Ein Fachwerkhaus, Wohnhöhlen und verzweigte Gänge
#1
Prächtig sah das herrschaftliche Haus von weiten aus. Grüne Fensterläden schmücken das neue Fachwerkgebäude, das mit seinen vier Stockwerken einige seiner Nachbarn überbot. Zwar berührten sich die Wände fast mit denen der anderen Häuser und auch die Stadtmauer war kaum weiter als ein paar hundert Schritt entfernt, aber dennoch hatte dieser Ort doch fast die feine Ambiente der gehobenen Herrschaften.
Es passte sehr gut zu den Kaufmännern, die kaum zuhause bei ihren Ehefrauen waren und auch nur die Kinder von Zeit zu Zeit zu Gesicht bekamen. Kaum einen interessierte die kleine Tür am linken Rand des Gebäudes. Zwerge wohnten dort zur Untermiete, munkelte man.
Dass es sich aber andersherum verhielt, dass die reichen Kaufmänner die Zwerge für ihre üppige Unterkunft bezahlten und die rechtmäßigen Eigentümer jene ungebeten und ungehobelten Bergmänner sein sollte, das würde wohl auch niemand glauben.
Und doch... wer den Weg nicht durch die kleine Tür zu dem Meister Isenheim fand, der fand sie doch, wenn er nur laut genug rief oder an die Pforten der Herren klopfte.
Denn ein weiterer Weg in die Kellergewölbe führte direkt durch die große Empfangshalle und dann eine breite Eichentür hinab, während das Gewölbe eindrucksvoll im Kerzenschein leuchtete und sich nur langsam in der Weite der unterirdischen Gänge verlor.
Kein Gast konnte mit sicherem Schritt tief in die Gänge hinab steigen. Die Zwerge hüteten ihr Geheimnis wie kein anderes.
Aber ein Gast mochte einen kleinen Festsaal zu Gesicht bekommen, möglicher Weise auch eine üppige Waffenkammer voller Anitquitäten oder gar ein gutes Bier in der Stube genießen dürfen.
Die meisten Menschen wollten jedoch den Magiermeister sprechen, der von den anderen Zwergen so nah wie möglich ans Tageslicht verbannt wurde. Jedenfalls sein Werkraum war nicht wirklich tief zu nennen und so kamen die meisten Gäste niemals überhaupt mit den Schätzen der Höhle in Berührung.

Meister Belfour Isenheim

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Die Wasseruhr trieb das Spielwerk an und plötzlich füllte sich die Arbeitshöhle mit einem kräftigen Summen und zischen und den leisen Melodien des Tief im Berg, da lebt der alte Griesenbart. Belfour hatte die Vorrichtung einmal konstruiert, damit er die Zeit zu wichtigen Ereignissen nicht vergaß. Das Wasser tropfte bisweilen in seine Arbeitsstätte, die er auf Grund häufiger ungeahnter Explosionen möglichst nah an den Erdboden verlegen musste.
Im Moment störte ihn seine Erfindung aber zutiefst, weshalb sie wohl auch so gut funktionierte.
Dabei konnte er genauso gut jetzt wie später feststellen, dass sein Versuch gescheitert war. Ein halbes Hähnchen lag gerupft auf seinem Arbeitsplatz, umgeben von unzähligen Gegenständen. Der Zwerg hatte unter größter Konzentration versucht einige Runen – die Hälfte davon kannte er noch nicht einmal – in das Fleisch zu ritzen. Bevor er es an einem lebenden Wesen probieren würde, wollte er erst einmal den Effekt an toter Materie studieren.
Allerdings verhielt sich Fleisch keinesfalls wünschenswert. Steine waren richtige Materialien. Oder Holz, wenn es denn sein musste. Aber das Hähnchen hatte ungefähr genausoviel Veränderung durchleben müssen, wie es das Wasser in seinem vorvorletzten Test getan hatte. Also stülpte er eine weitere Schale über das Hähnchen und überlegte sich, ob sich wohl der Hund der Kaufmannsfamilie darüber freuen würde.
Belfour stieg von der Bank auf die Trittleiter und kletterte dann ganz hinunter. Der Raum sah ein wenig aus wie ein großes Ei. In der Mitte war genug Platz, dass auch ein Großer stehen konnte. Aber alle Enden waren niedrig und für einen Zwerg durchaus bequem. Und überall strahlte es hellweiß aus fluoreszierenden Steinen heraus.
Dann endlich öffnete der Zwerg das Ventil, das Zischen und auch die Spieluhr verstimmten und schließlich kehrte Ruhe ein.

An der Wand hing ein Spiegel. Ein lächerliches Geschenk zu seinem hundertsten Geburtstag. Damals war es nicht das Feuer gewesen, dass sein halbes Gesicht beinah verbrannt hatte, sondern eine sprichwörtliche Grubenbestie, die er ausversehen aus dem Schlaf geweckt hatte. So erzählte er die Geschichte jedenfalls.
Jetzt richtete er sich seine Haare. Er war zu spät dran. Je länger er trödelte, desto unwichtiger war sein Erscheinen bei der Synode. Es würde nur geredet werden. Unwichtiges Zeug. Vermutlich würden sie über die große Bedrohung reden, neue Magister ernennen und möglicher Weise endlich entscheiden, in welcher Richtung nun der Wolf auf dem Wappen der Turmwächter blicken sollte.
Belfour raufte sich seinen kurzen Bart. Er würde deutlich lieber in die Kneipe gehen, als den langen Weg zum Magierturm anzutreten. Zu Fuß. Über die Straße.
Also gut. Alles klagen half nicht. Er griff nach seinem dekorativen Magierstab, stattete ihn mit ein paar weiteren Runen aus, die ihm gerade einfielen, und verließ den Arbeitsraum, sobald er zwei seltsame Steine aus einer kleinen Schale in seine Lederhosen-taschen gleiten ließ. Das Wollhemd saß fest um seine breiten Schultern.
Schwer fiel die Tür ins Schloss. Sie wirkte auf einmal noch stabiler als vorher.
Dann holte er einen seiner glimmenden Steine hervor und ging in dem Lichtstrahl seinen Weg zu seiner kleinen Wohnhöhle. Die anderen Zwerge hatten bald den Vorteil des künstlichen Lichtes erkannt und trotzdem benutzten sie meistens noch Fackeln.
Es dauerte etwas, bis der Zwerg einen repräsentativen Umhang ohne schwarze Rußflecken gefunden hatte.
Dann wanderte er in aller Gemütlichkeit die Gänge wieder hinauf, um irgendwann im hellen Tageslicht zu stehen. Er musste blinzeln. Es gab Dinge, an die gewöhnte sich ein Zwerg nie.
Schließlich zog er auch die große Türe an und versuchte nicht zu klein in dem großen Mantel auszusehen. Er schlug noch einmal mit seinem Stab auf den felsigen Boden, dann wandte er sich seufzend von seiner Wohnung ab und wandte sich zum gehen.
Er war wirklich spät dran. Die Synode hatte bereits begonnen.
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#2

Stadtwache Aron

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Sergeant Broudi fühlte sich gerädert wie nach einer durchwachten Dreierschicht. Es hatte lange gedauert, bis die vollkommen aufgelöste Frau sich einigermassen gefasst hatte, so dass er sie in Obhut einer verständnisvollen Nachbarin zurück lassen konnte. Die Mutter von Korporal Jochen hatte es ebenso schwer getroffen. Niemand sollte seine eigenen Kinder überleben müssen. Er hielt ein paar Augenblickke vor der Tür inne um sich zu sammeln. Dann trat er in die eigentümliche Werkstatt des Alchimisten.

