Der Marktplatz
#31

Zaida

Geschichtenerzählerin
Waldelfe
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"Meine Familie...", fing Zaida zögernd an. Kurz dachte sie daran, Aline einfach eine Geschichte zu erzählen, dass sie ihre Eltern nicht kannte, aber sie hasste Lügen. "Nun, ich habe meine Familie verlassen, will ich die Welt sehen wollte. Ich denke, es geht ihnen gut." Man sah Zaida deutlich an, dass sie das Thema so schnell wie möglich wieder beenden wollte. "Momentan ist Dialya meine einzige Familie." 

Wie auf Kommando kuschelte sich Dialya auf Zaidas Schoß und ließ sich von ihr streicheln. "Irgendwann gehe ich vielleicht wieder zurück, aber zur Zeit liebe ich das Reisen und Geschichten erzählen einfach zu sehr. Man erfährt einfach so viele Dinge, die man abgeschottet im Wald wohl niemals erfahren könnte."
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#32

Nchulmoria Dursegan

Kriegerin
Zwergin
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Es war kein Vergnügen, sich bei dieser Hitze durch den überfüllten Marktplatz zu kämpfen. Noch weniger Spaß machte es, wenn man den Leuten höchstens bis zur Gürtelschnalle reichte. Eine kaum wahrnehmbare Schneise bildete sich dort, wo sich Mori durch die Menschenmenge bewegte. Die Leute wichen ihr zu spät aus, oder übersahen sie komplett und mussten erst durch einen festen Knuff mit Faust oder Ellbogen daran erinnert werden, dass auch kleine Personen diese Straße nutzten.
Wie war die Zwergin überhaupt in diesen Trubel hinein geraten? Es wurde Zeit, sich aus der Menschenmenge zu retten! Doch welchen Weg galt es einzuschlagen? Alles, was Mori sah, waren trampelnde Füße. Und gelegentlich ein Karren oder die langen Beine eines Pferdes...
"Bei Großmutters buschigen Augenbrauen!", fluchte Mori auf Zwergisch, als sie wieder solch einem Gefährt ausweichen musste und dabei von einem der Marktbesucher angerempelt wurde. "Jetzt reicht es mir aber! IHR! Weg da! Ich will da lang!" Und mit aller Kraft stob sie zwischen zwei Männern hindurch und in Richtung eines Marktstandes, hinter dem sie Blick auf ein weniger dichtes Fleckchen erhascht hatte. Sie trat ein oder zwei Personen auf die Füße, stieß eine weitere Person beiseite und hastete in bemerkenswertem Tempo vorwärts.
Doch leider ging es nicht gut.
Das Unglück geschah, als Moris Rucksack; dieses wüste, häufig geflickte Gepäckstück, das wie ein kleiner Berg auf dem Rücken der Zwergin thronte; an einem Gestell hängen blieb. Eben dieses Gestell befand sich auf dem Rücken eines Mannes und war über und über beladen mit bunten Tongefäßen. Als sich nun aber Gestell und Rucksack so unvorteilhaft ineinander verkeilten, und Gestell mitsamt Töpfer in Moris Richtung gezerrt wurden, ließ sich das Zwergenfräulein nicht etwa von dem plötzlichen Gewichtszuschlag beirren! Aber nicht doch! Fest in dem Glauben, jemand wollte sie an ihrem Rucksack zurückhalten und sie für ihr ungehobeltes Drängeln maßregeln, verstärkte die Zwergin prompt ihre Anstrengungen und begann das zusätzliche Gewicht einfach mit sich in Richtung Freiheit zu schleifen.
"Heh!", rief der Töpfer. "Heeehhhh! Halt!!" Er stolperte rückwärts hinter seinem Gestell her und wollte sie zurückhalten, doch er hatte schon große Schwierigkeiten damit, einen Sturz seinerseits zu verhindern. Noch mehr Leute begannen zu schimpfen, weil ihnen Töpfer und Zwergin vor die Füße liefen. "Halt AN, verdammt! He! HE!!"

