Aron - Das Rollenspiel Forum
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NSC Legende


Anmeldedatum: 19.03.2008 Letzter Besuch: 08.09.2010 Beiträge: 4863
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Verfasst am: Mi Feb 24, 2010 5:53 pm Titel: |
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Klatsch, bumm – aus? Vielleicht kam es Karanew nur so vor, aber er war sich recht sicher, dass mit ihm keiner so umgesprungen war, als er noch ein Mann gewesen war. Oh sicher, man hatte ihn angelogen oder das Thema gekonnt umschifft, aber er glaubte nicht, dass man auf eine unliebsame Frage einfach entgegnet hatte: „Ich suche jemanden. Doch wer das ist und warum, das geht euch nichts an, Mädchen.“ Vielleicht lag es aber auch nur an seinem momentanen Gefühl der Schwäche, das er das so sah. Vielleicht aber auch an dem letzten Wort in dem Satz – Mädchen. So genau wusste er das nicht. So oder so aber trieb ihn das gesagt ziemlich auf die Palme. Und doch explodierte er nicht. Er verhielt sich sogar recht passiv und das nicht ohne Grund.
Im Moment konnte er nur abschätzen welche Dimensionen der Kerl im Vergleich zu seinem momentanen Körper hatte. Frauen waren bekanntlich im Schnitt kleiner als Männer. Wie groß Rukh im Vergleich zu Karanew gewesen wäre konnte er nicht mal mehr einschätzen. Aber ihn drängte sich zunehmend das Gefühl auf, dass Rukh wirklich ein ziemlicher Brocken war und auch wenn er eine gewisse Attraktivität inne hatte, so war er nicht die Art Mann der er gerne in einer dunklen Straße über den Weg lief.
Es war bizarr, aber in dem Moment war Karanew sogar richtiggehend froh, dass er nun im Körper einer Frau steckte. Wenn der Typ auf der Suche nach ihm war, konnte das nichts Gutes bedeuten. Das der Mann ihr voraus eilte gab der vermeintlichen Frau zumindest die Chance die Situation zu überdenken und die Gedanken liefen richtiggehend heiß. Karanew war ein Mann gewesen der einiges an Dreck am Stecken hatten und es gab Leute die ihn richtiggehend hassten. Aber schließlich hatte er eine dunkle Vermutung. Die schwarzen Haare und die Sonnengebräunte Haut des Mannes ließen in ihm einen Südländer vermuten. Vielleicht hatte man bemerkt, dass seine versprochene Ware nicht gekommen war und vielleicht waren seine Geschäftspartner auf der Suche nach ihm? Bei seinem letzten Besuch hatte er einen nicht unbedeutenden Vorschuss von einem Wohlhabenden corvanischen Bürger erhalten. Konnte es sein, dass jener diesen Kerl angeheuert hatte, um ihn den gar aus zu machen?
Karanew stand noch immer nicht auf diesen verweichlichten, weiblichen Körper. Aber im Moment war er lieber ein dummes Weibsbild, als tot. Als der Hund das knurren begann musste er unwillkürlich an Amalthea denken. Es war nicht so, dass etwas in der Situation ihn an sie erinnerte. Aber so wie die Reaktion des Tieres eine Gefahr implizierte fühlte er erneut wie schwach und nutzlos er im Moment war und wie sehr er auf den fremden Mann vertrauen musste. Gut, Amalthea war nie so schwach gewesen wie diese Frau es war, und doch konnte er sich gut vorstellen, wie es gewesen wäre, wenn er Rukhs Platz inne hätte, und Amalthea seinen.
Was dann aber kam ließ ihn dann doch wieder düster funkeln. Aber erneut verkniff er sich ein Kommentar. Es passte ihm gar nicht aber neben dem Ort hier ging auch von dem Mann eine entscheidende Bedrohung aus und es war wohl wirklich nicht so schlecht, wenn er ihn weiterhin glauben ließ, dass er nicht nur jetzt eine Frau war, sondern schon immer eine Frau gewesen war. „Ihr mögt es nicht für möglich halten, aber es gibt durchaus Speisen die ich zubereiten kann.“ Oh Gott, wie er sich dafür nun hasste. „Nun, ich bin eine Frau und es gibt Leute die durchaus erwarten das ich kochen kann.“ Seit wann war er so anpassungsfähig? Aber halt, das war er ja schon immer gewesen. Und verlogen war er ja auch. „Aber es stimmt schon. Es gibt Dinge die ich lieber mache als kochen.“
Er hatte zwar schon vorhin zu hören bekommen, dass es Dinge gab, die „das Mädchen“ gar nichts anging, aber er schob es dem Körper zu, dass er keine wirkliche Kontrolle über das Mundwerk hatte. „Aber ihr scheint das nicht vorauszusetzen? Ich meine es ist selten das man einen Mann trifft, der einen Rock sieht und langes Haar und einen nicht gleich in eine Schublade steckt. Ich meine ich kenne euch nicht aber ihr klingt zumindest so als würdet ihr euch erst mal Gedanken über jemanden machen bevor ihr ihn… äh… oder sie aburteilt.“ Die Lücke und das äh verschmolzen in den Satz fast unhörbar. „Ist das wo ihr her kommt so üblich? Ich meine selbst in Aron sind ja die Frauen eigentlich gleichberechtigt aber es gibt durchaus Kerle die der Meinung sind dem wäre nicht so.“ Was für ein Haufen Kuhdung! Für all die hübschen Worte die so flüssig aus diesem hübschen Mund drangen war es Karanew noch immer egal was der Typ über die Stellung der Frau denken mochte. Er hoffte lediglich einen Hinweis darauf wo der Kerl her kam… |
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Amalthea Legende


Anmeldedatum: 02.07.2009 Letzter Besuch: 09.09.2010 Beiträge: 1425 Wohnort: Wien
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Verfasst am: Mi Feb 24, 2010 9:14 pm Titel: |
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Schnatterte sie selbst etwa auch so viel wenn sie im richtigen Körper steckte? Eine dunkle, buschige Augenbraue hob sich während sich Amalthea vollends zu der Frau umdrehte. “Mein Volk bewertet anders als nach so simplen Dingen wie …” Nein, sie würde jetzt ganz sicher nicht schon wieder ihre Kurven mit den Augen nachfahren “… wie den Geschlechtern.” Nun, sicher gab es auch bei den Nordischen gewissen Rollenbilder, doch es stimmte schon. Ob jemand ein guter Reiter war, ein guter Händler, Kämpfer oder Heiler. Das kam nicht zwingend auf das an was man jenseits des Gürtels vorzuweisen hatte. Gewiss, Männer waren zumeist größer, deutlich Stärker und Frauen… Ach was, musste sie sich jetzt damit aufhalten?
Die Nomadin drehte sich wieder um, fast ungeduldig winkte sie nach Nesine um daraufhin den Hügel hinunter zu deuten. “Dort bin ich erwacht, wenn ich nicht irre ist dieser Palast gleich geschnitten wie der eure.” mehr bekam sie nicht zu hören.
Kies knirschte unter den schweren Sohlen während sich Amalthea die sanfte Anhöhe hinunter begab. Die Schritte der Anderen folgten in viel kürzeren Abständen und manchmal klang es so als würde sie rutschen oder einen stolpernden Schritt tun. Sie mochte sich das aber auch Einbilden, denn ihre Aufmerksamkeit war wieder zu anderen Dingen geglitten.
Irrte sie sich so sehr? Hier war doch irgendwo ein Muster aus Steinen im Rasen gelegen, sie war darüber hinweg gestiegen als sie den Garten durchquerte und auch das der Kiesweg so schnurgerade zu “ihrer” Eingangstür geführt hatte war ihr nicht aufgefallen. Nun, misstrauisch was sie so und so schon und was hier auch die Zügel in der Hand hielt, im Moment konnten sie wohl einfach nur wachsam sein. Oder? Langsam stieg ein Gefühl in ihr hoch das schlammig an ihren Nerven zog. In wie großer Gefahr befanden sie sich wirklich? Diese Nesine, war sie tatsächlich so hilflos wie sie tat? Oder sollte sie hier den Lockvogel geben, war sie vielleicht sogar jene die ihr diesen Körper angetan hatte? Ihre Mine wurde düster wie die Gedanken die sie führte. An der Türschwelle hielt die Nordische kurz inne, legte die schwere Hand auf den immer noch offen stehen Flügel der Tür. Das glatte Holz fühlte sich unter ihren Fingern seltsam an. War es das Material oder war es ihre neue Haut die Bewirkten das sich Holz nicht mehr so ganz wie Holz anfühlte?
Ihr Hengst schien sich so schnell in den neuen Leib einzuleben, immer deutlicher wurde ihr dies Bewusst. Und unterstrich damit, das auch sie sich immer besser mit den ungewohnten Proportionen zurecht fand. Was war wenn sie sich zum Schluss wirklich noch daran gewöhnte ein Mann zu sein?
Energisch schob Amalthea diese Idee fort und trat über die Schwelle.
Der marmorne Fussboden jenseits davon war angenehm kühl, nicht das sie es durch die Sohen spüren konnte, doch war es im Inneren des Gebäudes generell angenehm frisch. Die dunklen Augen glitten kurz durch den Raum bevor sie auf einen Gang zuhielt, der in Palast der Anderen zur Küche geführt hatte. Tatsächlich fand sie sich wenige Augenblicke später in der exakten Kopie selbiger wieder. Bis hin zu dem Messer, das jetzt in ihrem Gürtel steckte, war alles gleich. Befand sich am selben Platz.
Kopfschüttelnd drehte sich die Nordische um und blickte fast überrascht zu Nesine hinunter. Sie waren sich ob ihrer nicht so leicht vorhersehbaren Bewegung recht Nahe gekommen und zum ersten mal seit sie das Mädchen gesehen hatte, rief ihr Anblick etwas in Amalthea wach, das ihr irgendwie bekannt vorkam. Sah sie einer Bekannten von ihr Ähnlich? Oder einer Händlerin…. Vielleicht der Heilkundigen die sie damals verbunden hatte nachdem sie dumm genug war sich… Nein, das war es auch nicht.
