Geheimniss unter dem Magierturm
#1

Simon Avenar

Lehrmagier im Magierturm zu Aron
Mensch
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Simon stieg eine schmale Treppe hinab sein kleines Hilfslicht beleuchtete den vor ihm liegenden Weg. Kein Schmuck zierte die Wände aus gewachsenem Fels. Es war trocken, warm und still. Ja beinahe langweilig.

Nach einigen Minuten der Monotonie blieb der Magier stehen und bückte sich zu einem Skelett. Der Größe und Kleidung nach musste es sich bei diesem Wesen um einen Menschen gehandelt haben. Vielleicht aber auch um einen Elfen. Unschlüssig betrachtete er die Sterbenden Überreste die noch in ihrer Kleidung steckte. Diese Bestand aus einer weiten Robe die mit kleinen Metallplättchen verziert war. An den Füßen befanden sich Lederstiefel. Auch sie waren mit diesen Metallplättchen versehen und als der Kampfmagier sie genauer betrachtete erkannte er kleine Gravuren. Schutzzeichen hauptsächlich, aber auch einige die offensiv wirkten. Er hatte also entweder einen Magier, oder einen Krieger mit magischer Ausrüstung gefunden.
Nun war Simons Neugier geweckt und er untersuchte die sterblichen Überreste genauer.
Er fand keine Waffen, also handelte es sich wahrscheinlich um einen Magier. Sein Verdacht bestärkte sich, als er einen kleinen Kristall in einer Tasche fand.

Die Formel zur Aktivierung solcher Kristalle war seid Jahrtausenden gleich und so versuchte Simon sein Glück. Zu seiner Enttäuschung waren keine Visuellen Eindrücke, sondern lediglich einige wenige Worte in dem Kristall gespeichert. So erfuhr Simon, dass der Mann Irdir hieß und ein Forscher war. Die Ruinen unter Aron waren sein Ziel. Er wollte sie erkunden, da er Gerüchte von Zwergen gehört hatte. Angeblich hätte das kleine Volk eine magische Vorrichtung erschaffen die zu ihrem Untergang führte. Angeblich löste diese Maschine eine Katastrophe aus und die Zwerge flohen aus ihrer Stadt.
Die Worte brachen ab und stille breitete sich aus. Simon wollte den Kristall schon wieder weglegen, als Irdirs Stimme erneut erklang.
„Ich weiß, dass dieser Kristall gefunden werden wird“, sagte er mit matter Stimme. „Doch wer immer Ihr auch sein mögt, Seid gewarnt. Vielleicht erwartet Euch mehr als loser Stein in den Ruinen. Ich erschlug einen Drachen und werde es nicht mehr zurück zu Meinesgleichen schaffen. Zu anstrengend war der Kampf gegen jene Bestie. So wähle ich also jenen Ort als letzte Ruhestätte und bitte Euch meiner Familie von meinem Schicksal zu berichten.“
Der Kristall verstummte und Simon blickte auf das was von Irdirs Körper noch übrig war. Er wollte den Toten hier nicht einfach auf den Stufen liegen lassen. Mit einer Handbewegung schuf der Magier ein Feld um das Skelett und schloss es darin ein. Langsam verschwand Irdir, doch er löste sich nicht auf. Vielmehr verlagerte sich die physische Konstante des Toten auf eine andere Ebene. Kurz gesagt: Simon teleportierte den Toten in die Gruft des Magierturms. Später würde er ihn auf angemessene Weise beisetzen. Den Kristall jedoch steckte er ein. Rhionaan würde sich dafür interessieren und den letzten Wunsch des Toten erfüllen.


Es hatte noch einige Minuten gedauert bis Simon am Fuß der Treppe erreichte. Doch was er hier sah verschlug dem Magier die Sprache. Er sah nicht mehr als zwergische Architektur und Steinmetzkunst in ihrer schönsten und prächtigsten Vollendung.
Der Kampfmagier stand in einem kleinen Eingang zu einer riesigen Halle. Mit einem Gedanken brachte er sein Hilfslicht zum erlöschen und stand dann in vollkommener Dunkelheit. Kurz nahm er die Stille, die Dunkelheit und die Stimmungen dieses Ortes in sich auf - nur um sich dann vor eben jenen Eindrücken zu verschließen. Dieser Ort fühlte sich tot an. Es war so, als wäre er lebendig eingemauert. In eine große, dicke Mauer mit tausenden anderer Toter. Deshalb verschloss er sein Herz und seine Gedanken vor der großen Leere dieses Ortes. Dann konzentrierte er sich auf einen recht simplen Zauber und sagte sie sich in Gedanken die Formel auf. Dabei ballte er eine Hand zur Faust und als er sie wieder öffnete schwebte eine große Kugel aus Licht mitten im Raum.

Nachdem sich die Augen des Magiers an das Helle Licht gewöhnt hatten trat er aus dem kleinen Eingang und blickte sich in der Halle um.
Die Raumhöhe betrug etwa zehn Meter und die Abmessungen schätzte er auf gut fünfzig mal einhundert Meter. Sie kam ihm riesig vor und doch wusste Simon, dass Zwerge diese Halle als kleinen Eingangsbereich bezeichnen würden. Sein Blick glitt zu einer der unzähligen Säulen. Abbilder der einstigen Bewohner waren sorgsam in den Stein gemeißelt worden. Keines dieser Kunstwerke glich dem anderen. Den Boden zierten glatt geschliffene Basaltplatten und sogar die Decke war mit Mustern aus weißem Stein verziert worden. Doch ihre ganze Kunstfertigkeit hatten die Zwerge anscheinend auf die Wände konzentriert.
Bunte Motive zierten den gewachsenen Stein. Doch waren es keine Gemälde aus Farbe. Simon bemerkte bei näherer Betrachtung, dass die Motive an der Wand allesamt Intarsienarbeiten aus den verschiedensten Steinen waren. Die Motive zeigten anscheinend wichtige Persönlichkeiten und Situationen aus dem Leben der Bewohner. Das eine Motiv zeigte einen Zwerg der an einem Tisch saß und einen Edelstein bearbeitete. Daneben war ein anderer Zwerg zu sehen, der mit Hammer und Meißel zugange war. Doch das prachtvollste Motiv zeigte drei Zwerge. Einer saß auf einem Podest und die anderen Beiden standen links und rechts von ihm. Beide hatten ihre Hände auf große Streitäxte gelegt und trugen – jedenfalls der Darstellung nach – Mythrillrüstungen.
Simon fragte sich wie viel Mühe, Schweiß und Herzblut die Erschaffer in ihre Werke gesteckt haben mussten.

