Die Stadttore
#1
Die östlichen Stadttore

Arons Stadtmauer. Ein Bollwerk aus dickem Stein, wehrhaft und doch nicht an allen Stellen so intakt, wie es sein sollte, wird von vier Toren unterbrochen. Jede Himmelsrichtung, jedes Stadtviertel ist durch einen dieser stets bewachten Eingänge zu erreichen. Schwere Tore die mit der Dämmerung geschlossen werden und erst wieder aufschwingen, ist die Nacht in den Tag übergegangen. Mit etwas Glück erbarmt sich die Nachtwache und lässt einen auch in der Dunkelheit durch eine kleine Nebenpforte schlüpfen. Es schadet aber auch nicht, lässt man dabei, selbstredend rein zufällig, ein paar Münzen klappern.


Folgt man der Hauptstraße zu Aron hin, findet man sich vor dem östlichen Stadttor wieder, hinter dem sich wiederum das Handwerksviertel erstreckt. Hier herrscht ein stetes Kommen und Gehen. Zulieferer mit ihren Fuhrwerken harren neben Bauern mit Handkarren oder Vieh aus. Dazwischen lassen Reiter ihre Pferde am langen Zügel stehen, Wanderer schütteln ihre Füße aus oder warten auf flachen Steinen im Schatten. Gelegentlich rauscht eine Kutsche mit Wappen an den Türen an der Schlange vorbei. Die Wachen nehmen es nicht immer ganz so genau mit ihren Kontrollen, auf längere Wartezeiten darf man sich dennoch einstellen.
Stadtauswärts führt die befestigte Straße gen Lorgand, Grondfurt und Greifenfels bis nach Ensmaar und schließlich zu der Hafenstadt Halvear.



Zitat:
[Bild: casx-l.jpg]
Im Hinblick auf den uns bevorstehenden Krieg verfüge ich, Graf Ruthgar, eine neue Regelung in Bezug auf die Einreise von Zwergen, Elfen und anderem zwielichtigen Volk in unsere schöne und friedliche Stadt.

Während uns diese Kreaturen auch weiterhin willkommen sein mögen, erhebe ich nun eine Sondersteuer für jedes Mal wenn sie es wüschen, unsere Stadt zu betreten.

Diese Berechnet sich wie folgt:

Elfen:
Ein Silberstück je Zoll Ohrenlänge.
Zwerge:
Ein Silberstück je zwei Zoll Bartlänge.
Feen:
Ein Silberstück je Flügel.
Halblinge:
Ein Sliberstück je Zoll, dass ihnen auf ein Normalmaß fehlt. Das Normalmaß soll bei Männern 170cm, bei Frauen 160cm betragen.
Gnome:
Fünf Silberstücke
Katzenartige:
Je halbes dutzend Krallen einen Silberstück.
Echsenartige:
Nach ermessen des Wachhabenden, mindestens aber acht Silberstücke.
Orks:
Nach ermessen des Wachhabenden, mindestens aber sechs Silberstücke.
Goblins:
Nach ermessen des Wachhabenden, mindestens aber vier Silberstücke.
Winzlinge:
Ein Silberstück je Zoll Körpergröße.

Liegt der Verdacht nahe, die fraglichen Personen sind der Magie fähig, verdoppeln sich die Einreisegebühren automatisch.

Desweiteren verfüge ich eine Sondersteuer für alle nichtmenschlichen Händer die ein Zehntel ihres Warenwerts betragen soll.
Zitat:
Bürger Arons!

In Übereinstimmung mit dem Stadtrat, wird hiermit die von Hauptmann Naandarn erlassenen Verschärften Strafen bei Missachtung der Wache außer Kraft gesetzt.

Stattdessen tritt folgende Regelung in Kraft:

  • Mangelnder Respekt vor der Wache wird mit 15 Kupfermünzen Geldstrafe, ersatzweise zwei Tagen Frondienst, geahndet.
  • Die Behinderung der Arbeit der Stadtwache wird mit einer Silbermünze Geldstrafe, oder dreißig Tage Frondienst bestraft.
  • Wer einen Wachsoldaten tätig angreift, der muss ab jetzt mit einer Silbermünze Geldstrafe und dreißig Tage Zwangsarbeit rechnen.
  • Ein bewaffneter Angriff wird - je nach schwere - mit Kerkerhaft, oder der Bestrafung nach der Halsgerichtsbarkeit geahndet.