Die Zwergin gelangte aus der Menschenmenge und stoppte ihren Gang abrupt. Hinter ihr fielen dem Töpfer drei Tongefäße von seinem Gestell und zerschellten scheppernd am Boden. Mori ignorierte das Geräusch und überprüfte stattdessen die vor ihr liegende Umgebung. Ein paar Gestalten lümmelten sich auf einer Bank. Davon abgesehen befanden sich hier kaum Leute...
"Seid Ihr noch ganz bei Trost?!", beschwerte sich der mitgeschleifte Töpfer. Mit rotem Gesicht nestelte er an seinem Gestell herum, befreite sich und sein Hab und Gut endlich, und begutachtete dann seinen Verlust. Er machte so gar keinen erfreuten Eindruck. "Die werdet Ihr mir ersetzen, hört Ihr?!", rief er ungehalten.
Mori drehte sich zu dem Mann um und betrachtete ihn skeptisch von unten herauf. Sie wurde fast ebenso skeptisch von dem Töpfer begutachtet. Er schien sie keiner Schublade zuordnen zu können. Dann fasste er sich:
"Versteht ihr mich, Gnomin?! Die Krüge will ich ersetzt haben, verflixt noch eins, was soll das denn auch, hn?!" Mori folgte seinem Fingerzeig zu den zerbrochenen Tongefäßen am Boden, betrachtete die weiteren Tongefäße, die noch auf dem Gestell hingen und runzelte die Stirn.
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#33
[Bild: aline.jpg]

»Ganz alleine?« Erschrocken schaute die Kesselflickerin Zaida an. »Ich könnte dass nicht. Ich brauche Viele um mich herrum.«
Aline sah plötzlich auf und setzte die protestierende Feenkatze neben sich ab. »Carramba! Es scheint, als würrde die Waldtochter bald ihrre Geschichte bekomme.« Kommt ein Zwerg in eine Töpferei... Klassisch! »So eine Gelegenheit darrf man sich nicht entgehen lassen.« Geschmeidig sprang die junge Kesselflickerin auf ihre Füße und huschte zu dem Tumult. Es hatte sich schon eine stattliche Menschenmenge angesammelt um von dem Ereignis ihren Teil mitzubekommen. Die junge Aline war bei weitem nicht groß genug um über die vielen Schaulustigen hinüber blicken zu können. Aber wenn man sie genau beobachtete, war zu erkennen, dass das Mädchen gar nicht vorhatte sich an dem schaulustigen Gaffen zu beteiligen. Es mochte auf den ersten Blick so aussehen, als würde sie nach einem Durchgang durch die Menschenmenge suchen. Aber ihre zierlichen Hände tasteten über Gürtel und Taschen und huschten mal hierhin und dorthin. Die ahnungslosen Schaulustigen waren vom Gedränge und der Schadenfreude ordentlich abgelenkt.

»Was ist hier los! Macht Platz, Leute!« Eine Patroullie der Stadtwache kämpfte sich mehr oder weniger erfolgreich über den Marktplatz in dem Bestreben, die öffentliche Ordnung wieder herzustellen. »Nun macht doch endlich Platz, Oder ich werde jeden Einzelnen eigenhändig zum Turm schleifen.« Der jugendliche Patroullienführer legte beschwichtigend seinem lautstarken Untergebenen die Hand auf die Schulter und mahnte wortlos zur Besonnenheit. »Ich denke, das wird dann doch nicht nötig sein.« Der ruhige, aber befehlsgewohnte Heldentenor entfaltete eine größere Wirkung als das heisere Gebrüll das ihm voranging. Das aufgeregte Gebrabbel der Menge erstarb. Mit festem Blick schaute der junge Patroullienführer sich die Bescherung an. »Was für ein Schlammassel. Was ist denn passiert?«

»Ich habe alles gesehen! « drängte sich Aline in den Vordergrund. »Derr da..« Die ausladenden Goldringe klimperten, als die zierliche Hand der Kesselflickerin auf den Töpfer deutete. »Derr da hatte der stämmigen, kleinen Dame ein Bein gestellt. Warrscheinlich hofft err auf einen Errsatz weil keinerr seine hässlichen Pötte kaufen mag.« Sprachlos schnaufte der Topfhändler in ohnmächtiger Empörung, das von Alines engelhaftem Lächeln erwidert wurde. Der Patroullienführer zog eine wohlgeformte Braue in die Höhe. Bevor der Töpfer die Sprache wiederfinden konnte, fluchte eine Stimme in der Menge: »Verdammt. Meine Geldkatze ist weg!«
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#34

Zaida

Geschichtenerzählerin
Waldelfe
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"Was ist hier los? Was ist passiert?" Zaida kämpfte sich einen Weg durch die Menschenmenge, bis sie bei Aline und der Zwergin stand. 

