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Anwesen des Grafen Ruthgar
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Anwesen des Grafen Ruthgar
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NSC
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BeitragVerfasst am: Di Feb 16, 2010 4:31 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Farina Farina
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Es war natürlich kein Zufall, dass sie ihren Namen nicht gesagt hatte. Das die Andere das so schnell durchschaute deutete sie als ein Zeichen eines schnellen Verstandes, ein Umstand der ihre Situation noch schwieriger machte. Es gab einige Adelige die nicht gerade helle waren. Dieses Mädchen aber war nicht nur schön und willensstark. Sie war ganz offensichtlich auch noch intelligent. Nur mit Mühe hielt sie ihre Panik in Zaum und die aufkeimende Lähmung im Griff. Angst konnte wie ein Gift sein das der Verstand aussetzen ließ und nicht selten verbaute man sich damit die eigenen Möglichkeiten.

Doch welche Optionen hatte sie schon noch? Diese Frau hatte sie ertappt und auch wenn sie ihr noch nichts nachweisen konnte war es ein kurzer Weg von den Gemächern des Meisterspions in die tiefste Folterkammer. Sie hatte Angst um sich, aber sie hatte noch mehr Angst um jene für die sie arbeitete. Sie hatte Angst um Zephara und vor allem um Velnia die sie beide sicher mit in den Tod reißen würde, sollte man sie lebend erwischen. Denn eine Illusion machte sie sich nicht – sie war viel zu empfindlich um Schmerzen lange wiederstehen zu können. Früher oder später würde sie reden. Und bei einem Auspeitschen würde es auch nicht bleiben. Oh, wenn es nur ein Auspeitschen wäre, dann würde sie vor Freude weinen.

„Ich bin Farina. Ich bin die Zofe von Ruthgars Nichte.“ Gab sie schließlich zu. Wäre die Situation weniger heikel, dann würde sie sicher versuchen den Rang ihrer Herren als ein Schutzschild zu verwenden, aber im Fall von Veld war auch das vergebens. Verflucht noch eins, warum war sie nicht vorsichtiger gewesen? Warum war sie auf eine Frau getroffen die ihre Lügen zu durchblicken wusste wie dieses Weib?

Auf all diese Fragen kam sie nur auf eine Antwort. Sie war verwegen. Aber Farina erschloss sich keine andere Alternative. Sie glaubte nicht das sie die Frau vor ihr täuschen konnte. Sie konnte weiter lügen, aber sie konnte sie sicherlich nicht überzeugen. Plötzlich seltsam gefasst ging sie auf die Frau zu. Mit der linken beförderte sie ein Schreiben hervor doch noch bevor die Frau danach greifen konnte, hatte sie schon ein Messer am Hals. Schon weil sie als Zofe auf alles gefasst sein Musste trug sie dieses Messer unter ihrer Schürze, doch bisher hatte sie es nie gegen einen anderen Menschen benutzt.

Sie war keine Kriegerin. Aber der Mut der Verzweiflung gab ihr Kraft. Sie musste tun, was sie jetzt tat. Sie musste das Mädchen töten, auch wenn sich ihr Magen dabei verdrehte und dann verschwinden. Wenn sie Glück hatte würde niemand wissen, dass sie dafür verantwortlich war. Wenn sie Pech hatte, würde sie das Messer als nächstes gegen sich selbst richten müssen.
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Valaja
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BeitragVerfasst am: Di Feb 16, 2010 6:31 pm    Titel: Antworten mit Zitat



,,Farina, also.“ war die einzige Reaktion als die Dienerin ihren Namen offenbarte. Vivian war viel zu sehr damit beschäftigt, sich zu überlegen was dieser Name und vor allem ihre Stellung bedeuten konnte als das sie das veränderte Verhalten der Frau bemerkt hätte. Die Zofe von Ruthgars Nichte schlich sich in den Zimmern seiner Berater herum? Vivian kannte das Gör dem Farina diente ja ein wenig und sie konnte sich kaum vorstellen, dass diese auch nur einen Hauch Interesse an irgendwelchen geheimen Informationen hatte. Dafür schätze sie das Weib als schlicht zu einfach ein. Oder sie hatte sich die ganze Zeit über verstellt. Dann aber sehr überzeugend. Allerdings ging Vivian eher davon aus, dass Farina im Auftrag eines Anderen handelte. Wusste sie doch zwar nicht genau was die Frau suchte, aber ihr war klar welche Wichtigkeit die Papiere die hier lagen beinhalten konnten.

Und offenbar waren diese Information der Frau sehr wichtig. Oder geheim genug, dass eine Entdeckung durch fremde Augen einen schmerzhaften Tod für diese bedeuteten würde. Nicht, dass Vivian schnell genug reagiert hätte wenn sie nicht mit diesen Überlegungen beschäftigt gewesen wäre. Dafür war sie einfach zu wenig gewohnt, dass jemand mit einer Waffe auf sie los ging. Im Grunde also überhaupt nicht. Ihr wurde klar, dass sie diese Frau unterschätzt hatte. Im gewissen Sinne hatte sie sie auch zu dieser Handlung getrieben indem sie sie unter Druck gesetzt hatte. Doch das Farina so entschlossen war hatte sie nicht gedacht.

In diesem Moment konnte Vivian nicht sagen wer von ihnen beiden erschrockener ausah. Die Frau die ihr die Klinge an den Hals hielt wirkte nicht so, als sei dies ihr übliches Handwerk. Dennoch war Vivian nicht bereit es darauf ankommen zu lassen. Ihre Augen huschten zu der Tür doch um Hilfe rufen kam nicht in Frage. Dazu war die Klinge zu nahe an ihrem Hals und konnte hineingestoßen werden sobald sie ein lautes Geräusch von sich gab.