Trotz seiner gedrückten Stimmung, schaute sich Broudi im Laden um. Die seltsamen Gerätschaften und absonderlichen Tinkturen und Zutaten, die hier feilgeboten wurden, weckten seine Neugierde. »Gruß dem Königshaus, Meister Isenheim. Ich wurde von der Herrschaft derer zu Feldenbach gebeten, Euch diese Depesche auszuhändigen.« Damit legte er den versiegelten Umschlag vor dem Zwerg auf den Tresen.
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#3

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Belfour war drei Schritte gegangen, als ihm auffiel, dass seine Haare nicht mehr in gewohnter Manier abstanden. Er musste sie sich wohl verzweifelt gerauft haben. Kurzum kehrte er also doch wieder zur Werkstatt zurück. Dabei war er viel zu spät dran und würde es niemals mehr rechtzeitig zur Synode schaffen.
Nicht, dass es ihn groß kümmerte.
Mit geübten Handgriffen entriegelte er wieder die Eingangstüre und die zu seiner Werkkammer, holte eine große Dose, die noch immer den traurigen Titel Bartwuchs trug heraus, zog einen Schemel vor den Spiegel und richtete sich die rote Masse. Verärgert bemerkte er ein paar Haarstümmel, die aus seiner Glatze hervorbrechen wollten. Aber darüber musste er sich später kümmern.
Die schweren Schritte durch den kurzen Weg zu seiner Werkstatt hörte er doch noch früh genug. Schnell versteckte er sein Mittel unter all den anderen Gläsern mit Aufschriften, die nicht immer ihrem Inhalt gerecht wurden. Belfour griff nach seinem Magierstab, den er eigens für die Vollversammlung der Mitglieder geholt hatte. Warum nicht damit gerade jetzt einen wichtigtuerischen Eindruck vor dem Besucher machen?

Doch zuerst einmal konnte der Große ihn nicht sehen. Die große Werkbank verbarg den Blick auf den kleinen Zwerg völlig und nur der hohe Magierstab mit Runen überseht bewegte sich um den großen Tisch herum. Dann erschien ein Haarschopf und schließlich der dazugehörige Mann.
Belfour war kurz davor dem Man von seinen wichtigen Angelegenheiten zu berichten, als sein Blick an der Rüstung und dem Wappen hängen blieb. Nahezu unbeeindruckt von den Worten streckte er seine Hand nach dem Brief aus: „Ich wusste gar nicht“, sagte er nach einer kurzen Begrüßung: „dass die Wache inzwischen den Laufburschen gibt.“
Es wunderte ihn schon ziemlich und so öffnete er das Pergament, ohne das Siegel wirklich zu überprüfen.
Menschliche Schrift fiel ihm nicht besonders schwer. Das lag wohl größtenteils an seiner ersten Ausbildung, derer er sich nicht rühmen konnte.
„Ein Dunkelelf, soso“, murmelte er leise und blickte auf: „Solches Pack hatten wir auch in den Blutbergen. Unser Nachbarclan hat vor ein paar Jahrzehnten diese schwarzen Ungeheuer endgültig vertrieben. Muss ein glorreicher Kampf gewesen sein. Dem alten Rhodorin hat es sogar ein Auge gekostet...“
Während er sprach überflog er die Worte seines Bekannten. Manchmal traf er sich mit dem Freiherrn zu einem Bier und sie plauderten erhitzt über Kultur, Moral und Politik. Belfour konnte sich nicht ganz erklären, was genau der Herr von Feldenbach in seiner Kneipe gesucht hatte, aber das hatte der Freundschaft keinen Abbruch getan.
„Tatsächlich“, sagte er und blickte auf: „Schutzamulette... Mmh...“
Schließlich hatte er die letzte Zeile gelesen und legte das Pergament achtlos auf den großen Tisch.

„Was soll es denn sein?“, fragte Belfour und drehte sich von dem Wachmann weg, als ein neuer Gedankengang ihn direkt einholte: „Korporal oder Sergeant? Der dritte Streifen...“ Er dachte nicht lange nach: „Sergeant richtig?“
Und schon stand er vor Drahtgestellen, die schwer von der Decke hinunter hingen. Müde glimmten sie in dem Licht der weißen Steine, während sie Lederbänder mit einfachen Tonscheiben trugen. Auf jedem dieser Scheiben prangte exakt dasselbe Zeichen.
„Nun ich hoffe, ihr seit dem Bastard nicht einfach so gefolgt. Wenn er wirklich ein Nekromant ist...“
Wieder brach er ab und holte mehrere der Bänder mit Hilfe eines großen Hakens von der Stange. Broudi hätte sie einfach so mit seinen Händen erreicht.
„Also gut“, sagte der Zwerg und wanderte mit der Ware wieder zu den Tresen und kletterte mit einem Hocker hinauf. Der Magierstab lag nun achtlos am Rand: „Für zehn Goldtaler bekommt Ihr wirklich eine Menge“ Seine Miene war seinen ganzen Monolog über keineswegs in die Offenheit der Zwerge abgerutscht, sondern eher bestimmt aber heiter gewesen. Jetzt wirkte er ernst: „Das hier sind nicht die Besten, die ich habe. Für wirklichen Schutz würde ich empfehlen, die Runen direkt in die Schwerter oder Helme zu ätzen. Aber die Amulette halten schon eine Weile. Wenn jeder ein oder zwei trägt könnt ihr bei geringer magischer Belastung relativ nah an den Spion heran kommen, sollte er angreifen...“ Belfour legte die Ketten aus: „Drei oder vier Schwerthiebe habt ihr vielleicht zeit, bis die Kraft in ihnen verbraucht ist.“ Der Zwerg schien nicht darauf erpicht, seine Ware in den größten Worten anzupreisen: „Die meisten meiner Kunden sind Händler und nicht treue Diener der Stadt“, erklärte er sich und wurde dann ganz plötzlich so still, dass nur noch das leise tropfen des Wassers an den Wänden zu hören war.
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#4

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»Komm zur Wache! hieß es. Abenteuer, Ansehen und Herausforderungen! hieß es.« kommentierte Broudi die Bemerkung des Zwergen über Laufburschen. Er grinste kurz und schaute sich weiter in dem kuriosen Laden um. »Ein paar kräftige Zwerge hätten wir durchaus brauchen können. Bei einem Auge ist es nicht geblieben,« antwortete der Sergeant bitter. Die Gespräche mit den Hinterbliebenen seiner Soldaten hingen ihm immer noch nach. »Ja Sergeant.« brummte Broudi und schob ein leises »gerade noch, aber wie lange noch...« hinterher.