Nun suchte beinahe jeder der Schaulustigen seine Gürtel und Taschen nach ihren Beuteln mit Geld um. "Mein Geld ist auch weg!", rief eine Frau ihrer Freundin zu. "Meines auch!" 
Große Aufregung machten sich breit. Nun stand nicht mehr die Zwergin und der Töpfer im Mittelpunkt, jeder suchte in der Menge nach dem Dieb. Ein betagter Mann zeigte mit seinem Stock auf Aline. "War das nicht die, die eine Wurst geklaut hat? Haltet die Diebin!" Doch nur die Menschen in seiner Umgebung hatten ihn gehört, alle anderen waren zu aufgeregt und wütend. 

Zaida tastete zur Sicherheit nach ihrem Geld, welches aber noch da war. Aber man konnte ja nie wissen. Ihre Katze weichte einigen Leuten aus, die wie die aufgescheuchten Hühner herumliefen. 
Erst mal steckte Zaida Dialya in ihre Tasche. Dialya fauchte, doch Zaida erklärte, dass die Katze sonst doch noch zertrampelt werden würde und gab ihr etwas Kleines zum essen. Danach war die Katze beruhigt. Danach sammelte sie die Scherben und heilen Töpfe auf und gab sie dem Töpfer.
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#35

Nchulmoria Dursegan

Kriegerin
Zwergin
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Der rotwangige Töpfer benötigte einen Moment, um die rotzfreche Bemerkung des Mädchens zu verarbeiten. Er hatte seine Stimme noch nicht wieder gefunden, da beschwerten sich gleich mehrere Stimmen über eine fehlende Geldkatze.
"D-das ist nicht wahr...", stotterte der Töpfer endlich. Seine Stimme ging jedoch im entstehenden Stimmgewirr unter. Plötzlich schienen die Krüge gar nicht mehr so wichtig - hier trieb ein Dieb sein Unwesen! Und doch - der Töpfer wollte sich nicht um sein Geld bringen lassen, denn das Geschäft lief nicht besonders gut. Das tat es nie. So trat er hilfesuchend an die führende Stadtwache heran. "Herr!", sprach er den jungen Mann ehrfürchtig an, obwohl dieser vom Alter her gut sein Sohn hätte sein können. "Ich bin ein armer Töpfer, der seine Familie ernähren muss. Durch die Tölpelhaftigkeit der Gnomin sind meine Krüge zu Bruch gegangen! I-ich habe ihr bestimmt kein B-bein gestellt! Ich schwöre es! Beim Leben meiner Kinder!", er hob beschwichtigend die zitternden Hände.

"Chunerons feuriger Atem...", knurrte die Zwergin mit gesenkter Stimme und verdrehte die Augen. Musste sie sich jetzt tatsächlich mit diesem Langen und seinen hässlichen kleinen Tonkrügen abgeben? Sie verschränkte die Arme und nahm den Töpfer ins Visier. Ihre tiefschwarzen Augenbrauen zogen sich zusammen und die Knopfaugen funkelten angriffslustig. Der kurze Zwergenarm ruckte nach oben und deutete auf den Mann, der sich sichtlich unwohl unter dem Fingerzeig fühlte.
"Ihr. Ihr nennt Euch einen Töpfer?! Das Mädchen hat Recht. Eure "Krüge"... sehen aus, als hätte ein Kind mit Lehm gespielt. Wirklich eine ganz großartige Handwerkskunst ist das. HA!" Mori schnaubte verächtlich, reckte das Haupt und kräuselte die Lippen. Ihre schwarzen Knopfaugen huschten anschließend über die Stadtgardisten und ihr kam, dass ihre Reaktion nicht die vorteilhafteste gewesen sein könnte. Bevor sie also in noch mächtigeren Ärger verwickelt wurde, fasste sie sich von oben in ihren Mantel und angelte sich ihre Geldbörse...