Und mitten in der Halle entdeckte der Kampfmagier den Grund für Irdirs Tod. Du siehst besser aus als Irdir, dachte Simon und erschrak. Vermaledeit, der Drache lebt noch! Während er seine Atmung wieder beruhigte, betrachtete er den Drachen genauer.
Einst mochte er einen beeindruckenden und schrecklichen Anblick geboten haben. Doch die Schuppen dieses Exemplars waren matt und rissig. Seine Krallen gesplittert und seine Zähne stumpf. Langsam öffnete der Drache seine Augen und blickte Simon mit trüben Pupillen an. Doch weiter tat er nichts. Fast schien es, als würde er auf den ersten Schritt des Magiers warten, doch als dieser sich nicht bewegte, hob er langsam den Kopf. Er richtete eine mentale Botschaft an Simon, doch dieser verstand ihn zunächst nicht. Er brauchte einige Augenblicke um den Dialekt zu erkennen.
„Tritt ruhig näher Mensch“, ertönte die schwache Stimme in seinem Kopf. „Ich bin Nalfar“
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#2

Simon Avenar

Lehrmagier im Magierturm zu Aron
Mensch
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Der Kampfmagier zuckte mit den Schultern und ging einige Schritte auf den Feuerdrachen zu. Schweigend standen sich die beiden ungleichen Wesen gegenüber. Was hätten sie einander auch zu sagen und wie sollten sie diese Unterhaltung beginnen?
Während der Magier noch grübelte, brachte ihn Nalfar aus dem Konzept.
„Töte mich!“, forderte er und erhob sich. Langsam breitete der Lindwurm seine Flügel aus und zeigte Simon einen großen, schwarzen Fleck auf seiner Brust. „Seit einer wirklich langen Zeit bist du das erste Wesen das ich hier erblicke. In der Welt müssen Jahrhunderte eurer menschlichen Zeit verstrichen sein. Jahre in denen ich hier wartete.“
Der Kampfmagier wich instinktiv einen Schritt zurück und nahm eine abwehrende Haltung ein. „Worauf hast du gewartet?“, fragte er laut. Ein Gedanke hätte auch gereicht, aber es war ungewohnt jemandem gegenüberzustehen und seine Fragen nur zu denken.
„Um dir das und das hier zu erklären muss ich ein wenig ausholen, aber keine Angst, es dauert nicht lange.“ Während er seine Gedanken an den Magier richtete deutete der Drache auf seine Brust.

„Wie du sicherlich weißt war das hier einst ein Reich der Zwerge“, erzählte Nalfar. „Eine Krankheit hatte gute Vorarbeit geleistet und so war es keine wirkliche Herausforderung gewesen die Streitmacht des kleinen Volkes zu vernichten.“ Die Gedankenstimme des Drachen nahm einen Zufriedenen klang an. „Oh, wie sie geschrien haben als ich ihre schwachen Körper mit meinem Feuer verbrannt habe. Ihre mikrigen Waffen waren wirkungslos gegen meine Allmacht!“
Simon stellten sich die Nackenhaare auf als er sich vorstellte wie der Drache seine Feuerlohen in die gepanzerten Reihen der Zwerge spie.
„Ich habe mich an ihrem Fleisch satt gefressen und nachdem alle weg waren beschloss ich hier zu bleiben. Viele Jahre lebte ich wie einer eurer Götter, doch dann brach mein Verderben über mich herein.“ Wütend zuckte der Schwanz des Drachen gegen eine Säule und brachte diese zu Fall. Der Lärm war Ohrenbetäubend und erneut ging ein Zittern durch die Mauern. „Ein kleiner Elfenmagier drang in mein Reich ein und überfiel mich als ich schlief!“ Nalfar legte seine Schwingen wieder an den Körper und senkte den Kopf zu dem Magier hinab. „Ich konnte ihn vertreiben, aber der Wurm hat mich verflucht. Langsam und unerbittlich tötet mich der Zauber. Er bereitet mir Schmerzen die ich nicht einmal meinem Feind wünsche.“ Wieder deutete er auf seine Brust. „Das hier ist sein Werk und es fühlt sich an, als würde mir eine gewaltige Kraft jede Faser meines Fleisches einzeln von den Knochen reißen!“
Der Blick des Drachen wirkte als hätte er aufgegeben und sich mit seinem Schicksal abgefunden.
„Warum erzählst du mir das?“, fragte der Kampfmagier. „Es wird dir wohl kaum darum gehen ein bisschen mit mir zu Reden! Was willst du?“ Irgendwie rechnete Simon damit, dass der Drache irgendwelche Elixiere, oder Zutaten wollte. Doch die Antwort auf seine Fragen brachten den Magier ein wenig aus dem inneren Gleichgewicht.
„Ich weiß das ich sterben werde, doch möchte ich nicht unter Qualen verenden. Ich möchte mit meiner verbliebenen Pracht gehen und keinesfalls dahinsiechen. Deshalb möchte ich, dass...“ Nalfar zögerte einen Herzschlag, doch als er weitersprach merkte Simon das hier jeder Versuch die Entscheidung des Drachens anzufechten sinnlos wäre. „ … ich möchte das du mir einen schnellen Tod schenkst!“

Simon stand etwa zehn Meter von Nalfar entfernt. Der Drache hatte sich wieder hingelegt, beobachtete ihn jedoch mit müdem Blick. Es fiel ihm schwer dem Wunsch des Drachens nachzukommen, doch zwei Argumente sprachen für Nalfars Bitte.
Einerseits konnte ein Drache der im Vollbesitz seiner Kräfte war Aron binnen eines Tages vernichten, zum anderen – und das war ausschlaggebend für Simon – war jener Fluch nicht umkehrbar, oder heilbar. Dieser Spruch war von Elfen zur Drachenjagd entwickelt worden und wäre  höchstwahrscheinlich sofort tödlich gewesen. Doch scheinbar hatte Irdir nicht die nötigen Kräfte besessen um den Spruch richtig zu wirken.
Der Kampfmagier hatte überlegt welchen Zauber er für diese Aufgabe wählen sollte. Die Möglichkeiten waren vielfältig. Mit einem Schwerezauber hätte er jeden Knochen im Leib des Drachen zermalmen, oder ihn mit einem Wasserzauber ertränken können. Doch er wollte Nalfar den Abschied von dieser Welt so leicht machen wie es eben ging. Daher entschied er sich für einen Zauber der dafür entwickelt wurde andere Magier zu töten. Und was bei Magiern funktionierte, funktionierte auch bei magischen Wesenheiten.Der Spruch war höchst komplex und Simon brauchte einige Minuten um sich die Formel wieder ins Gedächtnis zu rufen. Als er bereit war, sprach er den Drachen noch einmal an.
„Dein Angreifer hieß übrigens Irdir. Es wird dich freuen, wenn ich dir sage das ich seine sterblichen Überreste nicht weit von hier gefunden habe.“ Überrascht hob der Drache seinen mächtigen schädel und stieß schließlich ein Brüllen aus das mit ein bisschen  Fantasie als Lachen durchgehen mochte.
„Danke, dass du mir davon berichtest, ich befürchtete schon er sei ungeschoren davongekommen!“ Nalfar legte den Kopf wieder auf den Boden und schloss die Augen. „Und nun beeile dich, ich bin es leid zu leiden!

