halbwegs das bedeckte, was bedeckt gehörte. Karanew konnte nicht anders als sich halbwegs wieder wie ein Mensch zu fühlen. Zumindest war er nun nicht mehr nackt. Das Gefühl des Kleides trug zwar nicht gerade dazu bei das Gefühl der Weiblichkeit zu verdrängen aber wenigstens fror er nun nicht mehr und er fühlte sich nun auch nicht mehr ganz so verletzlich.
Die Fragen die man ihm dann stellte hatten es ebenso in sich. Sollte er nicht vielleicht doch eingestehen was Sache war? Immerhin hatte der andere ja auch durchblicken lassen, was mit ihm passiert war. Aber dann entschloss er sich dagegen. Das Ganze war einfach zu absurd. Und auch wenn sein Blick nun irgendwie sachlicher war, empfand Karanew seine Gegenwart noch immer irgendwie als Bedrängung: „Wie ich aufgewachsen bin, geht euch gar nichts an!“ Schnaubte er deswegen auch. Derweil fragte er sich schon, welche Gedanken der Typ wohl wirklich hatte. Er wusste wie er denken würde, aber auch wenn Frauen immer das Gegenteil behaupteten waren Männer nicht wirklich alle gleich.
Es lag wohl daran, dass diese Hüften einfach so einladend geschnitten waren, aber ohne das er es merkte fanden seine Hände ganz von alleine dorthinauf während er sich noch Gedanken um die Motivation des anderen machte. Erschrocken löste er diese aber schnell wieder, als ihm gewahr wurde was er tat. Was würde als nächstes kommen? Würde er beim gehen mit den Hüften wackeln? Statt dessen hielt er dem Mann seine Finger hin. „Sehen die so aus als könnte man damit kämpfen?“ Fragte er ein wenig ungehalten. „Und wenn ich…“ …vorher ein Krieger gewesen wäre… Eine Grimasse schneidend sagte er statt dessen nach einer kleinen Pause: „… eine Amazone vorher gewesen wäre, ich könnte jetzt doch kein Schwert mehr heben!“
Er, sie, es – was auch immer er nun war – er schnaubte. Doch dann kam ihn, dass ihn ein gar zu hilfloses verhalten vielleicht doch nicht zu gut tat und er ruderte hastig ein wenig zurück. „Aber ich kann mich schon ein wenig wehren. Ich bin nicht hilflos. Mit einem Messer werde ich schon noch gut genug umgehen können um mir irgendwelche übereifrigen Kerle vom Leibe zu halten.“ Trotzig und provokant schob er sein Kinn vor und funkelte zu dem Mann auf der trotz der Stiefel noch immer ein Stück größer war und sichtlich seinen Vorteil auch zu genießen schien. Die weichen Hände formten sich zu kleinen Fäusten und Karanew spannte sich - zumindest versuchte er das, aber dieser Körper hatte einfach nicht die Muskeln um ihn ein Gefühl von Stärke zu vermitteln. War er wirklich diesem Fremden ausgeliefert?
Nein, nein, nein! Noch wollte er sich nicht dem Gefühl der Hoffnungslosigkeit hin geben. Er wollte kämpfen. „Ich weiß nicht, was wir hier finden können. Bisher fand ich nichts anderes als Kleidung und Puder und Rüschen. Ich würde gerne sehen wo ihr erwacht seid, wenn es recht ist.“ Jetzt erst biss er von dem Apfel ab und kaute vorsichtig darauf herum. Schmeckte er Gift heraus? Ohne nachzudenken übernahm er die Führung. Schon eben war ihm bewusst geworden das er in dem ungewohnten Schuhwerk irgendwie anders lief. Dieser Körper bewegte sich eh ganz anders als er es gewohnt war, nun aber war es noch schlimmer. Das Kleid saß eng und als er an sich hinab sah konnte er auch aus der Position erkennen, dass der Stoff andeutete, welche Bewegungen seine – nein – diese vermaledeiten Hüften darunter machten. Starrte ihn der Mann in etwa wieder an? Urplötzlich hielt er inne und drückte sich mit dem Rücken an die Wand des Ganges. „Geht ihr doch voraus.“ Schlug er plötzlich vor. „Und erzählt mir etwas. Zum Beispiel vorhin, da habt ihr einen Namen gerufen. Wen habt ihr da gesucht?“
Zuletzt bearbeitet von NSC am Mi Feb 24, 2010 4:32 pm, insgesamt einmal bearbeitet |
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Amalthea Legende


Anmeldedatum: 02.07.2009 Letzter Besuch: 06.09.2010 Beiträge: 1421 Wohnort: Wien
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Verfasst am: Di Feb 23, 2010 1:13 pm Titel: |
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Das die junge Frau gerade dabei war sich in Widersprüche zu verwickeln, ging dummerweise an Amalthea , nein, es ging dummerweise an Rukh vorbei. Die Andeutungen von „Vorher gewesen währe“ hätten sie Lunte riechen lassen müssen, doch irgendwie war die Nordische gerade nicht in der Lage ihre Gedanken nach dem gewohnten Muster ablaufen zu lassen.
Noch vor wenigen Stunden, hätte sie ihren wild hin und her springenden Gedanken mühelos folgen können. Mehr noch, sie währe ohne weiteres dazu in der Lage gewesen sie gezielt auseinander und wieder zusammenzutreiben, sie in mehrere Richtungen laufen zu lassen und gleichzeitig hätte sie ihrem Gegenüber lauschen können, Boréas im Auge behalten und ohne ein Problem weiter essen. So aber, nach dieser vermaledeiten Verwandlung, war sie gerade mal fähig sich auf zwei Sachen nebeneinander zu konzentrieren. Erstens zu überdenken was jetzt wirklich zu tun war und zweitens, die dunklen Augen von jener Stelle der jungen Frau zu nehmen, die gerade da ihre feingliedrigen, hellen Hände protestierend abgelegt hatte.