»Wenn ich wählen dürfte, kämen mir ein paar Fässer bryarisches Feuer gelegen. Einmal damit die Kanäle durchputzen und Ruhe wäre. Nein dem Bastard hinterher sind wir nicht mehr, da hatten seine Kreaturen etwas dagegen.« Broudi schaute sich weiter in dem Laden um. Den Faux-Pas, einem Zwergen Hilfe wegen fehlender Größe anzubieten ließ er bleiben. Das hatte er einmal in seiner Jugend, als er frisch bei der Wache war, gewagt. Die Gegend in der er aufgewachsenen war, war nun nicht gerade für Etikette berühmt und seine Mutter führte ein durchaus kräftiges Mundwerk, dass dem ihres Mannes in nichts nachstand. Aber damals hatte er durchaus noch ein paar neue Ausdrücke gelernt.

Erschrocken wirbelte Broudi herum. »Zehn Goldstücke! Bei Mitra! Das bekomme ich bei Hauptmann Gabriel niemals durch. Der reißt mir den Kopf ab bei so einer Spesenrechnung.« Mit dicken Backen blies er die Luft aus. »Also ich hab hier fünf Silber, von denen ich noch drei dem Orden für die verbrauchten Bolzen übergeben muss. Und ich werd’ den Teufel tun, denen etwas schuldig zu bleiben.« Broudi verzog säuerlich den Mund. Diese Nordviertelgesellschaft hantiert mit Beträgen, da kann unsereins nur schwindelig werden. Ein Wunder, dass so wenige der Jungs nicht mal hin und wieder die Hand aufhalten. Sergeant Broudi war durchaus nicht so naiv, das er so etwas ausschließen würde. Aber unter seinem Kommando war derartiges zum Glück noch nicht aufgetreten. »Also, was könnte meinen Jungs für zwei Silberstücke denn gegen den Zauberkram helfen?« Eine Runenklinge. Puh. Das wäre schon etwas. Aber das bekommen nur Helden von den Göttern in den Geschichten verliehen. Er tätschelte den einfachen, aber zuverlässigen Stahl an seiner Seite und wischte die Tagträumereien beiseite.
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#5

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„Wer Zwerge in der Wache möchte“, murmelte Belfour genauso leise wie der Sargeant über seine mögliche Degradierung gemurmelt hatte: „sollte keine Bartsteuer einführen.“ Diese neuen, dummen Torsteuern erschwerte das Leben in der Stadt zutiefst. Und falls der Graf tatsächlich damit irgendetwas bezweckte, dass sich dem Verstand des Zwerges entzog, dann nur, dass die reichen Händler ihre Wahren noch teurer verkauften, während die wirklich gebrauchten Arbeitskräfte woanders ihr Gold bei ehrlicher Bergarbeit verdienten.
Für einen Moment blitzte in seinen klaren Augen die Neugier über den Werdegang des Offiziers, dann wandte er sich schließlich doch seiner Aufgabe zu. Die langweilige Synode war wie vergessen. Immerhin rief das Geschäft und es gab keinen Magier, der sein Fehlen ernsthaft zur Kenntnis nehmen würde.
Belfour grinste innerlich. Vermutlich glaubten alle, er wäre dagewesen und sie hätten ihn nur übersehen. Nun. Irgendwann würde er die Veränderungen schon selbst herausfinden. Falls es denn welche gab.

Als er den Preis nannte und der Sergeant bleich wurde, lachte der Zwerg plötzlich so schallend und anhaltend, wie es nur die Seinen konnten. Als hätte der gute Soldat einen Witz gemacht, fuhr er sich einmal über die Augen und schüttelte seinen Kopf, dass der rote Haarschopf nur so wippte: „Euer Gesicht hättet ihr sehen sollen!“, gluckste er noch, als er achtlos nach der geöffneten Depesche griff: „Hier, der gute Freiherr möchte zahlen. Der glaubt sich wohl so von der Schande eines verlorenen Schachspiels freikaufen zu können, vor dessen Beginn er großspurig seinen Sieg angekündigt hatte.“
Briefgeheimnisse schien es bei Belfour nicht zu geben. Kameradschaftlich schob er die Depesche über die Werkbank. Es war ein durch und durch freundschaftlicher Brief, indem der Herr von Feldenbach ihm von der Katastrophe eines dunkelelfischen Spions in der Stadt mitteilte, sich darüber beschwerte, dass das Schicksal gerade sein Anwesen zur Durchsuchung ausgewählt hatte und schlussendlich Belfour darum bat, der Wache mit seinen berühmten Amuletten ein wenig auszuhelfen. Natürlich würde der Freiherr die Kosten bis zu einem Gegenwert von 10 Goldtaler übernehmen.
Sobald der Zwerg meinte, dass der große Mann den Brief überflogen hatte, lachte er leise: „Nun, die zehn Taler werden wir schon voll bekommen. Das muss der gute Herr mir nicht zweimal anbieten.“

Gewissenhaft beugte sich Belfour wieder über die Amulette. Sie waren der größte Verkaufsschlager, sodass Händler sie sogar weit über Ländergrenzen hinaus trugen. So wurde es ihm jedenfalls berichtet.
Aber vielleicht war der einfache Schutz nicht das Einzige, was die Wache gebrauchen könnte. Er hatte noch so einiges in Vorratskammern verstaut. Verschlossen, verriegelt und für niemanden zugänglich. Der Zwerg wollte nichts verkaufen, dass er nicht auch in den Händen seiner Feinde sehen könnte – aber das Herstellen an sich...
„Die Frage ist“, sagte er nachdenklich: „ob Ihr lieber einen Blick auf die besseren Amulette werfen wollt. Ich müsste natürlich zur Preiskalkulation wissen, wie viele Mannen Ihr zu bestücken gedenkt.“
Er warf einen Blick zur Decke, wo noch weitere Amulette zwischen eigenartigen Gebilden baumelten: „Hier gibt es welche, die für eine begrenzte Zeit die Schnelligkeit erhöhen. Nicht zu verdenken, wenn man ausgerechnet gegen die Spitzohren antritt..“
Belfour fuhr sich durch den Bart, als erinnerte er sich an ein Maß der Etikette: „Womit ich natürlich nicht sagen möchte, dass die dunklen Teufel irgendeine Gemeinsamkeit mit gewissen Bürgen dieser Stadt haben...“
„Und hier gibt es welche, die die körperliche Kraft für eine Weile erhöhen. Beide muss man reiben, um sie zu aktivieren...“
Er fuhr sich durch den Bart: „Wisst Ihr denn schon, wo Ihr nach dem Unhold suchen müsst?“
Wieder durchzuckte ein Gedanke ihn und er meinte laut: „Und für zwei Silberstücke könnte ich versuchen herauszufinden, wo sich der Dunkelelf gerade herumtreibt.“
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#6

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»Ich bin nicht in der Position die Anordnungen unseres geschätzten Grafen zu kommentieren,« antwortete Broudi nur kurz angebunden. Er rümpfte die Nase und ärgerte sich darüber, von dem Zwergen so aufgezogen zu werden. Unwirsch nahm der die Depesche des Freiherrn und las die Zeilen. Ein geübter Leser war der Sergeant nicht; die Lektionen der Wache vermittelten nur Grundlagen dieser Kunst. Mit einer hochgezogenen Augenbraue ließ er das Schriftstück wieder sinken. »Ich bin mir nicht sicher, ob die Wache so ein opulentes Geschenk annehmen sollte. Das hat einen merkwürdigen Geschmack das ganze.« Broudi seufzte. »Andererseits möchte ich auch keine meiner Jungs mehr auf derartige Weise verlieren.«