Flüsternd und mit geschlossenen Augen rezitierte Simon die Formel. Doch er musste nicht sehen um zu wissen was geschah. Er hatte Luran einmal dabei beobachtet wie er diesen Zauber gegen einen Nekromanten angewendet hatte.
Blutrot leuchtende Linien vereinten sich zu seinen Füßen zu einem höchst komplexen und filigranem Bannkreis. Von diesem stiegen leuchtende Stäbe nach oben und schlossen ihn ein. Es sah aus als würde er in einem Käfig aus Licht stehen. Gleichzeitig erschien auch unter dem Drachen ein  Bannkreis. Dieser war jedoch schwarz und die Strahlen die bei Simon einen schützenden Käfig bildeten, schlangen sich um den Drachen. Sie banden ihn an diesen Ort. Verhinderten eine Flucht und machten ein entkommen unmöglich.
Der Drache brüllte aus Leibeskräften. Obwohl es sein eigener Wunsch war, hatte nun anscheinend sein Selbsterhaltungstrieb die Kontrolle übernommen.
Der Kampfmagier öffnete die Augen und spreizte die Finger der rechten Hand und richtete diese auf den Drachen. In diesem Moment spie der Drache sein Feuer. Heiß brandeten die Flammen gegen den schützenden Käfig des Kampfmagiers und wurden von der Macht des Zaubers abgelenkt.

Simon beendete den Spruch und berührte einen der Lichtstrahlen seines Käfigs. Mit der Hand  zapfte er nun direkt die magische Quelle des Drachen an und leitete den magischen Strom direkt in einige andere Zauber. Und es gab nur einen Zauber der das gigantische Magiepotential eines Drachen in sich aufnehmen und schnell genug umsetzen konnte. Doch hatte Simon nicht vor einen eigenen Stern über der Stadt aufgehen zu lassen, also Errichtete er zunächst einen eigenen Schutzschild mit der Magie des Drachen und verstärkte ihn bis solange bis er nicht nur sichtbar, sondern auch materiell wurde. Einen weiteren Teil leitete er in einen zweiten Schild. Diesen verstärkte er ebenfalls wie den ersten. Dann wirkte er einen Heilzauber auf sich den er aufrecht erhielt. Den größten Teil setzte er jedoch als Lichtzauber frei. Es war so hell, dass er die Augen schließen und sie mit dem Arm abschirmen musste. Doch da war immer noch einiges an magischer Kraft im Drachen. Diese war jedoch schon so gering, dass er sie in Temperatur umsetzen konnte.

Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit die magische Quelle aufzuzehren und den Verbrauch größer zu halten als den Nachschub. Doch selbst ein Drache erlitt die gleichen Symptome wie ein menschlicher Magier der sich übernommen hatte. Erst Erschöpfung, dann Bewusstlosigkeit und schließlich der Tot. Und mit dem Tod des Drachen erloschen auch die Zauber.
Der Magier hatte sich wegen der Temperatur in sein eigenes Kraftfeld gehüllt. Sein kleines Hilfslicht spendete ihm gerade nur wenig mehr als ein glimmen. Doch es reichte um etwa einen Meter weit zu sehen. Simon stützte sich schwer auf den Stab. Das war der Preis der für diesen Zauber zu bezahlen war. Ein kleiner Preis verglichen zum Nutzen dieses Zaubers und der Magier erholte sich recht schnell davon.
Bedächtig ging Simon zu Nalfars Leichnam. Der schwarze Fleck war verschwunden. Da werden sich die Anderen aber freuen dachte der Magier und schlurfte zu den Treppen. Er musste sich ein paar Minuten setzen und die Nachwirkungen des Zaubers abschütteln.
Als er die kühleren Gefilde des Raums erreichte, löste er den Schild. Ächzend sank er auf die unterste Stufe und fragte sich welches Artefakt den Tod eines Drachen und eines Elfen wert war.
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#3

Fyn Glan Carillon

Wandernde Magierin
Mensch/Elf
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Für den kurzen Augenblick den es bedurfte die Barriere zu durchqueren, war Fyn Glan umgeben von Nichts. Doch kaum hatte sie ihren Schritt zu Ende getan, fand sich die Frau in einem schwach beleuchteten Raum wieder. Ihre Augen brauchten einen Augenblick um sich den schnell wechselnden Lichtverhältnissen anzupassen und unter ihren Füßen zerbarst knirschend eine Tonscherbe.

Die Wissensucherin trat an eine der zahlreichen Statuen heran welche die Wände säumten. Fast als wollte sie die Wange des tönernen Mannes streicheln, hob sie die linke Hand. Doch zwei gute Handbreit vor dem starren Gesicht entfernt verharrten die schlanken Finger und Fyn Glans Siegelring begann ein warmes Licht auszustrahlen. Die Züge der Statue schienen unter dem Schein lebendig zu werden, Schatten täuschten für die Zeit eines Herzschlages Mimik vor wo keine war. Wer du wohl einst warst? Hmm.. Die schlanke Hand glitt tiefer, den gefertigten Oberkörper hinunter bis zu den Füßen hin. ….Keine Inschriften. Langsam intensivierte sich das Leuchten des magischen Ringes. Die Augen ihres Meisters Io waren stumpf geworden als das Alter ihn immer enger umarmt hatte. Er hatte einen Zauber auf das Schmuckstück gewirkt, auf das ein flammengleicher Schein ihm Nachts das Lesen erleichtern konnte, ohne das er Gefahr lief seine wertvollen Schriften mit einer Kerze zu ruinieren. Seine Schülerin hatte diesen Zusatznutzen mit ihren Menschenaugen immer zu schätzen gewusst und fragte sich, ob ihr alter Freund diese stummen Zeugen der Zeit zu identifizieren gewusst hätte. Dankbar dachte sie kurz an die schönen Jahre zurück und ehrte damit den Lehrer, doch sie hatte nun keine Zeit für Sentimentalitäten.

