Irgendwo im Wald...

S'Aera Thel'saar

Streuner
Katzenwesenmischling
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Sie schaute überrascht zu dem extra Stück. Soviel Güte hätte sie nie erwartet. Geschweige denn vielleicht einmal das Gefühl von 'satt sein' zu erleben.
Dann hörte sie ihr aufmerksam zu. Ihr Kopf sank etwas weiter nach unten. Sie hatte aufgehört ihren Herren zu hinterfragen, aufgehört sich innerlich gegen seine Befehle aufzulehnen. Sie war gebrochen. Aber hier und jetzt, als sie Alwina reden hörte, begann sie wieder zu hinterfragen. Und sie schämte sich vor sich selbst.

"Ich weiß es nicht. Ich weiß nur das, was man mir erzählte" begann sie ihre ganze Geschichte zu erzählen.

Sie erzählte von den Räubern, die die 2 Frauen angriffen und töteten, die sie als Baby trugen. Von dem Aufwachsen im Kerker, all den dreckigen Aufgaben die sie erleiden musste. Wie sie Abwässerkanäle und Schornsteine auskratzte, ihr Fell als Schuhputztuch benutzt wurde. Von all den Prügel und Wässerungen die sie bekam als Strafen.

Immer wieder entfuhr ihr ein schluchzen, wenn sie daran zurück dachte, wie wenig Sinn ihr Leben hatte. Und je länger sie erzählte, desto klarer wurde sie sich selbst über sich. Sie merkte wie feige sie all die Jahre war, wie sie den Mut verlor, wie sie gebrochen wurde und aufgab. Jeder Blick zu Alwina, dieser starken Wolfselfe neben ihr, war wie ein Schlag in ihr eigenes Gesicht. Da war diese unglaublich starke Persönlichkeit auf der einen Seite und dann war da ein stück Elend auf der anderen Seite, was sich hat prügeln lassen. Die Gedanken formten sich zu einem Gefühl und S'Aera bekam Angst. Eine innere Angst. Wie sollte sie überleben? Sie wusste nichts über diese Welt und die Natur. Sie hatte keine Familie und keine Bleibe und zu guter letzt, sie war ein nichts.

Erneut begann sie zu schluchzen als plötzlich eine Kastanie genau auf ihren Kopf plumste und sie aus den Gedanken heraus riss. Es war nicht das erste mal das irgendwelche Dinge plötzlich auf ihren Kopf vielen, allerdings passierte dies nur, wenn ihre Gedanken anfingen in eine depressive Richtung zu gehen.

Murrend sah sie nach oben und suchte den vermeintlichen Täter. Aber wie immer fand sie nix. Dann sah sie wieder zu der Wölfin hoch und ging zu ihr. Sie teilte mit ihrer scharfen Kralle das frische Stück was Alwina ihr gegeben hatte in 2 Teile und legte ihr eines hin.

"Vielen Dank. Machen wir halbe, halbe. Es ist dein Reh und ich bin soviel essen nicht gewohnt" sprach sie nun wieder etwas lächelnd
"Danke das du mir zuhörst, ich durfte nie ungefragt reden" fügte sie hinzu und wollte nun plötzlich die Wölfin in den Arm nehmen ohne zu wissen, wie sie darauf reagieren würde.
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Alwina Eamonstochter

Wolfselfe
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Etwas benommen und völlig überfordert lauschte Alwina einer Geschichte, die nicht schrecklicher sein konnte, als alles, was sie zuvor je gehört hatte. Von bösen Menschen und fürchterlicher Schmach. Von Erniedrigungen und Hundediensten. Sie jaulte hin und wieder mitfühlend, aber wünschte sich, kein einziges Wort gehört zu haben. S'Area erinnerte sie dabei an das Westviertel. Auch sie war irgendwie krank, verflucht. Alwina hätte niemals geglaubt, dass soetwas Schreckliches tatsächlich einmal passieren könnte!
Ihr Magen rumorte unfreiwillig und das Reh wollte ihr nicht mehr so recht schmecken. Hin und wieder blickte sie sich um, als wollte sie den traurigen Worten und den bitteren Erkenntnissen ausweichen, davor fliehen und nichts mehr hören zu müssen.
Sie wusste gar nicht, was ihr an dem Bericht so ängstigte. Dass soetwas irgendwem passieren könnte, oder, dass der böse Mann nicht gejagt wurde, oder, dass das Katzenweibchen so völlig traurig aussah, mitleidserweckend.