»Meine Patrouille besteht noch aus 5 Mann, mich eingerechnet. Üblicherweise werden acht Männer ausgeschickt. Ich werde die Gabe des Freiherrn allerdings nicht für meine Patrouille entgegen nehmen, sondern für die Wache, die damit jene ausrüstet, die gefährliche Aufträge ausführen.« Der Sergeant überlegte. »Mehr Stärke hätte keinen Zweck gehabt. Mit welcher Wucht den unheiligen Kreaturen ein Schwert in den Wanst gerammt wird, schien nicht von Belang. Schnelligkeit und schnelle Wahrnehmung scheint mir da angebrachter.«

Sergeant Broudi stutzte. Horcht er mich etwa aus? Misstrauisch musterte er den Zwerg. Deine vermaledeite Berufskrankheit, hälst jeden erstmal für verdächtig »Er schien die Kanäle in Richtung ’Trunkener Mönch’ genommen zu haben. Das könnte aber auch eine Ablenkung gewesen sein. Bei den gerissenen Spitzohren weiß man ja nie.«
»Zwei Silber für einen Tipp? Woher meint Ihr denn zu wissen, wohin sich das dunkle Volk zurück zieht?« Der ihm eigene Drang alle Puzzlesteine des großen Ganzen genau zu begutachten, bevor er sie einsetzte, meldete sich in ihm lautstark. Aber was, wenn nicht so ein Zauberdings, wäre dazu geeignet einen dunklen Hexer aufzuspüren. Und die Zwerge haben ihre Erfahrung mit diesen spitzohrigen Dämonen. »Nun gut. Einen Versuch wäre es durchaus wert. Ich brauch allerdings eine Quittung. Ich muss die Ausgaben schließlich vor dem Hauptmann verantworten. Wie gedenkt ihr den Aufenthaltsort des Dunklen heraus zu finden?« Sergeant Broudi hatte seine Geldkatze hervor geholt, hielt sie aber noch demonstrativ fest in der Hand.

Der Wachsoldat blickte sich nervös um und beugte sich dann zum Zwergen hinunter. »Auf ein Wort noch, Meister Isenheim. Hättet ihr etwas in Eurem Geschäft in der Preisklasse von meinem Sold, mit dem man dafür sorgen könnte, dass so etwas sich von meinem Haus, oder zumindest meinen Töchtern fernhält?«
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#7

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„Jaja.“, pflichtete Belfour dem Sergeant bei: „Die größten Geschenke können einem noch teuer zu stehen kommen.“ Als aufrichtiger Zwerg waren ihm die meisten freundlichen Gaben suspekt. Dahinter verbarg sich meist ein Abgrund voller Gefälligkeiten, die die meisten seiner zwergischen Freunde mied. Geliehenes Gold wurde durchweg zurückerstattet und Geschenke nur so dargebracht, als wäre es eine Erleichterung, wenn das alte Artefakt den Besitzer wechselte, während die wirkliche Freundlichkeit und Zuvorkommenheit eines Zwerges wohl nur in der Gastfreundschaft zu finden war.
Für einen Moment dachte Belfour an seine Eltern, die sich in Greifenfels irgendwie allenmöglichen Gepflogenheiten der Menschenwelt bemächtigen konnten.

„Fünf Mann“, murmelte der Zwerg gedankenverloren und zählte trotzdem sechzehn von den Amuletten ab, die für eine begrenzte Zeit starker Magie trotzen konnten. Flach und rund waren sie gearbeitet, in ihrer Mitte prangte ein unbekanntes Symbol, das zwar kompliziert wirkte, aber dem einfachen Gegenstand ansonsten keinerlei Kuriosität vermitteln konnte.
Schmucklos lagen die Plättchen auf dem Tisch, während Belfour sich aufrichtete und die anderen Amulette anvisierte.
Schließlich kletterte er von dem Hocker und angelte sich weitere Amulette, dieses Mal mit anderem Zeichen. Wieder zählte er sechzehn ab.
Doch auf die Worte des Wachmanns stutzte er und hörte in seinen Bemühungen auf, am Ende des Tages zehn Goldtaler in seinem Versteck zu wissen. Fünf Goldtaler waren sonst sein üblicher Wochenlohn!
„Die Kanalisation sagtet ihr?“, grübelte er: „Und Ihr habt gegen ein untotes Unheil angekämpft? Nun, das erklärt einiges!“
Für einen Moment schien es, als wollte er sich gänzlich zurück ziehen und die nächsten Stunden im stillen Nachdenken verbringen. Dann entschloss sich der Zwerg, dem noch immer namenlosen Sergeant seine wenigen Gedanken mitzuteilen.

„Nicht alle Stollen dieser Stadt liegen besonders tief“, begann Belfour mit seiner angenehmen Erzählerstimme und vergewisserte sich der Aufmerksamkeit seines Zuhörers: „Die Winterberger wollten eine neue Schlafhöhle anlegen, als sie einen unbenutzten Teil des Kanals freigelegt haben. Bevor sie die Mauer wieder errichten konnten, kam ich jedenfalls zu Besuch, ein recht lustiges Fest, wenn wir davon absehen, dass Boran einen Finger verlor. Jedenfalls wurde die Meisterprüfung des jungen Wilbours angemessen gefeiert, als ein schreckliches Geräusch erklang.“
Der Zwerg senkte kurz die Stimme: „Es war fast wie ein Quietschen, wenn es nicht auch ein Kreischen sein könnte. Ich nahm mir meine Axt und sah nach dem Rechten. Überrascht war ich, keinem Grubenolm gegenüber zu stehen, sondern einem der Großen, der sich durch die Öffnung zwängen wollte. Er roch nach Fäulnis und seine Augen glommen, wie…“
Belfour deutet eher nachdenklich als überzeugt auf seine fluoreszierenden Steine: „Jedenfalls griff er nach mir, aber die Schutzzauber schützten mich. Er kam nicht durch das Loch hindurch, aber er versuchte es dennoch. Sein Kreischen und Schreien hallte durch die Gänge und zerstörte jegliche feierliche Atmosphäre. Also zertrennte meine treue Axt ihm den Hals, noch bevor er gänzlich hindurch gelangen konnte...“
Der Zwerg schaute auf, die kurze Geschichte war beendet: „Ich hörte, die Ungeheuer mehrten sich und ich hörte auch, dass sie aus dem Westviertel stammten.“ Er schüttelte den Kopf: „Ich wusste nur nicht, dass das Unheil bei den dunklen Spitzohren zu finden sei.“
Wie immer hatte der Zwerg schlichtweg vergessen, dass nicht er es war, der zuerst zu dem Ort geeilt war und dass auch nicht er den Axtstreich geführt hatte, aber wie immer war das auch absolut unbedeutend für die Geschichte.