Langsam schritt die Jägerstochter weiter die Reihen der Stummen ab und manche von ihnen schienen nach einer Erinnerung im Kopf der Frau treten zu wollen. Vielleicht eine alte Chronik in der sie einst geblättert hatte? Auch wenn es eh schon zu spät war, so achtete die Gelehrte in ihr nicht auf noch mehr Scherben zu treten. Dem Leder ihrer Jägerstiefel machten die Kanten nichts aus, doch vielleicht konnte man die Kunstwerke nochmals zusammenfügen. Die Erzmagierin des Turmes hätte doch sicher Interesse am Erhalt der Geschichte? Schließlich war der Raum einmal abgegangen und eine Treppe öffnete sich vor ihren Füßen "Ein Geschenk der Magie zum Schutz der Magier." Großartig, das bedeutet wohl viele Überraschungen und die meisten davon werden wohl nicht gerade angenehm sein. Dichte, braune Locken folgten dem leisen Kopfschütteln nur mit Verzögerung.

Plötzlich veränderte sich die Luft und Fyn Glan drehte sich halb herum um einen Blick auf die Barriere werfen zu können. Noch konnte sie niemanden ausmachen. Entweder weil die Person gerade erst durch die undurchdringlich scheinende Schwärze trat, oder weil er oder sie gar nicht gesehen werden wollte.

„Noch jemand der dem Reiz des unbekannten Wissens nicht widerstehen kann?”
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#4

Meister Sarnalidas

Magier
Mensch
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Sarnalidas fühlte das Feld, doch keine Gefahr ging davon aus. Noch ehe er auf der anderen Seite aus dem Dunklen trat erklang eine Stimme. Sanft, doch kraftvoll und aus einiger Enfernung auch von ihr ging keine Gefahr aus. Er antwortete während er in eine andere Form der Dunkelheit trat. Dieses Mal war si nicht allumfassend. Rasch gewöhnten sich seine Augen an die Umgebung, was ihm einfacher viel, nachdem er Jahrzehntelang in einer Kammer in einer Zwergenstadt verbracht hatte selbst wenn das bereits lange Zeit zurück lag. Es war als hätten seine Augen gelernt was sie zu tun hatten wenn sie auf Dunkelheit trafen.
"Ja so in etwa meine Liebe. Eine Mischung aus Neugierde, Sorge, Misstrauen und Arroganz führen mich hierher. Oh hallo" Er war and der kleinen Flamme vorbei den Raum entlang auf sie zu gegangen und nickte der ersten Statue zu. Selbst nach mehreren Jahrzenten die er hier verbracht hatte, hatte er diesen Teil des Turmes noch nie gesehen. Doch diese Figuren konnte das? Nein sicherlich nicht. Seine Augen richteten sich auf die zierliche junge Frau, die er zuvor gesehen hatte. Sein Geist konnte ihre Anwesenheit wieder spüren, die des restlichen Turmes allerdings nicht. Zu weit wollte er ihn auch nicht aussenden, denn noch war er sich nicht sicher ob wirklich keine Gefahr von dem Mädchen ausging.
Er legte die freie Hand auf seine Brust und verbeugte sich leicht.
"Es freut mich euch kennen zu lernen hier an diesem für wahr unbekannte Ort. Mein Name ist Ancragor Sarnalidas."
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#5

Simon Avenar

Lehrmagier im Magierturm zu Aron
Mensch
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Nach dem Tod des Drachen und einer kurzen Erholungsphase hatte der Magier den großen Raum nochmals untersucht. Keine Spur von magischen Fallen, oder physischen Schutzeinrichtungen. Nichts was das Misstrauen des Gelehrten weckte. Doch auch seine Möglichkeiten bezüglich der weiteren Routenplanung waren stark begrenzt. Von der Halle führte lediglich ein Weg tiefer ins Innere. Und das dazugehörige Tor war verriegelt worden. Metallstäbe so dick wie sein Unterarm blockierten den Weg. Das uralte Schloss des Tores war anscheinend zu gerostet und wahrscheinlich sah es bei dem Öffnungsmechanismus auch nicht besser aus.
Maschinen und Mechanismen des kleinen Volkes bestanden überwiegend aus Metall und ohne die nötige Pflege gaben sie rasch den Geist auf. Damit standen sie im Gegensatz zu den Bauten dieses Volkes.
Simon beschloss das Hindernis zu beseitigen. Dazu wählte er eine Lösung die eine spätere Reparatur erlaubte.
Das Metall ächzte als der Magier die Stäbe mit seinem Gedanken packte und mit brachialer Gewalt auseinander bog. Schließlich rissen die waagerecht angebrachten Verbindungsplatten und das Tor öffnete sich wie ein Vorhang.

Das Hilfslicht des Kampfmagiers riss einen langen Korridor aus der Dunkelheit. Polierter Granit bedeckte den Boden und die Wände waren mit Sandstein verkleidet. Und die Decke des Korridors spiegelte in vier Metern Höhe den Boden wieder.
Auch hier standen die stummen Wächter und blickten wohl seit Jahrhunderten in die Finsternis. Hier sah Simon auch erstmals völlig unversehrte Exemplare. Ursprünglich waren die Statuen nämlich nicht bemalt, sondern bekleidet. Die Erschaffer dieser Statuen hatten unglaublich viele Ressourcen und Zeit auf die Herstellung verwendet. Doch warum? Warum sollte man einer Statue Kleidung und eine Rüstung anlegen? Warum sollte man sie mit Waffen ausstatten?
Während er sich diese Fragen stellte, musterte er eine schwere Kriegsaxt.
Zweifellos, dachte der Magier. Die Statuen sollen übergroße Zwergenkrieger darstellen. Aber warum dieser ganze Aufwand?
Langsam ging Simon den Korridor entlang und suchte auch die abgehenden Zimmer auf. In den Meisten war die Ausstattung völlig identisch. Ein Bett, zwei Stühle und ein kleiner Tisch. An der hinteren Wand stand noch ein Regal.
Doch während sich Simon noch fragte wozu dies alles errichtet wurde, fand er in einem Raum etwas bemerkenswertes. Das erste Anzeichen dafür das hier einmal Zwerge gelebt hatten.
Auf dem Boden lagen die Überreste einer - sogar für Zwerge – kleinen Gestalt. Langsam näherte sich der Magier und betrachtete das Bild der Vergangenheit.
Der kleine Körper war ausgetrocknet und so wurde er auf natürliche Weise mumifiziert. Bekleidet war das Wesen mit einfachen Lederhosen und einem Oberteil aus Leinen. Bunte Muster zierten das Hemd und leiteten Simons Blick zur rechten Hand des Körpers.
Vor der Knochigen Hand des mumifizierten Körpers lag ein Kreisel. Er musste den Fingern entglitten sein als das Wesen gestorben war. Und hier kam Simon der Verdacht das er vor der Leiche eines Kindes stand. Neben dem Kind klaffte ein Loch im Boden. Früher musste dort einmal ein Gitter als Absperrung gelegen haben. Doch nun fehlte es. Vielleicht war es verrostet, oder es hatte gar aus Metall bestanden.
Nachdenklich betrachtete er den viereckigen Schacht. Simon war sich ziemlich sicher, dass er tiefer  hinab musste. Warum also nicht eine Abkürzung nehmen? Doch ehe er sich an den Abstieg machte, griff er nach dem Kreisel. Er wusste nicht warum er das tat und hätte man ihn gefragt, so hätte man lediglich ein Schulterzucken als Antwort erhalten. Vielleicht war es einfach eine Geste. Ohne wirkliche Bedeutung und nur getan um etwas getan zu haben.
Schwungvoll schnippte er den Kreisel mit Daumen und Mittelfinger an. Einige Sekunden betrachtete er den ruhigen Lauf und die kleinen Spuren die das Spielzeug zog. Dann wandte er sich ab und sprang in den Schacht.

