Das Haus der Heilerin

Taur

Druidenlehrling
Dunkelelf
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»67. Siebenundsechszig Winter ist es bei mir her, dass die Zwerge mich fanden. Der 23. Rubinmond, wenn man es genau wissen möchte. Der wurde jedes Jahr großspurig als Tag des neuen Zeitalters und Befreiung der Hallen gefeiert. Wenn ich konnte, hab ich mich da immer dünne gemacht. Die Zwerge waren da nicht in einer Stimmung, in der ich gut mit ihnen auskommen hätte können.« Taur seufzte. »Sonst wurde nicht nach Datum gefeiert. Die erste Handbreit Bart. Oder die Aufnahme einer Lehre und der Abschluss derselben. Oder Verlobungen, wenn die jeweiligen Famileinoberhäupter sich endlich über Vertrag und Mitgift geeinigt hatten.« Taur räusperte sich und rutschte unruhig etwas hin und her. Seine Gedanken hatten ungewollt eine etwas heikele Richtung genommen. »Erst achtzehn...« murmelte der Dunkle vor sich hin und wusste nicht so recht was er davon halten sollte. »Bei Pferden und Eseln geht es noch schneller. Und Hunde erst.« Die Stimme des jungen Elfen wurde immer leiser.

Mit einem mal sprang Taur auf und grinste Mèowýn breit an. »Hammer- und Stollenbruch. Mit Trübsal blasen ist nichts erreicht. Alles hat seinen Platz hatte der Alte immer gesagt. Und Vergangenheit ist vergangen. Die Zukunft im Nebel, aber jetzt ist jetzt. Tja und wenn die Wachmänner mich erwischen, dann war es das eben mit mir. Oder wenn die Zwerge es schaffen, mich zum Turm zu schleifen. 18 oder 67 macht da keinen Unterschied.« Er nahm die beiden Hände des Mädchens und zog sie auf die Füße. »Aber das heißt, dass wir auf jeden Fall keine Zeit verlieren sollten.« Er hopste übermütig ein paar Tanzschritte um sie herum. »Beim großen Amboss; Wir haben eine Mèowýn-ist-18-Feier zu planen!«

Er hielt in der Toberei inne und dachte nach. Es gab da soviele Geschichten in denen die Feen die Zeit durcheinanderwürfeln. Ich sollte die kleinen Nervensägen mal danach fragen. Aber den Gedanken behielt er erstmal für sich, bevor sich da nichts Konkreteres als eine vage Idee war.

Kurz blickte er zum schmalen Schlitz des zugerammelten Küchenfensters. »Alwina und die Katze haben sich in den Hof gelegt.« Es war merkwürdig gewesen. Taur hätte schwören können, das er im Gesang der im Sonnenlicht badenden Gräser ihre vorsichtigen Schritte hatte spüren können. Und ein leises vorwitziges Klingeln, das die Schritte des Katzenwesen überlagerte. Dann war es wieder weg. »In der Sonne liegen muss so ein Katzending sein. Göttin im Berg. Wer will es Ihnen verdenken. Ich könnte auch Tage damit zubringen, auf warmen Steinen zu liegen.«

Der behagliche Gedanke dämpfte seinen jugendlichen Übermut. Er setzte sich wieder auf den Tisch und zog sanft das Mädchen an sich. »Mal sehen. Wir bräuchten also Kerzen. Und Früchte. Vielleicht sogar Cidre und Süssigkeiten. Vielleicht Verkleidungen? Mal sehen, was wir heute Nacht so finden und auftreiben können.« Und was machen wir bis dahin?

Er schaute nochmal sehnsüchtig zu dem kleinen Lichtschlitz am Fenster. Im Hof war das Risiko groß gesehen zu werden. »Das Dach! Meisterin Erianas Haus ist relativ hoch. Da schaut bestimmt keiner hin. Es ist zwar kein Magmafelsen, aber die Dachpfannen müssten in der Sonne des Tages gemütlich warm geworden sein. Und da können wir weiterplanen.«

Taur schlich zur verbarikadierten Küchentür und lauschte. »Nichts zu hören. Anscheinend freier Weg nach oben.«
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Mizara d'Gni

Heilerin
Mensch
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Zufrieden lächelte die junge Frau den beiden Mischlingswesen hinterher. Welch eine passende Freundin für Alwina! Ich hoffe, die beiden verstehen sich weiterhin so gut, dachte die Heilerin, während sie den Behandlungsraum aufräumte. Sie brachte das restliche Verbandszeug wieder an Ort und Stelle, schloss die Flaschen mit der desinfizierenden Lösung und stellte sie zurück ins Regal und reinigte die Behandlungsbank.