Gabriel von Gond
Hauptmann Stadtwache zu Aron
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#2

Stadtwache Aron

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Der Wächter, ein noch recht neues Mitglied der Wache blickte die Goldmünze nickend an und griff bereits in einen Stoffbeutel an seinem Schwertgurt als ihm Zweifel kamen. Er stutzte und zog seine Hand wieder aus dem Beutel. Skeptisch beäugte er den toten Rehbock den die Beiden mit sich führten. Sein Blick glitt weiter zu dem leicht verdreckten Mantel der einen und dann wieder zurück zu der Katzenartigen. „Einen kleinen Augenblick“, kanzelte er kurz angebunden ab und winkte dann einen anderen Wächter heran.

Der zweite Wächter war ein eher kleingewachsener Feldwebel. Da er seine Haare bis auf kurze Stoppeln abrasiert hatte fielen seine Ohren umso mehr auf. An seinem Hals konnte man die Ausläufer einer Tätowierung erkennen die eigentlich erst unter der Rüstung begann. Mit geschmeidigen Schritten trat er zu dem Rekruten und blickte ihn fragend an.
„Herr, diese Beiden wollen die Stadt betreten. Sie können denn Zoll bezahlen.“ Kurz stockte der junge Wächter. „Doch ich bin mir nicht ganz sicher, ob dieser Rehbock da nicht den Tatbestand der Wilderei erfüllt.“

Der Elf nickte und trat auf die Frau und die verhüllte Gestalt zu. Ihm fielen die blauen Augen mit den für ihre Art typischen Iriden auf. Nun wusste er, dass es sich bei der einen um eine Katzenartige handelte. Doch was war mit der Anderen?

Er trat noch einen Schritt näher. „Entschuldigt bitte, doch das ist unvermeidlich“, sagte er sanft und strich die Kapuze mit dem Zeigefinger an der Seite zurück - jedoch nur ein kleines Stück. Dann zog er den Finger zurück und der Stoff rutschte in seine Ursprüngliche Position zurück.
“Na so sieht man sich also wieder.“ Der Elf lächelte nicht und doch konnte man hören dass er sich ehrlich freute.
“Wie ich hörte ist deine Freundin wohlbehalten, aber erschöpft zurückgekehrt. Ich sehe, dass du jene Nacht überlebt hast und sogar noch jemanden gefunden hast.“
Langsam streckte er seine Hand nach dem toten Tier aus und untersuchte den Hals des Rehbocks. „Etwa eineinhalb Jahre, stellte er mit nüchterner und sachlicher Stimme fest. An einer bestimmten Stelle tastete er etwas länger und zog seine Hand dann zurück. Ohne das geringste Anzeichen für ekel betrachtete er seine mit Blut besudelte Hand und zog mit der sauberen ein Taschentuch hervor. „Dieses Tier wurde nicht mit einem Messer erlegt, sondern wurde nach den Spuren am Hals die Beute eines Wildtieres.
„Also keine Wilderei?“, fragte der Rekrut.
Der Feldwebel schüttelte den Kopf und wandte sich wieder an die beiden Frauen. „Zwei kleine Kätzchen, das macht vier Silberstücke.“
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#3

S'Aera Thel'saar

Streuner
Katzenwesenmischling
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Die Katze beobachtete das geschehen und verstand nicht, wovon dieser Mann redete. Aber im Grunde war es ihr auch egal. Er wirkte freundlich und das war alles was zählte, erst als er anfing von dem geld zu reden wurde sie wieder hellhörig.

Sie sah auf ihre Münze. Die waren nicht Silber und sie hatte auch nur 2 davon. Das diese deutlich mehr wert waren, wusste sie nicht.