Sie musste die junge Frau ziemlich lange, recht eindringlich gemustert haben, als ihr das bewusst wurde versuchte sie schnell wieder Worte zu finden
“Wenn ihr genau den Ort sehen wollt… Die Treppe hoch dann links. In diesem Bett fand ich mich wieder als ich plötzlich nicht mehr am Seeufer war.” |
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NSC Legende


Anmeldedatum: 19.03.2008 Letzter Besuch: 08.09.2010 Beiträge: 4863
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Verfasst am: Do Feb 25, 2010 5:17 pm Titel: |
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Karanew – Nesine – wer auch immer, was auch immer er nun war zögerte, ehe er den Mann hinein folgte. Eigentlich sollte er sich wohl an den Klang des seltsamen Schuhwerks langsam gewöhnen. Mittlerweile kam er beim Laufen ganz gut zurecht, aber hier drinnen klackerten die Schuhe nun doch irgendwie seltsam. Aber auch das war eine der Empfindungen für die er noch nicht wirklich viel Zeit über hatte. Zu sehr war er hier mit anderen Dingen beschäftigt und zu einem Teil drängte er auch das Empfinden der eigenen Weiblichkeit aus seinem Bewusstsein, auch wenn es nicht gerade einfach war. Da Rukh nun schon etwas vor ihm war musste er sich sputen wollte er den Schluss nicht verlieren und gerade da merkte er wieder wie unterschiedlich dieser Körper doch auf schnelle Bewegungen reagierte.
Ein wenig war das Gefühl dann doch ablenkend. Zumindest schob er dem neuen Körper die Schuld in die Schuhe denn wie sonst hätte er verpassen können, dass sich der andere Abrupt umdrehte? Wie sollte man auch in Schuhen wie diesen den eigenen Körper zum Stoppen bringen? Fast hätte er diese schlanken Finger an die Brust des Mannes geführt, um sich von ihm gedrückt zu halten, aber da fand er doch noch die Balance. Es war schon irgendwie peinlich und doch war es auch nicht mehr so unangenehm wie eben noch. Zumindest im ersten Moment nicht. Dann aber fühlte er wieder zu deutlich den Blick des Mannes auf sich. Nun zumindest eins ist klar – Amalthea hat man nicht in seinen Körper verfrachtet. Die würde eine andere Frau nie und nimmer so ansehen. Nur was ist dann mit ihr passiert? Mit einem Schlag sah er fragend den Hund an. Nein, das wäre absurd! Es wollte sich die Hand durch die Haare schieben als er sich deren fremdartiges Gefühl bewusst wurde. Absurd, was? Und wie empfinde ich dann diesen Körper? Normal?
Auf die Frage des Mannes hin schüttelte sie nur den Kopf. Ohne es zu merken hatte sie Gedanken die für eine Frau typischer waren, als für einen Mann. Nein danke, in einem Zimmer mit Bett möchte ich im Moment mit dir wirklich nicht alleine sein. „Nein, danke. Ich glaube euch. Ich will eigentlich nur…“ Die Stirn faltete sich erneut und schon schob sich diese Hand, die irgendwie wieder auf die Hüfte gefunden hatte, ein wenig weiter auf die Mitte des Körpers zu. Karanew konnte fühlen das es seine Hand war und sein Unterleib, und doch wirkte es immer wieder so seltsam auf ihn. Es war so schwer zu akzeptieren dass diese hübschen Nägel auf diesem noch hübscheren Kleid seine Finger sein sollten. Verlegen nahm er nun die Hand weg, als ihn die Erkenntnis traf, was er da die ganze Zeit schon als störend empfunden hatte. Oh Gott. Ich muss pinkeln. So fühlt sich das für eine Frau an? Nun, es war nicht ganz anders, aber irgendwie doch ein wenig. „Habt ihr… zufällig schon ein stilles Örtchen in diesem Palast gefunden?“ Toiletten waren in Aron auch in Adelshäusern selten und ihn würde es nicht verwundern, wenn man seine Bedürfnisse in der Natur stillen musste, aber vielleicht gab es ja so etwas.
Und da traf es ihn. Irgendwie drang es erst jetzt zu ihm durch. Verdammt, er war ja jetzt eine Frau. Wie ging das denn überhaupt? Mal eben pinkeln gehen war ja keine große Sache. Man stellte sich eben schön in eine Ecke und fertig war man auch schon. Noch mal gut schütteln und schluss. Aber das war ja jetzt nicht mehr. Er merkte erst verspätet, dass er Rukh nun vollkommen entgeistert anstarrte. Oh, er hatte Frauen dabei gesehen – ausversehen, denn in dem Akt konnte er so gar nichts Aufregendes finden. Und mal ehrlich, wenn da eine Maid umringt von ihren Röcken im Wald hockte war da weder viel elegantes noch etwas sinnliches in der Situation enthalten. Was da ein Mann tat war ja im Vergleich noch regelrecht kühn! „Es gibt doch hier eine Toilette.“ Fragte er entgeistert, und hoffte das Rukh seinen Blick für lediglich das Entsetzen deutete, möglicherweise draußen pinkeln zu müssen.
Zuletzt bearbeitet von NSC am Fr Feb 26, 2010 4:55 pm, insgesamt einmal bearbeitet |
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Amalthea Legende


Anmeldedatum: 02.07.2009 Letzter Besuch: 09.09.2010 Beiträge: 1425 Wohnort: Wien
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Verfasst am: Fr Feb 26, 2010 9:55 am Titel: |
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Dieses Gefühl, ob es nun von ihr selbst kam, oder von diesem Körper, es hatte sachte angeklopft und wohl versucht auf etwas aufmerksam zu machen. Doch was auch immer es gewesen war, es war verschwunden und Amalthea war sich sicher, noch nie einer Frau begegnet zu sein die Nesine irgendwie ähnlich sah. Oder sich ähnlich verhielt. Wie konnte man ob einer solchen Lappalie nur so einen Blick aufsetzten?
“Nein, ich habe noch nichts vergleichbares gefunden, ihr werdet euch schon selbst bemühen müssen.” Währe ja noch schöner, sollte sie ihr hier nun das Haus erkunden während sie feige hinter ihrem Rücken geduckt wartete was hinter der nächsten Tür lauerte? Den Gedanken das dieses Mädchen ihr etwas schlechtes wollte und dafür ihren ungeschützten Rücken brauchen könnte, lies die Nordische endgültig fahren. Sie schob ihren breitschultrigen Körper an der Frau vorbei und folgte dem Gang zurück zur Eingangshalle. Der Hund blieb zurück und sah Nesine noch einen Moment an, bevor er hinter seinem Herrn her lief, die Nase mal am Boden, mal in der Luft.
Amalthea wurde derweilen nun zum ersten mal richtig bewusst in welchen Prunk sie erwacht war. Bisher hatte sie sich ja mit anderen Dingen rumschlagen müssen und aus irgendeinem Grund schien ihr das was um sie herum war, nun ja, einfach mal da zu sein. Nebensächlicher zu sein als es eigentlich sein sollte.
Die Wände waren fein verputzt, manchmal mit bestickten Tapeten bespannt, die Möbel die vereinzelt herum standen wie der ein oder andere Stuhl, ein Tischchen oder Truhen und Anrichten waren aus edlen Hölzern gefertigt. Der marmorne Boden der die Eingangshalle ausgelegt hatte führte sogar bis in die Küche, wurde in diesem Gang jedoch von Teppichen geschützt. Die Nomadin war noch nie in einem Herrenhaus gewesen, konkret war das edelste was sie bisher an Räumlichkeiten gesehen hatte ein besseres Gasthaus. Ein paar mal hatte sie ihren Drang zu ziehen für ein paar Monate auf Eis gelegt und einen größeren Auftrag an Land gezogen, einmal sogar für einen Mann von niederen Adel, doch weder den noch das innere seines Anwesens hatte sie je wirklich vom Nahen gesehen, sein Stallmeister hatte alles arrangiert und sie hatte im Gesindehaus genächtigt, nächtigen sollen. Naja.
Insoweit war dies hier etwas das sie im Grunde überwältigen sollte. Aufs geradewohl schlug sie den Deckel einer Truhe zurück und sofort wieder zu. Sie öffnete sie nochmals und tatsächlich war sie immer noch bis fast zum Rand mit kleinen Säckchen gefüllt deren Bänder nicht recht zugezogen waren und aus denen ganz eindeutig Silbermünzen glänzten. Geld konnte man immer brauchen, doch sie widerstand der Versuchung etwas davon zu nehmen. War es nicht schon seltsam genug hier, sollte sie wirklich etwas von diesem Ort nehmen was herumlag als währe es nichts wert? Gedankenverloren ging sie weiter, immer mit Boréas an den Fersen, es war gut ihn bei sich zu haben, wer wusste schon ob sie sonst nicht vor Sorge noch Kopfloser gewesen währe. Also noch mal, ich muss erstens Karanew finden und zweitens uns heil von dieser Insel schaffen. Ist doch einfach oder? Nesine würden sie schon irgendwie mit ziehen, den Klotz hatte sie in jedem Fall mal am Bein. Wo war das Mädchen überhaupt? Die Nordische war gegangen und schalt sich nun selbst für die Annahme die Andere mochte ihr vielleicht genauso folgen wie es ihr Hund getan hatte. Wie dumm war den dieser Gedanke? Nun, sie würde sich wohl einen -stillen Ort- gesucht haben. Amalthea war also nicht so erpicht darauf sie nun zu suchen. Nun mit offeneren Augen wanderte sie weiter durch den kleinen Palast. Oh, viele Zimmer waren es wirklich nicht, doch jedes war so luxuriös wie das vorhergehende. Den oberen Stock erklomm sie wieder mit zwei Stufen auf einmal, einer Intuition folgend ging sie in das Zimmer indem sie erwacht war und fand es natürlich unverändert, sie seufzte kurz und setzte sich auf das Bett. Langsam bemerkte sie das der Nebel in ihren Kopf zurück ging. Das da überhaupt Nebel gewesen war. Es war doch unglaublich, sie hatte seit ihrem Erwachen hier im Grunde einfach nur -funktioniert- sicher waren da Gedanken und Ängste gewesen, doch irgendwie kam erst jetzt so alles richtig zurück. Verflucht sie war ein Mann! Sie steckte in einem breitschultrigen, hochgewachsenen, muskulösen, dunkelhaarigen, haarigen an sich, Körper fest. Ihr Hengst war zum Rüden geworden und hatte so gesehen mehr gewechselt als sie. Die ganze Art. Doch zumindest hatte man ihm sein Geschlecht gelassen.
