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Andrews Hütte
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Andrews Hütte
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NSC
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BeitragVerfasst am: Di März 09, 2010 5:25 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Sharen Sharen
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Sharen hielt ihre Luft an als er sie auf das Bett zurück trug und zudeckte. Sie hatte Angst. In dem Moment weniger vor ihm, als vor sich selbst. Sie hatte Angst, dass sie erneut durchdrehen konnte und Andrew erneut weh tun könnte. Diese Momente kamen und gingen, für sie genauso unerwartet wie für ihn und sie stand ihnen meist vollkommen unfähig gegenüber. Sie war dann wie ein verängstigtes Tier dar nur noch seinen Instinkten gehorchte. Aber als Andrew sie so trug hatte sie keine Angst und keinen Wiederwillen. Sie fühlte sich sicher. Sie fühlte sich geborgen. Es war schön. Noch schöner wäre es gewesen wenn sie sich nicht so geschämt hätte, aber dennoch war der Moment für sich gesehen schön.

Sie hatte sich in das Bett gewickelt und auch wenn sie ihn nicht direkt ansah war sie sich doch bewusst, dass er da stand und sie sah. Sie war sich seiner Gegenwart bewusst. Noch bevor sie sich über das was er sagen würde Sorgen machen konnte erhob er das Wort und das was er zu sagen hatte ließ sie schwer schlucken. Aber sie sie nickte leise und dann bat sie ihn. „Komm zu mir, Andrew. Bitte.“ Sie hob ihren Blick und sah ihn schüchtern in die Augen. „Umarme mich, wenn du das willst.“ Sie sah ihn nun nicht mehr an aber sie fügte ihren Worten noch etwas hinzu. „Ich wäre dir dankbar, wenn du das machst.“

Bei den Worten war ihr Blick immer weiter hinunter geglitten und schließlich fanden ihre Augen seine Füße. Einst waren diese sicherlich relativ ansehnlich gewesen – zumindest für die Füße eines Mannes. Aber nun… selbst im Schein des Feuers wirkten sie schrecklich vernarbt. Sie waren noch immer nicht hässlich, aber jemand hatte sich Mühe gegeben sie zu zerstören. Warum waren die Menschen nur so grausam.

„Bevor ich dich kennen gelernt habe, hatte ich das Gefühl nur ein Stück Müll zu sein.“ Hauchte sie dann weiter, ohne sich aber auf ihrem Bett zu rühren. „Eine kaputte, schmutzige Puppe mit ausgeleierten Gelenken und einer ausgerissenen Hand. Aber du Andrew gibst mir das Gefühl noch ein Mensch zu sein. Du gibst mir das Gefühl… ein Mädchen zu sein.“ Wieder waren ihre Augen zu seinen Füßen geglitten doch nun sah sie ihm in die Augen. „Du hast schon so viel für mich getan. Und ich konnte nichts für dich tun. Bitte. Lass mich etwas für dich machen.“ Sie fühlte zwar selbst das sie zu schwach war um etwas zu machen das ihre Muskelkraft benötigen würde, aber etwas – irgendetwas musste es doch geben. „Ich will die Quelle sein, die die Wunden auf deiner Haut und deiner Seele rein wäscht, Andrew. Ich will die Wärme sein, die das Eis aus deinen Knochen vertreibt.“ Sie errötete bei den plötzlichen Worten die so impulsiv über ihre Lippen gedrungen waren und sprach erst nach einem Moment weiter. „Nur bitte, lass mich nicht unnütze sein. Schon so lange braucht mich niemand mehr. Schon so lange falle ich allen nur noch zur Last.“

Ihr war als würde sie erst jetzt bemerken, das Andrew im kalten saß. Nocheinmal bekräftigte sie ihre Worte. „Du bist sicher ganz kalt, Andy. Und du hast Recht. Wenn ich es heute nicht schaffe, schaffe ich es Morgen auch nicht. Komm zu mir.“ Wieder war sie da, diese Angst – diese Angst vor sich selbst, aber sie schluckte sie hinunter. „Nimm mich in deiner Arme.“ Hauchte sie mit bebender Stimme. „Und… und… und…“ Sie blinzelte, doch dann wusste sie was sie wollte. „Auch ich weiß so wenig von dir.“ Andrew war in seinen Fragen recht breit gefächert gewesen. Ihre Stimmungslage war brüchiger und so fragte sie nach etwas speziellerem. „Erzähle mir doch bitte von etwas schönem. Von den Sommertagen deines Lebens.“ Sie zögerte und war sich wohl bewusst, dass die Frage ein Schuss sein konnte der auch nach hinten los gehen konnte, aber sie fragte es dann dennoch. „Warst du je verliebt, Andy? Ich würde so gerne etwas über die Liebe hören.“
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Andrew Solitude
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BeitragVerfasst am: Di März 09, 2010 6:30 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Andrew Solitude Andrew Solitude
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Andrew Solitude zögerte eine ganze Weile. Er hörte Sharen und sah sie auch an. So verängstigt hatte sie gewirkt, so verletzlich. Er konnte ihr mit seiner bloßen Nähe wehtun, doch damit auch helfen. Andy sah sie lange, nachdenklich an. Es ist doch wie ein Dorn in der Haut. Es tut weh, jenen rauszuziehen, doch es muss sein. Sonst wird die Wunde eitrig und heilt niemals aus. Wortlos erhob sich der Graue und kam auf das junge Mädchen zu. Er war gerührt von ihren Wunden. Andrew war so gerührt, dass er sich schuldigt fühlte. Er fühlte sich, als habe er Sharen nicht auffangen können. Wie ein Engel, der mit gebrochenen Flügeln hinab fiel.

„Ach, Sharen…“ murmelte er. Aus ganzem Herzen nahm er seine Zukünftige fest in die Arme und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Gemütlich saß er neben Sharen, strich ihr ganz zärtlich einige Haarsträhnen glatt.
„Du tust mit deiner bloßen Anwesenheit so viel für mich, wie es selten jemand könnte. Aber wenn du mir mit meinem Schmerz helfen willst, dann… dann tue es. Ja, dann versorge meine Narben… Nur eines, das sage ich dir. Trage dich nicht über deine Grenzen hinweg. Wegen mir sollst du dich nicht kaputtmachen.“ Andrew sah Sharen an. Es war schön, miteinander zu reden, es war schön, sie so anzusehen und obwohl es alles ein wenig suspekt für Andrew war, sah er keinen Fehler darin. Es war frisch, aber vielversprechend. Es war mehr als ein Verhältnis wie zu einer jahrelangen Bekannten, zu einer Schwester oder einer Mutter. Es war ein noch dünnes Fädchen, welches aber mal das Band zwischen zwei sich liebenden sein konnte. Aber Andrew hatte viel aus der Vergangenheit mitgenommen. Er war extrem vorsichtig, doch wenn er etwas aufs Spiel setzte – dann war es alles. Und doch hoffte der Graue inständig, dass er mit Sharen niemals aufs Ganze gehen musste… er wollte ihr keine Gefahr bringen. Er wollte nicht selbstgerecht sein. Und doch wusste der Händler, dass seine Wut auf die Vergewaltiger von Sharen noch Folgen tragen würde… denn er verstand es nicht. Andrew konnte nicht verstehen, wie auch nur ein einziges männliches Wesen zu sowas im Stande war. Aber er würde so nicht sein. Andrew war nie so gewesen.

Fragen. Andrew schluckte und presste seine Lippen so sehr aufeinander, dass jene nur noch ein dünner Strich waren. Fragen, die wie Rätsel waren. Die Antworten wären nicht ganz so einfach. Dass Andy ein paar Probleme mit ihrer Frage hatte, das sah man ihm ganz klar an und er machte auch keine Anstalten nun, seine Gefühlslage zu verstecken. Nicht vor seiner Zukünftigen.
Er nahm sie noch etwas fester in seinen Arm, als würde er sie für die Antworten brauchen. Ein Arm umfasste ihre Schultern, die andere drückte sanft ihren Kopf auf seine Brust, während Andrew seinen Kopf leicht auf Sharen legte.
„Liebe ist nichts, was sich in Worte zusammenfassen lässt. Sharen. Ich weiß nur… das … dass es Menschen gibt, die jene in sich tragen. Ich tue es, und das du es tust, dessen bin ich mir bewusst. Ach, die Liebe an sich ist schon etwas… Seltsames. Sie gibt, sie nimmt. Sie formt und sie zerstört, aber mehr kann ich konkret nicht sagen. Alle machen eine andere Erfahrung mit dem Ding.“ Andrew flüsterte leise, für was hätte er denn laut sein müssen, wenn sie so nah beieinander waren. Das Feuer strahlte in der Hütte eine wahrlich angenehme Wärme aus, doch noch fröstelte es den Alten etwas.
„Hast du deine Eltern nicht geleibt, oder Liebe erfahren? Ich muss dir aber sagen, dass die Liebe zwischen Mann und Frau auf so komplett anderen Bausteinen aufbaut. Hmmm…“ Nachdenklich sah der Alte ins Feuer und hing alten Erinnerungen wieder nach. Für einen Moment war er weit, weit weg. Auf einer Wiese mit Rosé, wo sie ein Frühstück gemacht haben, bevor er sie sicher nach Hause geleiten musste, ohne dass Emel etwas von ihrem Verschwinden bemerkte. Es war einfach eine sehr gefährliche Liebe gewesen.

„Die Sommertage von Andrew Solitude?“ Andy schluckte. „Ich habe mehr als ein Leben gelebt, Sharen. So viele unzählige Lebensabschnitte. Ja, ich…“ Der Graue brach kurz ab, denn er zitterte leicht. Aber das lag nicht an der Kälte…
„Ich habe geliebt. Ich habe gelitten. Ich habe gehasst. Ich habe geliebt, weil es mir zustand. Ich habe gelitten, weil ich zu der Wahrheit stand, die meine Liebe barg. Aber ich habe gehasst, als ich in Ungnade verfallen bin. Die Sommertage bargen alle 3 Abschnitte. Es ist wie ein Sommer, der mit einem dunkelblauen Himmel begonnen hatte. Es war schön gewesen mit dem Mädchen. Nun, eigentlich hatte ich auch da schon die Jugendjahre hinter mir gelassen. Ich war etwas über Dreißig, sie war… ja… Mitte Zwanzig gewesen.“
Jetzt war Andrew vollkommen weg. Er starrte nur ins Feuer. Seine ruhige, dunkle Stimme wirkte verträumt.
„Die Sonne. Sie war wie die Sonne für mich. Rotes, langes Haar. Wie Strahlen ihrer Schwester am Himmel. Ihre Art, die Energie, die von ihr ausging waren wie die angenehmen Temperaturen eines Sommertages. Ja, die wahre Schönheit ging von ihrem Charakter aus. Dennoch habe ich immer gedacht, sie wäre perfekt. Diese leuchtenden Augen waren so freundlich und groß. Wir haben an dem Tag gegessen. Gelacht und die Temperaturen genossen. Aber wie jeder Tag unabsehbar kann… barg jener Wolken. Verdammt dunkle Wolken, mit Blitz und Donner.“ Andrew musste aufstehen und seine Hände zitterten, geformt als Fäuste und er sah sich auf die Unterlippe beißend ins Feuer, trat näher heran.
„Sie war nicht mein Mädchen. Sie konnte nicht, sie durfte nicht. Die Sonne ist immer mit dem Mond verbunden. Er hatte sie nicht geliebt. Er konnte nicht! Aber vor allem, ja vor allem, er wollte es nicht! Dieser…!“ Einen Moment kämpfte Andrew noch damit, seine Beherrschung zu behalten. Aber die Erinnerungen waren viel zu real.
„Dieser reiche Bastard! Er konnte sich ihren Körper erkaufen, doch Liebe ist absolut nicht käuflich! Sie war sein Mädchen, aber die Liebe war mein! Sie hätte…“ Seine Stimme war laute rund erregter vor Wut geworden, doch Andrew schrie nicht. Stattdessen hatte er sein Glas Wasser ins Feuer geschmissen.
„Sie hätte zu mir gehört und ich hätte ihr sein sollen! Er hatte mir die Sonne gestohlen!“ Andrew schrie hell. Noch immer starrte er ins Feuer, stand an den heißen Flammen sehr nahe. Er hatte für einen Moment vergessen, wo er war. Und hatten seine Worte nicht selbst mitbekommen. Verwirrt fand er sich nur vorm Feuer und sah fragend zu Sharen, als seine Muskeln wieder erschlafften. Plötzlich war ihm klar, was passiert war und er biss sich auf die Lippen. Andy erhob sich seufzend.