"Mein Herr, ich habe keine 4 silbernen Münzen aber ich habe eine von denen hier. Die glänzt eh viel schöner, würde das machbar sein?" fragte sie noch immer sehr ruhig und freundlich und hielt dabei eine ihrer beiden Goldmünzen. Damit würde sie wohl die Steuern der ganzen Händler hinter ihr gleich mit bezahlen.

"Ich geb dir dafür 50 Silberlinge für beide" kam es plötzlich hinter hier von einem menschlichen Händler der die Frage gehört hatte und sich schon die Hände rieb. Er wusste das eine der goldenen etwa 100 silberne wert war. Er witterte ein dickes Geschäft.

"Oh, soviele brauche ich garnicht. Da reichen auch meine Taschen garnicht. Außerdem will ich eine davon behalten. Aber das ist sehr nett von euch" antwortete sie und wollte sich wieder um drehen als der Händler sie an der Schulter fest hielt.

"Warte warte, dann geb ich dir 10 silbernen und 10 von diesen Kupferlingen. Und wenn du sie mit deiner Freundin teilst, passt auch alles in deine Tasche" überredete der Händler weiter.

"Hmm, okay. Das klingt fair. Vielen Dank" sprach sie freundlich grinsend und tauschte eine der Münzen ein. Der Händler rieb sich natürlich die Hände erneut. Ein lohnendes Geschäft für ihn. S'Aera dagegen war froh über die verschiedenen Farben, suchte sich 4 Silberlinge und hielt sie der Wache hin.

"Hey Alwina, ich hab auch ein paar Glitzermünzen für dich." sagte sie stolz auf sich selbst über ihr erster Handelsgeschäft.
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#4

Alwina Eamonstochter

Wolfselfe
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S’Area ließ sich einfach nicht beirren, stellte Alwina überrascht fest. Ihre eigene Haltung war zum Zerreißen gespannt, ihre Füße könnten jeden Moment tollkühn vorspringen und ihr Wille sagte ihr noch nicht, ob sie die Flucht nach vorne oder hinten probieren sollte. Flucht an für sich erschien ihr trotz dem Mangel an fliegenden Pfeilen für eine wunderbare Idee.
Sie konnte es einfach riechen und sehen. Der Eisenmann vor ihr war nicht besonders überzeugt von S’Areas Glitzermünze und obwohl er sie genommen hatte, war er unruhig, als müsste er seinem Alphawolf gefallen und wusste nicht wie. Der, der sich aber als jener Anführer herausstellte, war genau jener, der auch das letzte Vorletzte und das Vorvorletzte Mal Alwina und ihren Begleitern durch das hohe Tor geholfen hatte. Irgendwann würde sie sich bei ihm revanchieren. Jetzt jedoch wedelte der Schweif nur ganz leicht in einem freudigen, aber spannungsvollen Wiedersehen und ihr Kopf duckte sich ein ganz kleines bisschen, als wollte sie seine erhöhte Stellung ohne jede Zweifel anerkennen.
S’Area hatte ihre eigene Unterwürfigkeit so übertrieben zur Schau gestellt, indem sie nicht nur den Kopf gesenkt hatte, sondern gleich ihren ganzen Körper vor einem so rangniedrigem Eisenmann gebeugt hatte, da maß sich Alwina an, dem Elf ohne Haare ein wenig Respekt zu zeigen.