Belfour richtete sich wieder auf, die Erzählstunde war vorüber: „Wo die dunklen sich zurückziehen?“, fragte er nach und lachte leise auf: „Das wissen nur die Götter. Normalerweise bevorzugen sie Höhlen und Stollen mit mehreren Flucht- und Angriffsmöglichkeiten. Erhöhte Lagen innerhalb eines großen Komplexes. Im Kampf gegen Siebrecht hatten sie gar ein Spinnennetz aus Irrbildern gesponnen, um ihre Brutstätte zu verschleiern. Also nichts, was man direkt auf Aron beziehen könnte…“
Der Zwerg schob sich noch ein wenig höher und grinste dann breit: „Aber wo ein Wille ist, ist doch auch ein Weg, nicht wahr?“, meinte er geheimnisvoll. Doch der Schalk wich aus seinem Gesicht, als der Sergeant sich vertrauensvoll vorbeugte und nach einem guten Schutz für seine Familie bat.
Ernst erwiderte der Zwerg den Blick, während er nachdachte und letzten Endes den Kopf schüttelte: „Es stimmt, ich habe schon viele Heime vor schlechtem Einfluss versteckt. An den meisten Gebäuden des Nordviertels werdet Ihr irgendwo die ein oder andere Rune vorfinden können. Aber normalerweise ist der Preis Verhandlungssache, mindestens jedoch ein Goldtaler für ein kleineres Heim. Die Runen sind kompliziert, das Vorgehen mühsam und keiner meiner Kunden wollte jemals einen halbwegs wirkungsvollen Bannkreis. Nein, da wird ganz und gar auf Qualität gesetzt…“
Es störte Belfours Pazifismus und Familiengefühl zutiefst dem Sergeant nichts mit auf den Weg geben zu können. Ein Geschenk kam natürlich nicht in Frage, aber sollte für den gestandenen Mann fünf Silbertaler wirklich viel Wert sein, so hatte Belfour nichts anzubieten.
„Jenes Amulett dort oben verspricht körperlichen Schutz. Für zwei Silbertaler ist es noch recht erschwinglich. Ansonsten kann ich mir nicht vorstellen, dass es hier etwas geben könnte…“

Das Lächeln kehrte nicht zurück, als er wieder von dem Hocker herunter kam und in seinen Taschen nach Hammer und Meißel suchte: „Dann wollen wir mal sehen, ob ich noch etwas anderes finde…“
Wenn Broudi über die Werkbank schaute, konnte er den Zwerg erkennen, wie er sich zwischen allerlei Töpfen, Glaskolben und zugebundenen Säcken einen Weg zu der südlichen Wand bahnte. Dort war ein sonderbares, zwergengroßes Loch, das nicht von übergroßen Regalen oder hängenden Gegenständen verdeckt war. Nur ein paar Kisten standen davor, über die er einfach hinüber kletterte.
An der Wand nun verstärkte er mit der Meißel ein kleines Zeichen auf seiner Brusthöhe und trat dann einen halben Schritt zurück.
Plötzlich glommen Runen auf, die sich in einem halbkreis vom Boden bis zu seiner Kopfhöhe erstreckten und in einem hellblauen und violetten Licht in zwergischer Schritt einen Durchgang ankündigten.
„Es gibt Dinge“, sagte Belfour: „Die sind zu brisant, um sie zu verkaufen“ Ein letztes Mal drehte er sich noch um: „Bitte, wartet hier auf mich.“
Dann verschwand er durch die Steine, als wären sie nur ein großer Vorhang.
 
Hinter seinem Werkraum befand sich das Lager für all jenes Zeug, das Belfour unter keinen Umständen verkaufen wollte. Meist waren es Gerätschaften, die er nicht in den Händen seiner Feinde sehen wollte, manchmal Dinge, dessen Zweck ihm selbst fremd war und manchmal Dinge, die er noch nicht einmal in seinen eigenen Händen wissen wollte.
Er suchte das richtige Objekt mit einem der Leuchtsteine aus seiner Tasche und schlang dann die kleinen Finger darum. Mit beiden Händen musste er es tragen, als er wieder aus der Pforte hinaus in das Arbeitszimmer trat und hinter ihm die Runen ein letztes Mal aufglühten, um dann wieder zu erloschen.
 
In seinen Händen hielt er den wertvollen Fund wie einen gut gehüteten Schatz. Auf einer dünnen Granitplatte befand sich ein eiserner Nagel, auf dem sich wiederum eine dünne Platte mit vielen verschiedenen Symbolen befand. Eines ihrer Enden mündete in einer Pfeilähnlichen Struktur. Belfour hatte dieses Gerät einmal erfunden, um seine verloren gegangenen Socken wiederzufinden. Es funktionierte, wenn auch ein wenig anders, als er es sich erhofft hatte.
Erst als ihm klar geworden war, was eine Suchmaschine alles bedeuten konnte, hatte er sich dazu entschlossen, sie lieber geheim zu halten und zu den anderen versteckten Dingen zu bringen.
Nur, wenn er wieder irgendetwas verloren hatte, oder wissen wollte, ob die Bibliothek ein bestimmtes Buch hatte, bevor er selbst danach suchte, benutzte er sie noch.
Vorsichtig balancierte er das Meisterstück zur Werkbank und stellte es ab, nachdem er einfach die Amulette mit der Platte zur Seite geschoben hatte.
Dieses Mal wählte er eine kleinere Meißel und begann ruhig und ohne Hast die Runen nachzuziehen: „Es findet Dinge“, erklärte er kurz angebunden: „Meistens, jedenfalls. Es ist da recht eigen“
Als er mit seiner Arbeit fertig war, nickte er langsam: „Eine Quittung könnt Ihr gerne bekommen…“
Belfour schloss die Augen. Dann richtete er wieder sein Blick auf seinen heimlichen Schatz und lächelte versonnen: „Also gut“, murmelte er.
Wo befindet sich der dunkelelfische Spion, der gestern Abend noch in Aron gewesen war?“, fragte er in kehligem Zwergisch. Der Pfeil begann sich sofort zu drehen und schien kein Ende zu finden. Er drehte und drehte sich und zeigte doch in keine Richtung.
Gedankenverloren hielt Belfour ihn schließlich an und veränderte eine Rune und fügte eine weitere hinzu. Er fragte erneut: „In Aron, wo befindet sich dort ein Dunkelelf?“
Dieses Mal drehte sich der Pfeil nicht lange. Wie ein Kompass zeigte er sofort in eine Richtung und so sehr Belfour das Ding auch drehte, die Nadel ließ sich nicht von dem Ort abbringen. Nur, dass sie nicht nach Norden, sondern nach Osten zeigte.
Der Zwerg nickte langsam: „Testfrage: Wo befindet sich die Türe?
Nach dem der letzte kehlige Laut verklungen war, zeigte der Pfeil geradewegs auf die schwere Holztüre. Erneut fragte der Magiermeister nach dem Dunkelelfen und wieder zeigte der Pfeil gen Osten.
„Es scheint heute relativ präzise zu sein“, begann er, als würde er über ein eigenwilliges Kind sprechen: „Aber der Spion muss sich wohl gerade in Aron aufhalten. Von hier aus in der Richtung“
Er deutete Osten an und seufzte. Das Westviertel hätte mehr Sinn ergeben.
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#8