„… und dann. Dann kam eine eisig kalte Winternacht.“ Flüsterte der Graue wieder. Zwar war Andrew aus der Erinnerung gerissen, doch wenn er solch eine Erinnerung einmal hatte, dann brauchte es eine ganze Weile, ihn wieder abzulenken und aufzubauen.

„Und ja, Liebe kann schon mal sterben. Das wolltest du sicherlich nicht hören, aber glaube mir, das ist wichtig. Meine Liebe zu dem Mädchen, welches nun wohl auch schon grau sein könnte, ist nie gestorben. Aber sie ist so abgeschwächt durch die Kälte seinerseits, dass sie nur ein Schatten ist von dem, was sie einmal war. Sharen…“ Andrew sah sie flehend an.
„Du musst keine Sonne für mich sein. Ich brauche und suche keinen Ersatz für das Verlorene. Ich habe mehrere Leben gelebt, wie gesagt. Das ist vorbei. Es ist so lange her. Aber vergessen könnte ich es nie.“
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BeitragVerfasst am: Mi März 10, 2010 12:11 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Sharen Sharen
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Andrew hielt sie nun so fest, das es sie wohl erschrecken sollte, und doch lag in der Geste auch etwas so unglaublich zärtliches, das es das nicht tat. Sie fühlte sich nicht bedroht. Sie fühlte sich beschützt, so beschützt wie sie es zuletzt als Kind empfunden hatte. Aber auch er stellte ihr Fragen die nicht leicht zu beantworten waren, wie jene nach ihren Eltern. „Ich glaube schon, dass ich sie geliebt habe, Andrew.“ So wie er sie hielt konnte er ihr Gesicht nicht sehen und sah deshalb auch nicht wie sie sich auf die Lippe biss. Wenn sie mit sich ehrlich war mochte sie Andrew lieber als Andy, aber wenn es ihn glücklich machte, würde sie ihn so ansprechen wie er es wollte. „Aber es ist so lange her, ich war noch so klein…“ Sie brach ab und es dauerte einen Moment bis sie weiter sprach. „Andy? Irgendwann… habe ich angefangen sie zu hassen. Meine Eltern… ich meine ich gab ihnen die Schuld daran, dass wir getrennt wurden. Als ich noch ein Mädchen war, dachte ich immer das wäre nicht passiert, wenn ich ein Junge gewesen wäre, dass sie dann besser auf mich Acht gegeben hätten.“ Gerade auf dem Land waren Mädchen noch immer die, die man mit einer Mitgift weg verheiratete während die Jungs im elterlichen Betrieb arbeiteten und so mehr zur Ernährung der Familie bei trugen. Logischerweise errechnete sich daraus automatisch auch der „Wert“ der Geschlechter. Ein Mädchen war vor allem eins: ein Kostenfaktor. „Heute schäme ich mich dafür, aber vor lauter Wut kann ich mich an kaum etwas anderes erinnern. Meine Wut und die Verzweiflung hat alles verzerrt, Andy. Also nein… ich erinnere mich nicht mehr so genau, wie es war, von jemanden geliebt zu werden.“ Sie schämte sich. Und doch konnte sie das Gefühl als solches interpretieren und wusste was sie als Liebe definieren würde.

* * *

Auch hier hörte Sharen aufmerksam zu. Das Andrew bereits einem anderen Mädchen sein Herz vor ihr geschenkt hatte war seltsamerweise nicht etwas, das Sharen beunruhigte. Es war seltsam. Sie selbst war nie in einer derartigen Situation gewesen doch sie kannte andere Mädchen und wusste wie schwer ihnen das teilweise zu schaffen machte. Malsina hatte ihr mal gesagt “Wenn ich mit ihm bin, ist mir immer als wäre sie auch noch da, wie ein Schatten, oder ein Geist. Ich kann sie nicht sehen, aber ich kann ihre Präsenz fast fühlen. Es macht mich wahnsinnig. Sharen war da anders. Der Gedanke an die roten Haare ließ sie nicht los und schon wollte sie Andrew vorschlagen, dass sie sich für ihn ihre Haare färben konnte – wie das ging war bekannt auch wenn nicht gerade das billigste der Welt, doch gerade noch rechtzeitig machte er klar, dass er so was nicht wollte und ihr schon offener Mund klackte wieder zu. „Rotes Haar ist wunderschön.“ Hauchte sie dann nur.

Bisher waren sie zusammen gesessen, sie in seine Arme geschlungen und auch ihre Arme waren sachte um ihn gelegen, doch auch wenn er sie effektiv hoch hielt wurde für ihren geschundenen Leib die Haltung langsam anstrengend. Noch immer schossen Visionen von dem was er ihr gesagt hatte durch ihren Kopf. Von dem rothaarigen Mädchen und von einem Andrew dessen Körper noch nicht vernarbt oder ausgezehrt war, sondern jugendlich, stark und attraktiv. Er war auch jetzt nicht hässlich – zumindest nicht für ihre Augen – eher vom Leben und seinen Erfahrungen gezeichnet. Aber gerade das machte ihn eher noch interessant. Ja, sie war in der Hinsicht anders als andere Mädchen ihres Alters.

„Du solltest nicht das bedauern was du verloren hast.“ Sagte sie dann und wiederholte damit Worte die man ihr einmal gesagt hatte. „Du solltest dich an dem Erfreuen was du gehabt hast. So lange du dich an die schönen Momente erinnern kannst haben jene versagt, die dir alles nehmen wollten.“ Ein wenig löste sie sich aus Andrews Armen. Sie wusste das sie Altklug klang aber das wollte sie gar nicht. „Wenn ich für dich ein wenig das sein kann, was sie einmal für dich war, werde ich glücklich sein, Andy.“ Sie lächelte schwach. Doch ein falscher Atemzug erinnerte sie an ihre geprellten Rippen und beendete den Moment. Ihre Arme waren schlank, auch im Vergleich zu seinen und doch konnte sie seine Arme ohne Mühe von sich nehmen. Ein wenig mühevoll legte sie sich auf die Seite, die nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen worden war. Dort wo sich ihre Taille befand formte sich nun eine Art Canyon denn das Bett schluckte nur ein Stück weit ihre Schulter und noch weniger von der Rundung ihrer Hüfte so dass sich ihr Körper entsprechend anpassen musste. Für einen Moment schloss sie ihre Augen. Es war klar, das es ihr gerade nicht sonderlich gut ging. Doch dann sah sie zu Andrew auf.

Unbeabsichtigt hatten ihre Bewegungen etwas fast schon laszives als sie ihn vorsichtig an seinem Hemd zu sich herab zog, bis auch er neben ihr lag, aber sie ging noch weiter. Lediglich ihr Blick war nicht sinnlich, sondern erschien eher schüchtern. Ihr Griff war nur leicht und sie hätte ihn eh zu nichts zwingen können, aber vorsichtig legte sie seine Arme um ihre Mitte ehe sie die Bettdecke über sie beide hoch zog. Dann erst fand ihre Hand auch ihn. „Hilf mir zu heilen.“ Hauchte sie dann kraftlos und unter der Decke schien sie regelrecht gegen ihn zu schmelzen. Und doch wollte sie nicht mehr als das Gefühl seiner Nähe und Wärme, denn erneut schob sich ihr Kopf unter sein Kinn und sie hatte da ihre Augen schon geschlossen. Schnell umflutete sie die Wärme seines Körpers und die Schwere des Schlafes begann sie mit sich zu zerren. Wenn er jetzt nichts sagte, würde sie bald erneut eingeschlafen sein.
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Andrew Solitude
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BeitragVerfasst am: Mi März 10, 2010 6:35 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Andrew Solitude Andrew Solitude
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Die Decke war warm, angenehm. Bald entwich die Kälte aus seinen müden Knochen und Andrew hielt Sharen unter der Decke bei sich, spürte ihren Leib. Bemerkte die Bewegung ihres Körpers, wenn sie ein- und ausatmete. Es war so beruhigend, so angenehm… ja, der Alte spürte das Leben, wie es in Sharen eben vorging und dies beruhigte ihn, auch wenn er die schmerzlichen Erinnerungen noch nicht verdrängt hatte. Aber er vergaß auch Sharens Worte nicht, wenn sie zugleich wenig waren. Aber musste es auch eine Vielzahl sein? Nein, musste es nicht.
Das ist wahr, die schönen Erinnerungen bleiben erhalten. Doch eine Erinnerung macht den Schmerz und die quälende Einsamkeit nicht wett. Und so koexistiert alles nebeneinander. Vielleicht war der Lockige nun nicht ganz einverstanden mit den Worten seiner Zukünftigen, doch er behielt seine Meinung still schweigend für sich. Andrew wusste, dass es besser war, das Thema erst mal einfach ruhen zu lassen.