,,Willst du wirklich als Mörderin enden, Farina?“ gab sie deshalb auch leiser von sich als sie normal gesprochen hätte. Es war schon verwunderlich wie ruhig ihre Stimme klang. Denn sie hatte schon ziemlich Angst. Ohne es zu wissen hatten die beiden Frauen jedoch die gleichen Gedanken. Angst lähmte. ,,Was denkst du wie weit du kommst, wenn man mich blutüberströmt hier findet?“ Eindringlich sah sie Farina an. ,,Denkst du nicht, ich hätte dich bereits verraten wenn ich das gewollt hätte? Ich hätte schreien können gleich als ich dich gesehen habe. Oder warten können bis du weg bis und dann von meinen Beobachtungen erzählen. Aber das habe ich nicht. Vielleicht solltest du dir das vor Augen halten bevor du uns beide ins Verderben stürzt.“
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NSC
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BeitragVerfasst am: So Feb 21, 2010 4:04 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Farina Farina
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Sie tat so etwas, das fast schon an hyperventilieren grenzte. Ihr Atem kam bebend heraus, in kurzen, stoßartigen Zügen. Sie musste schon sagen, dass alles was ihr diese Frau sagte relativ logisch klang. Es war in ihrer Situation fast schon verlockend nachzugeben, aber sie wusste nicht, ob sie das nun noch konnte. Sie hatte gegen eine vom Hohen Blut die Klinge gezogen. Schon das alleine konnte ihr den Kopf kosten. Es war so gesehen fast schon eine wünschenswerte Alternative vor dem Kerker. Das war es war ihr wirklich Angst machte.

Vielleicht hatte sie im Moment die Kontrolle. Sie hatte mal von Soldaten gehört das so ein Moment genussvoll wäre. Sie empfand alles andere als etwas schönes. So sehr sie es auch zu unterdrücken versuchte, sie hatte fast panische Angst. Sie fühlte sich in die Ecke getrieben und egal was sie nun tat, es konnte sie mehr kosten als nur ihren Kopf. Sie durfte nicht versagen. Sie konnte nicht versagen.

Ohne das sie es merkte drückte sie noch ein wenig fester hinab und die nicht gerade sonderlich scharfe Klinge riss die weiche, zarte Haut der jungen Frau etwas auf und ein kleines Rinnsal Blut quoll hervor. Nun doch erschrocken lockerte sie den Druck wieder, vielleicht etwas mehr als es notwendig war. Die Klinge hielt sie aber weiter in die Richtung der Frau gestreckt. Weit war sie noch immer nicht entfernt, aber nun passte wieder eine Hand dazwischen.

Verzweifelt versuchte sie sich unter Kontrolle bringen. Sie bemerkte es erst jetzt, aber sie wollte nicht mehr so deutlich nach Angst klingen. Sie wollte sich souverän geben. In Kontrolle. Beherrscht. Nur wenn man so lange die Unterwürfige gab, war es gar nicht so leicht den Hebel umzuwerfen und abgesehen davon war sie sich keineswegs sicher, ob es ihr gelingen konnte.

Was wusste sie schon von dieser Frau? Man sagte ihr viele Männergeschichten nach, aber genaueres wusste keiner. Wieder musste sie an ihre Worte denken. Ein Angebot lag darin, auch wenn die Worte vor dem Schnitt gegeben worden waren. Dann entschloss sie sich. Bisher hatte sie sich immer unterwürfig gegeben und sie war gut damit gefahren. Sie würde es noch ein Mal versuchen. Vielleicht kaufte man es ihr ja ab? Ihr Messer konnte sie noch immer in das Herz der Adeligen stoßen, sollte sie doch nicht wort halten. Im Moment aber beschloss sie, dass es besser war, wenn sich ihre Rollen wieder „normalisierten“.

Farina schien zusammen zu brechen. In einem unterwürfigen Haufen sammelte sie sich vor der blutenden Herrin. „Vergebt mir.“ Flehte sie. Sie klang durchaus glaubwürdig. So zu ihren Füßen fiel es ihr auch leicht erst mal das Messer wieder verschwinden zu lassen. „Ich unterwerfe mich eurer Gnade, Herrin.“ Flehte sie weiter, aufgeben tat sie aber lange noch nicht. Es war wie in einem Schachspiel. Sie hatte sich in eine ungünstige Lage manövriert, die eigene Dame verloren, aber noch war es nicht zu Ende. So vor ihr verharrend – ihr Kopf auf der Höhe der Knie der anderen – wartete sie erst mal auf das was sie nun tat.
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Valaja
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BeitragVerfasst am: Mo Feb 22, 2010 6:19 pm    Titel: Antworten mit Zitat



Vivian wäre wohl vor Erleichterung in sich zusammengesunken wenn der Schreck sie nicht noch in einer Starre gehalten hätte. Erst jetzt wo das Messer von ihrem Hals genommen wurde und ihre eben noch bedrohliche Angreiferin flehend auf den Knien lag, wurde ihr bewusst wie groß ihre Angst gewesen war. Am liebsten hätte sie sich in die Decken vergraben und erst einmal eine Weile gezittert aber das war eine Blöße die sie sich selbst in diesem Zustand nicht geben wollte. Vor allem da sie sich immer noch fragte was hier eigentlich los war. Eine Dienerin schlich sich in den Gemächern eines Adligen herum, griff eine Frau hohen Blutes an und krümmte sich dann zu deren Füßen. Wobei Vivian wirklich nicht sagen konnte was an ihren Worten dieses Verhalten bei der Frau ausgelöst hatte. Obwohl hier wohl nur zählte, dass es gewirkt hatte.

Das Schweigen das von ihr ausging dehnte sich mehrere Momente aus die doch eine Ewigkeit dauern konnten. Langsam wanderte ihre Hand zu der schmerzenden Stelle an ihrem Hals und als sie das Blut an ihren Fingerspitzen sah mischte sich in Verwirrung und Erleichterung ein Ärger von dem sie nicht einmal sagen konnte woher er kam. Aber er reichte aus um nach unten zu greifen und die Finger in die Haare der Dienerin zu graben um ihren Kopf nach oben zu ziehen. ,,Schau dir an was du angerichtet hast.“ fuhr sie Farina an und drehte ihren Kopf so, dass diese den kleinen Kratzer an ihrem Hals sehen konnte. ,,Allein dafür sollte ich dich auspeitschen lassen!“ Entgegen dieser Worte ließ sie die Frau mit einem Ruck los und stand auf. Es war vielleicht nicht so gut, Farina weiter zu reizen, immerhin schreckte sie nicht davor zurück sich zur Wehr zu setzten. Aber Zurückhaltung war nicht Vivians Art. Außerdem musste sie sich auf diese Weise Luft verschaffen und sie glaubte auch nicht, dass die Dienerin in ihrer jetzigen Verfassung erneut auf sie los gehen würde. Dennoch befanden sie sich in einer heiklen Situation.