Als der Elf ihr dann trotzdem so nah kam, tänzelten ihre Schritte leicht und Alwina musste ein Knurren oder Winseln stark unterdrücken. Er war immer noch ein Eisenmann. So wie Ansgar. Der war erst böse, dann nett, dann böse und dann nett. Ein Eisenmann eben, den niemand einschätzen konnte. Doch des Elfen gute Gene schienen zu siegen und so rutschte die Verhüllung wieder zurück, kurz nachdem sich die Blicke für einen Moment gekreuzt hatten. Alwina hatte keine Spur von Böswilligkeit erkennen können.
Ihre Zunge überschlug sich in der gemeinsamen Sprache der Elfen, als sie ihm so gerne Auskunft geben wollte: „Mizara haben wir gefunden. Erinnert Ihr Euch? Ihr habt auch Heilerin Eriana und mir wieder die Tore geöffnet!“ Etwas verlegen wollte sie nicht erwähnen, dass sie da auch völlig eingemummt gewesen war und die Hauptsorge wohl eher auf dem verletzten Mädchen lag: „Aber Mizara hat schlechte Träume. Sie glaubt mir nicht, wenn ich sage, dass keine bösen Männer im Raum sind.“ Alwinas Stimme klang kurz traurig, dann verstummte sie ganz.
Der Elf hatte immerhin schon festgestellt, dass es keine Wilderei war, wenn sie ihre Beute mit Zähnen schlug. Was auch immer Wilderei war und warum auch immer er nicht Alwinas Bissspuren auf dem jungen Bock erkennen konnte.

Nebenbei hatte S’Area die schöne goldene Münze gegen viele andere getauscht. Das war wirklich klug von ihr gewesen. Jetzt hatte sie viel mehr als vorher, auch wenn der dickliche Menschenmann, mit dem sie getauscht hatte, verlogen und unfreundlich roch. Ein paar Mal blinzelte Alwina. Es war nicht Eamon gewesen, sondern ihre eigene Mutter, die versucht hatte ihr zu erklären, wie es mit dem Geld stand. Irgendwie waren die alle etwas anderes wert und sie fragte sich für einen ganz kurzen Moment, ob nicht die erste besser als die anderen sei.
Aber dann verwarf sie den Gedanken wieder. Sie alle waren so schön! Und dann beobachtete sie noch, wie der menschliche Eisenmann das Goldding herauskramte, das er schon genommen hatte und gegen die vier Silbernen tauschte.
Kaum konnten sie gehen, warf Alwina dem elfischen Eisenmann noch einen letzten, langen Blick zu. Vielleicht sollte sie sich wirklich bedanken gehen. Eamon würde sagen, dass das richtig sei. Aber vorerst: „Das war unglaublich!“, japste sie auf und ihr Rücken beugte sich weiter in ihren typischen Alwinaschritt vor: „Wie sie mich reingelassen haben! Als wäre ich auch eine Katze!“ Sie lachte bellend und strahlte S’Area ein wenig an: „Das war unglaublich! Und wie du die Münzen getauscht hattest.“ Aber sie winkte ab, als ihr die Feline etwas geben wollte: „Zweibeiner verkaufen mir sowieso nie etwas“, sagte sie leichthin: „Und Taschen habe ich auch keine.“
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#5

S'Aera Thel'saar

Streuner
Katzenwesenmischling
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Die Katze schaute nicht schlecht als Alwina plötzlich elfisch redete. Ihr gefiehl die Sprache irgendwie. Dann wurden sie auch schon durch gewunken.

"Na wenn du keine Taschen hast, stecke ich es weil ein und trage es für dich." sagte sie grinsend und lies nun einen silberling durch die Finger hüpfen.

"Hab dir doch gesagt, das wird schon gut gehen. Katze hin oder her. Wir sind uns ähnlich und das ist doch das einzig wichtige. Aber sag mal, was hast du denn da zu der Wache gesagt?" fragte sie neugierig.
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#6