Mensch mochte Mensch sein aber sie merkte schon das sie begann in andere Muster zu fallen. Hätte sie etwas über so unerklärliche Dinge wie Hormone gewusst währe ihr vielleicht leichter gewesen, oder auch noch ängstlicher.
Schließlich riss sie sich wieder zusammen, sie konnte jetzt doch nicht heulen und resignieren wie ein kleines Mädchen! So fuhr sich die Frau mit dieser schwieligen Hand einfach nur über ihr Gesicht, seufzte dunkel und stand wieder auf. Ihre Schritte nahmen an Kraft auf während sie langsam zur Tür ging, diese aufdrückte und rief “Nesine? Wo steckt ihr?”[/i] |
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NSC Legende


Anmeldedatum: 19.03.2008 Letzter Besuch: 08.09.2010 Beiträge: 4863
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Verfasst am: Sa Feb 27, 2010 12:33 am Titel: |
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Nesine steckte hinter einem Busch auf dem Anwesen, der das Haus umgab. Und Nesine hatte gerade eine recht üble Stimmung. Nesine kauerte wirklich wie eine dumme Frau auf dem Boden und sah sich verzweifelt um. Sie bekam das Gefühl einfach nicht los, das sie hier nicht alleine war und das man sie beobachtete. Es war zum Heulen. Karanew wagte es aber nicht zu rufen. Wenn er es sich nur einbidete würde er mit seinen Schreien sicherlich nur den Dunkelhaarigen auf die Bühne rufen, und inziwischen musste er wirklich dringend pinkeln. Er hatte das gesamte Erdgeschoss nach einem entsprechenden Raum abgesucht, aber so luxuriös der kleine Palast auch war, er hatte nichts entsprechendes gefunden. In Aron war ein Mangel an so einem Raum an sich auch nicht verwunderlich. Karanew hatte ähnliche Räume vor allem in den südlichen Metropolen vorgefunden. Dennoch wünschte er sich wie nie zu vor so ein Zimmer herbei. Vergebens. Es gab so ziemlich ein Zimmer für alles, aber nicht für das.
Als er da aber so kauerte und dann doch die Röcke raffte, hielt er dann doch inne. Irgendwie hatte er ziemliche Angst er könnte sich selbst benässen, oder zumindest das was er trug und im Moment war ihm gar nicht danach erneut die Kleidung zu wechseln. Aber das war nicht der Grund dafür. Aber jetzt... er wusste nicht genau warum, aber jetzt hatte er irgendwie das bedürfnis, dem Grauen ins Auge zu sehen. Noch ein Mal sah er sich um aber er war hier so alleine, wie er wohl je sein würde. Dann raffte er den Rest zusammen.
Noch immer wollte er verleugnen, dass es wirklich wahr war, aber schon jetzt konnte er deutlich fühlen wie die Abendluft über all das strich. „Ich bin... eine verdammte Frau.“ Hauchte er, aber noch immer glaubte er es nicht so ganz. Oh ja, er steckte in einem Kleid. Er bekam entsprechende Blicke von Rukh. Aber noch immer glaubte er es nicht ganz. Endlich wieder machte er den Rücken halb gerade und gab jenem Druck nach, der ihn überhaupt erst hierher gebracht hatte. Es würde... Es würde... Es würde... Aber es kam nicht so. Es gab wohl keine Frau die mit einem ähnlichen Entsetzten dem eigenen Wasserfluss ansah.
Wie das wohl weiter gegangen wäre wusste Karanew nicht so recht. So oder so tauchte Rukh rufend am Eingang auf und Nesine drückte ein wenig hastig die eigenen Rücke wieder hinunter, ehe sie sich aufrichtete. Die Augend schließen suchte er sowohl diese Gefühle, als auch die eben gesehenen Bilder aus seinem Verstand zu bannen.
Es war zu fiel. Karanew marschierte erst mal entschlossen zu Rukh hinüber. „Das hier alles... ist vollkommen verrückt. Wir müssen hier weg.“ Unweit von dem Mann angekommen drehte er sich um und blickte in die letzten Strahen der Sonne die gerade hinter den Bergen unter ging. „So viel dazu.“ Hauchte sie nur noch. Und jetzt so wie nicht mehr musste, fühlte sie etwas anderes. Hunger. Bis auf den Apfel hatte er noch nichts gegessen. |
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Amalthea Legende


Anmeldedatum: 02.07.2009 Letzter Besuch: 09.09.2010 Beiträge: 1425 Wohnort: Wien
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Verfasst am: So März 07, 2010 7:22 pm Titel: |
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Die junge Frau kam hinter einem Busch hoch und trug deutlich die Anzeichen von Schreck in ihren Zügen. Nun, wahrscheinlich hatte sie Amalthea nicht kommen hören und war von ihrem Rufen überrascht worden. Nesine brauchte aber nicht lange um sich zu fangen und fing auch umgehend das meckern an. “Da sind wir wohl einer Meinung.” Die Nordische drehte sich schaubend um, wischte sich einige schwarze Strähnen aus der Stirn und sah zur untergehenden Sonne hinüber. “Heute kommen wir nirgends wo mehr hin.” stellte sie unnötigerweise mit dieser dunkel kratzenden Stimme fest.
Sie sah nun fast etwas missbilligend auf die zarte Schönheit hinab, als würde sie insgeheim ihr die Schuld für dies alles geben, als Boréas wieder zu knurren begann. Lass die Hasen Junge. Es lag ihr schon auf der Zunge, doch irgendwas war anders und so schluckte sie die Worte und lenkte ihren Blick zu dem hellbraunen Tier. Der große Hund tänzelte wie ein nervöses Pferd. Hatte der vollkommen fremde Jagdinstinkt das Tier vorhin überwältigt, schien er nun zwischen den beiden Extremen eines Flucht- und eines Raubtieres zu pendeln.
Boréas war ein mutiger Hengst, er war auch so erzogen worden und doch blieb er ein Pferd und Pferde rannten in letzter Konsequenz. Nein, sie rannten eigentlich noch vor der letzten Konsequenz, dem Kämpfen. Doch jetzt schien gleichzeitig mit dem Wunsch zu fliehen, der Drang des Beschützen wollens vorzudrängen. Der Rüde knurrte, scharrte, nahm einen Schritt vor seinen Herren um dann wieder einen zurück zu treten und zu ihm auf zusehen.
“Was zur Hölle?” Der hochgewachsenen Mann trat Näher zu Nesine heran und ob es jetzt Rukh war oder Amalthea die Handelte, mochte dahingestellt sein. Tatsache war das Nesine plötzlich eine starke Hand am Unterarm fühlte und sich nur Augenblicke später hinter den breiten Schultern ihres Begleiters wiederfand. Dieser tat noch einen knappen Schritt vorwärts und dann sahen die dunklen Augen was das Tier gespürt hatte.
Ein verschwommener, sich geduckt fortbewegender Schemen glitt hinter einem in Form geschnittenen Busch, geschmeidig wie eine lauernde Katze. Das Schwert der Nordischen lag bereits in ihrer Hand, als sie durch das Geäst etwas aufblitzen sah das eine Klinge sein mochte. Sechs oder acht Schritt von ihr entfernt erschien wie aus dem Nichts eine Gestalt von der Größe eines Pferdes zwischen zwei Bäumen und huschte lautlos hinter den einen als -Rukh- den Kopf drehte um es besser zu sehen. Das Wesen schien verschwunden obwohl dies nicht sein konnte. Hinter solch schmalen Stämmen konnte sich nichts verbergen das einen breiteren Brustkorb hatte als ein ausgewachsener. Mann. “Nesine, geht in das Haus. Und zwar sofort.” Die Augen der Nordischen glitten zwischen dem Buschwerk und den Bäumen hin und her, doch zeigte sich der nächste schattenhafte Körper relativ weit entfernt und nur für die Zeit eines Herzschlages auf der Kuppe des Hügels.
Verflucht noch eins, dieser Ort hielt immer neue unangenehme Überraschungen breit. Amalthea drehte sich halb um und bemerkte das das Mädchen immer noch da stand. “Vorwärts, da drinnen sind wir sicherer als hier draußen.” es war mehr ein knurren als Worte und nun trieb die Nomadin die Andere regelrecht in das Haus. Immer wieder glitt ihr Blick über die Schulter während sie langsam hinter drein schritt. Beréas wich ihr nicht von den Hacken und jedes Mal wenn er den Kopf abrupt drehte, so flog auch der Blick seiner Herrin in diese Richtung, doch nie war mehr auszumachen als ein Schatten, ein Zerrbild eines Feindes. Endlich spürte sie die Stufen unter den Füßen, immer noch waren ihre Bewegungen ruhig als sie die Türflügen griff und schloss. Der Holzbalken der sie geschlossen hielt war schwer. Zu schwer alsdas sie ihn als Frau je hätte bewegen können, denn selbst ihr nun männlicher Körper machte ihn darauf aufmerksam das hier wohl noch ein paar Hände nützlich währen. Doch es klappe auch so. “Geht und seht zu das die Fenster verschlossen sind.” bellte sie in Nesines Richtung bevor sie sich erinnerte “Bitte.” |
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NSC Legende


Anmeldedatum: 19.03.2008 Letzter Besuch: 08.09.2010 Beiträge: 4863
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Verfasst am: Mo März 08, 2010 6:03 pm Titel: |
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Es verschlug Karanew nun doch den Atem. So weit war es also schon gekommen? Ein vager Schatten erschien und schon wurde die zerbrechliche „Frau“ zu ihrem Schutz in die Obhut des Hauses geschickt? Es waren subtile Momente wie diese die ihm viel deutlicher zeigten, das „er“ nun wirklich „sie“ war. Und wenn er auch so noch immer nicht von sich dachte, so war es doch offensichtlich, dass dieser Rukh noch immer davon überzeugt war. Fast noch schlimmer war, dass Karanew dem Befehl auch fast sofort ohne Widerwort nach kam. Er versuchte sich natürlich zu sagen, dass er als Mann auch nicht anders gehandelt hätte. Das Kämpfen hatte er als Händler auch meist seinen Wachen überlassen, und doch fühlte er recht deutlich, dass es anders war.