Simon fiel die wenigen Meter und landete recht unsanft auf etwas hölzernem. Vorsichtig tastete der Kampfmagier das Holz ab und gelangte zu einer Erkenntnis. Er war auf einem verdammten Schrank gelandet.
Die Luft dieser Kammer war trocken und beinahe eisig. Doch mehr konnte er augenblicklich nicht feststellen. Doch es war eine natürliche Dunkelheit und der Kampfmagier fühlte keine andere Präsenz in seiner unmittelbaren Umgebung. Behutsam schuf der Magier wieder sein kleines Hilfslicht und blickte sich um. Er stand tatsächlich auf einem Regal. Nur war dieses etwa acht Meter hoch. Zur Decke waren es weitere zwei Meter und die Deckenstärke schätzte er auf einen Meter. Findige kleine Zwerge, dachte er amüsiert. Immer mindestens einen Fluchtweg einbauen. Langsam erhöhte er die Leuchtkraft seines kleinen Lichts und stellte fest das der Raum einen Runden Grundriss mit einem Durchmesser von vielleicht fünfzehn Metern.
Und nun erkannte er auch das er in einer Art Archiv gelandet sein musste. Indizien hierfür waren die schwere Eingangstür, ein eklatanter Mangel an Lesepulten und nur eine Leiter. Diese war im Regal eingehängt und konnte mittels einiger Rollen an die gewünschte Stelle gezogen werden.
Wenn es uns gelingt dieses Wissen zu bergen, könnte es uns ein gutes Stück in unseren Forschungen weiterbringen! Der Magier kniete sich hin und zog von oben eine Schriftrolle aus dem Regal. Ehrfürchtig löste er die Verschnürung der Rolle und wollte gerade die erste Zeile lesen, als das Getöse losbrach. Einem Fanal gleich schallte das gleiche Geräusch fünf mal durch den Raum. Auch in anderen Bereichen der Ruine musste es zu hören sein und erst beim letzten mal erkannte der Kampfmagier das es sich bei dem Geräusch um ein Wort in der Sprache der Zwerge handelte. Eindringling, übersetzte es der Magier für sich und Sprang vom Regal.
Er hatte aus dem Augenwinkel gesehen wie sich neben dem Tor eine Klappe geöffnet hatte und einen Eisgolem die Freiheit schenkte. Ebenjener griff nun direkt den Magier an.
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#6

Fyn Glan Carillon

Wandernde Magierin
Mensch/Elf
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Es war der hochgewachsene Magier aus der Bibliothek der durch das Feld getreten war und nun, scheinbar unbedacht des Halbdunkels um ihn herum, den Raum durchmaß. Dort wo das gedämpfte Licht ihres Schmuckstückes mit der Umgebung zu verschwimmen begann, verharrte der ihr Fremde und tat erst einmal der allgemeinen Etikette genüge.
„Eine gute Mischung, ich ziehe sie kopfloser Abenteuerlust in jedem Falle vor. Fyn Glan Carillon, es freut mich ebenso.” Die Wissensucherin erwiderte die Begrüßung ohne die dargebotene Verbeugung zu spiegeln, doch zeigte sich ein ehrliches Lächeln in den jugendlichen Zügen.

Die Magierin wand sich wieder um, bot Ancragor so den scheinbar ungeschützten Rücken und hob die Hand, sodass ihr Ring die Schrift über der Treppe beleuchtete. „Doch ich frage mich ob diese spontane Euphorie lange anhält, wenn wir erst einmal ein Stück Weg hinter uns gebracht haben. Ich nehme ja an das euch die neugierige Sorge nicht hergeführt hat um zwischen den Statuen ein spätes Mittagessen zu halten?”Der Elfenabkömmling lachte leise und tat, ohne lange auf die Antwort des Mannes zu warten, den ersten Schritt die Treppe hinunter. Sie konnten auch im gehen sprechen, sofern der Herr Sarnalidas folgen wollte.”Ihr seid nicht zufälligerweise besser über die untersten Geschosse dieses Turms informiert?”

Fyn Glans achtsame Schritte hallten nicht auf den steinernen Stufen, während sie dem hinter ihr gehenden Magier lauschte. Der Siegelring spendete ausreichend Licht und so war es nicht schwer zu erkennen, dass kurz vor Ihnen schon jemand anderes diesen Abstieg gewagt hatte. Füße hatten Spuren im Staub hinterlassen und …. die Frau verharrte mitten am Weg. „Was..?” Fyns Sinne waren auf Simons Fangnetz und Transportfeld gestoßen, welche hinter der nächsten Biegung der Wendeltreppe warteten, doch konnte sie nur vom fühlen her noch nicht bestimmen was es war, als sie jedoch davor standen war es leicht zu sagen. Die Magierin tippte mit der Hand scheinbar in leere Luft, was durch ein Aufglühen des plötzlich abschüssigen Bodens belohnt wurde. „Wie umsichtig.” Scheinbar arglos trat die Magierin auf das Feld und lies sich hinunter tragen, doch innerlich war die Jägerin in die Hocke gegangen und lauschte aufmerksam in die Stille um sich herum. Als die Wände begannen ein schwarzes Muster aus Ruß zu zeigen, trat die Heilerin neben sie und bereute nicht mehr in die Taschen gepackt zu haben.