Die letzten Wochen hatten mehr Abenteuer als Alltag beinhaltet, sodass vieles liegen geblieben war. Ach du grünäugiger Schreck, durch den Dieb, der den Phoenix klauen wollte, sind ja auch so viele Kräuter und Tinkturen verloren, die wir dringend wieder brauchen! Da wird wohl einiges an Arbeit auf Frau Sternfeuer und mich zukommen! Ich werde gleich mal eine Liste der Kräuter machen, die wir neu sammeln müssen. Wenn Frau Sternfeuer wieder zurück ist, kann ich ja in den Wald gehen und sammeln. Bei dem Gedanken, alleine in den Wald zu gehen, wurde der Maid doch etwas bange. Vielleicht sollte ich das nicht alleine machen, sondern Alwina mitnehmen. Sie freut sich bestimmt, mit mir in den Wald zu gehen! Andererseits hat sie jetzt ihre neue Freundin … Naja, vielleicht möchte ja auch Eriana die Kräuter sammeln. Mizara suchte die Zutaten für einen schmerzlindernden Trank zusammen, dessen Flasche bei dem Einbruch leider zerstört wurde. Glücklicherweise war noch alles da und sie setzte den Sud auf, bevor sie sich an die Zusammenstellung ihrer Sammelliste machte.
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S'Aera Thel'saar

Streuner
Katzenwesenmischling
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Die junge Katzendame lauschte Alwinas Worten und nickte dann Alwina zustimmend. Ihre neugewonnene Freundin hatte auch diesmal wieder vollkommen Recht. Und erneut brannte sich der Gedanke in ihren Kopf, das Alwina unglaublich Lebenserfahren und schlau sei. Schließlich hatte sie ja wirklich immer Recht und wusste so viel über den Wald und die Stadt.
"Ja das stimmt wohl." begann sie murmelnd und dachte nach "Dann wäre das Huhn ja wirklich nicht da."
Es dauerte ein paar Wimperschläge ehe sie weiter redete "Wenn man das Gebiet markiert, als Jagdgebiet aber nicht sagt wann man dort jagen geht, dann könnte das doch funktionieren" versuchte sie eine Lösung zu finden

"Ach egal" grinste sie zufrieden und folgte dann Alwina. Als diese plötzlich stehen blieb und schnüffelte, blickte sie sich auch um. Roch sie etwas? Nein. Sah sie etwas? Außer dem gewischten Boden auch hier fehlanzeige. Nur ihre Ohren vermachten leise Stimmen. Ein paar Wortfetzten schnappte sie auf aber der Rest wurde zu sehr durch die Wände abgeschwächt. Dann tapste Alwina auch schon weiter und mit flinken, geschickten Füßen folgte die Feline der Halbelfin und sah dann zu, wie diese sich um die Achse drehte und hinlegte
Mit der freien Hand hob sie schnell ein paar größere Steine auf und legte sie zur Seite ehe sie sich ganz vorsichtig auf den Boden legte und zusammen rollte. Erst nach einigen Minuten, als die Sonne Fell und Kleidung aufgewärmt hatten, streckte sie sich aus und legte den Kopf mit dem weichen Fell an der Seite und an den Ohren auf Alwinas Arm. Noch einen Moment suchte das Augen den Himmel ab und bewunderte die vorbeiziehenden Wolken, ehe es sich auch schon schloss und sie neben der wölfischen einschlief.
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Mèowýn