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Etwas enttäuscht musterte Sergeant Broudi die Schmückstücke, die vor ihm ausgebreitet wurden. Sie sahen zwar solide gearbeitet aus und dem Symbol, das auf ihnen prankte, war eine gewisse Kunstfertigkeit nicht abzusprechen. Aber für Gegenstände, die in Gold gehandelt wurden, hatte er irgendwie etwas erwartet, das ihn beeindrucken würde. Vorsichtig nahm er eines der Kleinodien in die Hand. Nichtmal ein ehrfürchtiges, zauberhaftes Schaudern ging von Ihnen aus. Ein bisschen wie die Amulette, mit denen die Kesselflicker arglose Kunden übers Ohr hauten. Aber Broudi sagte sich, dass man sich über einem geschenkten Gaul nicht auslassen sollte. Allein, wenn sie etwas Zuversicht bringen, ist das auch schon etwas wert. Und es ist ja nicht mein Geld Und außerdem war er, was die magischen Künste anging nun nicht unbedingt ein Experte. »Und was bewirken nun diese Kunstwerke aus eurer Manufaktur?« Broudi versuchte seine Skepsis zu verbergen. Der Zwerg schien freundlich und rechtschaffen und eine zielsichere Methode einen Langbärtigen aufzubringen, war an seinem Handwerk zu kritteln.

»Hauptmann Gabriel erzählte mal etwas davon, dass Aron auf alten, zwergischen Gemäuer stehen sollte.« Interessiert hatte er den Worten den Zwergen gelauscht, die ihm einen kleinen Einblick in die Folklore des kleinen Volkes eröffneten. »Irgendwie Gruselig, dass hier alle so arglos über diesen dunklen Gängen ihr Leben leben.« Sergeant Broudi hatte schon an sich gemerkt, dass er anfing in Schlangenlinien um die Gullys herum zu gehen und die Abflusslöcher genau so argwöhnisch im Blick zu halten, wie die dunkle Ecken, die einen Beutelschneider verbergen konnten. »Als hätten wir mit dem oberirdischen Abschaum nicht schon genug zu tun...« Der Wachmann seufzte.

»Einen Goldtaler.« Puh. Der Segen der alten Henriette, den sie in den Stützbalken bei der Hochzeit geschnitzt hatte, fand er für ein Silberstück und eine Flasche guten Himbeergeistes schon sehr happig. »Ich sehe schon. Die hohen Herrschaften haben einfach ganz andere Möglichkeiten. Unsereins muss sich da mit den Segen der Pfaffen und Kräuterhexen begnügen,« bemerkte Broudi zerknirscht. »Oder eben guten zuverlässigen Stahl.« Mit der Sorge um seine Familie sah der Sergeant den Dunklen Abgrund direkt vor sich, der den ein oder anderen Kollegen dazu bewog, sich nebenbei etwas zustecken zu lassen. Nun ja. Primitive Habgier gibt es dann natürlich auch noch.

»Irrbilder. Genau das hatten wir auch,« kahm der Wachmann wieder auf das Thema zurück. »Drachen und Unterholz auf den Dächern. Dazu Schokoladenspuren. Für Ablenkungen lassen die sich wirklich abstruse Dinge einfallen.« Aber die Worte des Zwergen brachten Broudis Denkaparat in Schwung. »Ich sehe schon. Ich muss meine Taktik noch vorsichtiger ansetzen. Da sollte man noch weniger einfach reinstürmen wie in Nimboldson Räuberhöhle.« Obwohl Gabriel genau das gemacht hatte. Nunja, mit mehr Leuten als eine Patrouille. Aber erwischt hatte er den Drecksack trotzdem nicht.

Als der Zwerg von gefährlichen Geheimwissen dozierte, war Broudi hellwach. Jetzt versprach es interessant zu werden. Als der gedrungene Alchimist die Geheimtür in der vorher blanken Mauer des Ladens aktivierte, war der Sergeant wirklich beeindruckt. Bisher hatte er sich ein wenig auf sein Gespür für Verdächtiges eingebildet. Aber das dort irgend etwas anderes als festes Mauerwerk sein konnte, war nicht zu erkennen gewesen. Und in dieser Liga spielen wohl auch die Dunklen. Kein Wunder, das er uns so leicht entwischen konnte.

Verwundert schaute er sich die merkwürdige Gerätschaft an, mit der der Zwerg wieder erschien. Entfernt erinnerte es in an das Mobile, das er mal für seine jüngste zusammengebastelt hatte. Aber die Vorführung beeindruckte ihn dann doch. »Das ist Zauberei!« staunte der Wachmann. Auf Zuruf sich den Aufenthaltsort zeigen lassen.! »Das ist wirklich jedes Silber wert. Was man damit alles heraus finden könnte. Das Geheimversteck Nimboldsons. Den Aufenthaltsort vom einäugigen Joe, das Versteck mit den von Jarim geschmuggelten Waffen, das wir nie finden konnten, das...« Die begeisterte Miene des Sergeanten wurde plötzlich düster. »Das ist unsportlich. Das akribische Aufspüren der Spuren, das Verknüpfen von Hinweisen und Aussagen. Das Aufdecken von Lügen und Ablenkungen. Alles hinfällig. Und ich mag mir gar nicht ausmalen, zu was sich dieser Apparat missbrauchen ließe, falls er in die falschen Hände gelangt.« Broudi blickte den Zwerg streng an. »Meister Isenheim. Ihr tut wahrlich gut daran dieses Ding unter Verschluss zu halten.« Aber ein schelmisches Lächeln stahl sich auf das Gesicht des Wachmanns. »Aber um den Dunklen aufzuspüren, ist es wohl genau das richtige. Ein weiterer Hinweis auf  ’Den trunkene Mönch’. Genau diesen Ort hatte ich im Verdacht. Was immer er da will.« Broudi dachte eine Weile nach. »Man sollte den Apparat vielleicht noch von einem anderen Ort aus befragen. Mit den verschnittenen Richtungen hätte man dann eine genaue Position.« Jetzt kriege ich dich, du dunkler Bastard. Das Jagdfieber war wieder in Broudi erwacht.
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#9