Alwina Eamonstochter

Wolfselfe
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Noch immer konnte Alwina ihr Glück nicht so ganz fassen. Ihr federnder Gang zeugte von ihrer Erleichterung und sie musste sich beherrschen, ihren Schwanz nicht begeistert wedeln zu lassen. Sie könnte die ganze Strecke über sagen, wie unglaublich ihr Einmarsch in die Stadt gewesen sei. Jetzt lächelte sie nur und wich geschickt den Zweibeinern aus, die sie misstrauisch und argwöhnisch begutachteten, die Gefahr unter der weiten Kapuze durchaus ahnend.
„Das ist sehr freundlich von dir“, entgegnete Alwina zufrieden mit ihrer Begleiterin. Sie würde einfach vergessen, je wieder nach den Münzen zu fragen.
Ihre langen Schritte kamen gut mit den vielen, tänzelnden von S’Area zurecht. Und irgendwie hatte die Katzendame recht. Wenn sie sich neben ihr aufhielt, so wirkten beide nicht mehr ganz so fremd und nicht mehr ganz so… unerwünscht. Tatsächlich schien sich einfach die Abneigung auf zwei Personen aufzuteilen und dann kam weniger bei der Wolfselfe an. Irgendwie war das schon gut.
Laute Stimmen riefen die spielerische Katzendame, um ihr Waren für die Silbermünze anbieten zu können. Ein kleiner Junge bettelte, eine ältere Frau schimpfte und ein Herr sagte: „Es würde uns deutlich besser gehen, wenn wir nicht solches Gesindel in die Stadt lassen würden.“
Alwina ignorierte wie immer den Lärm um sie herum und folgte einzig und allein ihrem Orientierungssinn - der in Städten einfach nicht funktionieren wollte – und ihrem Geruchssinn, der wie immer ausgezeichnete Arbeit leistete. Hin und wieder beugte sie sich leicht vor und schnüffelte, dann fand sie an der ersten Kreuzung den richtigen Weg: „Wir müssen das Tier bei den Heilerinnen abliefern. Sonst wird es ganz starr und unbeweglich und schmeckt ihnen nicht mehr.“

Auf die Frage färbte sich ihre Stimme traurig: „Na, ich habe gesagt, dass wir Mizara gefunden hatten. Er hat mich nämlich schon einmal in den Wald gelassen. Da war Mizara weg und wir haben gehört, dass es ihr nicht gut ging. Und im Wald haben wir sie gefunden. Ihr ging es wirklich nicht gut. Irgendwelche bösen Männer haben sie bei sich gehalten, ohne, dass sie es wollte. Und jetzt schläft sie schlecht.“ Sie versuchte die Informationen noch einmal zu ordnen. Eine große Kunst, wie sie fand: „Ich habe dem Eisenmannelf gesagt, wie es ihr geht. Er macht sich bestimmt auch Sorgen“, fügte sie hinzu, weil sie sich nicht vorstellen konnte, dass irgendwem eine solche Situation egal sein könnte.
Ein paar Herzschläge blieb sie traurig, dann grinste sie unter dem Umhang: „Ich habe richtig Durst. Eriana hat einen Brunnen, falls du auch etwas trinken möchtest, du kannst dich darauf freuen! Sonst muss ich im Sommer immer lange nach einem Bachlauf suchen.“
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#7

S'Aera Thel'saar

Streuner
Katzenwesenmischling
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S'Aera wurde von den Geräuschen überflutet. Lärm war etwas, was sie nicht leiden konnte und was ihr Angst machte. Auf der anderen Seite staunte sie über die Stadt als solches. Ihre Häuser und all die Farben.

Dann kam da dieser Junge und sah so hungrig aus. S'Aera gab ihn ein Silberstück und eines der Kupferstücke. Als sie das breite lächeln des Jungens sah, grinste auch sie und stubste Alwina an, um auch ihr das lächeln des Jungens zu zeigen.

Dann tänzelte die Katze weiter an den Menschen vorbei. Die Schritte wirkten harmonisch, trotz der schnellen Richtungswechsel, folgte der gesamte Körper wie ein Tanz den Füßen. Alwina hingegen hatte stabile, lange Schritte. Diese erzeugten bei nahen Menschen einen solchen Respekt, das diese zumeißt freiwillig den Weg räumten.
Erst als einige Menschen ihre Art erkannten und anfingen sie zu beschimpfen, wurden die Schritte deutlich unsicherer und sie rückte wieder näher an Alwinas Seite.

"Ich hoffe sie erholt sich bald." sagte sie mitfühlend und lauschte weiter Alwina. "Das klingt toll. Ich freu mich schon" antwortete sie auf das Angebot mit dem Brunnen.