Mit einem klirrenden Geräusch landeten einige Taler vor den Füßen des Töpfers. Genau dort, wo Zaida soeben Scherben aufgesammelt hatte.  Es war nicht viel, aber genug, um einen Töpfer dazu zu bewegen, sich auf die Knie zu werfen. Der freundlichen Geste Zaidas schenkte er keine Beachtung. Was wollte er mit den Scherben, wenn da Geld auf dem Weg lag?
"Das sollte den Wert der Krüge mehr als aufwiegen.", bestimmte Mori knausrig. Und damit war für sie das Thema abgehakt. Sie wandte sich an das Mädchen mit dem Akzent. "Und Ihr könntet Euch eine Münze verdienen, wenn ihr mir zeigt, wo ein Reisender in dieser Stadt nächtigen kann." Das bunt gekleidete Mädchen sah so aus, als wäre sie für solche Angebote empfänglich.
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#36
[Bild: aline.jpg]
Aline musterte nochmals die grimmige Zwergin. Geld wie Heu. Vielleicht könnten meine Brüder noch etwas mehr bei ihr locker machen? Sie kämpfte kurz mit sich, ob sie Nchulmoria in eine dunkle Gasse, oder zur gewünschten Taverne lotsen wollte.

Der junge Wachoffizier unterbrach rüde ihre Gedanken.
»Moment. Ganz so einfach scheint mir die Sache noch nicht. Neben der Keramikgeschichte hat es hier Diebstähle gegeben und ich frage mich, was Euer kleiner Aufruhr damit zu tun haben könnte. Vielleicht sollten wir das in der Ruhe der Wachstube besprechen!?«

Aline blickte den jungen Wachoffizier von unten kokett an. Doch zu ihrem Verdruss wirkte es bei ihr immer noch eher kindlich hilflos, statt aufreizend. Da streckte sie plötzlich den Arm vor, dass die Goldreifen nur so klimperten. »Da! Eine düsterre, verrstohlene Mann mit grrossem Sack!« Während alle in die Richtung stierten, griff Aline die Zwergin und die Elfe am Arm und zog sie mit sich. Zumindest versuchte sie es. »Schnell, da zurr Taverrne. Bevor die Wachen noch weiterre dumme Ideen bekommen.«

Hilflos und wutschnaubend stand der in seiner Handwerkerehre tief gekränkte Töpfer mit den Scherben in der Hand da und konnte sich nicht so recht entschliessen, sich auf die dreisten Weiber zu stürzen, oder den Geldbeutel aufzuheben. Schliesslich kippte er achtlos die Reste seiner Ware in einen der wenigen heil gebliebenen Töpfe und schnappte sich den klimpernden Beutel, bevor er in der Menge verloren gehen würde. Laut knirschten dabei seine alten, von der Mühsal des Lebens geschundenen Gelenke.

Ob die beiden nun folgten, die junge Kesselflickerin drängelte sich durch die Menschenmenge des mittaglichen Marktplatzgeschehens zu dem großen Wirtshausgebäude am Rande des Platzes. Mit der schmächtigen Schulter drückte sie die schwere Holztür zum Drachen auf. Der Geruch von Schweinebraten, Bier und ’Everwenzer’, das beliebte Pfeifenkraut, das in der Umgebung angebaut wurde, umwehte die neu Angekommenden.

(Weiter im Gasthaus zum Drachen...)
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#37

Rugor von Lichtfels

Magier
Elf
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Es war noch früh am Morgen, als sich ein vermummtes Trio durch die Straßen Arons schlich. Naja, „schlich“ passte nicht so ganz, einer der Dreien schob einen schweren Karren und war dabei nicht wirklich leise. Neben ihm ging eine Frau mittleren Alters, die links und rechts jeweils einen großen Korb trug. Obwohl diese mit Tüchern zugedeckt waren, verströmten sie einen Duft frischen Backwerks. Vor den beiden ging eine kleine Gestalt, dessen Gesicht fast vollständig unter einem großen Spitzhut verschwand.