Waldläuferin
Mensch
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Siebenundsechzig. Mèowýn versuchte sich zu erinnern, ob in dem kleinen Dorf, indem sie ein paar Jahre gelebt hatte, irgendwer so alt gewesen war. Besser gesagt, sie versuchte sich an das Alter der älteren Menschen zu erinnern, konnte es aber nicht. Das hatte zu den Dingen gehört, die sie weder interessiert hatte, noch mit ihrer rudimentären Menschensprache verständigen konnte. Siebenundsechzig. Für einen Elfen nicht besonders alt, fand sie schließlich. Fast in meinem Alter, dachte sie für einen kurzen Moment, während Taur darüber sinnierte, wie schnell das Leben eines Tieres vorrüberziehen konnte. Die imaginären Feuersalamander schienen seine Gedanken unterstreichen zu wollen, denn es war ihr fast, als könnte sie das Leben eines dieser kleinen Tierchen betrachten. Wie sie schlüpften, groß wurden, eine Familie gründeten, ihre Kinder erzogen und schließlich entschliefen. Mèowýn seufzte erneut – und zwar genau in dem Moment, als ihr Freund von neuem Frohsinn gepackt wurde. Das noch nicht von ihren Lippen gewichene Lächeln vergrößerte sich und als Taur nach ihren Händen griff und sie von dem Tisch zog, da kicherte sie zufrieden.
Er hatte zwar recht, so wie sie ebenfalls recht hatte. Es galt zwar, sich ein paar Gedanken über die Zukunft zu machen, aber da die beiden diese sowieso nicht ändern konnten, könnten sie immer noch genießen, was sie jetzt in diesem Moment hatten.
Außerdem war Taur so optimistisch, dass Mèowýn ihre eigenen, sorgenvollen Überlegungen getrost auf Seite legen konnte.
Sie warf den Kopf in den Nacken und lachte vergnügt, als der Dunkelelf um sie herum hopste: „Pass auf, weil die Feier gut wird, werden alle anderen irgendwann auch ihr achtzehntes Lebensjahr feiern“, grinste sie. Obwohl sie im Winter gefunden wurde, zählte das doch wohl genauso sehr. Und da sie keine Mutter hatte, die ihr die Jahreszeit ihrer Geburt mitteilen konnte, sollte das doch wohl auch noch reichen.

Als er sich wieder langsam beruhigte, fast schon nachdenklich zu den beiden Tierwesen nach draußen blickte, da strahlte Mèowýn noch immer im Dunklen. Das erwartete Entsetzen war ausgeblieben. Ein heftiger Krach war nicht entstanden und irgendwie, das wusste sie, würde alles doch gut werden. Als Taur sich wieder auf den Tisch schwang und seine Hand nach der ihren griff, er sie näher zog und sie seinen harzigen Waldgeruch einatmen konnte, da seufzte sie schon wieder. Das Seufzen schien momentan sowieso eine ganz merkwürdige Eigenart zu werden. Sie sollte es dringend mit etwas anderem ersetzen.
„Wir sollten nicht noch einmal bei dem Konditor einbrechen“, kicherte Mèowýn leise: „Der hetzt bestimmt das nächste Mal nicht nur die Stadtwache auf uns, sondern auch seine Hunde.“
Obwohl das an für sich ein eher geringes Problem war. Die meisten Tiere ließen mit sich reden und würden vielleicht dann von sich ablassen. Jedenfalls ließen sie besser mit sich reden, als die Stadtwache.
„Ein feierlicher Kuchen!“, warf sie dann doch verzückt in die Aufzählung ein: „Und Tücher. Zuhause haben wir bei Festen immer die Bäume mit großen Schleifen und manchen Tüchern geschmückt. Das sah immer wundervoll aus!“
Das Mädchen zögerte. Sie brauchten eigentlich auch Gäste. Aber außer Eriana, die wohl eher ein absoluter Spielverderber sein würde, fiel ihr niemand ein, der wohl kommen würde – geschweige denn den Ort ihres Palastes erfahren dürfte. Alwina und S'Area würden bestimmt kommen, aber Mèowýn war sich nicht sicher, wie gut sie als Gäste wären. Und Feoglin, der musste natürlich auch dabei sein. Auch wenn er vermutlich nur am Rande grasen würde und den ganzen Trubel nicht verstehen würde. Für den Moment der Planung vergaß das Mädchen auch, dass sie eigentlich immer gegen jede Art von Einbruch war. Das würde ihr bestimmt erst dann wieder auffallen, wenn der Dunkelelf seinen Plan umsetzen würde.

So war sie nur schlichtweg begeistert von seiner Idee, die Sonne oben auf dem Dach zu genießen. Zusammen bauten sie die kleine Vorrichtung wieder ab und schlichen auf leisen Sohlen durch den Flur, die Treppe hinauf, durch den Speicher und hinaus aus dem Dachfenster. Mèowýn lugte hinaus und schaute, ob auch niemand zu ihnen hinüber blickte, aber an den sehr wenigen, umliegenden Fenstern sah sie niemanden. Dann kletterte sie beschwingt weiter. Oben war es fast so warm wie unten in der noch immer warmen Küche. Sie hätten vielleicht noch ein Fenster öffnen können, dachte sie kurz, dann beugte sie sich schon über die Ziegeln und half Taur nach oben.
Leichtfüßig lief sie über das steile Dach und grinste zufrieden, als die Sonnenstrahlen ihre dunkle Haut berührten: „Das war eine gute Idee!“, lobte sie ihn gerne.
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Alwina Eamonstochter