Andrew konzentrierte sich auf die Stille um sie herum. Die Wärme, die wohlige Wärme. Leise hörte er noch das knisternde Feuer. Es war noch immer Vormittag. Ein verrückter Tag, entschied Andy. In so vielerlei wegweisend und so viel war passiert. Ja, dieser Tag hatte Höhen und Tiefen. Doch es waren gerade diese Höhen, die ihn noch zufrieden erscheinen ließen.
Er sah zu Sharen hinab. Ihr Kopf unter seinem Kinn war angelehnt, ihr Gesicht konnte er nicht erkennen. Doch an ihren eher schwächlichen Griffen konnte der Alte doch gut merken, wie fertig sie war. Und ich Idiot habe nichts Besseres zu tun, als alles noch schwieriger zu machen, sie mit meinen Sorgen gerade zu bedrängen. Immer noch so hitzig und überemotional…
Doch er genoss die Nähe, wenn zugleich ihr Körper so zerbrechlich und klein erschien. Seine Hände ruhten auf dem weichen Leib, der doch so knochig und ausgemagert war. Ja, das bemerkte er durch den Stoff durchaus. So dick war das Hemd wirklich nicht, welches er ihr gab. Zuerst sah Andrew es nur, doch jetzt spürte er das Ausmaß. Innerlich seufzte der Alte. Seine knochigen Hände bewegten sich nicht, als er bemerkte, dass Sharen eingeschlafen war. Sie schliefen nur, auch wenn sie es in einem Bett taten. Es war nichts dabei, es war ja so herrlich schön unschuldig und dennoch konnte der Einäugige wohl nicht abstreiten, dass er dabei auch an sexuellen Verkehr dachte, wenn auch nur für wenige Sekunden die Vorstellung herrschte, bevor sich der Alte ablenkte – obwohl ihn die Vorstellung ausgesprochen gut gefiel. Fast gleichzeitig ermahnte sich Andy selbst dafür, daran gedacht zu haben und dachte daran, was Sharen an diesem Morgen passiert war. Wie er sie aufgefunden hatte, in welcher Verfassung sie war… wegen Kerlen, die zu stark an solche Gefühlsregungen dachten und jene auslebten wie die Tiere es taten. Wut. Andrew wusste, irgendwann würde jene ihn noch zerfressen, er müsste die Wut ausleben, er musste einfach, verdammt, er musste! Aber nicht jetzt…

Andre ermahnte sich zur Stille. Ihre Haut war so weich, so glatt, so ebenmäßig… nicht so vernarbt wie die seinige, so straff. Bei den Wunden war er vorsichtig, fuhr kaum merklich über die verbundenen Verletzungen. Nein, seine Hände waren nicht unter das Hemd gekrochen, doch der Druck auf ihren Leib hatte sich etwas bestärkt. Jede Sekunde, bei der Andrew sich mehr und mehr auf ihren Leib konzentrierte, desto feinfühliger wurde er darauf – es war fast, als könnte er durch den Stoff langen. Aber eben auch nur fast.
Ja, seine Haut war anders. Wenn man darüber fuhr, war es oft, wie auf einer holprigen Straße. Man spürte die Einkerbungen, die mal stärker, mal schwächer waren – wie Schlaglöcher in Straßen. Die kleineren Narben waren kaum spürbar, ja, da musste man sehr feinfühlig sein. Aber auch die genähten Narben waren leicht zu ertasten. Deswegen fasste sich Andrew auch nicht besonders gerne am eigenen Leib an. Es war, als las er in seiner Vergangenheit…

Seine Hände wanderten nur langsam, sanft. Andy wollte seine Zukünftige nicht wecken. Mittlerweile hatte er die Augenbinde abgenommen und sein gesundes, rotes Auge geschlossen. Im Bett, beim ausruhen oder beim schlafen, völlig egal, spürte er immer das Band der Binde um seinen Kopf und dann störte dem Alten jene durchaus.
Dann jedoch ertasteten seine langen, dünnen Finger etwas uneben mäßiges, etwas, dass nicht zum Rest des Körpers – abgesehen die für ihn schon selbstverständlichen Verstümmelung – etwas anderes. Als Andrew vorhin ihren Körper versorgt und verbunden hatte, da waren ihm diese Narben am Rücken nicht aufgefallen, nein, auf ihren Rücken hatte Andrew überhaupt nicht aufgepasst. Jetzt spürte er die Striemen unter seinen Fingern, selbst durch den Stoff, wenn auch nicht allzu stark. Hatte sie dort Narben, wie er sie auf den ganzen Leib trug? Anscheinend, so schoss es Andrew durch den Kopf. Ja, er kannte diese Art von Rillen in der Haut. Und Trauer stieg empor. Trauer für dieses junge Mädchen, welches ihre Hand bereits verloren hatte und auch noch mit Narben gestraft war. Er fragte sich noch immer, was Sharen wohl konkret getan haben musste. Der Graue wusste, dass sie nichts willkürlich und in Dummheiten tun würde. Der Mensch wird bis aufs Äußerste getrieben, wenn es sein muss. Ja… ihre Narben sind bestimmt nur Zeugen ihrer Not, da bin ich mir sicher. Das macht sie zu anderen Narben als wie ich sie habe… Ihr Körper, den er so ertastete, wurde zu einem interessanten Abenteuer. Doch Andrew beendete dieses Unterfangen. Wenn sie mir vertraut, wird sie mit solchen Dingen ganz alleine zu mir kommen. Andy wusste nicht, ob er ihren Körper ertasten durfte, er hatte ja auch keine privaten Zonen angefasst, doch behielt er dies wohl besser für sich.
Ihr Schlaf war friedlich und ließ ihn auch ganz anders fühlen. Andrew war froh, ausgerechnet Sharen begegnet zu sein und erst recht war er froh, jene zu heiraten. Und dieses Mal wollte er wirklich dafür sorgen, mit der Frau an seiner Seite ein geregeltes, friedliches Leben aufzubauen. Ganz gleich ob er nun in zwei Jahren, in 10 Jahren, gar in dreißig Jahren starb. Sie will mir helfen, zu heilen. Aber ich werde das gleiche für sie tun. Mindestens das.
Er hatte keine Ahnung, wie Heiraten abliefen. Andrew wollte sicherlich wach bleiben, das Feuer beobachten, um im Notfall jenes löschen zu können. Doch bei den verschiedensten Vorstellungen die er hatte – sie reichten von bunt und wunderschön zu grau und steril – schlief er irgendwann ein und auch wenn das schwarze Loch dort so kalt und starr war, wo eins sein blaues Auge ruhte, so machte Andrew einen friedlichen, wenn auch leicht angespannten Eindruck im Schlaf und seine Atmung wurde etwas langsamer, sein Brustkorb hob und senkte sie stärker. Es war Sharens Präsenz, die ihn tatsächlich gute Träume brachten und nicht wieder diese schaurigen Albträume, die er ansonsten so oft hatte. Andy war ruhig und es hatte zumindest den Anschein, als würde er lächeln…
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BeitragVerfasst am: Do März 11, 2010 8:54 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Sharen Sharen
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Sharen träumte. Die Träume waren wirr und doch erschienen sie ihr so realistisch, dass es auch die Realität sein mochte.

Sie trug ein einfachen Kleid, aber trotz des schlichten Schnitts war es von guter Qualität und vor allem passt es ihr ein mal wirklich, ohne das es spannte. Es war einfach, aber es war auch das schönste, das sie je besessen hatte. Sie hatte keinen Ring am Finger aber sie wusste das sie Andrew geheiratet hatte. Zumindest war Andrew der selbe, nur kam er ihr irgendwie ein wenig jünger vor und die Narben die ihn entstellten waren nicht so tief wie sie sie in Erinnerung hatte.

Plötzlich packte er sie und erneut hob er sie auf als wäre sie gerade mal so schwer wie eine Feder. Sie hatten seine Hütte erreicht und er würde sie nun über die Schwelle tragen. Irgendwie war ihr, als wäre sie nicht wirklich seine Frau, bis er das gemacht hatte. Zärtlich strich sie ihm über die Wange und es war als würde seine Haut einfach abgehen. Es war als wäre er eine Schlange die sich regelmäßig häutete und die überfällig war und die Haut die darunter lag war glatt und wenn auch nicht gerade zart, so wirkte sie zumindest gesund. „Ich werde der Brunnen sein, der deine Wunden rein wäscht.“ hallte es von irgend wo her.

Dann öffnete Andrew die Tür. Nur da war schon jemand. Im ersten Moment meinte sie einen Mann auszumachen und sie erschrack entsprechend. „Schhhhhht.“ Hauchte Andrew leise und dann machte sie die roten Locken aus. Andrew trug sie hinein und er legte sie auf sein Bett. Sie war seine Braut, aber die rotgelockte Schönheit war auch in dem Zimmer. Sie half Andrew dabei die Schuhe auszuzuehen und die Jacke abzunehmen, dann ging sie zum Herd um das Abendmahl zuzubereiten während Andrew sich ihr erneut zuwendete. Das seltsame war, dass sie das nicht mal störte. Etwas war schon an der Sache bizarr. Aber andererseits... Sie konnte es nicht erklären und so schloss sie die Augen und wartete auf Andys zärtlichen Kusse.

Sie wartete und wartete. Aber als er sie dann doch nicht küsste öffnete sie die Augen wieder und stellte fest, dass sie nicht mehr auf dem Bett lag sondern stand – und zwar genau hinter der Tür der Hütte. Ein kurzer Blick offenbahrte das sie alleine war. Aber noch bevor sie sich wundern konnte wurde die Tür aufgerissen und da war Andrew. Er hatte ein Mädchen auf den Armen und im Tageslicht konnte sie nun erkennen das ihre Haare die Farbe gewechselt hatten. Sie waren nicht mehr braun. Sie waren nun rot...



Erschrocken machte sie nun doch die Augen auf. Dieses Mal aber war sie sich sicher, dass sie nicht mehr träumte. Zuerst war sie dennoch disorientiert. Wo befand sie sich? Andrew lag noch immer bei ihr und für einen Moment war ihr als wäre das Hamd das sie umhüllte unordentlich verzogen, aber der Gedanke war nur äußerst kurzfristig. Sie war seit gestern nicht mehr auf dem Töpchen gewesen und diese Bedürfnis holte sie nun so unerwartet deutlich ein, dass sie mit Gewissheit fühlte, dass sie das nicht mehr aufschieben konnte.

Andrew schlief und er wirkte so zufrieden, dass sie sich mühte ihn nicht zu wecken. Wie in ihrem Traum stand sie schon vor der Tür und dieses Mal versicherte sie sich, dass ihre Haare noch braun waren, als sie erneut fest stellte, dass sie nicht hinaus konnte. Doch dieses Mal war es nicht so sehr das ihr Körper nicht wollte. Dieses Mal war es erneut ganz plötzlich aufkommende panische Angst. Das Hemd war nicht gerade lang, aber es war nicht so kurz, dass sie das gestoppt hätte. Aber in dem Moment stellte sie fest, dass die Vergewaltigung sie nicht nur in der einen Hinsicht geprägt hatte, was Männer betraf. Die Welt da draußen wirkte plötzlich so gefährlich auf sie, so erschreckend bedrohlich.