,,So wie das aussieht sind wir in einer Zwickmühle.“ erklärte sie kühl und sachlich. Das Bettlaken um sich geschlungen ging sie ein dem Zimmer langsam auf und ab. ,,Entweder ich rufe nun nach den Wachen und lasse dich in den Kerker schleifen weil du spioniert oder zumindest eine Adlige angegriffen hast. Oder du tötest mich bevor ich es tun kann. Wie auch immer es ausgeht, es wird wohl nur eine von uns den Raum lebend verlassen.“ Sie brach kurz ab. Das was schon etwas theatralisch ausgedrückt aber es stimmte. Nur, dass Farinas Tod sehr viel langsamer sein würde. Vivian legte sich eine Hand in ihre Hüfte. ,,Und wie ich gemerkt habe bist du sehr entschlossen.“ Es sah also für sie selbst eher schlecht aus auch wenn sie inzwischen wieder zu ihrer Selbstbeherrschung zurückgefunden hatte. Immerhin hatte sie doch die überlegene Position wieder inne. So schnell wie sie die Wachen aufmerksam machen konnte, konnte sich dieses Weib gar nicht auf sie stürzen.

,,Aber bevor du erneut in den Drang gerätst zur Mörderin zu werden, solltest du dir vielleicht einmal darüber Gedanken machen.“ Sie blickte Farina ernst an. ,,Warum sollte ich mich dafür interessieren Ruthgar oder Veld zu unterrichten was du hier tust?“ Vivian wusste, dass sie sich nun auf dünnes Eis bewegte. Noch beging sie keinen Verrat aber sie war doch nahe dran. Allerdings wusste sie, wie zumindest der Graf von ihr dachte. Ein Mädchen, dass nur fürs Bett zu gebrauchen war und auch nur bis dorthin denken konnte. Und sie war sich sicher, dass Veld das ebenso sah. Und von so jemand erwartete man doch nicht, dass diese Person verstand in welcher brisanten Lage sie sich befand. Dass sie am Ende sogar Spionage unterstützte. Ein wenig ärgerte sich Vivian schon über diese Einstellung. Auf der anderen Seite war sie so verdammt nützlich. Wenn es dazu kommen sollte musste sie sich nur eine dämliche Ausrede ausdenken. ,,In meinen Augen wolltest du hier nur eine Nachricht hinterlassen. Dabei ist dir ein Schreiben des verehrten Herrn Veld vom Tisch gefallen. Das ich netter weise wieder dorthin legen werde.“ Sie lächelte erneut und streckte die Hand aus. Jetzt würde es Farina wohl darauf ankommen lassen müssen. Entweder sie tötete sie oder sie war verwegener als sie selbst glaubte.
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BeitragVerfasst am: Di Feb 23, 2010 4:49 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Farina Farina
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Zumindest zeigte sich nun immer deutlicher, dass diese Vivian keineswegs nur eine jener Frauen war, die nicht mehr in ihrem hübschen Kopf hatte, als nur jeden Kerl willig zu sein. Zuvor war sie sich dessen keineswegs sicher gewesen was aber auch nur daran lag, dass sie diese Adelige nicht so gut kannte, dafür aber genügend andere bei denen so ein Vorurteil durchaus zu traf. Nein, schon mit den wenigen Worten die sie nun sprach machte die Frau deutlich das ihr Verstand wirklich recht klar und scharf war. Dass sie Männern wirklich nicht abgeneigt war machte das Laken deutlich in das sie sich gehüllt hatte, oder bessergesagt ihr entkleideter Zustand darunter und wem diese Zimmer wirklich gehörten.

Eine Sache erklärte diese Feststellung aber nicht – ob Intelligenz in dem Fall etwas gutes war. Das die Frau auch wieder zur Selbstsicherheit fand bestärkte Farina nur in einer anderen Überlegung. Wenn die Sache hier außer Kontrolle geriet würde sie nicht wieder über Vivian her fallen. Statt dessen würde sie sich die eigenen Adern öffnen. So oder so war es die bessere Alternative zu einer Folterhaft. Farina mochte fanatisch erscheinen. Tatsächlich aber empfand sie bis zu einem gewissen Grad die gleichen Gefühle der Verantwortung zu ihren Verbündeten die eine Mutter wohl auch für ihr Kind empfand. Das Opfer ihres Lebens war für die Sache nur ein kleiner Preis.

Ihr Herz pochte ihr noch immer bis zu den Ohren, und sie blickte die Hand der Adeligen wie eine giftige Schlange an, die sie jeden Moment beißen würde. Aber sie war nicht so dumm um nicht sofort zu wissen, dass sie ihr ein Angebot machte für das sie auch etwas erwartete. „Herrin, ich bin nur eine unterwürfige Dienerin.“ Fing sie deswegen auch an. „Und ich muss für meine Vergehen bestraft werden. Ich war vor Schreck außer mir aber das Rechtfertigt nicht die Schmerzen die ich euch verursacht habe.“ Soweit so gut. Aber die wahre Herausforderung lag erst noch vor ihr. Sie bildete sich nicht ein, dass Vivian nicht in etwa wusste, was sie hier getrieben hatte, aber es gab noch so vieles das sie nicht ahnte. Sie musste lügen und das tat sie dann auch.

„Ihr… Herrin… seid schlauer als ich erwartet habe.“ Farina erlaubte sich nun Vivian auf eine ganz andere Art anzusehen und sie sprach nun auch ganz anders mit ihr. Nicht mehr wie eine Dienerin die zu ihrer Herrin aufsah. Auch nicht mehr wie eine irre die eine Waffe am Hals der anderen hatte. Vielmehr war sie nun nur noch eine Frau die einer anderen Frau gegenüberstand. Ganz so als wären sie gleichberechtigt. Farina wusste das dieser Lob auch gleichzeitig ein übler Angriff war und nur die Andere Frau konnte entscheiden ob sie darin ein Kompliment oder eine Beleidigung sehen würde. „Ihr schlagt mir also ein Geschäft vor? Die Wahrheit für euer Schweigen?“ Farina zuckte mit ihren Schultern während sie die Adelige für keinen Moment aus den Augen lies. „Ich frage mich nur, was ihr davon habt. Wissen ist nicht immer eine Tugend… Herrin.“ Farinas Augen funkelten nun auf unerwartete Art. „Oder was ist es, das ihr wirklich wollt?“
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Valaja
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BeitragVerfasst am: Di Feb 23, 2010 8:48 pm    Titel: Antworten mit Zitat