Die kleine Reise mündete nochmals in einem von Statuen umsäumten Raum und einem weiteren Abgang. Die Gelehrte sprach eine schnelle Formel im Geist um jederzeit ein Schild um ihren Körper auslösen zu können. Sie war keine ausgebildete Kampfmagierin und so brauchte ein permanent aufrecht erhaltener Schutz einfach viel zu viel Kraft. Wie gut das sie Notfalls, sozusagen im Ausgleich dafür, zumindest keine Gedanken um die Energieeffizient ihrer Angriffe verschwenden müsste.
Die Treppe führte die einander Unbekannten immer weiter in die Tiefe und während sich der Geist der Gelehrten weiter mit genau dieser Problematik beschäftigte, öffnete sich vor Ihnen ein kleiner Eingang von unwahrscheinlicher architektonisch Schönheit.
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#7

Meister Sarnalidas

Magier
Mensch
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Glan? Ihr Lächeln schien ebenso Licht zu spenden wie das Licht ihres Rings. Doch Sarnalidas Gedanken waren zurück in ihrem Palast. Die Magierin hatte sich umgedreht und war an dem Platz festgefroren.
Ancragor trat zur Seite und erneut blieb er zeitgleich stehen wo er war. Zwei seiner Sorte, dann ein dritter und ein vierter teilten sich aus einem Manne wie eine Zelle. Die vier stellten sich in einen Kreis und Sanaas erschuf eine Illusion um sie herum. Er herrschte über den Teil dieser Erinnerungen in Sarnalidas Kopf.
Ein Wald Platz forte sich um sie und Menschen liefen umher. Einige schlenderten, sofern sie es sich leisten konnten. Noch weniger standen sogar und lauschten der verzaubernden Stimme eines Elfen der auf einer Kiste stand und ein Instrument spielte, dass wohl noch niemand in diesem Dorf gesehen hatte. Seine Worte drangen in die Seele der die müßig genug waren ihm zu lauschen. Die Vier Magier sahen ihn aus den Augen ihres jüngeren selbst und nickten. Die Illusion verschwand. Glan! Das war der Name des Sängers. Daher das Gefühl der Bekanntheit

Die Magier traten wieder ineinander und das Leben kehrte zurück in die Welt um Sarnalidas, für die sich nichts geändert hatte. Er brauchte einen Moment ehe auch er zurück war.
"Einem späten Mittagessen würde ich nicht partout absagen aber ich würde mich auch mit einem frühen Abendessen etwas später zufriedengeben."
Er folgte Fyn fröhlich sie einordnen zu können.
"Nein ich sehe diesen Ort zum ersten Mal." er dachte einen Augenblick nach. "Ich komme nicht von hier. Oh"
Nun sah auch Ancragor das Fangnetz, welch freundliche Hinterlassenschaft. Er wob einen kleinen Zauber in Gedanken und vor seinem Auge offenbarte sich ein Schatten, der die Treppe herunterrutschte und in der Dunkelheit verschwand. Er musste lächeln. Das wäre ihnen wohl ebenfalls passiert. Er folgte Fyn weiter die Treppe hinunter.
"Etwas sagt mir, dass wir den Ursprung des Bebens gefunden haben." Er folgte dem kleinen Licht das vor ihm herspazierte weiter und bewunderte auch im nächsten Raum die Statuen die den Weg Raum säumten.
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#8

Fyn Glan Carillon

Wandernde Magierin
Mensch/Elf
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„Ja..” Fyn Glan betrachtete die vom Ruß geschwärzten Statuen. „... ich fürchte dies auch.” Und es geht noch weiter hinunter.

Während die beiden Menschen die nächste Treppe in angriff nahmen, fragte sich der Elfenabkömmling wie tief sie ihre Neugierde wohl noch unter die Erde ziehen würde. Sie hatte es nicht so sehr mit der dunklen Enge von Gewölben, Grüften oder einfach nur simplen Höhlen. Nicht weil sich die Jägerstochter fürchtete, sondern weil sie ohne Sicht auf den Himmel oder die Hilfe einer Karte einfach eine miserable Orientierung hatte. Ich werde wohl tun wie es in den Sagen steht, kommen wir zu einer Wegkreuzung. Die Frau hörte den anderen Magier hinter sich die Stufen hinabsteigen. Nun war er zwar kein Mann ohne Name für sie, doch nichtsdestotrotz ein Unbekannter der in ihrem Rücken ging. Die Gelehrte war nicht prinzipiell Misstrauisch und in der kurzen Zeit hatte ihr Sarnalidas auch keinen speziellen Grund gegeben es zu werden. Doch irgendetwas an Ancragor war … nicht so wie es sein sollte? Die Wissensucherin konnte nicht den Finger darauf legen und sie zog auch durchaus in Betracht sich das alles nur einzubilden, doch irgendetwas in ihr mahnte sie zur Vorsicht. Und eine Frau die lange Jahre mit dem Gesicht einer Nymphe alleine mit ihrem Lastentier durch die Lande gezogen war, lernte sehr schnell sich auf gewisse unspezifische Ahnungen zu verlassen. Auch wenn Wegelagerer im Zweifelsfall immer recht schnell die Flucht vor Feuerwänden und Flammenpeitschen ergriffen.
„Von wo ...”  kommt ihr dann? wollte die Magierin einen scheinbar schon fallengelassenen Gesprächsfaden wieder aufgreifen, doch in diesem Moment endete die Treppe in einem kleinen Eingangsbereich und anstatt der schon fast zu erwartenden Statuen und einem weiterem Abgang, bot sich den Magiebegabten ein Anblick von unglaublicher architektonischer Schönheit. Plötzlich war Meister Sarnalidas wie vergessen.