Für einen langen Moment stand sie einfach nur da, doch dann kehrte sie zum Bett zurück und weckte Andrew sachte. Erst als sie sicher war, das er bei Sinnen war und nicht auf sie böse erklärte sie sich. „Andrew. Ich muss mal.“ Schon vorhin hatte sie gesehen, dass es hier kein Toilettenhaus gab. Wie so oft ging man einfach hinter das nächste Gebüsch oder so. Im Westteil gab es genug davon und nicht so viele Menschen als das es sofort ein Problem geworden wäre. Nun aber wurde sie rot. „Kommst du bitte mit mir?“ Sie senkte ihren Kopf. „Ich habe Angst. Ich will nicht alleine hinaus gehen.“
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Andrew Solitude
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BeitragVerfasst am: Do März 11, 2010 9:29 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Andrew Solitude Andrew Solitude
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Friedlich und tief war Andrews Schlaf gewesen, keine schlechten Träume. Einmal musste er nicht von dem Verlust seiner ehemaligen Liebe träumen, hatte nicht mehr die Folterungen am Leib brennend im Kopf oder hörte Emels lachen. Nein, dieser Traum war vollkommen still. Aber angenehm still und nichtssagend. Es war so erholsam, doch leider nicht von Dauer. Langsam wurde Andy aus dem Schlaf gerissen und verschlafen, perplex sah er sich um und erblickte blinzelnd Sharen. Was wollte sie denn?„Hä… was…“ brummte der Graue leise und hätte sich am liebsten ins Bett vergraben. Ja, ihm fiel auf wie herrlich weich es war, so warm, achja… herrlich.

Aber dem war jetzt nicht so. Immer noch recht müde sah er Sharen an und hielt sich die Hand vor dem Mund, als er gähnte. „Was?... du musst mal? Achja… gleich… Moment…“ murmelte er und richtete sich beschwerlich auf. Andy stand auf, streckte sich und reib sich die Müdigkeit aus dem Auge. Er sah nicht wütend oder so aus, aber etwas mitgenommen.

„Entschuldige, ich habe lange nicht mehr so gut geschlafen. Ich muss noch wach werden.“. Andrew richtete seine grauen Haare, schlüpfte schnell in die Stiefel, die er vorhin so achtlos in eine Ecke warf. Seinen Mantel reichte er jedoch stumm Sharen. „Es ist bestimmt noch immer kalt. Damit wirst du dich besser fühlen.“ Begegnete er mit einer leichten Handbewegung, bevor er das Feuer des Kamins löschte. Er würde nie achtlos einfach das Feuer in der Hütte anlassen, wenn niemand da war.
Andrew fühlte sich erschöpfter als zuvor, weil er so abrupt erwacht war. Aber sauer oder dergleichen war er nicht. Nicht auf Sharen, nicht mit den Ängsten und Absichten dahinter. Stumm strich er mit seinen Fingern über ihr Gesicht.
„Gut, lass uns gehen. Frische Luft könnte nicht schaden. Oh warte…“ Sorgfältig hatte er die Schachtel mit den vielen Goldstücken mit dem Schlüssel verschlossen, bevor er sie in das Versteck unauffällig legte, den Tisch wieder über die unscheinbare Platte rückte. Wer nicht das erste Mal, dass irgendwelche Strolche mein Haus durchsuchen, während ich nicht da bin. Man kann niemals vorsichtig genug sein.

Andrew öffnete die knarrende Tür und hatte vorsichtig Sharens Hand genommen. Er wollte ihr stets das Gefühl vermitteln, dass sie nicht alleine war. Dass sie stets miteinander irgendwie verbunden waren. Andy würde es sofort merken, wenn etwas nicht stimmte. Ja, er würde hüten wie ein Schäferhund über Schafe. Andrew verstand Sharens Angst. Ihm war nie dasselbe wiederfahren, aber er kannte die Angst vor dieser großen, weiten Welt. Wenn alles plötzlich aus einem ganz anderen Licht wahrgneommen wurde…
Er trat mit ihr hinaus. Es war immer noch Vormittag. Aber zu seiner Überraschung nicht mehr kalt. Es war eigentlich angenehm und plötzlich kam sich der Alte etwas dumm vor, dass er Sharen den Mantel gab.
„Oh… es ist… wärmer geworden“ murmelte Andrew betroffen und kratzte sich am Kopf. Dann aber ging er mit Sharen an der Hand voran. Bis jetzt waren sie niemanden begegnet und Andy war etwas missmutig, wenn er bedachte, wie Sharen vielleicht auf andere Begegnungen reagieren konnte. Aber alles, was ihnen über den Weg kam, war eine zerzauste Katze, die hell miaute. Andrew wandte sich sofort ab und sah giftig zu dem Tier. Nein, er mochte Tiere, so war es nicht. Er hatte nie etwas gegen jene gehabt. Aber an seiner Fellallergie änderte dies natürlich nichts. Und sie tapste immer näher die die beiden so. Andy nahm die Hand seiner Zukünftigen etwas fester und machte einen Schritt zurück. Seine Nase war bereits voll und das Atmen fiel ihm schwerer.
„Kusch! Hau ab!“ knurrte er das Tier an. Der Knochige hatte nicht unbedingt gewollt, dass Sharen etwas von seiner Fellallergie mitbekam. Es war ihm irgendwie… peinlich. Es war eine ihm vollkommen dümmliche Schwäche. Aber die Katze ließ sich nicht beirren und tapste hochnäsig näher an die beiden, mit großen, gelben Augen miaute sie sie an. Andrew war aufgefallen, wie dünn die Katze war und wie verklebt das Fell und unter anderen Umständen hätte er sie gerne gewaschen und etwas zu fressen gegeben. Aber unter diesen Umständen sah er sich gezwungen, das Tier fortzuschicken.
„Blödes Vieh, hau…ha... hatschi!“ Andrew musste laut niesen. Sein Auge tränte nun und er musste mehrmals zwinkern, um etwas zu sehen. Er war fast so weit, etwas beschämt von seiner Fellallergie zu erzählen, aber dann sprang die Katze doch davon. Zum Glück! Die Nase wurde schnell wieder freier und das Atmen viel auch leichter und ohne jedes Hindernis brachte Andrew Sharen weiter zu einem Busch, der eher abseits von Gebäuden und Straßen stand, allerdings nicht zu weit entfernt, als dass man außerhalb von der Stadt war. Komisch. Konnte er ihre Hand loslassen, damit sie hinter den Busch ging? Konnte sie das schon?
Fragend sah Andrew seine Zukünftige an, jedoch wusste er nicht, welche Frage er ihr stellen sollte…
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BeitragVerfasst am: Fr März 12, 2010 12:04 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Sharen Sharen
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Er war wirklich so ein gütiger Mensch. Nicht mal jetzt vergaß er ihr seinen Mantel umzulegen. Sharen war dankbar und man merkte das auch wenn sie es jetzt nicht direkt in Worte fasste. Aber ihre Augen drückten es aus die ihn entsprechend ansahen. Es mochte nicht mehr so kalt sein, aber das änderte nichts an ihrer Dankbarkeit. Sie war empfindlicher was die Elemente anging und war nicht sonderlich scharf darauf nass zu werden. Ihre kleinere Hand lag in seiner aber dennoch fühlte es sich schön an seinen Mantel zu tragen. Nervös huschten ihre Augen umher aber sie waren alleine hier draußen. Es gab kein Anzeichen von ihren Peinigern.

Es war kein Zufall, dass Sharen Andrew ihre Namen noch nicht genannt hatte. Sie war sich nicht sicher, ob sie sich je dazu bringen konnte ihre Namen auszusprechen, egal in welchem Zusammenhang. Im Moment wollte sie nicht mal von ihnen denken. „Ich finde… es ist immer noch kühl.“ Sie drückte seine Hand etwas fester ohne wirklich zu ahnen was er dachte. „Dein Mantel gibt mir außerdem das Gefühl angemessen bedeckt zu sein. Und er hält mich trocken.“

Sharen war eher pragmatisch aufgewachsen. Katzen konnten Tiere sein, die einem an einem einsamen Abend Trost spendeten und eine Art von Gesellschaft darstellten, aber sie konnten auch nerven. Die Art wie Andrew auf die Katze reagierte machte ihr zuerst deutlich, dass sie ihn noch nicht so recht kannte. Das er eine Allergie hatte erschloss sich ihr auch nicht, obwohl er niesen musste. Schließlich konnte das auch vom Regen kommen, oder von der morgendlichen Kälte. Sie war jetzt nicht verstört. Sie wäre verstört gewesen, wenn er die Katze getreten hätte oder so. Aber es erinnerte sie doch daran wie fremd sie doch noch waren, denn eben noch, als er ihr seinen Mantel um die Schulter gelegt hatte war ihr als wären sie schon innig verbunden. Andrew war nun mal ein Mann und eben nicht ein Ding das sich nach ihrem Willen formen und verändern würde.

Sie würde ihn auf die Sache nochmal ansprechen. Aber nicht jetzt. Sie hatte im Moment genug mit sich zu tun. Der Busch sah nicht gerade einladend aus, aber es war wohl ein guter Ort für so eine Angelegenheit. Wenn Andrew hier warten würde wäre er immer noch nahe genug, aber Sharen stellte schnell fest, dass ihre Hand sich verzweifelt in die seine krallte und sie wollte wirklich nicht los lassen. Mühevoll zwang sie sich dazu von ihm ab zu lassen, aber ein Rascheln im Busch reichte aus sie erneut zusammen zucken zu lassen und sich gegen Andrew zu retten.

Seit dem sie bei ihm war hatte sie ihn mehrfach von sich gedrückt und sie hatte scheinbar entsetzt reagiert. Aber erneut wurde offenkundig das sie sich bei ihm einfach geschützt und sicher fühlte. Sie schämte sich auch. Sie benahm sich wie ein verschüchtertes Kind und nicht wie die erwachsene Frau die sie sein wollte, aber sie wusste auch, dass sie im Moment nicht anders konnte. Derweil wurde der Druck in ihrer Blase aber auch nicht weniger. Sie standen nun schon mindestens fünf Minuten so, fünf Minuten die ihr wie Stunden erschienen und in denen sie verzweifelt mit sich kämpfte, als sie schließlich seine Hand wieder ergriff und fast ein wenig ängstlich Andrew in die Augen sah. Sie sagte nichts doch sie suchte seinen Blick und dann, als sie endlich den Kontakt brach zog sie ihn vorsichtig hinter sich her, nun aber ohne ihn weiter anzusehen. Es war offensichtlich das ihr das peinlich war. Zum Sterben peinlich und ihre ganze Körpersprache drückte das auch aus. Aber selbst als sie bei den Büschen angekommen waren, ließ sie Andrew nicht los. Sie zögerte zwar und es war nicht gerade einfach mit dem einen Armstumpf sein Hemd und seinen Mantel zu raffen, aber sie konnte ihn einfach nicht los lassen. Ein letztes Mal sah sie sich um. Zu Andrew sah sie dabei allerdings nicht auf. Es war nicht gerade etwas, bei dem sie beobachtet werden wollte, aber andererseits konnte sie es ihm auch nicht übel nehmen, wenn er es tat. Immerhin nötigte sie ihn dazu hier zu sein. Etwas in ihr wollte sich bei ihm entschuldigen. Sie schämte sich so sehr. Aber auch das wagte sie nicht zu sagen. Immerhin konnte er sich los reißen, wenn ihm das zu unangenehm war. Sie würde ihn nicht halten können. Aber Andrew verweilte.