„Verflixt, Jeddon, kannst du nicht etwas leiser sein? Wir wollen doch nicht die ganze Stadt aufwecken, dann ist doch die ganze Überraschung hin!“, herrschte der alte Elf seinen Butler an. „Ich bemühe mich ja, aber so ein schwerer Karren gleitet halt nicht über den Boden wie eine Feder!“, antwortete der angesprochene seinem Herrn. Salvienne, die Haushälterin, zuckte bei den Worten zusammen. „Pass auf, was du sagst, sonst kommt der Herr von Lichtfels noch auf die Idee, den Karren schweben zu lassen. Und wir wissen doch beide, wie das enden würde!“, raunte sie Jeddon zu. Aber der alte Magier war so mit sich selbst beschäftigt, dass er die Bemerkung Jeddons überhörte.

Ein weiteres Schleichen war jedoch auch unnötig, die sonderbare Prozession hatte ihr Ende auf dem Marktplatz gefunden. Während sich der Butler, der vom Schieben des Karrens schweißnass war, erst einmal auf den Rand des Karrens setzte, sah sich Rugor auf dem Markt um. „Dort ist ein guter Platz für den Baum“, sagte er und ging noch einige Meter weiter. Aus den Weiten seines Umhanges kramte er umständlich eine Phiole hervor die er mit einem deutlich vernehmbaren „PLOPP!“ öffnete. Er entnahm ihr einen kleinen Samen und legte ihn auf den sandigen Boden. „Jetzt geht es los, mach’ dich auf alles gefasst, Salvienne!“ Der alte Butler schaute ängstlich zu Rugor hin, als dieser magische Energien kanalisierte und einen Zauber auf den Samen wirkte. Doch die von den beiden Angestellten befürchtete Katastrophe blieb aus: Der Samen keimte innerhalb von Sekunden, schlug in dem eigentlich viel zu sandigen Boden Wurzeln und eine wunderschöne Tanne wuchs aus ihm empor. Salvienne flehte zu den Göttern, dass die Tanne nicht wie damals die Rosen unendlich wachsen würden - und wurde erhört! Der Baum war bestimmt stolze zwei Mann hoch, aber er wuchs nicht weiter!

Rugor verschloss die Phiole wieder und verstaute sie in seinem Umhang. „Sehr schön, so hatte ich mir das vorgestellt“, freute er sich. Dann drehte er sich zu den beiden anderen um. „Nun schnell die Geschenke unter den Baum legen und ihn schmücken, bevor uns jemand sieht!“, scheuchte er sie. Seufzend erhob sich Jeddon von dem Wagen, entnahm ihm eine Leiter und baute sie am Baum auf. Salvienne reichte ihm allerlei Girlanden und Glitzerzeug aus dem Wagen und Gebäck aus ihren Körben zu, die Jeddon nach und nach am Baum aufhängte. Rugor von Lichtfels nahm die kleinen Pakete aus dem Wagen und verteilte sie unter dem Baum, während er seine Anweisungen gab: „Da oben muss noch etwas hin, da sieht das noch total kahl aus! Und dort hängt zu viel an dem Ast, der bricht ja fast ab!“

Nach einiger Zeit, während der sich die drei immer umblickten, ob vielleicht doch schon jemand erwacht war und sie bemerkt hatte, waren sie fertig. Salvienne legte ihre leeren Körbe in dem ebenfalls leeren Karren, während Jeddon seine Leiter darin verstaute. Rugor trieb sie zur Eile an: „Jetzt schnell weg hier, die Sonne geht schon auf, bald kommen hier die Ersten aus ihren Häusern!“ Zufrieden betrachtete er ihr gemeinsames Werk. Das würde eine tolle Überraschung zum Winterfest werden! Jeddon hetzte sich währenddessen schon den Karren geschnappt und schob mit ihm davon. Salvienne zupfte ihren Herrn am Umhang. „Kommt jetzt, wir müssen nach Hause!“ Rugor drehte sich um und folgte ihr.

Durch das viele Bewegen war Rugor jedoch die Phiole aus der Tasche gerutscht und zerbrochen. Während die drei sich wieder auf den Heimweg machten, verteilte der Wind die restlichen Samen auf dem Markt und die restliche magische Aura tat ihr Übriges: Unbemerkt von Rugor und seinen beiden Helfern entstand hinter ihnen ein kleines Tannenwäldchen auf dem Markt. Die Bewohner Arons würden staunen, wenn sie heute morgen zum Markt kämen, und nicht nur über den einzelnen Baum mit den Geschenken und Knabbereien ...
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