Zwerge. Es bedurfte Fyn Glans Wissen nicht, jeder Idiot hätte die hier so meisterlich gezeigte Handwerkskunst dem rechten Volke zuordnen können. Eigentlich sollte sie nicht überrascht sein. Jedem, der auch nur das geringste Interesse für Geschichte aufbrachte, war bekannt was unter dem Aron verborgen lag, das der geneigte Wanderer von Heute sehen konnte. Trotzdem hatte Fyn Glan nicht damit gerechnet unter dem Magierturm der Stadt auf solch wundervolle, scheinbar vollkommen intakte Zeugnisse längst vergangener Tage zu treffen. Alleine die Steinintarsien an den Wänden... Vom Willen der Wissensucherin angestachelt, verstärkte sich die Leuchtkraft des Ringes immer weiter. Fasziniert tat die Jägerstochter einen Schritt nach dem anderen immer weiter in die, wie ihr schien, riesige Halle hinein. Schon bei ihren Besuchen in den Blutbergen hatte sie die Kunst des Runenvolkes gefesselt. Wenn ich die Steinmetzzeichen an den Statuen abzeichnen würde, könnte mir der alte Halgorin sicher einiges dazu berichten! Ich frage mich wie alt genau diese Anlage ist. Bald erreichte der kleine Kreis aus Licht, aus welchem sie sich voller stummer, bewundernder Neugierde umblickte, die Decke schon nicht mehr. Anders als es bei Simon gewesen war, lastete kein grabesgleicher Eindruck auf der Gelehrten. Viel zu entfesselt war ihre Neugierde. Jeder aufmerksame Geist musste die aufgeregten Wellen um die Wissensucherin herum spüren können. Leicht setzte die Magiebegabte ihre Schritte, hell waren die Gedanken...und plötzlich sah sie die Brandspuren auf dem Boden. Fyn Glan stockte, wie heiß musste ein Feuer brennen um kleine Furchen in den Stein zu schlagen? Schnell fand sie die Rückstände eines Bannkreises, welche sich als Staub auf den Boden gelegt hatten und ging davor in die Hocke. Die fröhlichen Schwingungen waren vergangen und hatten kühler Konzentration platz gemacht. Die Gelehrte fuhr mit den Fingerspitzen über die Symbole ohne sie zu verwischen. Stumm formten ihre Lippen Worte, ließen andere aus um die Formel nicht vollständig zu rezitieren. Fyn Glan richtete sich wieder auf, streckte die Hand nachdrücklich aus und ihr Ring gab alles an Leuchtkraft was er aufbringen konnte.
Der Schatten einer umgestürzten Säule zeichnete sich am Rande ihres Sichtfeldes ab und noch etwas, etwas Großes, etwas.... Mit einem Schlag war der an warme Kerzenflammen erinnerde Schein erloschen. Für die Zeit von zwei Herzschlägen füllte die alte, heimisch gewordene Dunkelheit wieder die Halle. Ein langsames Ausatmen war zu hören, dann loderte ein Feuerball um die schmalen Finger der Wissensucherin auf, ohne ihr die Haut zu verbrennen. Die Magierin hob die Hand und der Schein ihrer Kreation lies die grüngoldenen Sprenkel in den dunklen Augen aufleuchten. Mit einer sanften Handbewegung lies der Elfenabkömmling die Kugel wie einen Vogel fortfliegen. Mit dem Geräusch eines Windstoßes welcher in ein Lagerfeuer fuhr, verbreitete sich der Feuerball zu einem Flammenkranz der wie ein Lüster unter der aufwendig mit weißen Mustern verzierten Decke hing. Immer weiter teilten sich die Flammen auf und schließlich brannten, ohne Docht und Wachs, hunderte kleiner Flammen über den Köpfen der lebenden Eindringlinge in dieser zum Grab gewordenen Halle.

„Ein Drache.” in der sanfte Stimme schwang etwas mit das irgendwo zwischen Begeisterung und Trauer lag. Die Schuppen waren stumpf und rissig, die Krallen brüchig, der Kopf lag zur Seite gekippt auf den glatt geschliffenen Basaltplatten des Bodens. Zwischen scheinbar stumpf gewordenen Zähnen zeigte sich eine lange, bläulich violette Zunge. „Ein Feuerdrache.”

Die scheinbar junge Maid trat langsam an das gewaltige Wesen heran, es war noch warm, doch unverkennbar tot. Die Finger der Jägerstochter legten sich auf die eigenen Unterarme, in Bedauern mischte sich eine leise Wut. Was hätte sie dafür gegeben diese Kreatur lebend zu sehen!
Drachen waren ungemein gefährliche Wesen, doch zumeist auch die Hüter von großem Wissen. Oft wussten sie um die alten Geheimnisse der Welt, Magie waren ihnen so natürlich wie Luft und wenn sie nicht gerade zu der - Schätze hortenden und Städte vernichtenden - Sorte gehörten, so wussten sie auch so manch gute Geschichte.  Doch für all dies war ihre Chance vergangen. Verdammt!
Die Heilerin legte den Kopf leicht schief und entsann sich der Alchemiestunden ihrer Jungend. Sie könnte einige Dinge gebrauchen und es war ohnehin schon zu spät. Fyn Glan seufzte und wollte offenkundig das Wort an ihren Begleiter richten, als das von Simon ausgelöste Alarmsignal immer noch gut vernehmbar durch die Gänge schallte. Die Frau entschlüsselte das verzerrte Wort ohne Mühe. „Eindringling?” Fantastisch, einfach fantastisch! Wer auch immer du bist, einen Drachen kannst du erlegen aber zu blind sein eine Falle zu erkennen!
„Warum habe ich das bestimmte Gefühl, dass wir nicht gemeint sind und trotzdem ein Problem haben?” Fragte sie scheinbar mehr den toten Drachen als den lebenden Menschen.
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#9

Meister Sarnalidas

Magier
Mensch
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Langsam folgte Sarnalidas der Elfentochter. Seine Gedanken waren auf nichts besonderes fixiert. Sein Verdacht, dass Zandur seine Hände im Spiel hatte, hatten sich zerstreut. Nun gab es für ihn nicht wirklich einen Grund dieses Abenteuer weiterzuführen, doch es gab noch einige Stunden Zeit bis zur Versammlung und die Langeweile trieb ihn weiter. Langeweile und die Mögliche Geschichte, die in den Tiefen dieser Dunkelheit lagen. Er blickte auf als die Stimme der jungen Dame erklang und abbrach und folgte dem Licht des Ringes mit neuangefachter Neugierde. Zwerge. Aber natürlich Aron war auf einer Zwergenstadt gebaut aber hier lag etwas anderes in der Luft. Ein Geruch. Ein uralter Geruch. Seine Sinne erfühlten dir Rückstände eines Zaubers. Tod lag in der Luft neben diesem Geruch und dem kleinen Licht dessen erlischen ihm nicht einmal auffiel so tief war er in seinen Gedanken verwoben. Die Bewunderung für die Fähigkeiten der Magierin hielten sich in diesem Moment in Grenzen. Ancragor achtete nicht einmal auf das Licht das sich langsam ausbreitete. Er starrte in die Dunkelheit jenseits des Lichtes. Dieser Schatten war die Ursache des Geruches. Ein Duft den er aus seinem Labor im Turm kannte. Ein Geruch den er seit Jahrhunderten nicht mehr in der Nase gehabt hatte. Iquiatis hatte vieles von hohem Wert besessen auf der Suche nach der Formel des ewigen Lebens. Noch bevor Fyns Licht den Schatten offenbarte formten Sarnalidas Lippen ein stummes Wort. Drache

Die Worte der Elfentocher rüttelten Sarnalidas aus seinem Wachtraum. Sie durchquerte den Raum und trat an den Drachen heran. Ancragor folgte mit wehender Robe. Sein Weg führte ihn zu dem Kopf des Schuppentieres. Ohne zu zögern legte er seinen Stab ab die Schläfe des riesigen Kopfes. Seine Augen schlossen sich und er begann eine Formel zu flüstern.