Mit hochrotem Gesicht ging sie also in die Hocke und sah Andrew dabei betont nicht an. Sein provisorischer Verband war mit ihrem Blut durchzogen und den würden sie wohl auch wechseln müssen, im Moment konzentrierte sie sich aber auf etwas anderes. Betont vorsichtig ließ sie laufen, schon das übelste ahnend. Es kam schlimmer. Sie merkte nicht wie sich ihre Fingernägel in Andrews Hand gruben. Sie merkte nicht wie sie leise, dafür aber umso schmerzverzerrter schrie. Sie merkte auch nicht wie ihr die Tränen über die Wangen liefen. Wie verwundet sie doch war, wie groß der innere Schaden war, wurde ihr aber doch langsam klar, denn es fühlte sich so an als würde ihr jemand Salz in die offenen Wunden träufeln.

Zittrig hatte sie das Geschäft unterbrochen noch ehe es wirklich begonnen hatte. Noch immer weinte sie und ihre Stimme bebte leise weiter. Ein Blick nach unten offenbarte ein blutiges Rinnsal in dem sich ein paar Klumpen getrocknetes Blut befanden. „Ich muss… aber ich kann nicht, Andrew.“ Keuchte sie. „Es brennt wie Feuer. Wie Salz in deiner Wunde. Ich kann nicht.“ Wieder holte sie. „Oh ich kann nicht, aber ich muss!“

Es war ihr immer noch peinlich aber jetzt war sie wirklich froh das er da war. Ohne seine stützende Hand wäre sie sicher umgefallen.
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BeitragVerfasst am: Fr März 12, 2010 4:28 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Andrew Solitude Andrew Solitude
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Andrew biss sich auf die Lippe. Er hatte Sharen nicht angesehen, doch er begriff, dass sie fürchterliche Schmerzen litt. Sie war untenrum so verletzt, konnte aber dennoch nichts tun. Sie musste dringend und durfte doch nicht. Der Alte wusste selbst nicht so genau, wie er ihr helfen sollte. Ja, am liebsten hätte er ihr die Schmerzen genommen, aber das ging nicht so einfach. Er nahm ihre Hand fester und jetzt erst blickte der Sharen an. „Sieh mich an, schäme dich nicht. Keine Sorge, ich sehe dir nur ins Gesicht.“ Andrew schämte sich nicht und sein Auge glitzerte entschlossen, als er vorsichtig sich zu der jungen Frau beugte und seine Hände auf ihre Schultern legte.

„Lass es einfach laufen. Konzentriere dich nicht auf den Schmerz, konzentriere dich auf mich. Und wenn du mich anpinkeln würdest, mir ist das egal und dir muss es nicht peinlich sein. Hörst du? Es ist schon in Ordnung. Was sein muss, muss eben sein… Du schaffst es. Glaube mir, irgendwann werden die Wunden verheilt sein, nur solange… solange musst du stark sein.“ Andrew lächelte aufmunternd zu seiner Zukünftigen. Seine weißen Zähne waren wirklich äußerst gepflegt. Der Alte hatte immer viel Wert auf Pflege gelegt…
„Wir werden heiraten, Sharen. Wir müssen uns nicht in der Gegenwart des anderen für etwas schämen oder etwas geheim halten.“ Sagt der, der nicht mal seine Fellallergie zugeben kann…

Seine Hände schwitzten ein wenig, es lag eine gewisse Anspannung in der Luft, doch Andrew wandte sein Gesicht nicht von dem ihrem ab. „Sieh mich an, vertraue mir. Konzentriere dich alleine auf mich. Lass es laufen und siehe mich an.“ Er lächelte noch immer aufmunternd. Zuerst hatte auch er nicht gewusst, wie man in solch einer Situation umging, doch gab es dafür überhaupt eine perfekte Lösung? Vermutlich nicht. Und so versuchte der Graue es auf seine Art. Eine Hand streichelte ihr Leib sanft den Schultern entlang, die andere hielt sie schützend fest. „Wir werden heiraten. Es ist so schön, dass zu sagen. Und es ist so schön zu sagen, dass du meine Zukünftige bist. Das ich dein Mann sein darf, dass wir keine Hierarchie brauchen. Beide auf einer Stufe miteinander. Unser Leben ändern und raus aus diesem Loch. Wir sind gute Teamspieler und können mehr aus uns machen, als das, was wir als Einzelnes waren. Und wir können so viel mehr als bloße Teamspieler sein. Ja, da bin ich wirklich zuversichtlich. Sharen, ich will dass du es weißt. Das zwischen uns keine Mauer stehen muss. Seelisch nicht, körperlich nicht und auch von Worten brauche ich keinen Schutzwall. Wir werden das schon auf abbauen.“ Andrew meinte es ehrlich und ernst.

Dass er gerade viel redete, wusste er, aber er wollte Sharen von ihren Schmerzen ablenken.
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BeitragVerfasst am: Sa März 13, 2010 8:36 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Sharen Sharen
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Unter seinen Worten lief ihr nicht nur das salzige Wasser in Form von Tränen aus den Augen. Ob Andrew ahnte wie effektiv seine Worte waren? Auf sie machte er den Eindruck als merkte er gar nicht, dass sie sich unter seiner Aufmerksamkeit bereits überwunden hatte. Nicht so sehr weil sie stark sein wollte für ihr eigenes Gut. Viel mehr versuchte sie für ihn gut zu sein. Sie wollte in der Hinsicht seine Stärke spiegeln. Sie wollte ihm gegenüber nicht länger schwach erscheinen.

Vor allem aber schien er ihr den Boden unter den Füßen weg zu ziehen. Es war als würde einer ihrer Träume wahr werden. Immer und immer wieder. Er hatte es schon zuvor gesagt. Aber mit jedem Mal wo er es wiederholte verdeutlichte er es ihr erneut und immer wieder. Er hatte also nicht gelogen? Er hatte es also nicht aus Mitleid oder einer Laune heraus gesagt? Sie hatte nicht wirklich Zweifel an seinen Worten gehabt, aber jedes Mal wo er es wiederholte schien es ihr realer zu erscheinen, ganz so als brauchte es ein wenig bis es in die tiefen ihres Schädels vordringen konnte.

Aber noch etwas veränderte sich in dem Moment. Schon ein mal hatte sie sich Andrew bis aufs Mark offenbart. Doch damals war sie ohnmächtig gewesen. Diese Offenbarung war anders. Sie konnte seinen Blick auf sich spüren und wusste das er ihre Situation nicht ausnutzte. Es war dieses Gefühl von Vertrauen und Verbundenheit, dass sie sonst nicht kannte. Es ging ihr bis tief unter die Haut. Es gab noch immer viel das sie nicht wusste oder verstand, aber langsam gewöhnte sie sich an diesen Mann und er wuchs und wuchs ihr ans Herz.

Ein blutiges, verfärbtes Rinnsal mischte sich mit dem unablässig fallenden Regen als sie sich wieder erhob. Ihre Haare waren schon nass denn diese schützte der Mantel nicht, aber dennoch suchte sie keinen Weg ins trockene. „Ich habe dich nicht benässt.“ War das erste was sie fest stellte und Andrew ein wenig aus dem Gefahrenbereich zog. Dann suchte ihre Hand die sein. Ihre andere hätte auch seine gesucht, wenn sie das könnte. Dann trat sie näher heran. Es war schon fast eine Art Prozedur, so wie sie sich an ihn schmiegte und wie sie ihren Kopf zärtlich gegen ihn drückte.

„Andrew?“ Hauchte sie nach einer weile und dann drückte sie sich noch ein wenig fester gegen ihn. Noch immer prasselte der Regen hinab, aber das war nicht mehr wichtig. „Andy.“ Hauchte sie erneut und nun hörte sie auf einem ihrer Ohren nur noch das Pochen seines Herzens während der Regen mit seinem Klang das andere beschäftigt hielt. Aber der Regen war jetzt nicht mehr ihr Feind. So wie Andrew ihn mochte, konnte sie ihn auch nicht mehr hassen. „Vielleicht bin ich nur ein naives Mädchen. Vielleicht weiß ich nicht wovon ich spreche. Aber vielleicht ist das Gefühl das ich schon jetzt in mir trage das was man Liebe nennt?“
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BeitragVerfasst am: Sa März 13, 2010 9:18 pm    Titel: Antworten mit Zitat

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In ihm bereitete sich eine Art stolzes Gefühl aus. Sharen hatte es geschafft, problemlos ihren Stuhlgang zu erledigen, ohne vor Schmerzen wieder aufzuhören und das ließ ihn seit langem wieder positiv von sich denken lassen. Und natürlich auch auf Sharen. Ihre Haare waren nass, genauso wie die seinigen. Mit einer Hand fuhr er ihr durch ihr Haar.
„Du bist so stark. Ich kenne wirklich kaum… nein, ich kenne niemanden! Ich kenne niemanden, der dies so gut wie du vollführt hätte.“ Ganz zärtlich sah er das junge Mädchen vor sich an, spürte den Regen, der wohltuend war. Und plötzlich fuhr er überrascht zusammen und fasste sich an die leere Augenhöhle.
„Ich… ich habe meine Augenbinde vergessen!“ Das ist mir noch nie passiert! für einen Moment verschlag es dem Alten geschockt die Sprache und er fasste sich fest ans Gesicht. Hatte Sharen das auch nicht bemerkt? Sie musste es doch bemerkt haben, war es ihr egal oder wollte sie nur nichts sagen?
Andrew musste an seine eigenen Worte denken, die er gerade gesagt hatte. Sie galt für beide.
„Es… es stört dich nicht so sehr… wie mich selbst.“ Er ließ an von seiner Augenhöhle und sah wieder beruhigend, aber nicht lächelnd zu Sharen. Dennoch ließ sich in seinem Auge ein friedliches Glänzen erblicken.
„Weil ich an dich gedacht hatte, nicht an meine Erscheinung. Weil du mir einen Grund gibst, nicht an diese Wunde zu denken. Deshalb hatte ich sie vergessen. Weil es einfach egal ist.“ Nun lächelte er leicht schief. Irgendwo rührte ihn dies sehr.

Sharen hatte sich an ihn geschmiegt, ihren Kopf gegen ihn gedrückt und Andrew umarmte sie, legte seinen Kopf auf den von ihr, gab Sharen einen Kuss auf die Stirn. Einen zärtlichen, leichten Kuss. Auf seinen Lippen spürte der Alte ihre weiche, reine Haut. Dann redete sie über Liebe und einige Zeit schloss Andy nur sein Auge und ließ seine Hände auf ihren Rücken kreisen.
„Liebe kommt nicht plötzlich von irgendwoher. Wenn, dann hast du sie gewiss schon die ganze Zeit über in dir getragen. Es ist nur der… der Ausbruch jener, der plötzlich erscheint. Weißt du, es gibt einige Anzeichen, wie man Liebe erkennt. Man hat so ein Bauchgefühl, ein ganz Bestimmtes, ein fröhliches, wenn man an die Person denkt. Ein sehr laut schlagendes Herz, wenn man sich in der Nähe jener befindet.“ Andrew stoppte und sah zu dem grauen Himmel, der ihm so angenehm war.
Seine Hände wanderten ihren Rücken hoch zum Nacken, den schmalen Hals entlang und leicht hob er ihren Kopf an, damit sie ihn ansah und Andrew sah zu Sharen und er lächelte wie befreit.