Plötzlich blieb sie stehen und neigte den Kopf zur Seite, als wenn sie etwas gehört hatte. Da die Ohren unter der Kaputze gedrückt waren, konnte sie natürlich nicht richtig verstehen was in der Entfernung gesagt wurde oder woher es genau kam aber für einen Moment dachte sie, ihren Herren gehört zu haben. Etwas verunsichert blieb sie dann noch etwas näher an Alwinas Seite.
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#8

Alwina Eamonstochter

Wolfselfe
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Alwina nickte ebenfalls begeistert, als S’Area ihr gutes Herz offenbarte und dem Jungen die heißersehnte Münze gab. Die Wolfselfe selbst hatte nicht besonders viel für Kinder übrig, aber sie mochte es nicht, dass irgendwer Hunger leiden musste. Es erinnerte sie nur daran, wie schlecht das Rudel der Menschen funktionierte. Sie jagten nicht füreinander und sie halfen nicht dem Schwächsten. Meistens erinnerte sie der Pulk von Menschen in der Stadt an Ameisen, aber selbst die schienen immer überall genug Brocken für sich und ihre Nachkommen ergattern zu können.
Das Monstrum mit dem buckeligen Rücken, den großen Schritten und den riesigen Pranken wurde hingegen nie um irgendetwas gefragt. Manche hatten richtige Angst vor ihr und Alwina konnte den lieblichen Schweiß riechen und meinte manchmal sogar das schneller schlagende Herz hören zu können.
„Das macht ihn bestimmt glücklich“, sagte sie, als der Bube zufrieden davon eilte, kurz nachdem er sich artig verbeugt hatte. Das Grinsen mit den vielen Zahnlücken wurde sogar noch breiter, als er sich von den beiden abgewandt hatte und es seinen Kumpeln nun endlich beweisen konnte. Das war fast ein Wochengewinn und er hatte noch nicht einmal von seiner kranken Schwester erzählen müssen!

„Sie hat ja eigentlich nichts“, bemerkte Alwina wieder, die manche Zusammenhänge partout nicht verstehen konnte: „Sie sagt dann, dass die Schatten dunkel seien, aber das waren sie immer schon. Aber sie ist nicht krank oder soetwas.“ Die Wolfselfe nickte kurz über ihre Diagnose und japste dann auf, als sie beinah den falschen Weg genommen hätte. Es war einfach nur der Geruch nach… nun… freilaufenden Hühnern in einer Gasse und einer wütenden Frau, die diese zusammen treiben wollte.
Als S’Area stehen blieb und ihre Ohren sich wendeten, machte die Wolfselfe es ihr gleich. Aber sie hörte nichts wirklich. Der Lärm war einfach so groß, dass sie nichts ausmachen konnte. Doch da waren keine Trolle, keine Eisenmänner und keine Magier. Alles war also in Ordnung.
Trotzdem roch das Katzenwesen neben ihr ein wenig nach Angst. Alwina fühlte sich merkwürdiger Weise verantwortlich für deren Wohlergehen. Die prüfenden Blicke zu dem nun stillen Weibchen wurden länger, aber sie hatte immer noch nicht herausgefunden, was die Gute bedrückte: „Eriana hat bestimmt kein Problem über neue Gäste“, sagte sie mit Freude in der Stimme: „Sie hat ständig neue da.“ Ein Versuch das weiße Fellbündel aufzuheitern: „Und wir können bestimmt auch noch Teile von dem Reh essen, falls du Hunger hast…“
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#9

S'Aera Thel'saar

Streuner
Katzenwesenmischling
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Sie leif weiter und wich von da an nicht von Alwinas Seite. Die Feline fühlte sich sicher und wohl an der Seite von Alwina, umso weniger verwunderlich war es, das sie je lauter es wurde und bei besonders großem Menschenandrang, sie sehr dicht an diese heran ging.

"Die beiden können froh sein, so eine hübsche und starke und freundliche Frau wie dich zu haben" sagte sie zu Alwina und in ihrer Stimme lag tatsächlich nur ehrlichkeit.