...Bilder schossen vor Sarnalidas innerem Auge vorbei. Wälder, Berge und Täler, Höhlen und Flüsse. Tiere und andere Kreaturen. Städte aus weiter Ferne, dann näher. Dann ein Fels inmitten der Wälder. Er kam näher und näher. Ein Tor wandte sich in sein Sichtfeld und schon lag es zerstört hinter ihm. Kleine Figuren wuselten umher und Ancragor brauchte einen Augenblick um zu erkennen, dass es sich um Zwerge handelte. Die meisten von ihnen verschwanden in einer Säule aus Feuer. Dann war er allein in den künstlerisch verzierten Hallen und Gängen, die groß genug für seinen mächtigen Körper waren. Das nächste Bild war dass eines Elfen, der jedoch schon nach einer raschen Begegnung mit einem mächtigen Drachenschwanz die Flucht ergriff. Nun lag nur noch die Halle in seinem Blickfeld bis ein Mensch die Halle betrat. Ancragor änderte die Formel und eine Stimme ertönte. Eine bekannte Stimme. Fann riss Fyn ihn aus seinen Gedanken...

"Was wie bitte? Eindringlinge? Was für ein Problem?" er fühlte wie sein Geist in seinem Unterbewusstsein grub dann ertönten mehrere innere Stimmen zeitgleich. Simon Avenar
"Ah ja natürlich. Wer auch immer für diese..." er blickte den Drachen an und entrückte bei dem Gedanken an das Feuer und die Gewalt die den Zwergen zuteil geworden war. "...Tragödie..." sprach er das Wort mehr in das Nichts als zu der Frau. "...zuständig gewesen ist, kann nicht sonderlich weit gekommen sein. Die Hitze des Drachenfeuers strömt noch immer von dem Körper aus. Habt ihr solch eine Kreatur schonmal gesehen? Sie gelten als ausgestorben und doch taucht hier und dort in der Geschichte wieder einer auf. Bemerkenswert" Er hatte seine Gedanken wieder beisammen. "Wir sollten vorsichtiger sein von nun an."
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#10
Die halbtransparente Gestalt löste sich aus einer Säule und betrachtete die beiden Besucher so wie er den Magier vor ihnen beobachtet hatte.
Dank Simon hatte er nun einen Begleiter. Einen Weggefährten. Jemand der ihm bei seiner Aufgabe helfen konnte. Doch war die Essenz des Drachen – manche würden sie auch als Seele bezeichnen – zu schwach um sich zu manifestieren. Also musste er den Kontakt herstellen um die Dinge in die richtigen Bahnen zu lenken. Da war nur die Frage wie er das anstellen konnte.
Langsam schwebte er auf die beiden Gestalten zu und drehte seine Handflächen zu ihnen. Er kam ohne Waffen, doch das bedeutete nicht das ihm keine Macht inne wohnte.

„Einhundertfünfzig Jahre ist es her. Eine lange Reise die seinen Charakter formte und dennoch ist er immer noch der gleiche“, wisperte die Stimme nachdem der Alarm verstummt war. Er schenkte sowohl der Frau als auch dem Mann ein stummes lächeln. Langsam schwebte er an der braun lockigen Schönheit vorbei. Plötzlich machte er ein verlegenes Gesicht und stellte Kontakt zwischen seinen Schuhsohlen und dem Boden her. Dann ging er lautlos weiter.
„Seid über neunzig Jahren hatte ich nur ihn als Gesellschaft und meist klagte er über Schmerzen. Mein Schützling hat ihn auf eigenen Wunsch von seinem Leiden erlöst.“
Der Mann legte eine durchscheinende Hand auf den Hals des Drachen und lächelte.
„Jetzt ist er glücklich da er keine Schmerzen mehr verspürt.“
Nun musterte er die Frau mit unergründlichem Blick. Bemerkte die Schönheit ihres Leibes, die Schärfe ihres Intellekts und das Leuchten ihrer Aura. Sein Blick wechselte zu dem Mann. Er spürte Kraft, Entschlossenheit und etwas das sich irgendwie vor ihm verbarg. Während er sie lesen konnte wie ein offenes Buch, entzog er sich ihm. Das spiegelte sich auch in seiner Aura wieder. Bei den meisten Wesen dominierte eine Farbe und hier und da waren andersfarbige Kleckse. Doch bei ihm schillerte sie beinahe wie Licht das durch ein Prisma aufgespalten wurde. Dennoch reichten seine Fähigkeiten um zumindest einen Teil der Historie des Mannes aufzudecken.
Während die Erscheinung noch darüber nachgrübelte warum sich dieser Mann vor ihm verbergen konnte, nahm Nalfar Kontakt zu ihm auf. Es war eine schlichte Bitte die er weiterleiten sollte. Doch zunächst wollte er der Etikette genüge tun. Langsam erhob er sich und zupfte kurz seine Kleidung zurecht.

„Eure Namen kenne ich, doch gestattet mir das ich mich eben vorstelle“, sagte die Erscheinung. „Ich bin Luran. Einst war ich der stellvertretende Erzmagier der Synode zu Aron, Sprecher der königlichen Synode und Berater des Erzmagiers von Greifenfels.“ Er zuckte mit den Schultern. „Doch nun bin ich hier und meine Aufgabe ist es die Würdigen zu führen.“ Nach diesen Worten verneigte er sich knapp. „Und Nalfar gestattet das sein Körper verwertet wird. Im Gegenzug möchte er seinen Kopf allerdings in der Eingangshalle sehen.“ Luran lächelte und blickte zu seinen beiden Gästen. „Wenn ihr Fragen habt dann fragt mich jetzt, denn ich glaube, dass Simon allein mit einem Eisgolem fertig werden wird.“ Während er auf Fragen wartete blickte er zu der Beleuchtung hinauf. Sie hatte mittlerweile ein recht komplexes Muster aus Kreisen und Linien angenommen. „Wirklich ein sehr schönes Werk liebe Fyn.“ Luran schmunzelte lese. „Aber anderes habe ich bei solch einem Mentor auch nicht erwartet.“
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