Es entging Vivian keinesfalls, dass sich Farinas Verhalten änderte. Ihre Reaktion darauf war ein fast schon verächtlicher Laut der jedoch von einem anerkennenden Funkeln in ihren Augen begleitet wurde. ,,Eben noch die unterwürfige Dienerin und im nächsten Moment eine Verhandlung führen?“ fragte sie spöttisch. Ihr Körper neigte sich ein wenig näher zu der Frau. ,,Vielleicht solltest du dich entscheiden, als was du überzeugen willst.“ Aber das war nur eine Bemerkung am Rande. Vivian war durchaus bewusst, in welche Situation Farina sie gelenkt hatte. Auch wenn sie hier schienbar die höher gestellte war, hatte sie doch im Grunde genau das gleiche zu bieten wie Farina selbst. Und auch der Preis war ähnlich.

Kurz sah sie die Dienerin abschätzend an. ,,Nun und wenn ich so klug bin, für wie du mich hältst sollte ich mich wohl fragen, ob dieses Wissen, ob es Tugend bedeutet oder nicht, überhaupt für mich von Nutzen sein kann.“ Sie wirkte beinah als würde sie nun erwarten, dass Farina etwas von sich gab. Doch der Ruck der durch sie lief als sie sich wieder bewegte zeigte deutlich, dass dies nicht so war. ,,Im Grunde verlangst du also eine Wahrheit für eine andere. Denn es wäre ja nichts anderes wenn ich dir erzählen würde warum ich so an deinem Handeln interessiert bin.“ Denn es war wirklich nur Farinas tun, dass sie überhaupt auf die Dinge die sich wohl in diesem Raum versteckt hielten, aufmerksam gemacht hatte. Immerhin wusste sie nicht genau welche Position Veld inne hatte. Aebr er war einer von Ruthgas Vertrauten und diese hatten immer irgendwelche Informationen. Wichtige oder solche die es nicht waren. Je nachdem was man erfahren wollte. Man konnte ja vieles über den Grafen sagen aber er war ein gute Schachspieler. Das hatte sie selbst erfahren als er ihre Verlobung mit diesem Kerl veranlasst hatte, der nichts anderes zu tun hatte als ihm vor seinen Füßen zu knien. Vivian fragte sich immer noch, wie genau Ruthgar es geschafft hatte ihre Eltern davon zu überzeugen. Jedenfalls konnte sie nichts anderes tun als eine freundliche Miene aufzusetzen wenn sie nicht vorhatte, ihr Vermögen, ihre Stellung und sonst alles zu verlieren was ihr gehörte und das dennoch fest an diese Verlobung gebunden war. Vivian hätte am liebsten ein Zischen von sich gegeben. Ja, Ruthgar hatte es geschafft eine potentielle Konkurrentin aus dem Weg zu schaffen und gleichzeitig einen seiner Höflinge an sich zu binden.

Iher Augen hatten einen harten Zug angenommen als sie Farina wieder ansah. ,,Sagen wir, ich bin unglaublich in Veld verliebt und möchte wissen ob er auf seinem Schreibtische Briefe hat in denen andere Frauen ihm ebenfalls ihr Herz versprechen.“ meinte sie herablassend. So dumm Farina von ihren Gründen zu erzählen war sie dann doch nicht. Sie hatte nicht vor mit einem Mal von der Bettgeschichte zur Hochverräterin zu werden. Denn nichts anderes würde so ein Geständnis beinhalten. ,,Aber ich kann dir noch etwas anderes bieten. Beruhigung für dein Gewissen.“ Etwas überlegenes legte sich in ihr Gesicht. ,,Oder hast du noch immer vor den Dolch in mein Herz zu stoßen? Wenn nicht, wirst du dich immer fragen ob ich dich nicht jeden Moment verraten könnte. Und du wirst jeden Tag, jede Minute damit rechnen müssen, dass die Wachen auftauchen und dich doch noch zum reden bringen. Doch wenn du mir zeigst was dir sogar dein Leben wert ist und ich nicht darauf reagiere, kannst du dir sicher sein dass ich es auch nicht zu einem andern Zeitpunkt tun werde. Zumindest sicherer.“
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NSC
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BeitragVerfasst am: Mi Feb 24, 2010 10:08 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Farina Farina
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Auf Vivians Rat hin entgegnete Farina ernst: „Ich passe mich lediglich den veränderten Umständen an. Es sind die Umstände die sich im Moment sprunghaft verändern – Herrin!“

Was die feine Frau dann sagte verstand Farina nicht ganz. Vielleicht lag es auch daran, dass sie einen Moment lang nicht ganz aufmerksam gewesen war. Zumindest konnte sie die Worte nicht ganz sinnvoll zusammenstellen, oder noch weniger einen Sinn daraus lesen, was sie nun wirklich vor hatte. Unter der Folter würde man ihr sicher alle Details über die Rebellion aus der Nase ziehen, aber noch stand für sie außer Frage das sie diesem Weib etwas darüber auf die Nase binden würde. Nur hatte sie sich noch nicht ganz entschieden welche Lüge sie ihr nun auftischen würde.

In dem Moment wurde die Tür aufgerissen und Veld kehrte in seine Kammer zurück. Farina zuckte dabei wieder so zusammen, wie in dem Moment als Vivien sie erwischt hatte. Veld konnte sie zuerst nicht sehen, weil sie ja im Schlafraum standen und als er sie sah war Farina vor Vivien in einem demütigen Knicks zerflossen. Gerade rechtzeitig wo der Mann den Raum betrat hauchte sie: „...werde der Herrin kein halbwarmes Wasser mehr bringen. Es wird nicht mehr vor kommen.“

Nun war das Gleichgewicht von eben plötzlich verschoben. Farina wusste das sie nun in Vivians Hand lag. Kurz hob sie ihren Blick, aber nur gerade so lange um Vivian einen flehenden Blick zuzuwerfen. Ein Blick mit dem sie aber auch etwas zu versprechen schien.