Meister Belfour Isenheim

Runenkünstler
Zwerg
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Als wären seine Ohren ganz besonders gut darauf trainiert, hörte Belfour doch den Argwohn in der Stimme des Sergeants. Aber im Gegensatz zu den meisten anderen Bärtigen, machte er sich nicht allzu große Gedanken darüber. Oder stellte sich gleich gekränkt. Stattdessen musste wohl eine beeindruckende Demonstration seiner Handwerkskunst her. „Ich will es Euch zeigen“, sagte er gutmütig, aber mit einem gewissen Schalk im Auge. Nach einer mühseligen Prozedur hielt er eines jener Amulette in den Händen, die er eben noch als die Billigsten verschrien hatte. Jene, die körperlichen Schutz versprachen.
Nun holte er sich den Schemel an einen anderen Teil der Werkbank und zog ein Gebilde hinzu, dass sich vor allem durch einen schiefen Teller oben auf auszeichnete. Doch als er ihn lüftete, kam nur ein sehr zerrupftes Hühnchen zutage, dass auf einem festen Messingteller lag.
Zur besonderen Demonstration der Stärke seiner Herstellungskunst legte er nun dem gerupften Vogel das Amulett um den Körper und griff nach einem schweren Werkhammer.
Genauso stumm wie zu Beginn seiner Vorstellung schwang er nun das Werkzeug mit der Leibeskraft eines Zwerges und schmetterte ihn auf das weiche Fleisch.
Oder hätte es darauf geschmettert, wenn nicht ein kurzer greller Blitz dort aufflackerte, wo sonst der Hammer den Schenkel berührt hatte und den Flug gänzlich stoppte. Belfour holte ein zweites Mal aus, aber auch dieses Mal konnte er dem Hähnchen nichts anhaben. Nach dem dritten Mal legte er ruhig den Hammer auf seine Werkstatt zurück, rieb sich die leicht schmerzenden Knöchel und blickte den Großen von unten hinauf an. Er versuchte das schelmische Lächeln angesichts der guten Vorstellung zu verbergen und nickte nur ruhig und gelassen: „Ähnlich verhält es sich mit den Amuletten zum Schutz der Magie. Einer gewissen Ladung angreifender arkanen Macht entziehen sie die Wirkung.“ Dann griff er zu dem Amulett. Kleine Risse zeigten sich um die schützende Rune, aber sie waren nicht besonders tief oder schlimm verzerrt. Brauchbar war es vielleicht noch, aber nicht mehr zu verkaufen.
Belfour rieb die Platte an seinem Hemd ab, dann steckte er sie in eine seiner vielen Taschen.

Sein theatralisches Gesicht verzog sich nach seiner Geschichtsstunde doch ein wenig, als der Sergeant auf ganz andere Gedanken zu kommen schien, als eigentlich hinter seinen Worten gelauert hatte. Dieses Misstrauen gegenüber den Höhlen, den Eingängen in die Tiefe und deren Bewohner kannte Belfour nur zu gut. Er hatte es in unzähligen Augen gesehen, die meist argwöhnisch auf ihn herabblickten und dann auch noch behaupteten, das Leben an der Oberfläche wäre besser als das in den tiefen Stollen der Erdmutter.
Aber das war nicht das Schlimmste. Das Schlimmste war, dass seit Monaten wieder jemand die Sprache auf die längst vergessenen Überbleibsel der alten Stadt brachte. Belfour hoffte genauso wie die Seinen darauf, dass die Erinnerung daran auch irgendwann aus dem Gedächtnis der Gelehrten verschwinden würde und nicht durch redselige Hauptmänner aufgefrischt wurde.
Der Zwerg widerstand dem Drang, dieses Gerücht händewedelnd zu entkräften, sondern ließ das Thema vorüber ziehen, in der Hoffnung, dass damit
auch die Gedanken an irgendwelche Festungen, Säle und verschollene Reichtümer keinen Nachhall bekommen würden.
Stattdessen blieb er ruhig, als sich der Sergeant über die Ungerechtigkeit der Welt aufregte. Belfour hielt mehrere bissige Kommentare über die hohen Steuern der Zwerge zurück. Er wusste selbst, dass die Wucherpreise einerseits mit der Konkurrenzlosigkeit und andererseits mit seiner Neigung, nur ein paar Stunden die Woche mit seiner „Arbeit“ zu verbringen zusammen hing. Die andere Zeit experimentierte er lieber.
Doch Belfour stolperte über etwas anderes an seinen Worten. Die hohen Herrschaften... - hatte nicht auch Alexander einst ihn dazu aufgefordert, den Schutz des Anwesens zu erhöhen? Hatte er in den vielen Stunden seiner Arbeit tatsächlich einen so schweren Fehler begangen, dass ein Dunkelelf einfach bei dem Feldenbach einsteigen konnte?
Der Zwerg blinzelte ein paar Mal, dann holte er sich zu dem Gespräch zurück: „Nun, meine Kundschaft besteht größtenteils aus Händlern, die sich gerade in diesen Zeiten nicht gerne ungeschützt durch die Lande bewegen.“ Sein kurzer Bart hüpfte bei dem folgenden, humorlosen Lächeln: „Ich begrüße es jedoch immer, wenn meine Dienste nicht wiederholt zum Einsatz kommen müssen.“

Nachdenklich hatte er die merkwürdigen Spuren des Dunkelelfen überdacht, als er seine Suchmaschine geholt hatte. Jetzt, nachdem sie zum Einsatz gekommen war und immer noch mit dem Pfeil gen Osten zeigte, fuhr er sich durch den kurzen Bart und grübelte, während er gleichzeitig misstrauisch den Wachsoldaten beäugte, der ein paar zuviele Ideen über die Umsetzung seiner Erfindung hatte. Belfours Hände griffen schon nach dem guten Stück Meisterhandwerk, um es vor einem gierigen und übereifrigen Stadtsoldaten in Sicherheit zu bringen, als dieser sich selbst maßregeln konnte.
Belfour entspannte sich. Ja, der Missbrauch dieses Instrument wäre nicht nur unsportlich, es wäre auch äußerst fatal. Kein Mann mit einem hohen moralischen Drang oder niederen Absicht gleichermaßen sollte soetwas besitzen. Wichtig war nur, dass seine Erfindung Socken fand. Alles andere klang sonst wie der Auftakt zu einer großen Tragödie, die den Helden in ein moralische Debakel brachte und ihn schließlich zu Fall bringen würde.
Das Lob aus dem Munde seiner Kundschaft entlockte dem Zwerg endlich ein erleichtertes Grinsen und schon fast verträumt fuhr er über das Gerät. In diesem Moment löste sich die Anspannung des Pfeiles und die obere Platte schwebte wieder frei und ungezwungen.
„Der trunkene Mönch?“, fragte Belfour irritiert nach. In seinen Augen glitzerte es: „Das hätte ich bestimmt bemerkt!“ Der Mönch war schlichtweg die drittlieblings Stammkneipe des Zwerges. Dafür, dass er relativ oft die Travernen der Stadt besuchte, war er auch dort ein oft und gerngesehener Gast, der einen lockeren Geldbeutel mitbrachte und unter Alkoholeinfluss freundlich und redselig wurde. Der trunkene Mönch mochte allerlei raues Gesindel anziehen, aber normalerweise war er lediglich von müden Handwerkern frequentiert, die den Abend noch angenehm ausklingen lassen wollten.
Dann dachte der Magier an all die merkwürdigen Zeichen, die der Sergeant aufgezählt hatte, - an all die Hinweise und auch an die eindeutige Richtungsvorgabe: „Nun, das war vorschnell“, nickte Belfour langsam: „Ich möchte nicht behaupten, dass ich dort nach einem der Dunklen Ausschau gehalten habe – und wenn der Bastard nicht gesehen werden möchte, dann hätte ich ihn auch bestimmt nicht erkannt.“