Der Laut der erklang, als Rukh den Holzbalken mit Mühe in Position brachte hatte etwas endgültiges an sich und plötzlich war sich die vermeintliche Frau nur zu deutlich bewusst, dass sie die Monster vielleicht erst mal aus gesperrt hatten, das sie aber auch mit diesem Mann hier eingesperrt war, denn eins sah sie dem Balken nur zu deutlich an – sie würde ihn nicht ohne Hilfe hoch bekommen.
Die Fenster im Erdgeschoss waren allesamt vergittert. Dennoch schloss sie artig jedes einzelne ehe sie auch noch die Vorhänge zu zog. Der Bau thronte auf einem Felsvorsprung und so war eh so gut wie ausgeschlossen, dass diese Schatten durch die Fenster herein kommen konnten – außer sie konnten fliegen, und wenn sie dazu in der Lage waren, waren sie eh verloren. Dennoch versuchte sie diese Fragen nicht genauer zu bedenken. Wer konnte schon sagen was in einer Welt möglich war, in der man als Mann einschlief, und als Frau erwachte?
Karanew war unten schon fertig und hatte vorsorglich auch noch alle Kerzen und das Feuer im Kamin entzündet, als er ein Buch bemerkte das so auf einem Tisch nahe einem Sofa lag, dass es ganz den Anschein hatte, das Rukh darin geblättert hatte bevor er heute Morgen „sein“ Haus verlassen hatte. Warum er diesen ihm immer noch fremden Körper hinüber zu dem Buch bewegte lag wohl mehr daran, dass Karanew dringend nach einer Ablenkung suchte, die ihn erlauben würde seine Angst zumindest für einen Moment zu vergessen. Die Ereignisse waren aber wirklich zu seltsam als das er sich sicher war, lange noch einen klaren Verstand zu behalten.
Das Buch aber – wie konnte es auch anders sein – hielt seine ganz eigenen Überraschungen bereit. Schon auf der ersten Seite fand er ein Bild vor, das er in so einer detaillierten Darstellung noch nie zuvor gesehen hatte. Es zeigte eine Frau die ihrem Verlobten nachwinkte. Dieser war offensichtlich dabei in einen Krieg zu ziehen. Schon im ersten Moment hatte das Bild Karanews Aufmerksamkeit voll und ganz gefesselt. Zarte, weibliche Finger suchten schließlich die Seite und blätterten um. Mit viel Liebe zum Detail wurde über die nächsten Seiten nun bildlich dargestellt, wie die Tage der jungen Frau weiterhin verliefen. Etwas in ihm fragte sich schon, was das sollte, aber andererseits waren die Bilder von solch überwältigender Schönheit und seltenem farblichen Reichtum, das es die grünen Augen fast nicht fassen konnten, die auf die Seiten starrten.
Karanew war schon immer davon fasziniert gewesen, was Frauen so alles taten um ihr Erscheinungsbild auf die bestmöglichste Art wirken zu lassen. In dem Buch war eine ganze Episode der Darstellung gewidmet, wie sich dieses Mädchen schminkte und frisierte, und Karanew, oder Nesine musste sich eingestehen, dass er diese Darstellungen auf bisher ganz andere Art faszinierend empfand, und als die Fremde auf den Bildern dazu über ging sich Ohrringe in die Läppchen zu stecken glitten auch die echten Finger an die Ohren und er war nicht schlecht verwundert das ihre Ohren tatsächlich durchstochen worden waren. Ja, er fühlte plötzlich das seltsame Sehnen, dass auch er gerne etwas hübsches darin tragen würde, und ihm war fast als erinnerte er sich daran, wie es sich an fühlte wenn sie Ohrringe trug.
Kurz wurde ihm schwindelig. Kurz wusste er nicht mehr war er nun Karanew oder war er nun Nesine? Wer er nun Frau oder Mann? Was war real? Was war trug?
Das Buch… es zog weiterhin seinen Blick. Es unterband die Gedanken an alles andere und schon bald aus einem weiteren Grund als der puren Neugier. Das Mädchen war nun nicht mehr alleine. Es hatte es noch nicht bemerkt, dass ein Fremder das Zimmer betreten hatte. Das auch Nesine nun nicht mehr alleine war, merkte sie nicht. Zu sehr hatte das Buch ihre Aufmerksamkeit gefesselt und es kam wie es kommen musste. Die Fremde im Buch war eine seltene Schönheit und wenige Bilder später wurde sie auch schon wild von dem Mann bedrängt. Nesine konnte ihre Angst regelrecht fühlen, aber auch diese bizarre Erregung die das Mädchen ob der Aufmerksamkeit des Kerls erfuhr, denn so roh und drängend er auch war, seine Finger waren geschickt und kundig.
Das Rukh nun auch schon auf das Buch starrte merkte Nesine erst, als sich sein Schatten auf jene Seite legte, wo der Fremde im Buch die Maid zu einem Kuss nötigte. Erschrocken fuhr Karanew auf und funkelte Rukh an. „Was für einen Schund lest ihr hier bitte!“ Sie war ehrlich entsetzt. Mehr darüber wie dieser weibliche Körper aufgeregt und ängstlich zu zittern schien darüber was er hier vorgefunden hatte. Wütend drehte die junge Frau das Buch so zu dem Mann um, dass er es richtig herum sah. Dabei verblätterte sie aus versehen die Seite und schlug einen Teil der Geschichte auf, der offensichtlich viel später folgte, denn nun war das Mädchen nicht mehr von ihren erlesenen Kleidern bedeckt. Nun schimmerte ihr draller Leib im Licht der Kerzen und nur die gierigen Finger des Fremden bedeckten etwas von ihrer Haut. Man musste nur in ihr von absoluter Erfüllung gekennzeichnetes Gesicht blicken um zu erahnen was die beiden taten, aber es war eigentlich nicht notwendig, denn das Bild zeigte schamlos jedes Detail ihres Treibens mit der gleichen erschreckenden Genauigkeit die vorhin auf die unschuldigeren Bilder verwendet worden war. Es war fast so als würde man heimlich einem anderen Paar bei ihrem Treiben beiwohnen. Nun war Nesine ehrlich fassungslos. „Das ist… widerlich!“ Etwas in ihr fand es wirklich widerlich. Das Karanew noch ganz anders darüber gedacht hätte, erschloss sich „Nesine“ in dem Moment nicht. |
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Amalthea Legende


Anmeldedatum: 02.07.2009 Letzter Besuch: 09.09.2010 Beiträge: 1425 Wohnort: Wien
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Verfasst am: Di März 09, 2010 9:27 pm Titel: |
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Amalthea streifte nochmals durch das Haus und spähte in jeden Raum. Verdammt, langsam verlor sie den Verstand. Was machte sie denn bitte hier? Doch irgendetwas trieb sie immer weiter, lies sie Türen öffnen und die Hand am Schwertheft haltend.
Immer wieder glitt ihr Blick irritiert zu Boréas hin, so leicht hatte sie ihn erkannt als sie ihn zum ersten Mal mit Schlappohren gesehen hatte, es war so offenkundig gewesen in ihren Augen. Alleine seine Bewegungen, ein Pferd im Körper eines Hundes, nur selten war es gebrochen und das Raubtier hatte die Aktionen gesetzt. Nun jedoch verhielt es sich genau umgekehrt was die Nordische zusehens nervös machte. Wie war es überhaupt bei ihr? Bei Rukh. Oh, sie wusste genau wer sie war, woher sie kam und verdammt noch mal sie wusste das sie niemals vorher den Drang gespürt hatte einer andere Frau auf den Hintern zu klopfen.
Mochte sein das dies sie so hielt. Doch es erschreckte die Frau wie leicht sie sich in diesem fremden Körper einlebte, wie schnell sie die zahlreichen Eigenheiten die sich ihr mit fast jedem Schritt zeigten den sie tat offenbarten, hinnehmen konnte.
In Ihrem Hinterkopf lief ständig ein heller Singsang ab. Ich bin eine Frau , ich bin eine Frau. Und trotzdem, wenn sie Nesine ansah. Oh dieser verteufelte Körper! Wütend schlug sie die Faust gegen die nahe Wand und unterdrückte nur mit ganzem Willen den deftigen Fluch der ihr auf der Zunge lag. Vorhin, auf dem Bett, war sie kurz davor gewesen die Nerven zu verlieren, jetzt versuchte sie es erneut mit logischem Denken. Und diesmal drehten sich ihre Überlegungen wieder um Karanew. Sie war zum Mann geworden, Boréas zum Hund, was mochte nur aus dem Händler geworden sein? Nun, wenn es hier nach Recht ging, eine Küchenschabe. Irgendwie amüsierte sie der Gedanke auch wenn ihre Gefühle für ihn, vor allem seit diesem Morgen, gänzlich andere waren als zu beginn ihres Zusammentreffens.
Ein Gedanke wühlte sich aus diesem, zugegebenermaßen sehr fesselnden Gedanken, und fragte sie ob es vielleicht nur an der Insel lag. Vielleicht löste sich der Zauber wenn sie wieder Festland unter den Füßen hatten? Ja, das war eine Idee an die man sich klammern konnte und die Nordische hatte genau das vor.