„Wer ist das, liebste?“ Wollte Veld desinteressiert wissen während er auf seinem Tisch etwas suchte und es dann auch fand. Es war offensichtlich das er nur kurz zurück gekommen war und gleich wieder verschwinden würde. Außer natürlich, man gab ihn einen Grund zu verweilen.
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Tiken
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BeitragVerfasst am: So Feb 28, 2010 7:10 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Rosco Baxter Rosco Baxter
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Rosco war sicherlich kein Mann, der nach Ruhm und Macht strebte. Die feinen Spinnenweben der Weltlichen waren nicht sein Metier, viel eher wollte er sich seinen Respekt auf dem Schlachtfeld verdienen. Dass bloße Titel dort nichts zählten wusste Rosco, aber er ahnte auch, dass Ruthgar das herzlich egal war. Ritter von Aron…Baron! Ihn schauderte es innerlich, aber hatte er eine Wahl? Wenn er Senehdas Kopf wollte, dann musste er Ruthgars Spielchen mitspielen, das war ihm gestern Abend schon klar geworden und wurde ihm nun erneut vor Augen geführt.

„Also…schön.“ – knurrte er missmutig und trat ein paar Schritte auf Ruthgar zu – „Ich weiß, dass ich keine andere Wahl habe, als wie ein Tanzbär an eurer Leine zu zappeln, damit ich bekomme was ich will, Ruthgar...und um meine Ziele zu erreichen ist diese lächerliche Scharade wohl leider von Nöten. Selbst mein ‚Heldentitel’ wird nicht ausreichen, um sich der Kommandantin zu widersetzen.“ – er hätte beinahe würgen müssen bei dem Wort Kommandantin – „Also bringen wir es schnell hinter uns…“

Er ging noch einen weiteren Schritt auf Ruthgar zu, der auf seinem kleinen Thron saß und von dort auf Rosco hinab sah. Der breite Brustkorb des Hünen hob und senkte sich dreimal, viermal ehe er sich langsam und stolz auf ein Knie herunterließ und noch langsamer den Kopf senkte, nicht ohne vorher Ruthgar mit seinen Blicken in die sieben Höllen zu wünschen.

„Ich werde euer und Arons Ritter sein…“

Ehre war ihm fremd, zumindest jene im herkömmlichen Sinne. Er war kein Held und kein Patriot, aber dennoch hatte er ein Gefühl für Verrat und genau dieses hohle, widerliche Loch tat sich mit seinen letzten Worten in seiner Brust auf. 40 Jahre hatte er der Marine von Usom gedient und nun wurde er ein Ritter Arons?

…Der Zweck heiligt die Mittel…jedes gottverdammte Mittel.
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Valaja
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BeitragVerfasst am: Mo März 01, 2010 4:24 pm    Titel: Antworten mit Zitat



Den Blick abwartend auf Farina gerichtet wartete Vivian darauf, wie sich die Frau entschieden würde. Würde sie ihr vertrauen oder erneut versuchen sich auf eine riskante Art aus der Sache herauszuziehen? Wenn Vivian ehrlich war, wusste sie selbst nicht was genau sie so an dem Geheimnis der Dienerin interessierte doch mit jeder Sekunde in der sie weiter schwieg und weiter versuchte ihr Handeln zu verbergen, festigte sich Vivians Absicht genau das herauszufinden. Vielleicht war es ja auch etwas ganz banales und Farina hatte einfach einen Hang zum über reagieren. Allerdings konnte sich Vivian das bei der Frau nicht vorstellen. Dazu wirkte sie stellen weise zu kalkulierend. Oder zu leidenschaftlich in anderen Momenten. Was auch immer, Vivian wollte wissen was sie in Velds Gemächern trieb und da sie das beschlossen hatte, war es für Farina unmöglich sie mit einer Ausrede abzufertigen.

Veld suchte sich natürlich den geeignetsten Moment aus, um wieder aufzutauchen. Im Gegensatz zu der Dienerin fuhr Vivian nicht zusammen sonder stieß ein genervtes Schnauben aus. Jedoch nicht so laut, als das es irgendjemand hätte hören können. Zu ihrer Erleichterung schien sich der Kerl weniger für sie als für die Papiere auf seinem Schreibtisch zu interessieren. Darauf sich auf elegante Art gegen seine Annäherungsversuche zu wehren, hatte sie nun wirklich keine Lust. Nicht, dass Veld ihr gegenüber unangenehm gewesen war, aber ihre Aufmerksamkeit galt im Moment eher Farina. Deren flehender Blick ihr keinesfalls entging. Ein feines Lächeln erschien auf Vivians Lächeln während die eine kleine Pause auf Velds Frage entstehen ließ. Sollte die Frau doch ein wenig ins Schwitzen geraten, sollte sie sich doch Gedanken machen auf welche Weise Vivian antworten würde. Sie musste zugeben, es gefiel ihr ganz gut so ein wenig Macht in den Händen zu halten. Allerdings beschloss auch sie, dass Spiel nicht allzu weit zu treiben und so ging sie auf Veld zu, wobei sie immer noch zu der Dienerin blickte.

,,Das ist Niemand.“ sagte sei mit sanft schwingender Stimme. Ihre Arme legten sich um den Nacken des Mannes und sie schob ihren Körper gegen seinen, so dass sie durch das dünne Bettlaken den steiferen Stoff seiner Kleidung fühlen konnte. ,,Nur eine von Ruthgars unfähigen Dienerinnen.“ Ihr Tonfall hatte etwas schnippisches angenommen und ihr Blick zu Farina nahm etwas tadelndes an. ,,Wie du siehst, nichts um das du dich kümmern musst.“ Sie lächelte Veld noch einmal an, ehe sie sich von ihm löste und mit wiegenden Schritten in den Raum hinein ging. ,,Und nun zeig mir wenigstens ob du in der Lage bist das Kleid einer vornehmen Dame zu schnüren. Ich habe weder vor noch einmal hier zu übernachten, noch in diesem Zustand auf die Straße zu treten.“ wies sie Farina an ohne den Mann weiter zu beachten. Er würde den Wink ohnehin verstehen und verschwinden, wenn er mit den Gedanken nicht sowieso schon wo anders war.
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BeitragVerfasst am: Mo März 01, 2010 4:48 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Graf Ruthgar Graf Ruthgar
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Die Zeremonie, war kurz und knackig. Der Tag schritt schnell voran und Ruthgar wollte vor allem eins nicht versäumen – das dieser Prachtkerl von einem Mann seine Bestimmung verfehlte. Ein Lakaie brachte dem Grafen eins seiner Prunkschwerter und dieses zog Ruthgar auch sogleich. Rutghar wusste, dass es Menschen gab die ihn verachteten, und das dieser Rosco dazu gehörte war eh klar. Und dennoch wusste er auch, dass es Moment gab in denen sich nicht mal dieser Bursche ihm entziehen konnte. Weniger aufgrund dessen was er war. Mehr weil er gelegentlich durchaus die Ausstrahlung hatte, die ihm das Amt abverlangte, das er trug.