Wolfselfe
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Es war wunderschön hier in der prallen Sonne neben den Bäumen zu liegen. Alwina zog noch ein paar Glieder näher an sich und fühlte den weichen Kopf ihrer neuen Freundin. Was die beiden heute alles erlebt hatten! Der Bock, den ihre eigenen Zähne erlegt hatten, der Trick, mit dem sie in die Stadt gekommen waren und schließlich Mizaras heilende Hände.
Die Wolfselfe schloss zufrieden die Augen und wartete auf den langersehnten Schlaf.
Traumwelten mieden sie meist und wenn, dann stellte sie sich nur lange, erfolgreiche Jagden vor. Selbst Albträume hatten wohl Angst vor ihren spitzen Zähnen und ihrem angriffslustigen Verstand. Alwinas Zunge glitt ein letztes Mal über ihre Lippen, ihre Augen hoben sich ein letztes Mal und blickten trübe in den blühenden Garten und warfen einen letzten Blick auf das weiße Fell an ihrer Seite, dann ließ sie ihren Verstand los und schlief.

Erst, als die Sonne tiefer Stand, die Schatten länger wurden und die Kühle des Abends langsam eintraf, öffnete sie ihre Augen erneut und streckte langsam ihre Glieder. Sie hatte gut geschlafen. Hervorragend geruht und war bereit, den neu-gefüllten Vorratsraum ordentlich zu plündern. Ihr freundlicher Blick glitt zu der Feline neben ihr: „Menschenkopf“, begrüßte sie diese, ohne ihr ihren neuen Spitznamen vorgestellt zu haben: „Riechst du, was ich rieche?“
Auch noch Stunden später war der Geruch eines geschlachteten Rehs deutlich in der Luft. Alwina schleckte ihren eigenen Sabber hoch: „Bist du auch ein wenig hungrig?“, fragte sie nach und sprang auf allen Vieren von einem auf das andere Bein. Dass sie dabei unsanft die schlummernde Katze fallen ließ, war ihr gar nicht bewusst: „Der Nachtelf und seine Unzertrennliche haben die Küche schon lange verlassen. Bestimmt können wir ein paar kleine Dinge holen!“, jubelte sie: „Und dann, wenn die Nacht ganz gekommen ist, kann ich dir die Stadt zeigen. Nachts ist sie nicht ganz so schlimm“
Alwina grinste zufrieden und sprang einen weiteren Schritt vor, ganz in der Überzeugung, dass ihre Begeisterung für den neuen Tag für zwei reichen würde.
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Taur

Druidenlehrling
Dunkelelf
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Taur ließ sich auf das Dach ziehen. Vorsichtig tasteten seine dunklen Zehen über die alten Dachpfannen. Wohlige Wärme, die der rote Ton über den Tag aufgenommen hatte kroch seine Wade hinauf. Der dunkle seufzte wohlig und blickte sich blind um. Selbst die rötlich goldenen Abendsonne tauchte die Welt über Aron in eine gleißende Flut aus Licht, die seine empfindlichen Höhlenaugen blendete. Er schloß die Augen und versuchte den begeisterten, glockenhellen Lachen seiner Prinzessin zu folgen.. Der Trubel des Abends schallte zu Ihnen herauf. Die Rufe der Händler, die zum Ende des Tages verzweifelt versuchten, ihre Waren doch noch loszuschlagen. Übermütige Schreie der rumtobenden Kinder, die die ankommende Müdigkeit mit übersteigerte Aktivität zu überspielen versuchten. Tiere -Groß und Klein- kreischten ihre kleinen für sie so wichtigen Banalitäten in die Welt. Und im Hintergrund summte der zufriedenen Gesang der Pflanzen, die einen vollen Tag Sonnenlicht in sich aufgesogen haben.

Weiter vorsichtig mit den Zehen tastend setze Taur Schritt für Schritt weiter über das Dach, bis er einen Ort auf der Schräge gefunden hatte, der sich nach ausgeglichener Harmonie anfühlte. Anmutig sank er hin und streckte sich behaglich. »Ah. Beim großen Amboss tut das gut.«
Die dunkle Haut schimmerte ölig mit goldenen Reflexen in der Abendsonne. Die Hitze der Tonpfannen drang nun über den bloßen Rücken und durchdrang seine ausgebreiteten Glieder. »Fast so gut wie ein Magmafelsen. Und das warme Licht strahlt noch von oben. Thihi, Hitze von Oben, das ist wirklich merkwürdig.«

Eine Gruppe Spatzen kam angeflattert, zog eine paar Kreise und setzte sich dann auf den naheliegenden Dachfirst, um die eigentümlichen Besucher ihrer Welt neugierig zu beobachten. Der junge Phönix piepste ihnen etwas zu was ein erheitertes Kichern bei den vorwitzigen kleinen Vögeln auslöste. Irritiert hopste er wieder auf die Schulter des Jungen, steckte den Schnabel unter eine seiner bunt schillernden Stummelschwingen und grübelte über das Gehörte. Unter der Wärme der strahlenden Sonne gingen die Gedanken des kleinen Vogels in gleichmäßige Atemzüge eines Schlummers über.