Mit langen Schritten folgte sie dem Gang zurück in die Eingangshalle und weiter zu einem Zimmer, das scheinbar nur zum “wohnen” einlud. Zum verweilen und sonst keinen sichtlichen Zweck erfüllte. Ein Kamin, Sitzgelegenheiten, ein Tisch und zwei Kommoden. Oh, und Nesine. Der dicke Teppich der den Boden hier überall schütze mochte ihre Schritte gedämpft haben, doch die junge Frau war so in die Lektüre eines Buches vertieft, das sie -Rukh- so und so nicht kommen hörte.
Konnte Nesine etwa lesen? Das war eine seltene Gabe, noch seltener für Weiber. Das sie selbst es konnte war eigentlich eine Besonderheit. Langsam trat sie immer Näher an das Mädchen heran und blieb schließlich nicht weit hinter ihr stehen. Der Duft ihrer Haare und die Art wie sich ihr Busen aus dieser, über ihre Schulter hinunter spähenden, Position wölbe konnte die Aufmerksamkeit der Nordischen zum Glück nicht fangen. Ha! Sieg! Doch der verkehrte sich ganz schnell in eine Niederlage als sie einen Blick auf das Buch erhaschte. Oh, es waren keine Wörter die das Interesse der Anderen geweckt hatten. Soviel zum Thema lesen und doch… Verdammt was hatte sie da gefunden? Gerade da wurde Nesine ihrer endlich gewahr und schien ehrlich empört. Was sich zu richtigen Ekel zu steigern schien als sie ihr das Buch hinhielt und dabei auch noch eine neue Seite aufschlug.
Amalthea liesen die meisterlich gefertigten Illustrationen auch nicht kalt, doch in ihrem alten Selbst hätte man das wohl kaum bemerkt. Rukh hatte da plötzlich mit recht deutlichen Problemen zu kämpfen und das leise Summen in ihrem Hinterkopf wuchs schlagartig zu einem recht harschen. Reiss dich zusammen -Frau! an.
Der Mann fuhr sich mit der groben Hand einmal über das Gesicht und wischte damit einige dunkle Strähnen aus selben. “Regt euch ab und abgesehen davon… Kann ich die selbe Frage an euch richten Mädchen.”
Nach einem kurzen Moment in denen die dunklen Augen recht durchdringend die grünen der jungen Frau gesucht hatten. Wurde der Blick Rukhs wieder weicher. Er griff nach dem Buch und nahm es, aufgeschlagen, seinem Gegenüber aus der Hand. Blätterte einige Seiten vor und wieder zurück während sich die Körperhaltung des Mannes immer weiter entspannte. “Ich weiß gar nicht was ihr habt Nesine. Sieht doch durchaus nach Vergnügen aus.” Ein leises aber raues, dunkles Lachen breitete sich in dem Kaminzimmer aus. Amalthea schüttelte innerlich den Kopf, das Mädchen war wohl verdammt sittsam. Also eines war offensichtlich. Sollte Karanew ein ähnlich Grausames Schicksal ereilt haben wie sie selbst. Eine wie Nesine währe er nicht geworden. Mit diesem noch lachenden Gedanken brach das tatsächliche Lachen der Frau ab. Ernst glitt ihr Blick plötzlich zu Nesines Augen und blieben dort hängen. Nein… Nein das konnte nicht sein. Unsinn!
Mit dem so typischen Geräusch klappte das Buch in der großen Hand zu und landete schließlich auf dem Nahen Sofa. “Doch Vorerst währe wohl etwas zu essen sinnvoller.” |
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Anmeldedatum: 19.03.2008 Letzter Besuch: 08.09.2010 Beiträge: 4863
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Verfasst am: Di März 16, 2010 2:13 pm Titel: |
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Karanew war doch irgendwie recht außer sich. Das sah nach Spaß aus? An sich war es schon seltsam. Die sich windenden Leiber waren wirklich wohl recht ästhetisch gezeichnet, und doch war es irgendwie nicht wirklich etwas, das ihn ansprach – oder besser gesagt nicht etwas, das diesen weiblichen Körper so recht in Wallungen versetzte. Puh! Ich sollte froh sein. Nicht das ich mich am Ende noch zu diesem Riesen hingezogen fühle. Ich bekomme jetzt schon vom ständigen aufblicken Nackenschmerzen, und es wäre ja noch schöner, wenn ich mich an einen haarigen, trotteligen Kerl ran schmeiße. Unwillkürlich war „Nesines“ Blick über Rukhs Körper gewandert und plötzlich blieb sein Blick an seiner doch recht eng sitzenden Hose hängen geblieben. Oh mein Gott, der hat doch nicht etwa… nein…. Das ist sicher nur eine Stofffalte. Und doch… Karanew musste noch daran denken wie sein eigener Körper auf diese Art von Bildern reagiert hätte und er war sich plötzlich ganz sicher, dass dort in der Leistengegend mehr vorhanden war als eine unvorteilhafte Hosenfalte.
Trotz allem verursachte ihr der tiefe Klang seines Lachens erneut eine Gänsehaut. Hier war sie also – die Dämonen wusste nur wo, in einem weiblichen Körper und – halt! Hatte er gerade von sich als sie gedacht? Verdammt! Es war aber auch nicht einfach seine Sinne zusammen zu halten. Nun war sie es erst leise, dann immer lauter lachte. Es war nicht direkt hysterisch, aber Karanew kam das alles plötzlich sehr, sehr seltsam vor. Warum hatte es gerade hin erwischt? Warum war gerade er mit so einem dunklen, haarigen Affen zusammen gesteckt worden? Oh, die Götter hatten einen perversen Sinn für Humor. Und doch all dem war er sich nur zu gut bewusst, dass auch er sich zunehmend an die Situation anpasste. Er war sicherlich nicht so, dass Rukhs Anblick diesen Körper auch nur ansatzweise mit jenem Verlangen erfüllte das er beim Anblick seines Leibes gefühlt hätte, wenn er noch sich selbst gewesen wäre, und doch gab es Dinge die schlimmer waren.
„Du hast also Hunger?“ Fragte er irgendwann, nach dem er sich wieder eingekriegt hatte. „Und lass mich raten? Ich, das brave Frauenzimmer soll dir etwas kochen, was?“ Na gut, wenn das so war, dann konnte Karanew alias Nesine auch ein klein wenig Spaß haben, so fern man denn als Frau überhaupt so etwas wie Spaß haben konnte und dessen war er sich noch lange nicht sicher. Auch in dem Zimmer gab es einen Spiegel und vor jenen Trat „Nesine“ nun. Nun, wenigstens bin ich hübsch. Vermutlich sollte ich jetzt auch noch dankbar sein? Na ja… und wenn ich ehrlich bin dann habe ich wohl in meinem ganzen Leben noch kein so schönes Kleid getrage… hä? Oh gott… ich meine gesehen!
Plötzlich drehte sie sich herum und funkelte Rukh an. Nicht böse, aber Karanew empfand gerade einen ganz üblen Identitätsverlust. „Aber ich glaube du irrst dich. Ich werde keinen Fuß in die Küche setzten und so gern ich dir etwas abgeben würde, habe ich im Moment leider keine Muttermilch. Also: Du solltest dir also ein wenig Mühe geben und mir etwas zubereiten.“ Nein, nein, nein, das lief gar nicht gut. Er konnte das nicht. Es ging einfach nicht. „Ich kann das nicht.“ Keuchte er plötzlich und erneut veränderte sich seine Stimmung. Plötzlich riss er mit seinen Fingern erneut an diesem zu glatten Gesicht herum, zogen an den Haaren und an dem Kleid, aber ein Ergebnis erzielte er nicht. „Ich kann das nicht! Verdammt, ich bin keine verfluchte Frau!“
So, jetzt war es raus. Und es tat irgendwie gut. „Ja so ist das!“ Zischte „sie“ erneut. „Diesen Karanew den du gesucht hast – das bin ich! Und jetzt sag mir was du verdammt noch mal von ihm willst!?“ |
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Amalthea Legende


Anmeldedatum: 02.07.2009 Letzter Besuch: 09.09.2010 Beiträge: 1425 Wohnort: Wien
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Verfasst am: Mi März 17, 2010 4:21 pm Titel: |
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Verflucht noch mal, was beim Nordwind geht denn jetzt vor?
Nesine lachte, nicht hysterisch, doch ihr Gefühlsausbruch hatte ganz deutlich eine Note gewonnen, die Amalthea erschreckte. Boréas leckte sich nervös das Maul während sein “Herr” die Stirn kraus zog und einfach hoffte das Mädchen würde sich wieder bald wieder fangen. Als sie dann zu sprechen begann, verdammt, diese scharfzüngige Art zu formulieren kannte sie doch? Nicht das es ihr nun wie Schuppen von den Augen fiel. Nein, im Grunde verstand die Nomadin noch nicht mal ganz als Karanew mit der Wahrheit herausrückte. Ungläubig heftete sich ihr Blick auf das Weib, welches immer noch an sich herum zerrte.
Kurz entschlossen überwand die Nordische die Distanz zwischen ihr und der Anderen und griff hart nach den schmalen Handgelenken, sie konnte doch nicht zusehen wie das dumme Kind sich selbst weh tat! Gegen Rukhs Griff hatte Nesine, Karanew oder wer auch immer da vor ihm war, keine Chance. Mit einem festen Zug jagte die Nordische einen heftigen Ruck durch den Körper ihres Gegenübers “Reisst euch zusammen verdammt noch mal.” herrschte sie das törichte Mädchen an. Nochmals suchte sie ihren Blick, doch selbst wenn sie jetzt wissend darin suchte, sie erkannte ihn nicht. Welcher verfluchte Narr hat jemals behauptet, die Augen offenbaren einem alles? Alleine die Wortwahl derer sich “Nesine” bedient hatte, lies sie glauben das sie wahr sprach und nicht von Sinnen war. "Ihr seid Karanew?" etwas wie -ich schwöre dir, lüg mich ja nicht an- schwang als harter Unterton in der herben Stimme mit. Nochmals erfuhr sie bestätigung. Oh verdammt nochmal. Nun war sie die Antwort schuldig.