„Du hast es gehört, oder? Mein Herz. Verdammt, schlägt es laut. Wie ein Erdbeben! Es erschüttert mich von Kopf bis Fuß. Das macht es sonst nie so laut. Das macht es nur in deiner Nähe.“ Andrew lächelte noch breiter und gab Sharen einen Kuss auf die Lippen. Dann drückte er sie vorsichtig wieder an sich, umschlang sie ganz fest und beugte sich leicht hinab, Wange an Wange.
„Ich bemerke nichts um mich herum, geht es dir da genauso wie mir? Ich sehe dich, ich fühle dich. Es ist so lange her, so gefühlt zu haben, dass ich gedacht habe, ich hätte ganz vergessen, wie sich Geborgenheit anfühlt. Du redest von Liebe und ich glaube… du hast Recht. Zumindest die nötige Zuneigung, Geborgenheit und Sicherheit trage ich schon bei mir, wenn du da bist. Ach, ich… ich rede mich noch um Kopf und Kragen… du weißt ja, was ich meine… ich denke… bei dir ist es ganz ähnlich…“ murmelte er leise in ihr Ohr, beruhigend. Alles um sie herum war egal und der Regen war wie kühles Wasser, der die pochende Hitze ein wenig kühlte. Ja, Andy meinte fast zu platzen vor glühender Glückseligkeit. Als sie ihm das Geständnis brachte, war es wie ein Durchbruch für ihn. Die Wand um ihn herum war zerbrochen und Andrew roch eine angenehme, kühle Luft. Raus aus dem stickigen Glaskasten um sich herum, weg von der Dunkelheit, in ein neues Licht… aber gleichzeitig vermochte der Glaskasten auch nicht mehr vor Gefahren zu schützen, dies wusste der alte Händler. Ja, das Glück war so frisch und er fühlte sich so jung wie nie und doch wusste Andrew, er musste verdammt gut aufpassen. Niemand durfte Sharen ein leidtun, nein, er würde nicht von ihrer Seite weichen.
„Habe keine Angst mehr, vor wen oder was auch immer. Vertraue mir und sei offen. Ich wache über dich, das Verspreche ich dir. Tag und Nacht. Jede Stunde. Denn ein Auge ist immer offen und wacht.“ Andrew kicherte leise in sich hinein. „Ziemlich kitschig, was? Aber ich mag Kitsch. Leute, die Kitsch nicht mögen, sind nur neidisch, dass sie jenen nicht ausleben können.“
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BeitragVerfasst am: So März 14, 2010 5:09 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Sharen Sharen
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Der Schmerz in ihrem Innern klang nur nach und nach ab aber seine zärtlichen, sanften Hände spürte sie dennoch zweifellos und dort wo sie über sie hinweg glitten hinterließen sie ein angenehmes, warmes Prickeln. Vor allem ihren Hals schien er mit seiner Liebkosung entzünden zu können. Als er ihr Kinn nach oben führte sah sie ihn ohne zurück zu zucken an. Er war gezeichnet aber nicht hässlich. Er war alt, aber nicht verbraucht. Und auch wenn er mit seinen Worten gelegentlich ein wenig ungeschickt wirkte genoss sie mittlerweise jedes seiner Worte.

„Ja, dein Herz scheint wirklich zu rasen.“ Hauchte sie gerade noch, bevor er sie küsste. Seine Lippen lagen fast ein wenig zu kurz auf den ihren und sie stellte sich schon darauf ein, dass er sie wie schon zuvor intensiv küssen würde, doch dieses Mal brach er ihn vorher. Und doch trauerte sie nicht, denn seine kräftigen Arme lagen eng um sie. In Momenten wie diesen konnte sie kaum glauben, dass er wirklich schon über 50 Sommer zählte. In Momenten wie diesen mochte er ihr Alter haben. Es schien ihr als wäre sie in einem Traum gefangen aus dem sie auch nicht auftauchen wollte. Nicht länger prasselte Regen auf sie herab sondern die Blütenblätter von Kirschbäumen.

Seine Worte waren wie ein süßes Gedicht in ihren Ohren in dem es nur um sie ging. Sie sog sie alle ein und doch schien sie keine Antwort darauf finden zu können. Sie war zu aufgeregt, zu betört um ihn etwas darauf hin sagen zu können. Wie konnte sie danach auch etwas sagen, das angemessen wäre? Ohne ihn von sich zu lassen drückte sie sich ein kleines Stück von ihm. Dann nahm sie eine seiner Hände.

Sie war im Moment zu dünn als das es schön oder normal war und das wirkte sich auch auf gewisse weibliche Rundungen aus. Sharen war noch immer nicht flach, aber üppig war anders. Sie wollte Andrew auch nicht direkt zu etwas verleiten das eigentlich erst nach dem morgigen Tag passieren sollte, aber sie wollte auch ihm zeigen, wie sie sich fühlte, denn im Moment fehlten ihr wirklich die Worte. Noch immer hielt sie seine Hand und diese führte sie nun nach oben bis sie sie in den Ausschnitt seines - ihres Hemdes führte. Seine Finger waren rau auf der glatten Haut aber auch wenn sie seine Hand zu weit oben hin legte konnte er wohl doch noch den Ansatz ihrer Brüste fühlen.

Sie war nicht so naiv dass sie nicht wusste, was sie machte. Aber sie legte ihre Hand nun auf seine als wollte sie verhindern das er sie von ihr nahm. Rot wurde sie nun dennoch ein wenig. Suchend sah sie nun aber zu ihm auf und sah ihn fragend an. Konnte er es fühlen? Konnte er es fühlen wie auch ihr Herz pochte?

Sie musste nur an das denken, was er gesagt hatte. Das sie heiraten würden. Und schon flatterte es noch wilder. Es zeugte von dem Vertrauen das sie empfand, das sie seine Hand dann los ließ. Immerhin hatte sie seine Finger nicht nur gehalten, sondern auch dazu genötigt zu verharren und nicht tiefer zu gleiten. Schon glitten ihre Finger auf jenes Auge zu, dass sonst verborgen lag doch dann glitt sie lediglich außen herum, über die Augenbraue hinweg bis sie eine ganze Runde gemacht hatte.

Es gab kein Leugnen. Andrew war grausam vernarbt. Aber in ihren Augen machte ihn das nur noch maskuliner. Und wenn es jemanden gab, der schön sein musste, dann noch eher sie als er. Einen Arm hatte sie immer noch um sich. Doch nun schien es nicht mehr zu reichen. Sie war es nun die sich ein wenig fester gegen ihn drückte, nun aber legte sie ihren Kopf noch weiter in den Nacken, so dass sich ihre Lippen den seinen lockend entgegen hoben. Sie sagte es nicht, aber die Art wie sie ihn nun mit fiebrigen Glanz ansah, die Art wie ihre Lippen leicht offen war schien danach zu schreien – küss mich.
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BeitragVerfasst am: So März 14, 2010 6:12 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Andrew Solitude Andrew Solitude
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Es war noch immer wie brennendes Feuer, wenn sie mit ihrem Finger um sein Loch kreiste. Das Schlimme war nicht das tote Gewebe an sich – es war die Absicht, die Erinnerung dahinter. Es tat wieder weh, auch wenn eine nette Geste dahinter steckte. Gleichzeitig war Andrew gerührt von Sharens Tat. Sie ekelte sich zu keinem Zeitpunkt und der Alte spürte ganz genau, wie ehrlich sie es meinte. Aber es tat nun mal weh. Noch immer. Andrew tat sich schwer, ihre Hand nicht von sich zu nehmen. Traurig sah er an Sharen vorbei. Die Straßen waren nass und leer. So leer…

Seine Hand auf ihrer glatten Haut ließ ihn das pochende Herz spüren. Ja, diesen schnellen, lauten Herzschlag. Auf der Handfläche, bis er seinen Arm herauf bebte, bis er ihn im ganzen Körper zu spüren schien, als er sich auf Sharens Herzschlag gänzlich konzentrierte. Andrew schloss ein Auge und atmete tief durch. Ob er nun sie ansah oder nicht, war völlig gleich. Andrew sah sie auch im Kopf vor sich. Er redete sich nichts schön und auch nichts schlechter, sondern ließ sich von seinen Eindrücken und seinen Gefühlen leiten – und besser ging es ohnehin nicht. Wieder sah er zu Sharen, sah ihr ins Gesicht. Seine Hand verharrte, ohne tiefer zu gleiten – wollte sie es? Wollte sie es nicht? Wenn sie es nicht wollte, so hätte es Andrew sicherlich auch nicht gewollt, doch er wusste es nicht. Aber er sah, was sie wollte. Andrew spürte, nach was Sharen verlangte. Er wusste es. Alles schien langsamer von statten zu gehen, auch wenn es mittlerweile doch Mittag geworden war. Der Graue senkte seinen Kopf leicht, doch noch ließ er seine Lippen nicht die ihren antreffen. Noch nicht.
Andrew senkte seinen Oberkörper so weit hinab, bis er auf gleicher Höhe mit seiner Hand war, die auf ihren Herzen verweilte. Vielleicht war er jetzt in Gefahrenzone. Aber Andrew spürte, dass sie ihm vertraute. Er hielt sie ganz fest und doch war kein zwingender Druck vorhanden. Der Händler würde seine Zukünftige wahrlich zu rein gar nichts zwingen.