„Und so bring man jenen Knappen vor mein Antlitz der die Tugenden der Ritterlichkeit erlernt hat?“ Es war klar, dass Rosco alles andere als ein Knappe war und so ließ er es sich nicht nehmen diese Tugenden noch ein Mal zu wiederholen: „So sehet ein letztes Mal in euer Herz und fragt euch, seid ihr wirklich bereit ein Ritter zu sein? Ein Ritter ist ein Mann der Ergebenheit, der unabdinglichen Treue, des Großmuts und der Freigiebigkeit. Ein Ritter wird nur die Wahrheit sprechen, maßvoll und besonnen Handeln sowie darin glänzen, dass er stetig und beharrlich seine ehrbaren Ziele verfolgt. Wo andere verzweifeln und erzittern wird er voran schreiten ohne zu zögern.“ Oh, was für ein Witz. Er kannte Rosco nur grob, aber nichts hiervon traf auf ihn zu. „Des Ritters Kleid ist sein stets wohlerzogenes Auftreten und vor allem dem Frauen mag er sich ehrerbietig betragen. Die Schönheit im Gange, Gebärde und Rede, der freundliche Gruß sowie die Achtung älterer Personen und die Pflege des Körpers sind wichtige Regeln der äußeren Zucht die auch aus euch mehr machen, als einen normalen Krieger. Er möge sich in Demut üben und ein göttergefälliges Leben führen. Wer in allen Lebenslagen Milde und Zucht bewahre, erstreitet sich die dritte Tugend, das richtige Maßhalten, streng geübter Selbstbeherrschung. Als Ritter ist nicht der Reichtum euer Ziel. Es ist nicht die Ehre. Als Ritter habt ihr nur einen Sinn und Zweck: Der Kampf bis zum Tod zum Schutz der wahren Götter, für das Wohl des Königreiches und eures Lehnsherrn.“ Der er war, aber darauf ging er im Moment nicht weiter ein. „Ihr lebt zum Schutz und für die Verteidigung von Armen, Schwachen, Witwen und Weisen. Das ist von nun an eure heilige Aufgabe.“ So lächerlich das auch war sah Rutghar Rosco nun fest in die Augen. „Seid ihr in der Lage diese Aufgabe zu erfüllen? Dann schwört, Rosco.“
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BeitragVerfasst am: Di März 02, 2010 1:57 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Farina Farina
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Vivian hatte sie nicht verpfiffen. Aber was sagte das schon aus? Wenn die Frau glaubte, dass sie ihr nun aus der Hand fraß, dann irrte sie sich gewaltig. Sicher, zu hören das sie nur ein Niemand war, war nicht etwas das irgend eine Frau gerne hörte, aber ihr war es fast egal. Sie war nur eine Dienerin und in den Augen der feinen Herren und Damen sollte sie wirklich nicht existieren. Sie war etwas nützliches, das die alltäglichen Aufgaben wie ein Geist erledigte aber die weder störte noch wirklich ins Auge stach. So war es eben.

Zurück im Nebenraum bemühte sie sich sogleich die Kleidungsstücke der Frau zu sammeln. Ohne zu zögern wickelte sie also auch Vivans Strümpfe richtig rum auf, strich ihr Kleid glatt, dass sie griffbereit zur Seite legte und ordnete ihre Schuhe. Derweil hatte sie auch die Chance ihre Gedanken zu Ordnen und vor allem war Veld nun auch schon wieder weg und sie mit der anderen alleine. Ob das wirklich aber so gut war, wusste sie nicht so genau.

Ein wenig unvermittelt öffnete sie dann wieder ihren Mund. „Ich bin euch zu Dank verpflichtet und auch wenn ich das nicht gerne sage, habt ihr wohl bewiesen das ich euch ein Stück weit trauen kann.“ Der Schreck eben hatte wirklich ihren Kopf ein wenig klar werden lassen. Und sie sah die ganze Sache nun ein wenig anders. Doch was wusste sie schon von dieser Vivian? Was wusste sie schon außer das mehr in Vivian steckte, als sie bisher geglaubt hatte? Und dennoch, könnte nicht gerade diese Frau auch ihrer Sache nützlich sein?

„Soll ich euch erst noch beim Waschen helfen, Herrin, oder möchtet ihr euch gleich einkleiden?“ Der Satz stand im krassen Gegensatz zu dem davor. Jetzt war sie wieder die demütige Dienerin und nichts weiter. „Und während ich euch entweder beim Einkleiden helfe, oder beim Waschen, könnt ihr mir ja ein wenig davon erzählen, wie ihr zu unserem ehrenwerten Grafen Ruthgar steht.“

Oh, Ihr Herz raste wie wild. Sie hatte auch ziemliche Angst. Noch waren die Wort recht unschuldig und doch würde Vivian wohl sofort wissen um was es wirklich ging. Zumindest würde sie das, wenn sie wirklich so schlau war, wie sie meinte.
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Valaja
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BeitragVerfasst am: Mi März 03, 2010 5:35 pm    Titel: Antworten mit Zitat



Mit einem spöttischen Kopfnicken kommentierte Vivian Farinas Aussage. So, da hatte sie also bewiesen, dass man ihr ein Stück weit trauen konnte. Wie schön, dass sie im Ansehen einer einfachen Dienerin so sehr gestiegen war. Da sah der Tag doch gleich viel angenehmer aus. Sie schnaubte erneut leise, unterließ es aber der Frau ihre Gedanken unter die Nase zu reiben.