Die Nomadin seufzte. Warum Rukh nach Karanew gesucht hatte. “Amalthea…” rutschte es dunkel von seiner Zunge. Nun war die Aufmerksamkeit ihres Gegenübers vollends bei ihr und die Nordische verfluchte sich. Nein, nei, nein!. Sie würde es ihm nicht sagen. Ganz gewiss nicht. Etwas in ihr wehrte sich dermaßen vehement dagegen, sie konnte gar nicht genau sagen was alles in ihr Schrie nun ihren bärtigen Mund zu halten. Doch der Name war ihr entschlüpft und so griff sie zu einer Notlüge, die sich fast ebenso spontan in ihr formte wie der Entschluss den vermeintlichen Sklavenjäger dort, nicht wissen zu lassen wer sie war. Auch wenn sie innerlich irgendwie hoffte, das es nicht Karanew war der sie da aus diesen weichen, von Tränen schimmernden Augen aus ansah. Nein, nicht nur irgendwie… sie hoffte es wirklich.
“Amalthea schickt mich.” setzte die Nordische fort. “Ihr ward plötzlich verschwunden, sie hat sich um euch gesorgt, nach euch gesucht aber nicht gefunden.” Ihr Blick lag fest in den Augen ihres Gegenübers. So gesehen, log sie bisher nicht mal. Naja, bisher. “Ich bin ein alter Freund von ihr.” War das unglaubwürdig? Oh sicher. Aber was war hier nicht unglaubwürdig? Gerade ein Mann der plötzlich mit Busen aufgewacht war, sollte sich über so etwas nicht wundern. Und wenn doch? Egal, sie hatte es ruhig vorgebracht, nun lies “Rukh” von dem vermeintlichen Karanew ab und trat einen Schritt zurück. Jetzt konnte sie nur noch abwarten. |
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Anmeldedatum: 19.03.2008 Letzter Besuch: 08.09.2010 Beiträge: 4863
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Verfasst am: Do März 18, 2010 5:15 pm Titel: |
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Die schiere Übermacht an Kraft des Mannes war überwältigend. Sie – Karanew – spürte wie die langen Haare über die glatte, vom Kleid unbedeckte Haut des Nackens stricken während er zu dem Fremden auf sah. Er verspürte Angst, aber es funkelte noch mehr in dem Blick mit dem er den Mann bedachte, denn der Kerl tat ihr durchaus weh und in dem Moment konnte er keine Rücksicht für die Tatsache erübrigen das dieses Schmerzempfinden weniger durch die Kraft des anderen, als durch seine gesteigerte Empfindlichkeit dieses weiblichen Körpers verursacht wurde. Auch in den nächsten Momenten konnte Karanew nicht seinen Blick von dem Mann abwenden und jetzt wo sie sich so nahe waren drängte sich das bizarre Gefühl immer deutlicher auf, dass er wirklich nicht mehr Karanew war, sondern eben Nesine. Als Mann wäre er dem anderen ebenbürtig gegenüber gestanden. Als Weib lag schon dieser Hauch von Demut in der Art wie er eben auf sehen musste um den Blick des Mannes begegnen zu können, und das trotz der Absätze an den Stiefeln.
Kurz mischte sich der Schimmer der Hoffnung in seine verworrene Gefühlswelt als der Mann den Namen seiner Geliebten nannte. Karanew war so vernarrt in die blonde Schönheit gewesen, dass er wie ein Junge schon bei dem Gedanken an sie von einer plötzlichen Welle der Erregung erfasst worden war. Natürlich kannte dieser lächerliche Körper so etwas nicht. Dieser Körper kannte nur wirre Gedanken und noch wirrere Gefühlswelten. Karanew war irgendwie bisher nicht in den Sinn gekommen, dass er Amathea gegenüber stehen konnte und so hinterfragte er auch jetzt ihre Worte nicht. Scheinbar kraftlos taumelte er einen Schritt zurück nachdem Rukh ihn los gelassen hatte und senkte seinen Blick. Unwillkürlich kam dabei der eigene Körper in sein Blickfeld. Oder besser gesagt der Ausschnitt des Kleides in dem Ansatzweise die Wölbung von Nesines Brüste zu erkennen waren. Es war so bizarr. Er fühlte diesen Körper, er fühlte ihn vielleicht sogar klarer als er seinen eigenen Körper je gefühlt hatte. Er fühlte wie die Stiefel ein klein wenig am kleinen Zeh drückten und wie die Ballen vom langen Stehen nun langsam taub wurden. Er fühlte wie die Seide des Kleides über seine Haut an den Beinen strich, dort wo die Stümpfe zu Ende waren aber auf eine andere Art auch dort wo die Seide an seinen Beinen von Seide liebkost wurde.
Langsam sah Nesine wieder auf und sie veränderte ihre Position nur unmerklich, aber Karanew spürte deutlich die rundliche Wölbung ihrer Hüften die von dem engen Gewandt dort noch gekonnt betont wurden und würde er nun diese von kräftigen Wimpern gekrönten Augenlieder schließen, dann konnte er sich fast die Form seiner schmalen Taille vorstellen. Auch das war kein klares Gefühl und doch betonte das Kleid es so deutlich, dass es nicht etwas war, das er verdrängen konnte. Noch schlimmer aber war der empfindlichste Teil dieser Brust. So weich die Seide dort auch war, jener Teil des Körpers reagierte auf jede noch so kleine Veränderung des Stoffes. Er hatte es zu ignorieren gesucht, aber Nesine fühlte es dennoch.
Plötzlich fanden diese intensiven grünen Augen zu dem Mann. Und was wenn es doch nur eine Illusion war? Was wenn er sich das alles nur einbildete? „Ich bin… eine Frau.“ Hauchte Nesine. „Ich habe es gesehen. Oh ich habe es alles gesehen. Ich habe… ihre Weiblichkeit gesehen!“ Die gute Nesine klang nun wirklich ein wenig irre. „Du siehst es doch auch? Ich bilde mir das nicht nur ein, oder? Ich werde doch nicht wahnsinnig?“ Kurz blubberte es wieder und wie schon eben war Karanew versucht an dem seidigen Haar zu ziehen. Ganz so als könnte er sich selbst aus diesem weichen, weiblichen Körper heraus ziehen, doch dann ergriff er den starken Arm des Mannes und diesen legte er auf das Kleid nahe seiner nun ungewohnt schmalen Taille. „Du... fühlst es doch? Ich bilde mir das doch nicht nur ein?“ Er lachte nun vollends irre. „Ich bin eine Frau! Ich bin eine verfluchte Frau!“ Ein zittern brachte diesen Körper zum erbeben und erneut glitt der Blick des weiblichen Wesens von dem Kerl vor ihr. Kurz wollte man glauben das Karanew es endgültig verloren hatte, doch als Nesine ihr Rückrat wieder durchdrückte und diese grünen Augen erneut zu dem Mann aufsehen waren sie seltsam klar. „Und wenn schon!“ Hauchte die Frau dann leise aber entschlossen. „Mich kriegen sie damit nicht unter! Und wenn ich diese verdammte Nesine bis zum Ende meiner Tage bleibe.“
Die Worte waren kaum verhallt als Nesine nun Rukh erneut in die Augen sah. „Ihr seid also im Auftrag von Amalthea hier? Wo ist sie? Und wie seid ihr hier her gekommen? Und wie kommen wir hier weg?“ Plötzlich sah er entsetzt zu dem Hund. „Amalthea?“ Fragte er mit dem entsetzten Blick auf dem Tier und erneut suchte sein Blick den Mann. |
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Amalthea Legende


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Verfasst am: Sa März 20, 2010 1:35 pm Titel: |
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Nun gut, kein Zweifel mehr , das war eindeutig Karanew. Nur ihr Geliebter brachte es fertig dermaßen ignorant zu sein!
Ich soll der Hund sein? Sag mal hast du sie noch alle Mann!
Alleine das Karanew offenkundig wesentlich gröbere Probleme durchzumachen hatte als sie selbst, hielt Amalthea davon ab den schmalen Frauenkörper nochmals durchzurütteln. Die Hand an ihm hatte sie ja schon.
Oh, nicht das ihr dieser muskelbepackte Leib nicht auch Schwierigkeiten bereitete, doch sie hatte keine Minute vergessen wer sie war, Rukh war nur ein momentaner Zustand und die Nordische hatte die Möglichkeit dies sei einer auf Dauer vollkommen verdrängt. Doch der Händler schien in eine regelrechte Identitätskrise gerutscht zu sein. Typisch, wirf ihn in eine Horde verrückter Wegelagerer die Kinder aufknüpfen und er kommt mit ein paar Prellungen davon… und als Berater des “Königs”. Verpasse ihm Brüste und er ist kurz vor dem Nervenzusammenbruch.
Amalthea kochte vor Wut, es kostete sie ihren gesamten Willen nun die schwielige Hand ganz langsam von der schmalen Taille Nesines zu nehmen und nicht zu schreien. Hatte sie vorhin nicht gedacht - wenn es nach Recht geht, dann ist er nun eine Küchenschabe. Oh was für ein Fehler, denn ja, es ging hier verdammt noch mal scheinbar nach Recht und so hat ihn irgendetwas in einen Frauenkörper gesteckt. Und was auch immer das gewesen war, unter diesem Gesichtspunkt wurde es ihr richtiggehend Sympathisch.
Den ehemaligen Sklavenjäger, Frauenhändler in einen Körper zu verfrachten den er noch vor einigen Tagen noch als gute Ware gesehen hätte. Ach es war zu köstlich! Nein, sie bildete sich nicht ein seine Sichtweise den Weibern gegenüber vollkommen verkehrt zu haben, doch das sie seinen Respekt und sogar ein wenig seiner Zuneigung gewonnen hatte, war schon was. Nach dem hier, oh was für eine Vorstellung, nach der Erfahrung selbst einmal ein zartes Geschöpf zu sein, dachte er vielleicht anders. Karanew würde vielleicht lernen... Unsinn... du vergisst von wem du sprichst. Innerlich lachte sie leise auf. Was hatte sie nur mit diesem Kerl?