Langsam nahm er seine Hand fort, spitzte die Lippen leicht, bevor er ihre Haut liebkoste. Ganz leicht, mit einem Kuss. Jetzt spürte er ihren Herzschlag auch auf seinen Lippen. Seine Hände wussten, was sie zu tun hatten. Sie waren nicht unter das Hemd geglitten, streichelten leicht ihre Seiten, ganz zärtlich und langsam. Ja, er konnte die Knochen darunter genauso spüren und ein Anflug von Mitleid stieg in ihm empor.
Niemand mag Mitleid, Andrew. Das wird mit der Zeit wieder. Er wollte seine Zärtlichkeit, seine Zuneigung nicht stoppen. Seine Küssen folgten einem Takt, weiter herauf. Stück für Stück, bist er mit seiner Nasenspitze sacht ihren Hals entlang rieb und nun auch ihren Hals sanft küsste. Gerne hätte der Alte sie nun gefragt, ob es ihr gefiel, aber Worte hätten diesen Augenblick zerstört. Es gab keine Worte, die dieser Frage gerecht geworden wäre. Auch seine Hände wanderten von der Hüfte weiter herauf, den Rücken entlang, zu den Schultern. Andy bemerkte, wie verspannt die junge Frau war und doch verwunderte ihn das nicht allzu sehr. Es war bei ihm auch nicht recht anders.
Seine Lippen folgten den Pfad herauf zum Kinn, hinterließen auch dort einen zärtlichen, mit mehr Druck bestimmten Kuss. Langsam wurde er bestimmende, gerecht für sein Geschlecht. Die Mundwinkel des Mannes zuckten leicht, bis er leicht lächelte. Seine Fingerspitzen streichelten leicht ihren Hals entlang, hinauf über die Wangen, über die Stirn und wieder zurück, während er schon sanft ihre weichen Lippen antraf. Er drückte Sharen noch ein Stückchen fester an sich, die Lippen fester an sich. Ihre Mund war leicht geöffnet und es war wahrlich nicht schwer zu erraten, auf was sie gewartet hatte. Und er hatte es auch gewollt, doch verharrt. Es gab so viele, herrliche Körperstellen, bei denen er einen Kuss hinterlassen konnte – Andrew hatte noch längst nicht alle geküsst. Die Reise mit den Lippen entlang ihres dürren Körpers war aufregend. Andy roch sie, Sharen hatte einen eigenen Geruch, den Andrew mittlerweile schon sehr an ihr schätze. Ja, er mochte Sharens einzigartigen Geruch sehr. Er gehörte zu ihr wie ihre Haarfarbe, ihre Augen und ihr Körper. Mit seinen Lippen hatte er ihre Haut geschmeckt. Sie war auf so vielen Arten besonders. Und Andrew wusste, dass er sie für niemanden eintauschen wollte – nicht einmal für Rosé. Für Niemanden. Und er dachte auch alleine an das junge Fräulein vor ihm. An seine Zukünftige. An seine Frau. Er, der er ihr gehören durfte. Er fühlte sich glücklich, jemanden wie Sharen küssen und riechen zu dürfen. Und wie glücklich er wäre, wenn er sie richtig lieben durfte – ganz gleich, wie lange er ausharren musste. Irgendwann, dies wusste Andrew, wäre es soweit. Und doch, so fürchtete er um ihr Glück. Der Alte hatte Angst, dass jemand kommen könnte und es zerstören könnte. Das neue Glück, welches ganz plötzlich nach all den Jahren entlang kam. Dass wieder etwas passieren konnte, konnte man nie ausschließen. Niemand wird kommen. Niemand kriegt Sharen – nicht über meine Leiche!

Seine Zunge traf die ihre nun an. Noch etwas langsam, wegsuchend. Doch als er sie schließlich fand, umzüngelte er ihre Zunge zugleich und ließ sie in ihren Mund genüsslich kreisen. Andrew fühlte sich eins mit Sharen, drückte ihr Leib gar noch fester an den von ihm. Aber nicht so fest, dass es weh tun würde. Seine schlanken doch maskulinen Arme umfassten ihren dünnen Körper, leicht hob er Sharen an, hob sie leicht vom Boden ab. Er verlegte ihr Gewicht auf seinen Oberkörper. Andrew streckte seinen Rücken langsam durch. Sie war nicht sonderlich schwer – auch nicht für einen Andrew, der selbst nicht besonders stark war.
Der Hut des Alten fiel hinab. Glitt auf den nassen Boden. Mit festen Armen hatte er Sharen in die Luft erhoben, während sie noch immer einander innig küssten. Andys Auge war geschlossen.
Wie schön es war.

Wie glühend heiß und wie rasend schnell sich das Gefühl, dieses Gemisch aus vielen Gefühlen, durch den ganzen Körper zog. Von den Lippen den Rachen hinab über die Brust hinweg, zu den Fingerspitzen, seinen Bauch hinab, zu seinem Genitalbereich. Andrew versuchte das Pochen in seinem Unterleib zu ignorieren. Es war schwer, die glühende, heiße Lust noch weiter zu verfolgen, wie sie seinen Beinen hinab kroch, bis zu den Zehenspitzen. Er kochte geradezu. So schön auch alles war – Panik kam in ihm auf. Andrew wusste, wie rot sein Gesicht sein musste, wie sehr er vor Lust glühte. Sein Kuss war wilder geworden. Bestimmender, schneller. Seine Hände schwitzten. Sein leib schwitzte, sein ganzes Gesicht. Der bloße Kuss hatte ihn schon äußerst erregt. Als er das letzte Mal eine Frau so innig geküsst und umschlungen hatte, da lagen sie in einem Bett und zugleich folgte der Beischlaf. Aber hier folgte nicht wie damals gewohnt ein Beischlaf. Aber Andrew vergaß nicht – und Sharen bestimmt auch nicht, was diesen Morgen vorgefallen war. Andy befürchtete, dass Sharen zu hoher Wahrscheinlichkeit wieder durchdrehen könnte und schreien, wenn sie seine Erregung an ihrem Leib zu spüren bekam. Natürlich würde sie das, nicht umsonst hatte der Graue sie zu ihm hochgezogen. Erschrocken stellte er fest, wie das Blut in seinem Körper hochschoss. Andrew war aus dem schönen, romantischen Traum gerissen. Der Alte wusste, was geschah. Schnell aber nicht unvorsichtig stellte er Sharen hinab und ließ sie fort los.
Andy war dunkelrot im Gesicht, sein Auge aufgerissen und er hielt sie die knochige Hand vor dem Mund. Natürlich wollte er nicht, dass sie die Beule in seiner Hose bemerkte und wandte ihr den Rücken zu. Als er sich entschuldigen wollte, konnte er doch noch nichts sagen. Wie ein Kloß im Mund, wie ein Schuljunge, ein ganz Schüchterner. Andrew war nicht schüchtern und auch nicht verklemmt, doch er dachte an ihre Angst. Letztendlich war der alte Händler auch nur ein Mann.
„E… es tut mir leid…“ stammelte er und konnte Sharen dabei immer noch nicht ansehen. Andrew schämte sich nicht seiner Männlichkeit – aber er schämte sich, jene nicht in Zaun halten zu können.
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BeitragVerfasst am: Mo März 15, 2010 6:31 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Sharen Sharen
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Schon als Andrew seinen Kopf senkte fing ihr Herz wie wild zu pochen an. Zuvor war es bei Leibe nicht still gewesen. Doch nun schlug es auf andere Art energisch. Was hatte er vor? Was würde er tun? Sie vertraute Andrew noch immer. Nicht bedingungslos aber so weit wie keiner anderen lebenden Person. Aber sie vertraute sich nicht mehr ganz. Wieder hatte sie davor Angst, das er zärtlich sein würde, und das sie für diese Zärtlichkeit nicht mehr offen sein würde. Sie hatte Angst das sie ihn erneut zurück weisen könnte und ihn damit weh tun würde obwohl sie das nicht wollte. Und sie war sich nicht sicher, ob er wirklich unterscheiden konnte wenn sie ihn abwies oder zurück hielt, oder wenn es etwas war, das sie nicht kontrollieren konnte.

Das Pochen ihres Herzschlags schoss nun in schneller Abfolge durch ihre Adern und schon bald wurde daraus ein nervöses Prickeln. Warm verteilte es sich auf ihrer Haut. Seine Lippen waren weich und zart auf ihrem Körper während sein Bartschatten ebenso zärtlich und doch deutlich weniger weich über ihre empfindliche Haut kratzte und dadurch die Empfindung doch nur noch verstärkte. Sie war keine unerfahren Maid mehr. Leider. Für Andrew hätte sie sich zu gerne ihre Unschuld aufgehoben. Er schenkte ihr so freigiebig alles was er besaß und sie hatte nichts das sie ihm wirklich geben konnte. Es wäre nur wenig gewesen, aber ihre Unschuld wäre zumindest etwas das er dann für sich alleine gehabt hätte. Aber was brachte es schon verloren gegangenen Dingen nachzutrauern? Und so oder so war Andrew kein Vergleich zu den stürmischen, aber ungeschickten Jungen die sie bisher gekannt hatte. Deren Vorspiel hatte aus drei Küssen und dann einer Hand an ihrer Brust bestanden. Das eine Frau auch aus mehr bestand als ihren Lippen und den Geschlechtsteilen war zwar etwas das sie gewusst hatte, aber wahrlich erfahren tat sie das erst jetzt.

Sie war erstaunt, dass ihr Atem schon keuchend erklang, als er sich gerade erst den Weg über ihren Hals bahnte. Es war seltsam, aber sie empfand das als deutlich intensiver als jeden Kuss den sie bisher geteilt hatten. Noch immer war die Furcht vor ihrer Angst nicht ganz gewichen und zudem war ihr auch unangenehm wie intensiv sie auf seine Aufmerksamkeit reagierte. Vermutlich dachte er noch, dass sie ihm lediglich vorspielte das es ihr gefiel. Aber so war es beileibe nicht. Es war jetzt schon so schön, dass es kaum erträglich war. Sie war ihm fast dankbar, als er sie fest gegen sich drückte. Die zarten Liebkosungen waren auf eine Art wie wenn man gekitzelt wurde. Man musste zwar lachen, aber doch genoss man es nur selten. Seine Liebkosungen genoss sie zwar zutiefst und sie musste nicht lachen und doch lag etwas in der Kombination das sie ähnlich unerträglich machte. Es war als würde sie schweben und Gefahr laufen sich zu verlieren und nur wenn er sie fest hielt konnte sie sicher sein, dass es nicht geschehen würde. Vor allem aber weckte sein Mund ein Sehnen in ihr. Nie zu vor wollte sie plötzlich so sehr von einem Mann berührt werden, und nicht nur dort, an ihrer Mitte und ihren Hüften, wo er sie nun hielt. So war seine enge Umarmung eine Art Ventil für ihre Gefühle und der Druck seines Körpers eine Art Entspannung für sie. Und dieses Mal fand sie keinen Grund ihn von sich zu stoßen.

Oh sie konnte fühlen wie Andrew für sie empfand. Seine Erregung war ein Feuer das ihre Gefühle nur noch weiter anzufachen wusste bis sie auch in der Hinsicht ein zartes Abbild seiner Leidenschaft war. Die Schmerzen waren nicht vergessen und doch wünschte sie sich sie wären schon lange Vergangenheit. Doch dann fand ihr Körper wieder taumelnd auf den Boden zurück und nach dem Kuss eben wusste sie nicht mehr so recht wo sie war, oder was vorgefallen war. Noch immer kämpfte sie darum überhaupt Luft zu bekommen oder zu verstehen was passiert war. Die Art wie er sich von ihr gedreht hatte sagte einiges aus. Schämte er sich etwa für das, was er getan hatte? Schämte er sich für die Gefühle die er in ihr entfacht hatte? Und für was genau entschuldigte er sich?

Eigentlich hatte die Situation durchaus gewisse Parallelen zu dem was an dem Morgen vorgefallen war. Und doch war es anders. Ganz anders. Vor allem eins war anders. Sie wollte es auch, nur das sie es ihm nun nicht mehr geben konnte. Konnte denn etwas, das so schön war falsch sein? Zögerlich trat sie an ihn von hinten heran. Genauso zögerlich legten sich ihre Hände um seine Mitte bis sie dicht hinter ihm stand. Inzwischen war sie so durchnässt, dass ihr der Regen den Hals hinunter lief und sich so einen Weg unter seinen Mantel bahnte aber noch immer war es nicht unangenehm. Es war nicht unangenehm weil sie mit ihm war. Alleine fror sie, aber bei ihm war ihr warm.