Als die Dienerin dann aber weiter sprach konnte Vivian sich nicht mehr zurückhalten. Unvermittelt warf sie ihren Kopf in den Nacken und stieß ein schallendes Lachen aus. Kein geziertes Kichern eines unschuldigen Mädchens sondern ein Laut der an den Wänden des Zimmers zurückgeworfen wurde. Noch immer lag ein Grinsen in ihrem Gesicht als sie sich schließlich wieder Farina zuwendete doch ihre Augen funkelten. ,,Du hast vielleicht Nerven.“ Ihre Stimme klang drohend und beeindruckt zugleich. ,,So wie es aussieht habe ich dir gerade deinen Hals gerettet und mich dafür ganz schön weit aus dem Fenster gelehnt. Und da kommst du daher und willst mir Fragen stellen?“ Sie machte den Eindruck als würde sie gleich wieder lachen konnte sich aber beherrschen. ,,Ich würde eher sagen, dass du nun mal an der Reihe bist mir etwas zu liefern. Mit anderen Worten, ich fordere eine Gegenleistung!“

eine wegwerfende Handbewegung folgte. ,,Und wenn wir schon dabei sind, kannst du mir gleich beim anziehen helfen. Ich habe nicht länger als nötig vor in diesen Wänden zu verweilen. Sorge nur dafür, dass ich anständig aus dem Haus gehen kann.“ Etwas hartes legte sich in ihren Blick. ,,Und nur damit du es weißt, ich bin eine treue und ergebene Dienerin des Grafen Ruthgars. Und natürlich freue ich mich über die Verlobung die er für mich arrangiert hat, ebenso darüber dass meine gesamter Besitz nach der Hochzeit in den meines ach so verehrten Mannes übergehen wird. Damit er Ruthgar diesen schwanzwedelnd vor die Füße legen kann.“ Vivians Gesicht war nun eiskalt. Natürlich war ihr bewusst, was Farina mit ihrer Frage bezweckt hatte und, dass in gewissen Sinne auch ein Antwort gegeben hatte. Doch sie war nicht so blöd sämtliche Vorsicht zu vergessen und ihr zu sagen, dass sie den Graf lieber tot als alles andere sehen würde. Oder nein, lieber im Dreck kniend. Aber so lange sie sich in Ruthgars Einflussbereich aufhielt würde das nicht aus ihrem Mund kommen. Wahrscheinlich nicht mal wenn sie sich irgendwo anders aufgehalten hätte wo sie sich nicht sicher sein konnte, dass niemand zuhörte.
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NSC
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BeitragVerfasst am: Do März 04, 2010 1:08 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Farina Farina
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Ganz die unterwürfige Dienerin half Farina Vivian in ihre Wäsche und dann das Kleid das sie getragen hatte. Es war teure Seide der man kaum ansah, dass sie von der Frau an dem Morgen nicht zum ersten Mal getragen wurde. Farina hatte genickt doch war dann erst mal wieder in ein Schweigen gefallen. Sie fand sich gerade hinter Vivian und beschäftigte sich mit den Reihen von winzigen Knöpfen, die das Kleid zusammen hielten, als sie erst wieder die Stimme erhob.

„Ihr müsst eins verstehen, Herrin. Ich hänge zwar an meinem Leben, aber für jene, bei denen meine Treue liegt, bin ich bereit zu sterben. Ich danke euch also für eure Hilfe aufs inständigste, aber ich habe Ziele und Überzeugungen die über meinen Willen zu leben hinaus gehen.“ Oh, dieses Gespräch war gefährlich und es war schon ein wenig bizarr, dass sie es ausgerechnet hier, in der Höhle des Löwen führte. Und dennoch, auch wenn sie und Vivian sich zu verstehen schienen, sagte sie nichts, das nicht rechtens wäre. Es war nur eben so, dass ihre Herrin keineswegs jene Dame war der sie wirklich loyal gegenüber stand.

„Ich respektiere euren legitimen Wunsch auf eine Gegenleistung und ich biete euch alles an, was in meiner Macht steht. Nur fürchte ich, das euer Haushalt ausreichend Dienerinnen schon hat. Was aber darüber hinaus geht ist leider nicht so leicht von euch zu entscheiden.“ Ob Vivian das als eine Ohrfeige empfinden würde? Farina sprach leise, war aber noch immer bestimmt.

„So oder so fragte ich mich aber gerade… nun… es ist keine wirklich besondere Sache, aber das Muster am Saum eures Kleides hat gar eine wundersame Ähnlichkeit mit dem Wappen eines gewissen Herren… erinnert ihr euch noch an den alten Grafen Tesverd? Jener Herr der vor Ruthgars glorreicher Inthronisierung die Macht in Aron inne hatte? Ja, sein Wappen war auf gar wundersame Art eurem Saum ähnlich.“ Noch ein paar Knöpfe schloss sie, ehe sie weiter sprach. „Nun, Tesverds Familie kam ja bekanntlich nach den damaligen Ereignissen durch ein Unglück ums Leben. Die Leichen seiner Frau und drei Kinder waren zur Unkenntlichkeit verkohlt. Die Tante meiner Schwägerin war an jenem Abend mit ihren beiden Söhnen dort und verlor ihre beiden Kinder, die ihr Schlafzimmer über den Räumlichkeiten der Gräfin hatten. Sie selbst überlebte nur, weil sie in dieser Nacht einen Botengang erledigte.“

Inzwischen war Farina mit den Knöpfen fertig und sie ging um die Adelige herum. Sie blickte wieder wie eine demütige Dienerin drein, doch nun wollte sie sehen wie Vivian auf das reagierte, was sie ihr zu sagen hatte. „Man hätte also fünf Leichen finden sollen.“ Schon wie sie es sagte, machte deutlich das darin eine gefährliche Wahrheit lag. Und doch mühte sie sich wie eine ignorante Dienerin zu wirken. Sie seufzte und begann nun das Bett zu glätten. „Ihr seht? Meine Verwandte und ich hoffen also, dass die beiden fliehen konnten und noch am Leben sind. Vielleicht waren sie durch die Flammen verwirrt und sind in den Wald geflohen.“ Ob sie nun von den Kindern der Dienerin sprach, oder von wem, war nicht so klar. „Was genau passiert ist, in jener Nacht ist wohl niemanden so ganz klar. Nur eins ist sicher. Es gab definitiv nur drei Leichen zu bestatten.“

Plötzlich aber zuckte sie hoch und sie sah fragend Vivian an. „Oh, Herrin, glaubt ihr es bestünde die Möglichkeit, man hätte die Kinder der Dienerschaft an der Stelle der Adeligen bestattet?“ Es war fast als würde Farina den Gedanken wirklich erschreckend finden. Doch dann schüttelte sie den Kopf. „Ach was, das wäre absurd. Nein, sicher würde man den Unterschied bemerkten. Und außerdem würde das ja bedeuten, dass es einen rechtmäßigen Anwärter auf den Thron von Aron gäbe. Also ich meine… noch einen, außer unseren Herrn Ruthgar. Undenkbar.“