Die Nordische beugte sich zu dem Hund hinunter und strich ihm liebevoll über den Kopf und den Rücken. Nur um ihr Gesicht vor Karanew zu verbergen.
Na schön mein Herz, das kannst du haben! Diese Lektion, auch wenn sie für mich bedeutet länger in diesem Körper zu verharren, die kannst du haben. Das sie selbst inzwischen wohl schon einem ähnlichen Wahn verfallen war wie ihr Geliebter, bemerkte die Nomadin selbst nicht. Sie war inzwischen vollkommen überzeugt davon, sie müssten nur wieder Festland unter sich haben und dieser faule Zauber würde in sich zusammenfallen wie ein Kartenhaus.
“Ich habe es euch doch schon gesagt nicht?” Rukh blickte mit unbeweglicher Mine in das Gesicht der vermeintlichen Frau. “Ihr ward fort doch die Insel war da. Ihr ward schon einmal wie vom Erdboden verschluckt und sie kam euch holen.” Dumm wie ich war… “Ich machte mein Pferd fertig und drehte ihr den Rücken zu, als ich mich wieder umwandte bellte mich dieser Hund an. Ich hätte sie nicht erkannt wenn da nicht… ach vergessen wir es. Ich schätze es hängt alles mit diesem vermaledeiten Eiland zusammen, sobald ich euch hier runter habe, müsstet ihr wieder werden was ihr vorher ward. Morgen. Ihr habt ja gesehen was hier nächtens lauert.” Viele Worte, hoffentlich nicht zu viele.
Sachte klopfte die grobe Männerhand die Schultern des Hundes, bevor sich der imposante Kerl wieder aufrichtet Tut mir leid mein Schöner.
“Ihr habt also erkannt das ihr ein Weib seid?" Sarkasmus hörte sich im Bass wirklich nicht schlecht an. "Na wie schön, ich an eurer Stelle würde mich nicht allzulaut beschweren. Ihr ist es nicht besser ergangen.” Rukh musterte sein Gegenüber nun doch relativ abschätzig, sie konnte es sich einfach nicht verkneifen. “Ich hoffe als Kerl habt ihr euch nicht so angestellt. Entspräche eigentlich nicht ihrem Geschmack.” |
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Anmeldedatum: 19.03.2008 Letzter Besuch: 08.09.2010 Beiträge: 4863
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Verfasst am: Mi März 24, 2010 7:46 pm Titel: |
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Erst als Rukh die Hand von ihrer Hüfte nahm, bemerkte Karanew wo diese Hand gelegen war. Schon vorher war er sich dieser Tatsche bewusst gewesen. Doch jetzt erst drang es so wirklich richtig zu ihm durch. Aber statt das Gefühl zu haben, er würde sich gleich übergeben müssen, prickelte die Haut an der Stelle fast schon aufgeregt von der Erfahrung, fast so als würde dieser Körper diese Art von Aufmerksamkeit auf gänzlich andere Art genießen, als es sein eigener getan hatte. Kurz lenkte diese Feststellung ihn so sehr ab, dass er die Miene des Mannes erst einen Moment zu spät erkannte. Doch dann wandelte sich selbige. Was genau in ihm vor sich ging war nicht genau zu erkennen aber erneut wurde sie sanfter. Man mochte fast meinen, dass er etwas amüsant fand.
Dann erklärte der Mann in wenigen Sätzen was vorgefallen war. Vielleicht hätte sein Gehirn die Information extrahieren können, wenn er noch ein Mann gewesen wäre. Karanew wusste es nicht so genau. Aber Sehine war nicht so ganz in der Lage und das irritierte ihn. Konnte der Kerl seinen Mund nicht aufmachen? War es so schwer die Sache ein wenig genauer zu schildern? Oder tat er das nur um ihr das Gefühl zu geben, sie war dumm, weil sie nun ein Weib war? „Also sagst du es stimmt?“ Fragte Karanew schließlich mit gerunzelter Stirn. „Das ist also wirklich Amalthea?“ Es war eine Sache das zu glauben und eine andere es zu wissen. Schon senkte sich dieser deutlich zierlichere Leib hinab und Karanew ging vor dem hechelnden Hund in die Knie. Das jener nicht sonderlich fiel Interesse an der Frau zu haben schien irritierte Karanew nicht. „Oh verdammt.“ Hauchte die eindeutig weibliche Stimme fast schon zärtlich und plötzlich kullerte eine weitere Träne über die glatte Wange. Diese wischte sie aber schnell weg und sich von Rukh abdrehend ermahnte sie sich stark zu sein. „Ich kann das hier ertragen, wenn sie dies ertragen kann.“ Sagte sie entschlossen. „Verflucht noch eins. Derjenige der ihr das angetan hat wird dafür büßen.“ Wie leer die Worte wohl waren kam ihm erst nachdem er sie gesagt hatte. Wer das hier alles vermochte würde sich nicht vor einem kleinem Sterblichen namens Karanew fürchten.
Der dann folgende Sarkasmus von Rukh entfachte in dem Körper seine ganz eigene Reaktionen. Die Stirn runzelnd legte sich schon eine ihrer Hände auf die eigene Hüfte. Verdammt! Diese Rundungen waren aber auch unglücklich verteilt und luden regelrecht zum abstützen ein! Und wie verdammt noch mal sollte er weiterhin von sich als Mann denken, wenn sich alles an ihm so eindeutig weiblich anfühlte? Er... sie... was auch immer er nun war, hatte schon den Mund auf, als er ihn bei seinen letzten Worte entschlossen wieder zu schnappte. Kurz funkelte er finster zu dem Mann auf, dann entspannte er sich wieder ein wenig.
Drüben, auf einer Seite stand eine Truhe mit großen, polierten Messingflächen. In diesen Spiegelte sich – zumindest teilweise ihre Reflektion. Auch wenn sie nicht alles sehen konnte, so wusste sie doch das sie eine athemberaubende Frau war. Hatte der Mann gerade wirklich das vorgeschlagen – impliziert – was sie glaubte das er impliziert hatte? Karanew hielt den Kopf schief als er sich erneut umdrehte. Erneut musterte er den anderen Mann. Noch immer erschien ihm der bloße Gedanke irrsinnig, gar wiederwärtig, und doch war Rukh eine gar nicht so üble Erscheinung. Für einen Mann natürlich. Langsam ging sie wieder auf ihn zu. Dieses mal versuchte sie nicht den wohl natürlichen Hüftschwung zu unterdrücken. Und dieses Mal ging sie bis ganz nahe an ihn heran. Es war ein wahrlich seltsames Gefühl. Fast wie automatisch lag diese Stimmung in der Luft die gar nicht so anders war als jene, die er von seinem Leben als Mann kannte und doch war es gänzlich anders. Die Stimmung war gleich, nur befand er sich jetzt am gegengesetzten Pol des Gefühlsflusses. Es war schon seltsam nun aufblicken zu müssen und in ein Gesicht zu blicken das haarig und kantig war. Und doch glaubte er auf anhieb seinem nun weiblich zarten Antlitz jene unterschwellig lockenden Ausdruck zu geben, den er so oft in den Gesichtern von Frauen gesehen hatte, die ihn begehrt hatte. Nesine ging sogar so weit eine dieser so erschreckend zarten Finger auf seine Schulter zu legen. Einen Moment hielt er das auch bei, doch dann wurde Nesine wieder kalt.
„Das... hättet ihr wohl gerne!“ Zischte sie. Dann ließ sie ein Schnauben ab während sie sich abdrehte. „Wie könnt ihr das überhaupt denken?! Ihr wisst doch, dass ich Amalthea liebe!“ Der nächste Gedanke stieß ihr so bitter auf, dass sie dann doch erneut zu dem Mann zurück sah. „Selbst als Männ wäre ich nicht so dreist gewesen um sie zu hintergehen!“ Erneut sah sie nun zu dem Hund den sie für Amalthea hielt. |
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Amalthea Legende


Anmeldedatum: 02.07.2009 Letzter Besuch: 09.09.2010 Beiträge: 1425 Wohnort: Wien
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Verfasst am: So März 28, 2010 4:18 pm Titel: |
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Die scheinbare Erkenntnis traf den Sklavenjäger wohl härter als erwartet. Die Nordische verfolgte wie Nesine in die Knie ging, eine Träne vergoss nur um daraufhin wütend etwas, oder jemanden, zu drohen der wohl wesentlich mächtiger war als ein gewöhnlicher Mensch. Wie er, oder auch wie sie.
Boréas schien kein übermäßiges Interesse an der Frau zu entwickeln. Seine Herrin indes versuchte langsam zu verstehen, wie Karanew zu dem Schluss gekommen sein könnte gerade der Hund währe ihr Los geworden und nicht die Gefangenschaft in diesem Körper. Nun, immerhin hatte der Hund Nesine gefunden, hatte die Schatten angezeigt und die Frau das eine oder andere Mal betrachtet. Doch er zeigte keine Anzeichen dafür eine bekannte Person gefunden zu haben, was er im Grunde ja tatsächlich getan hatte. Nicht viele Menschen hatte die Nomadin zu sich auf den Rücken ihres Hengstes geholt und Boréas hatte ein gutes Gedächtnis für Menschen. Wie dem auch sei, der Hund zeigte nur an einer Person Interesse und das war Rukh.
Wahrscheinlich, so wie Karanew sich anscheinend mit dem “Frau sein” mühte, nahm er arroganter Weise an sein Weib währe noch schwächer und hätte sich schon längst im Geiste dieses Tieres verloren. Und der Mann konnte sie ja schlecht sein nicht? Sofort hätte er sie erkannt! Wut wallte wieder in der Nomadin hoch und wurde nur von einem rasch vordrängenden Gedanken soweit gekühlt, dass die Nordische nicht die Faust gegen eines der Möbel fahren lies. Ja, ich hoffe einfach das es so ist… Etwas verwirrt hob Amalthea wieder den Blick.