Unwillentlich schmunzelte sie, doch ein wenig aufsässig die Kleine. Wortlos lies sie das Mädchen an sich vorbei und heftete ihren Blick sofort an die Tür. „Wie ihr wollt.“ wieder kam es mit diesem Unterton aus ihrem Hals der so derb klang. Aber egal, inzwischen hatte sie schon dreimal durchgezählt wie viele Zieranschläge auf dem offenen Türflügel angebracht waren. Ha! Diesesmal hatte sie diesen verdammten Körper überlistet, doch zu früh gefreut. Nesine drückte sich plötzlich an die Wand und gab die Führung ab. Sie stützte die Hände dabei neben den Hüften auf. Verdammt, dieses dumme Weibsstück! Wusste sie nicht was die logische Konsequenz war wenn sie die lockenden Hüften und die Unterarme gegen den Gang presste und den Rest nicht?
Sie konnte ihren Blick nicht schnell genug einfangen und riss ihn danach wohl recht deutlich wieder los.
„Dame wart ihr zumindest keine.“ Amalthea lachte kurz auf und erschreckte Innerlich fast gar nicht mehr als der ungewohnte Bass so laut erklang.
Die Nordische ging mit entschlossenen Schritten an der Anderen vorbei und fixierte stur den Ausgang. Ihre Frage wollte sie so gar nicht beantworten, doch irgendetwas musste sie sagen und so entschloss sie sich für die Wahrheit.
„Ich suche jemanden. Doch wer das ist und warum, das geht euch nichts an, Mädchen.“
Der Tag war schon einige Stunden alt gewesen als sie am See angekommen waren und nun zeigte die Sonne schon an, dass es bald Abend werden würde. Verdammt noch mal, sie wollte eigentlich vor Nacht von dieser Insel runter sein. Mürrisch setzte sie sich in Bewegung, Boréas wich nicht von ihren Fersen wobei das ungewohnte fehlen des Geräusches von vier auf dem Boden aufsetzenden Hufen schnell durch ein stetiges Hecheln ersetzt wurde. Diesesmal entdeckte Amalthea den Kiesweg und hielt darauf zu. Ob Nesine ihr in diesem unpraktischen Schuhwerk überhaupt mühelos folgen konnte, darauf nahm sie nicht wirklich Rücksicht.
Sie waren schon ein Stücken gegangen, langsam ging es sachte den gößeren Hügel hinauf der die Gärten voneinander trennte. Es war mehr ein Gefühl als das sie es wirklich registrierte, doch sie drehte sich schließlich mitten im Gehen abrupt um. Tatsächlich, der Hund stand steif wie erfroren am Wegesrand. Sein Fell sträubte sich und schließlich vernahm sie auch das dumpfe, kehlige Knurren das fast wölfisch klang. Naja, was erwartete man auch von einem Tier dieser Größe.
Amalthea hatte es nicht mit Hunden, es hatte zwar immer mal wieder welche bei ihrer Sippe gegeben und sie mochte sie auch, doch sie hatte kaum Ahnung von dem normalen Verhalten dieser Raubtiere. Doch so wie sich die Lefzen zurückschoben um die Zähne zu entblößen, das Fell sich steil aufrichtete und die Hinterläufe leicht einknickten für einen schnellen Sprung. Nein, blind und dumm war sie sicher nicht.
Die Nordische sah sich um, konnte jedoch nichts entdecken was Boréas so aufregen könnte. Schließlich trat sie ohne zu zögern neben das Tier, ging in die Hocke und sah in die Richtung in die er schaute. Lauschte, doch sie konnte nichts ausmachen was…
Mit einem kräftigen Satz sprang der Rüde los, setzte hinter einen Busch und wetzte einem Kaninchen hinterher das panisch davon lief. Amalthea seufzte auf. Die ganze Aufregung für ein bisschen Wild. Also die Hunde der Jäger ihrer Sippe hatten darauf anders angeschlagen, aber was erwartete sie sich schon von einem Hengst… Naja… das er eben nicht Langohren jagte sondern Gras rupfte….
Ungehalten wollte sie schon seinen Namen rufen, doch da verschwand das Kaninchen mit zwei vorbildlich geschlagenen Hacken zwischen mehreren Zierbüschen und quetschte sich unter eine Wurzel. Nun zu graben kam nicht einmal den frischen Hund in den Sinn. Mit einem freudig schwingenden Trab kam er wieder zu seiner Herrin gelaufen. “Musste das jetzt sein?” knurrte diese fast unhörbar, klopfte jedoch das semmelbraune Fell an der Schulter des Tieres freundschaftlich statt zu schelten. Erst jetzt kam ihr Ihre Begleitung wieder in den Sinn. Sie drehte sich um, fing den Blick des Mädchens und erinnerte sich dabei an ein Erlebnis das erst wenige Jahre her war. Sie schüttelte kurz den Kopf , lächele bei dem Bild in ihrem Kopf.
“Tja, sieht so aus als ob es heute Abend doch kein frisches Fleisch gäbe. Naja, schadet nicht, ihr seid sicher nicht die geborene Köchin” Nochmals schüttelte sie den Kopf und ging schließlich weiter. Hinter der Hügelkuppe kam “ihr” kleiner Palast in Sicht. |
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