Farina war nun mit dem Bett fertig und machte sich nun an den Vorhängen des Zimmers zu schaffen.
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Valaja
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BeitragVerfasst am: So März 07, 2010 1:11 pm    Titel: Antworten mit Zitat



Aufmerksam lauschte Vivian Farinas Worten Nut mit Mühe konnte sie ihr Gesicht ausdruckslos halten, denn das was da verhüllt vorgetragen wurde war einfach ungeheuerlich. Einige Momente schwieg sie und starrte den Rücken der Dienerin an die sich an den Vorhängenzu schaffen machte. In ihrem Kopf arbeitete es. Sie waren hier nun an einem Punkt angekommen an dem die Sache zu bedeutsam wurde, als das sie weiter in Andeutungen sprechen konnten. Genauso wenig wie sie die Dinge beim Namen nennen konnten. Und Vivian wusste genau um die Brisantes dessen was sie eben gehört hatte. Ebenso um das Vertrauen das Farina ihr entgegen brachte. Vielleicht war es ganz gut, dass die Dienerin sie nicht kannte. Denn sonst wäre es wohl nicht so weit gekommen. Doch zum Glück für die Frau, wies diese Offenbarung in eine für Vivian äußerst nützliche Richtung.

,,Natürlich hätte man das gemerkt...“ sagte sie nachdenklich, fast mehr zu sich selbst. Dann ging ein Ruck durch ihren Körper und sie strich ihr Kleid glatt. ,,Im Übrigen habe ich wirklich kein Interesse daran mit irgendwelche Geschichten anzuhören die sich die Dienerschaft erzählt. Die Herrschaft unseres Grafen ist rechtens und unumstößlich.“ erwiderte sie kühl. ,,Etwas anderes zu behaupten, noch dazu in seinen eigenen Räumlichkeiten wäre mehr als unangemessen.“ Was so viel bedeutete wie, dass sie diese Unterhaltung lieber an einem Ort fortführen wollte an dem man sicher vor ungewollten Zuhörern war. Und dass sie die Unterhaltung weiterführen würden war für Vivian beschlossene Sache. Es war Verrat, dass wusste sie. Und gleichzeitig war es, wenn es stimmte was Farina sagte, eine Möglichkeit sich aus ihrer mehr als misslichen Lage zu befreien. Und sich an Ruthgar zu rächen. Allein dafür hätte sie einen Mord begangen.

Vivian warf Farina ein überhebliches Lächeln zu, ganz in der Rolle der adligen Dame. ,,Ich bin sicher die Kinder deiner Verwandten sind in Angst geflohen und irren vielleicht in der Nähe der Stadt umher. Man müsste sie suchen lassen damit man sie sicher nach Hause bringen kann. Aber natürlich ist mir bewusst wie teuer ein solcher Suchtrupp sein kann. Nennt mir doch den Aufenthaltsort deiner Verwandten, dann lasse ich ihr durch einen Boten etwas Geld dafür bringen.“
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NSC
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BeitragVerfasst am: Mo März 08, 2010 5:14 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Farina Farina
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Farina nickte. „Ich danke euch Herrin für eure Worte. Ich bin nur eine einfach Dienerin und würde mir so oder so keine Zweifel erlauben, aber ich bin äußerst dankbar, dass ihr mir die Tatsachen mit eurer Autorität so deutlich darlegt.“ Auch auf das andere hin nickte Farina. „Oh Herrin. Ich glaube ihr vergesst, dass diese Ereignisse nun schon über ein Jahrzehnt vergangen sind. Falls die beiden heute noch leben, dann befinden sie sich sicher an einem Ort an dem sie kein Mensch ausfindig machen kann, außer er wird von den Göttern persönlich geleitet.“

Nun war Farina endgültig mit dem Zimmer fertig und es gab beim besten Willen nichts mehr zu erledigen. Es war Zeit das sie das weite suchten, aber noch ein Mal widmete sie sich der jungen Frau. Es hatte schon fast etwas vertrautes wie sie nun erneut an ihrem Kleid zupfte, fast so als wäre es seit eben, wo sie es der anderen angelegt hatte schon wieder verrutscht.

„Wenn ich mir noch eine Anmerkung erlauben darf? Ihr seid eine gar wunderschöne Frau, Herrin Vivian. Aber ihr solltet euch ein Korsett machen lassen. Entsprechend eng geschnürt wird es eure eh schon grazile Taille wunderschön zur Geltung bringen auch eure Brust so zu stützen wissen, dass diese gar eine ansprechende Erscheinung im Ausschnitt abgeben wird.“ Sie sah nun Vivien direkt in die Augen. „In so einem Korsett werdet ihr so einige aufschlussreiche Erkenntnisse haben, denn auch wenn die Männer nicht so recht wissen was sich verändert hat, werden sie dennoch von euch fasziniert sein.“ Es mochte das relativ sinnfreie Gespräch von zwei Frauen sein, aber sie glaubte das Vivian genug Verstand besaß um zu verstehen was sie ihr wirklich sagte. „Es versteht sich von selbst, dass so ein delikates und komplexes Kleidungsstück eine Vertrauenssache darstellt. Aber zum Glück kenne ich eine Meisterin die euch in der Angelegenheit in jeder Hinsicht zufrieden stellen kann. Zephara betreibt im Nordteil der Stadt ein Atelier und gilt trotz ihrer jungen Jahre als Meisterin ihres Fachs.“

Nun trat Farina einen Schritt zurück und bedachte Vivian kritisch. „Ja, ich würde euch empfehlen, dass ihr sie aufsucht und ihr sagt, dass ihr auf meine Empfehlung erscheint und ein Korsett in Pastelltönen wünscht. Sagt ihr, ihr möchtet nur eins mit Stäbchen aus den Knochen des Belschar-Wals.“ Sie lächelte. „Nicht das ich mich mit solchen Dingen genauer auskenne, aber ich höre diese Stäbchen wären die besten und in jedem Fall.“ Wieder wurde ihr Blick intensiv. „Zephare kann euch alles darüber sagen, was man wissen kann.“
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