Die dunklen Augen des Mannes verfolgten die nun folgenden Bewegungen seines Gegenübers genau, trotzdem traf Karanews handeln sie mehr als nur überraschend.
Was bei der Herrin hat er vor? Amalthea konnte keinen der zahlreichen Muskeln dieses vermaledeiten Körpers rühren, als Nesine so auf sie zu kam. Das diese ihr nun auch noch die schlanke Hand auf die Schultern legte machte diese bizarre Situation schon fast surreal.
Immer noch war sie Amalthea und ihr Gegenüber stand Karanew. Ihr Geliebter. Genauso war sie nun aber auch Rukh und ihr Gefährte auf Zeit steckte zweifelsohne im lockenden Körper einer Frau fest.
Verdammt noch mal, im Grunde war ihr Stolz das Einzige was ihr gerade einen passenden mentalen Schlag in die Magengrube verpasste, denn ihr von diesem Körper beeinflusstes weibliches Sein und der muskelbepackte Leib von Rukh hatten an sich gar nichts gegen die Situation einzuwenden. Na wunderbar, gerade jetzt müsst ihr euch so gut verstehen was? Fauchte Amalthea innerlich und fast war ihr als würde dieser vermaledeite Mann zustimmen. Vergesst es!
Die Muskeln der breiten Schultern spannten sich bereits, sie wusste das sie Nesine fort gestoßen hätte, währe sie nun nicht von alleine gegangen. Amalthea war noch am durchatmen als Karanew ihr, dem vermeintlichen Kerl, noch etwas an den Kopf warf. - Ihr wisst doch, dass ich Amalthea liebe!- Der Moment dem Nesine ihr wieder den Rücken zukehrte gab der Nordischen Zeit dem Mund wieder zu schließen. Nun gut im Grunde weiß ….. - Selbst als Mann wäre ich nicht so dreist gewesen um sie zu hintergehen! - Es war nur ein Gefühl das Amalthea flüsterte das er wahr sprach. Aber warum sollte er auch lügen?
Wieder lagen die grünen Augen auf dem Hund der freundlich aber nichtssagend zu ihr aufschaute.
Rukhs Stimme war immer noch dunkel, herb und wie sie schon zu beginn bemerkt hatte, lag ein Unterton in ihr der nach derbem Witz klang. Doch nun schwang auch etwas ungemein sanftes, fast zartes darin. „Nein, das wusste ich nicht.“ Ja, er wollte sie zu seinem Weib machen, doch Amalthea war nicht so naiv, nicht schon der zauberhaften Stimmung des Sees ihren Teil dafür zuzuschieben, dass er glaubte sie auf längere Zeit zu begehren. Hielt er sie für blind? Die Nordische wusste inzwischen zumindest ein wenig in seinen Augen zu lesen und daran wie er sie die Stunden der Zweisamkeit, auch im Gespräch, angesehen hatte, lies wenig Zweifel daran das sie ihm zumindest Respekt und etwas Zuneigung abgekämpft hatte. Doch mehr? Er hätte sich um seinen Bastard gekümmert… Innerlich lächelte sie, doch das er sie Lieben würde? Nein, daran hatte sie keinen Augenblick ernstlich gedacht. Anderes, oh ja. Doch Liebe? War er dazu überhaupt in der Lage? Gerade er? Und er hätte mich selbst als Mann nicht hintergangen…. Wog das nicht sogar noch schwerer.
Sie musste Karanew… Nesine, schon eine Weile still gemustert haben und wenn auch nur ein Bruchteil ihrer Gedanken ihren Blick gefunden hatte, so war es wohl ein wärmerer als bisher. Tatsächlich war sie kurz davor etwas dummes zu sagen, doch kam unerwartete Hilfe von Boréas, welcher Aufstand und zu der Frau hin schritt. So lange wie sie ihn angesehen hatte auch kein Wunder.
Das große Tier mit dem hellen Fell setzte sich direkt vor Nesine hin und schaute so treuherzig wie es nur ein , entschuldigung, Köter es zustande brachte, zu ihr hoch. Sachte stupste eine nasse Schnauze die feingliedrige Hand an. Eine der Pfoten hob sich um einmal kurz über den Boden zu scharren. Als hätte er auf seinen Einsatz gewartet. Gut, das hecheln musste man geflissentlich übersehen.
Rukh seufzte dunkel. "Ich besorge uns was zu Essen." es war mehr ein knurren denn Worte. Die Nordische wand sich ab, der Hund folgte ihr auf dem Fusse. Kaum war sie außer hörweite fluchte die Nordische das es einem Bierkutscher die Schamesröte auf die Wangen getrieben hätte. "Er hat Recht." murmelte sie zu dem Hund hinunter "Das hier ist wirklich, krank." Seltsamerweise lachte sie auf ihre Worte hin. |
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NSC Legende


Anmeldedatum: 19.03.2008 Letzter Besuch: 08.09.2010 Beiträge: 4863
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Verfasst am: Mi März 31, 2010 11:39 am Titel: |
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Es dauerte einen langen Moment bis das alles so recht zu Karanew durchdrang. Es war fast als wollte das, was er als Nesine bezeichnete die Gedanken und Gefühle nicht freiwillig teilen. Doch im Nachhinein spielte sich schon ein spitzbübisches Grinsen in dieses doch so weibliche Gesicht. Er hatte schon mit bekommen wie dieser Rukh ihn oder besser gesagt sie eben angesehen hatte und es war ein ungewohnt aufregendes Gefühl das irgendwie auch seinen ganz eigenen Charme hatte. War es das, was auch Amalthea fühlte, wenn er sie mit Begierde angesehen hatte? Verdammt. Amalthea. Das war etwas an der er im Moment lieber nicht denken wollte. War sie wirklich dieser Hund? Es war so fies und ungerecht, dass er es fast zu akzeptieren verweigerte. Ob sie noch wusste wer sie mal gewesen war? Sicher, er wusste noch wer er war, aber immerhin war er noch ein Mensch, und sie nur noch ein Hund.
Wieder studierte Rukh sie doch dieses Mal waren ihre Gefühle andere. Sie ging vor dem Tier auf die Knie und während Rukh in der Küche seltsame Laute von sich gab beschäftigte er sich ein wenig mit der vermeintlichen Amalthea. Karanew war kein Hundefreak aber er konnte ganz gut mit den Tieren wenn er nur wollte, so schien es zumindest, denn zumindest ergriff jener nicht gleich die Flucht und schien es zu genießen wie er durch gekratzt wurde. Das Kleid das diesen Körper umhüllte bestand dabei scheinbar nur noch aus einem Berg Seide. Doch schließlich hatte das Tier wohl genug und flüchtete. Nesine folgte nur noch ein Stück. Ein Spiegel hielt sie dann aber gefangen. Erneut musterte Karanew diese ungewöhnliche Reflektion. Nun aber ganz anders als zuvor. Es hatte nun mehr den Charakter einer vorsichtigen Erkundung. Wie lange steckte er nun schon in diesem Leib? Nun er musste zugeben das sie außerordentlich schön war. Es hätte also schlimmer kommen können. Und außerdem war das was er trug auch nicht gerade etwas schlechtes. Es war angenehm, weich und passte hervorragend. Schwerer fiel es ihm einzugestehen, dass das Kleid ebenso wie die Trägerin wahrlich ein Traum waren. Es war ein ungewohntes Gefühl wahrlich schön zu sein. Nicht attraktiv wie ein Mann. Wahrlich schön, wie es in den Augen eines Mannes eben nur eine Frau war.
Langsam gesellte sie sich schließlich zu Rukh in die Küche. „Es gibt kein Wasser.“ Murrte dieser und drückte er ein Glas Wein in die Hand. In dem Moment war Karanew Wein auch recht. Aus irgend einem Grund half er schon bald dem anderen Mann in der Zubereitung von etwas essbaren was in dem Kleid und dem Körper gar nicht so einfach war. Alles war noch so ungewohnt und auch wenn er „Nesine“ nun einigermaßen steuern konnte, so ließ die Feinmotorik noch ein wenig zu wünschen üben. In Gedanken versunken trank er ein wenig zu schnell. Es war nicht wirklich viel. Aber Karanew hatte vergessen dass dieser Körper anders auf Alkohol reagierte als sein anderer. Als Mann würde er es wohl kaum spüren. Nesine hingegen stieg der Wein schon nach dem ersten Kelch zu Kopf. Es war nicht so, dass Karanew nun gleich das Heulen anfing. Aber er konnte nun seinen Mund nicht mehr halten. „Und was wenn diese Verwandlung von Dauer ist?“ Fragte er plötzlich. „Wenn wir für immer so bleiben? Wer hat das hier erschaffen? Und was soll das hier werden? Was sind diese Schatten da draußen? Und warum bin ich jetzt eine Frau?“
Plötzlich schlang er seine Hände um sich. Es war so ungewohnt wie ich der eigene Körper nun anfühlte. Der Umfang war so deutlich viel kleiner. Karanew war oft alleine gewesen, aber ihm hatte das nie etwas ausgemacht. Seine Hoffnung war nie gestorben. Nun aber kam er sich plötzlich so einsam und verloren vor. „Ich… habe Angst.“ Gestand er ein. „Ja. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich wirklich Angst. Früher wusste ich, dass ich sterben könnte oder es schaffen würde, und ich war für diesen Kampf bereit. Doch jetzt… ich weiß nicht was vor uns liegt. Ja… ich habe Angst.“ Fragend drehte er sich zu Rukh um. „Glaubst du das ist eine Strafe der Götter für das was ich getan habe?“ Angetrunken oder nicht, Weib oder nicht, Karanew versteifte sich. „Vieles war falsch, aber ich werde mich nicht entschuldigen und ich werde nicht um Vergebung bitten.“ Entschlossen reckte er das Kinn vor. |
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