Eine braun gescheckte Katze schlich samtpfötig über das Dach. Gleichgültig schielte sie zu den Vögeln, tapste dann zu den ausgebreiteten Beinen des dunklen Elfen, schmiegte sich an dessen Unterschenkel und schloss die Augen.
Die Harmonie des Ortes legte sich auf die Sinne des Jungen. Fast meinte er durch den gebrannten Ton fühlen zu können, wie sich die Krallen der kleinen Vögel in ihn bohrten, das leichte Gewicht der Katze auf ihm lag und die Füße seiner Prinzessin in wiegenden Schritten über seine raue Oberfläche strichen.

»Tücher und Süssigkeiten,« sinnierte Taur. »Es gäbe da ein paar Lagerhöhlen im Ostviertel, wo man so etwas finden könnte.« Seine Gedanken trieben aber in der Abendstimmung träge vor sich hin. »Und Musik. Die Feen können ein bisschen trällern, aber jemand mit Spielmannskünsten wäre gut.« Taur zog die kleine erbeutete Okarina aus der abgewetzten Gürteltasche, die an seinem Blätterschurz baumelte. Der blasblau glasierte Ton schimmerte eigentümlich im Sonnenlicht. Angedeutete abstrakte Tierfiguren zogen sich darunter über die gekrümmte Oberflächen. Taur setzte im Liegen das Instrument an die dunklen Lippen und blies ein paar zaghafte Töne. Nach und nach versuchte er den auf ihn eindringenden Gesang der Pflanzen und Tiere nachzuahmen. Verwundert hielten die Spatzen in ihrem Geschnatter inne und blickten hinüber. Auch die Katze hob den Kopf und blinzelte verwirrt.

Was dem geblendeten Augen des jungen Elfen entging, bei jedem zaghaften Ton glimmte eines der Tierornamente auf dem Instrument auf. Nach und nach gesellte sich ein flinkes Eichhörnchen, zwei Raben, eine Gruppe Pfauenaugen und zwei weitere Katzen dazu und legten sich in einem kleinen Umkreis um die beiden hin.

»Für einen Spielmann reicht es wohl noch nicht, aber mit dem Geklimper der Feen werde ich wohl inzwischen mithalten können.« Taur packte fahrig das kleine Instrument weg. Dass sich inzwischen weitere Besucher auf ihrem hohen Rastplatz eingefunden hatten, schien er überhaupt nicht zu bemerken.

»Mmmh. So warm. Besser könnte man die Zeit bis zu Dunkelheit nicht verbringen.«
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S'Aera Thel'saar

Streuner
Katzenwesenmischling
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Ein Ohr zuckte, dann das andere, dann die um den Körper gelegte Schwanzspitze

Ein müdes gähnen "Menschenwas?" In dem moment sprang Alwina auch schon auf und ihr Kopf knallte unsanft auf den Boden
"Autsch, was? Was ist passiert?" stammelte sie noch völlig verschlafen und der Kopf blickte sich träge um, zm die Lage zu erfassen.

Es folgte ein weiteres gähnen als sie bemerkte, das wohl doch keine Panik und kein Krieg ausgebrochen war.
"Ich könnte schwören das ich im Traum eine seltsame Melodie gehört habe. Es war als würde sie nach mir rufen." erklärte sie ruhig und entrollte sich dann langsam mit einem ausgedehnten strecken. Dabei fuhr sie auch die scharfen Krallen einmal komplett aus und wieder ein.

"Ja etwas essen wäre bestimmt nicht verkehrtes" grinste sie während sie sich aufrichtete und den verletzten Arm wieder in die Tragetasche legte, so wie es die Heilerin vorgeschrieben hatte. "Ich frage mich, ob man noch mehr von diesen glitzer Münzen finden kann. Sie scheinen das Leben hier ungemein zu erleichtern." fügte sie hinztu, während sie sich über die Heile pfote leckte und mit dieser das Fell der Ohren dann richtete.
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