Immer wieder drehte sie den Kopf hinter sich.
"Glaubst du, er verfolgt mich? Ich dachte ich habe seine Stimme gehört" sagte sie nervös, fast schon flüsternd. Dann zog sie die Kapuze tiefer ins Gesicht.
"Ich meinte mein Herr, ich will nicht mehr zurück. Ich will hier bleiben, bei dir" fügte sie fast schon flehend hinzu. Man musste kein genie sein, um zu merken, wie sehr sie gelitten hatte und wie groß ihre Angst vor solchen Menschen war.
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#10

Alwina Eamonstochter

Wolfselfe
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Das unverhoffte Kompliment überraschte Alwina dann doch mitten in ihrem schwerfälligen Gang durch die Menge. Langsam wurde es aber auch lichter, immerhin schien die Wolfselfe größere Straßen zu vermeiden und den kleineren, engen Gassen den Vorzug zu geben. Einen Moment überlegte sie, ob Mizara und Eriana sich glücklich schätzen könnten. Dann stimmte sie leicht bellend zu: „Tatsächlich“, sagte sie und nickte nachdenklich: „Ohne meine scharfen Zähne hätte der böse Mann neben Silberzunge bestimmt angegriffen. Der hat undenkbares getan: Er hat kleine Kinder mit Absicht verletzt! Aber beißen durfte ich ihn nicht. Nicht nur, weil meine Mutter das gesagt hatte. Eriana ließ mich nicht und selbst der sehr wütende Eisenmann hatte nichts gegen ihn getan. Nur wegen Silberzunge, seinem Rudelanführer.“
Aber hübsch. Hübsch war Alwina noch nie genannt worden. Höchstens manchmal von ihrer Mutter oder Eamon. Und das hatte meist einen liebkosenden Unterton, ernsthaft fand niemand sie hübsch. Und ob sie freundlich war? Eamon hatte sie oft dafür gescholten, dass sie es nie schaffte besonders höflich zu sein. Gab es einen Unterschied zwischen Freundlichkeit und Höflichkeit? Bei den Waldelfen ihrer Heimat hatte sie keinen entdecken können.

Etwas überrascht stellte Alwina fest, dass ihre beruhigenden Worte nicht besonders geholfen hatten. S'Area schien sich noch immer zu ängstigen und die Wolfselfe wusste nicht, warum. Vielleicht waren es einfach die vielen Menschen, die jederzeit irgendetwas Dummes tun könnten. Vielleicht konnte sie nicht nur die abschätzigen Blicke fühlen, sondern sie so wahrnehmen, wie Alwina die leichte Angst riechen konnte. Vielleicht war das für das Katzenwesen nur noch schlimmer.
Und vielleicht hatte sie jetzt herausgefunden, dass das Leben in der Stadt ungefähr so schön war, wie ein unfreiwilliges Bad mit Seife, wenn draußen ein schöner See auf einen wartete.
Stattdessen fragte sie etwas sehr merkwürdiges: „Wie klingt seine Stimme?“, fragte Alwina nach, obwohl das eine dumme Frage war. Manchmal wünschte sie sich, sie könnte bekannte Gerüche weitergeben oder anderen mitteilen. Sie lächelte schwach, was aber natürlich unter ihrer Kapuze verloren ging: „Wenn er dir folgt, dann lauern wir ihn auf und verjagen ihn aus der Stadt“, sagte sie mit großer Bestimmtheit in der Stimme: „Das hier ist zwar nicht mein Revier, aber ich finde nicht, dass er hier etwas verloren hat. Und du sagst ihm einfach, dass du nicht zurück möchtest. Im Zweifelsfall bist du eine Katze mit scharfen Krallen und ich ein Wolf mit scharfen Zähnen:“
Alwinas Friedfertigkeit wurde nur selten auf die Probe gestellt, aber es gab wohl keinen Zweifel daran, dass sie im schlimmsten Fall ordentlich zubeißen würde. So ein schlimmer Mann durfte doch wohl nicht ungestraft durch die Stadt wandern! Sie sollte demnächst Mizara fragen, was sie gegen ihn tun könnten – oder besser Eriana, sie wollte nicht noch mehr Schatten verbreiten.
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