Erneut erschauderte sie. Wenn er bei ihr war schien er immer zu einer Art Bestie zu mutieren die kein Halten mehr kannte aber gerade das lies ihr Lächeln nur noch verträumter werden. „Was du getan hast… Andy… ist wunderschön.“ Flüsterte sie schließlich. „Es ist unbeschreiblich…“ Sie brach ab und lauschte erneut seinem Herzschlag. Dann löste sie sich. Vorsichtig ging sie um ihn herum. „Du weißt, dass ich dir nichts vorspiele, wenn ich sage, dass ich heute nicht dein Bett teilen kann. Aber… aber ich würde gerne schon jetzt dein Weib sein.“ So wie sie das sagte klang es ganz ohne negativen Beigeschmack. Und doch war offensichtlich, dass Sharen sich ihrer Sache keineswegs sicher war. „Wenn ich ehrlich bin… steckt in dir mehr Mann als ich erwartet hatte.“ Auch das sie nun errötete und es schwer fand seinen Blick zu entgegnen war nicht gespielt. „Ich… möchte nur eins wissen, Andrew? Muss ich vor dir Angst haben, wenn… wenn du so leidenschaftlich bist? Vergisst du dich dann gänzlich? Ich meine… würdest du nicht mal dann stoppen, wenn ich dich darum bitte?“ Sie wollte es nicht, aber etwas von ihrer nun doch aufkeimenden Furcht klang nun auch in ihrer Stimme mit.
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Andrew Solitude
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BeitragVerfasst am: Mo März 15, 2010 7:14 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Andrew Solitude Andrew Solitude
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Noch immer tobte die Erregung in den Alten, obgleich Andrew den Kuss noch immer auf den Lippen, mit der Zunge spürte. Es war der Regen, der ihn zurück auf den Boden der Tatsachen brachte. In diesem Moment war ihr Anblick schier unerträglich, ihre Worte, ihre Berührungen. Sie waren wie Holz für das brennende Feuer, seine Lust. Als sie vor ihm stand, da wurde der Händler zu einer steinernen Statue und versuchte den Blick von dem Gesicht seiner Zukünftigen nicht abzuwenden. Es hatte noch eine ganze Weile gedauert, bis Andy wieder klar denken konnte und seine Erregung abgeklungen war.

Dennoch, so antwortete er nicht sofort. Schweigend steckte er die Hände in den Hosentaschen. Der Regne hatte den alten Mann durchnässt. Schlaff hingen die grauen Locken hinab, das Hemd klebte an seinem Leib und war durchnässt. Unter anderen Bedingungen wäre es sehr schade gewesen – es war eines seiner schöneren Hemden…
Lange sah er Sharen aus ernstem Auge an. Lange…
Andrew konnte leicht die Furcht in der Stimmlange von Sharen hören. Und er wusste, dass er eine Bestie sein konnte. Aber nicht zu Sharen und nicht unter diesem Umstand. Den Blick gesenkt, seufzte Andrew Er wollte es sich jetzt nicht vorstellen, denn sonst konnte die Erregung sicherlich erneut aufkeimen. Oh doch, wie er es sich mit Sharen vorstellen wollte und konnte. Aber ein Tier? Er war auch bisher keines zu ihr gewesen, war ihre Angst berechtigt? Eigentlich nicht, so erdachte es sich der Einäugige. Natürlich, gegenüber Männern war das Misstrauen durchaus gerechtfertigt seit diesem Morgen und doch verletzte es den Dünnen ein wenig, wenn auch absolut ungewollt.

„Wir kennen uns nicht allzu lange, haben aber in einer kurzen Zeitperiode durchaus viel erlebt, was uns zusammenschweißt, Sharen. Du kennst mich besser als Leute, die mich jetzt gut 20 Jahre durch diese Straßen schleichen sehen. Ich habe dir Dinge erzählt, die ich niemanden bisher so anvertraut habe. Du hast Dinge von mir gesehen, die niemand zu sehen bekommt. Du hast sogar Dinge zu spüren bekommen, die keine so vor dir gespürt bekommen hat und niemand so zu spüren bekommen wird. Nicht einmal… nicht einmal Rosé wurde so von mir verwöhnt wie du. Aber eines, das sage ich dir…“ Andrew stoppte, hatte die bleichen Hände aus den Hosentaschen genommen und legte sie auf Sharens Schultern.

„Ich weiß, was ich tue. Denkst du, weil ich ein Mann bin, könnte ich meine Triebe nicht kontrollieren? Nein… ich weiß, dass du so nicht denkst… aber ich will dir helfen, mit deiner Angst besser klarzukommen. Das du mir so vertrauen wirst, wie ich dir jetzt bereits vertraue.“ Sein rotes Auge ruhte ruhig auf ihr Antlitz und doch war die Stimme leicht geprägt von Verletzlichkeit. Aber diese kam auch nicht von ungefähr.
„Es ist ganz normal für mich, etwas… etwas wilder zur Sache zu gehen, aber ich würde dich nie zu etwas zwingen und ich habe dir das so oft gesagt, vielleicht auch bewiesen? Wie soll ich es dir beweisen, Sharen? Ich würde aufhören, wenn du danach bittest, ganz egal, in welchen Zustand du mich zurücklässt. Ich würde dir niemals weh tun. In keinster Weise. Ich möchte eines schwören.“
Mit einer steilen Miene hob er beide Hände in die Luft.
„BEVOR ich dir WEH TUE, werde ich mir mein rotes Auge ausstechen und ich beliebe nicht zu scherzen. Ich würde gar mir das Gemächt eigenhändig ausreißen. Was soll ich aber tun, um dir die Wahrheit jener Worte präsentieren zu können? Ich weiß doch, dass du mich nicht mit anderen Kerlen in einen Topf wirfst, aber deine potenzielle Angst ist mir nie entgangen. Du machst die Regeln, wie weit wir gehen. Bei dir liegen die Grenzen, die ich nicht überschreiten werde. Und ich werde warten – solange wie nötig. Wirklich.“
Andrew nickte entschlossen und seine Miene lockerte sich etwas auf.

Seine Hände senkten sich wieder auf Sharens Schultern. Auch sie war ganz nass, trotz des Mantels und er meinte, ihr Zittern spüren zu können. War ihr kalt?
Andrew drückte Sharen wieder leicht gegen sich. Ihm war nicht wirklich kalt, nur fühlten sich seine Knochen wieder so müde an.
„Du bist ja schon ganz durchnässt. Sharen, was willst du tun? Mir ist es gleich.“ Solange sie nicht zu einem Reiterhof will, mit vielen haarigen, felligen Viechern…
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BeitragVerfasst am: Mi März 17, 2010 8:38 am    Titel: Antworten mit Zitat

Sharen Sharen
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Auf ihrem Hals und ihren Lippen brannte es noch immer feurig. Sie fühlte sich wie benebelt und glaubte fast Andrews Arme noch um sich zu fühlen. Sein Geschack erfüllte ihren Mund. Sie kannte die Nähe von Männern, aber keiner war so zu ihr gewesen. So intensiv und doch so zärtlich. Andrew hatte trotz seiner klaren Bekennung zu seiner dominanten, männlichen Seite noch immer ein gewisses Niveau beibehalten. Sie wusste nicht so genau was sie erwartet hatte aber sicherlich nicht das.

Es war schon erstaunlich welche Entwicklung ihre Beziehung zu ihm in den letzten Tag durchgemacht hatte. Zuerst war er nur ein alter Mann gewesen, mit dem sie Mitleid gehabt hatte. Dann hatte er sie bei sich aufgenommen und ihr Essen und Unterkunft gegeben. Heute Morgen noch hatte sie in ihm nur einen Mann gesehen der ein gutes Herz hatte, doch seit dem war aus dem Alten ihr Mann geworden und er hatte in ihr Gefühle erweckt die sie nicht gerade für möglich gehalten hatte. Ja, sie glaubte nun wirklich das sie ihn liebte oder zumindest liegen konnte und außerdem wünschte sie sich, dass er sie begehrte – oder besser gesagt weiterhin für sie so fühlte. Es war als wäre sie immer noch ganz und unversehrt. Es hatte ihr zwar gesagt das ihm das mit ihrer Hand nichts machte und er hatte ihren Stumpf geküsst. Aber Leute mochten lügen oder sich Dinge schön reden. Aber das was sie eben gefühlt hatte war etwas, das man nicht schön reden konnte. Er hatte sie begehrt. Mit aller Lust und Leidenschaft. Er mochte sich dafür schämen. Sie empfand es eher als Bestätigung.

Sie lauschte seinen Worten aufmerksam aber zunehmend nahm ihr Gesicht einen Ausdruck des Entsetzens an. Doch er hatte sich so Rage geredet, dass er ihn nun wirklich ein wenig Angst machte und sie auch kein Wort in seine Ausführung bekam. „Sag so etwas nicht!“ Entgegnete sie schließlich. „Sag so etwas nie wieder, Andy. Ich will so etwas nicht von dir hören. Versprech mir etwas anderes. Etwas schönes. Aber ich will nichts mehr von Grausamkeiten hören, auch wenn diese gegen dich gerichtet sind. Nein... vor allem dann nicht, wenn sie dich betreffen.“ Auch sie war ein wenig streng gewesen, entschlossen. Nun aber aber wurde ihr Gesicht wieder sanfter. Schließlich flüsterte sie leise: „Und abgesehen davon, wie willst du mich heilen, wie willst du mich lieben, wenn dir... das fehlt?“ Ihre eine Hand legte sich an seinem Arm. „Und hast du schon vergessen? Ohne dein verbleibendes Auge wirst du wohl kaum arbeiten können. Und wer soll sich dann um mich kümmern...“ Sie schmiegte sich erneut an den Mann an. „...wenn ich mit dienem Kind schwanger bin?“ Das davor ein falls stehen musste ignorierte sie. Noch für einen Moment verharrte sie, dann drückte sie sich von ihm weg.

Ihre Hand löste sich von seinem Körper und sie drückte sich gegen ihren Unterleib. Erneut lief etwas Blut auf der Innenseite ihres Beins hinab. Es war so viel, dass auch Andrew das sehen musste. „Verdammt.“ Hauchte sie doch dann machte sie eine abweisende Handbewegung. „Es ist nicht so schlimm... aber... wenn du wissen willst was ich gerne machen würde... nun... wenn es nicht zu viel kostet würde ich doch gerne eine Heilerin aufsuchen gehen.“ Sie klang druchaus so als wäre sie eigentlich der Meinung das sie das nicht wert war, oder es zumindest nicht vedient hatte. „Oder... zumindest ein Bad. Ich fühle mich so... befleckt.“
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