Als der Sergeant nun vorschlug, die Suchmaschine an einem anderen Ort zu befragen, durchzuckte den Zwergen eine seltsame Spur an Aufregung. Sie ähnelte dem Tag, an dem er beweisen wollte, dass auch Zwerge fliegen konnten. Damals, er noch ein kleiner Junge gewesen war, der kaum über die Stuhlkante in seinem Klassenzimmer hinausblicken konnte. Eine seltsame Ahnung war es, von Abenteuer, Erfinderlust und Neugier.
Kurzentschlossen stimmte er zu: „Das ist wirklich eine gute Idee“, brummte er: „Mathematisch einwandfrei. Der Schnittpunkt müsste sich anhand einer guten Karte darlegen lassen, sollte der kleine Teufel nicht seine Position gewechselt haben.“
Dennoch griff Belfour nicht direkt nach seinem Stab und lief hastig aus der Werkstatt hinaus. Wer fast zweihundert Jahre alt war, wusste um die Kunst des richtigen Moments. Stattdessen griff er seelenruhig nach einem langen Pergament und begann die Quittung zu schreiben.
In feinen Spalten listete er die einzelnen Gegenstände auf, die Stückzahl, die Kosten pro Stück und schließlich den Gesamtpreis. Die Schreibweise einzelner Wörter deutete daraufhin, dass er in Greifenfels das Schreiben erlernt hatte.
Dann schließlich beendete er die Aufzählung der Amulette mit der Rubrik: „Auskunft; 1; 2 Silbertaler, 2 Silbertaler“ und ließ hinter: „Verfügbarkeit meiner Person“ die Zeilen frei.
Von den zehn Goldtalern hatte er die Wache insgesamt mit gerade einmal viereinhalb sehr gut bestückt. Zwei Holzschachteln hatte er mit diversen Amuletten, deren Funktion er dem Sergeant erklärt hatte, und ein paar wenigen spielerischen Kindereien wie Rauchpulver und Sichtbarkeitspulver (das Gegenteil von Rauchpulver. Anstatt einen Ort zu vernebeln, klärt es die Gegend auf), gefüllt.
„Mmh...“, meinte er, als er das Schriftstück datierte: „Mir ist Euer Name entfallen...“ Es war wie die nette Geste, dass sich der Soldat nicht vorgestellt hatte: „Aber der Schrieb soll wohl dennoch an den Hauptmann adressiert werden?“

Schließlich faltete er das Pergament und nickte zufrieden. Tief summend legte er das Schriftstück auf einer der beiden Schachteln, bevor er sie schloss, und griff dann nach seinem Magierstab. Kurz dachte er darüber nach, seine Kriegsaxt aus seiner Wohnhöhle zu holen, dann verwarf er den Gedanken wieder. Sollte er wirklich einem dieser durchtriebenen Spitzohren begegnen, würde seine Axt den Mader auch nicht schnell genug die Beine wegschlagen können. Nein. Sein kaum benutzter Magierstab kam einer Festung akaner Magie gleich und würde ihm gute Dienste tun.
„Kennt Ihr einen hungrigen Hund?“, fragte er und deutete auf das zerrupfte Hähnchen: „Ich glaube nicht, dass jemand das noch in seinem Kopftopf haben wollte... Ach ja...“
Er griff in seine Tasche und holte das beschädigte Amulett heraus: „Das kann ich auch nicht mehr gebrauchen“. Belfour legte es nebensächlich auf den Tisch und balancierte seine Suchmaschine, als er langsam von dem Hocker stieg. Wohl verpackte er sie in einer weiteren Schachtel, die er an einem Griff nur in einer Hand halten konnte, während die andere den Stab hielt: „Nun auf. Hoffen wir, dass der Spion noch nicht seinen Standort gewechselt hat. Vielleicht erwischen wir ihn noch!“
In seinen Augen funkelte es wie bei einem kleinen Jungen, der zur Schatzsuche eingeladen worden war. Dass die Überlegung des Sergeants auch eine hypothetische sein könnte, kam ihm dabei gar nicht in den Sinn.
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#10

Stadtwache Aron

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Mit vor Staunen aufgerissenen Augen verfolgte Sergeant Broudi das Schicksals des Suppenhuhns. »Das ist Zauberei!« entfuhr ihm das Offensichtliche. Zerknirscht blickte er dem achtlos zurückgelassenen Amulett nach. »Eine Demonstration von einen doppelten Wochensold,« brummelte er fassungslos. »Und die Magie ist jetzt komplett aufgebraucht? Hält es also nur für eine Schlägerei?« Mit hochgezogenen Brauen blickte er auf das dank der Magie noch relativ unversehrte Hühnchen. »Meine Frau würde daraus noch eine prima Suppe fertigen können. Und wenn Eure Magie nicht so gut geklappt hätte, wäre trotzdem noch ein passables Frikassee daraus zu machen.« Der Wachmann schüttelte den Kopf. »Meine Mutter hätte mir den Kopf umgedreht, bei so einer Verschwendung.« Ja mit Mama Broudi war in diesem Punkt nicht zu spaßen gewesen. Verschwendung von Essen wurde ihm und seinen Brüder schon sehr früh ausgetrieben.

»Die Händler haben auch allen Grund sich zu schützen. Der Wald um Aron kommt einfach nicht zur Ruhe. Erst die hohen Verluste unter den Jagdgesellschaften, nun häufen sich die Geschichten von zerstörten und ausgeplünderten Handelsfuhrwerken, von deren Besitzern jede Spur fehlt. Seltsamerweise fehlen auch nur Vorräte und einfache Güter. Das Wertvolle bleibt achtlos zurück. Unsere Jungs haben letztens unter Hauptmann Gabriel persönlich unter dem Diebesgesindel aufgeräumt, aber selbst die schienen mir lieber in den Kerker einzufahren, als sich weiter im Wald aufhalten zu müssen. Dazu noch die Gerüchte über ein schwarzes Gespenst, dass dort sein Unwesen treibt. Der Hauptmann meinte zwar, dass man auf dieses Gerede nicht viel geben sollte, aber man hört halt so manches.« Sergeant Broudi lächelte schief. »Zum Glück bin ich nicht bei den Außenpatrouillen. Und wenn wir den Dunklen erwischen, wird es hoffentlich auch dabei bleiben. Aber wenn nicht...« Der Wachmann machte ein besorgtes Gesicht. Sich auf Abenteuer draußen im dunklen Wald einzulassen lag ihm sichtlich überhaupt nicht.

»Oh Verzeihung. Sergeant Ernest Broudi. Patrouille Mantikor, 3. Kohorte, 2. Manipel, 1. Zenturie.« Der Wachmann salutierte bei der Vorstellung zackig. Geduldig beobachtete er den Zwerg, wie er geduldig die erbetene Quittung ausfüllte. Nichts überstürzen. Wer hastet macht Fehler. Lieber Gründlich statt was zu übersehen und nachbessern zu müssen. Eine Einstellung, mit der sich Sergeant Broudi nicht überall Freunde gemacht hatte. Hier in der gewissenhaften Ruhe des Zwerges erkannte er in diesem Punkt eine Seelenverwandschaft. Mit Elan griff er sich die zusammengestellten und von Freiherrn Feldenbach bezahlten Pakete und machte sich mit Tatendrang zum Aufbruch. »Beim trunkenen Mönch warten zudem zwei meiner Männer. Also keine Zeit verlieren, Abmarsch!« Etwas Vorfreude konnte er sich nicht verkneifen. »Jetzt soll sich der dunkle Bursche mal warm anziehen.«
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