Es war wie ein dicker Kloß im Hals, als das junge Mädchen nun auch noch mit dem Weinen begann. Wölfe konnten nicht weinen und Elfen trauerten meist nicht laut. Alwina hatte einmal geweint, als ihr Vater gestorben war. Ihre Mutter hatte ihr den Rücken gekrault und wenig dazu gesagt, Eamon war schlimmer Stimmung gewesen und hatte viel Zeit mit seinen Freunden verbracht. Aber ihre Mutter... Die hatte selten geweint und der Rest der Familie auch nicht. Hilflos beobachtete sie jetzt, wie die Frau von einer frühreifen Kastanie getroffen wurde und sich anscheinend sammelte. Alwinas eigenes Stück Fleisch baumelte noch immer aus ihrem Maul, sie hatte seit langer Zeit nicht mehr weitergekaut.
Als sie dann mit der geteilten Beute kam und ihr etwas zurückgab, da wurde es der Wolfselfe seltsam weich ums Herz. Sie schlang ihr eigenes Stück herunter und nahm sich das von der Katze, fraß ein wenig und begutachtete sie sowohl mitfühlend als auch argwöhnisch.
Alwina konnte keine Lebensgeschichte wirklich erfassen und begreifen. Warum Dinge passierten und warum sie jemanden zu dem machten, der er war, war soviel Identitätsgeschichte, dass die Wolfselfe es einfach nicht von alleine begreifen konnte.
Sie dachte auch nicht daran, die Fremde zu berühren oder gar in den Arm zu nehmen. Für sie war diese immer noch eine Fremde, ungeachtet dessen, dass sie anscheinend nun alles über sie wusste.

„Es ist nicht mein Reh“, widersprach sie eher nachdenklich: „Es ist Erianas Reh. Ich muss es noch zu ihr bringen...“
Und wieder schnappte sie sich das erlegte Tier am Hals und zog es in Richtung Stadt. Irgendetwas musste sie noch gesagt haben, aber es ging natürlich sofort unter. Ihr Schwanz balancierte sie und wedelte hin und wieder glücklich, ihre Pfoten stemmten die Last in die richtige Richtung.
Wenn ihr S'Area folgte, blieb sie stehen und ließ ihre Beute los: „Möchtest du etwa auch in die Stadt?“, fragte sie nach. Das war nämlich nicht der perfekte Ort für Vierbeiner, hatte Alwina schmerzlich erfahren müssen.
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S'Aera Thel'saar

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S'Aera seufzte leise als sie merkte, das Alwina aufbrechen wollte. Aber vielleicht war es besser so, ewig konnte man sich ja nicht im Wald verstecken.

Sie zog die Kapuze wieder über das Gesicht und folgte Alwina.
"Soll ich dir tragen helfen?" fragte sie ruhig und sah sich immer wieder um. Sie fragte sich, wie die Wölfin sich hier orientierte. Kannte sie etwa bestimmte Bäume und nutzte diese als Wegpunkte? Oder nutzte sie den Himmel? Automatisch wanderte der Blick nach oben.

"Wie ist es so, das Leben in der Stadt?" fragte sie, noch immer hinter ihr her laufend.

zeitgleich merkte sie, wie ihr Körper wieder zu Kräften kam. Lag es am rohen Fleisch? Sie fühlte sich stärker und frischer wie seit Jahren nicht mehr und dabei genoß sie sichtlich die anwesenheit der für sie bereits neuen Freundin. Eigentlich sogar ihre erste Freundin.
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Alwina Eamonstochter

Wolfselfe
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Etwas unmissverständliches hatte Alwina dann doch geknurrt, als ihr angeboten wurde, bei dem Tragen zu helfen. Sie hatte noch nie gesehen, dass zwei Jäger eine Beute gemeinsam trugen und auch wenn sie sich das Tier nicht so locker über den Rücken geschwungen hatte, wie Eamon es nach einer geglückten Jagd tat, so wusste sie doch, dass kein anderer Wolf ihr beim Schleppen helfen sollte – oder eben keine andere Katze.
So war ihre Ablehnung dann doch deutlich zu hören gewesen – wenn auch nicht mit Worten – und sie mühte sich weiterhin alleine mit dem schweren Tier ab – immerhin, ein wenig leichter hatten sie es dann doch schon gemacht und wenn sie sich nicht irrte, würde sich Eriana sehr über so viel frisches Fleisch freuen – und Mizara erst!

Als sie diese kurze Rast machten, starrte Alwina S'Area verdutzt an. Die Frage war zwar naheliegend, aber die Antwort lag der Wolfselfe einfach nicht auf der Zunge. Sie wusste ganz genau, was sie machen musste, damit ihr Verstand ein wenig besser arbeitete. Schwerfällig rappelte sie sich auf und begab sich langsam auf zwei Beine, streckte ihren Rücken kurz durch und blickte dann auf die Weißfellige herab. Diese hatte inzwischen wieder ihre Statur hinter dem langen Mantel verborgen – Erianas Mantel! Den sollte sie nicht hier im Wald vergessen! Wo hatte sie ihn nur vergraben?
Alwina bemühte sich jetzt, das Reh wie Eamon über den Rücken zu legen und es nur an den Hinterläufen festzuhalten. Es dauerte lange, immer wieder schien ihr das Tier nicht richtig sitzen zu wollen, dann hatte sie es doch gut über die Schulter gelegt. Jetzt ging sie, in ihren großen, leicht ungelenken Schritten, während hinter ihr noch das kleine Geweih wedelte dabei hinten bei jedem Schritt.

„Die Stadt ist seltsam“, sagte sie dann, langsam und getragen: „Seltsamer als meine Heimat mit den vielen seltsamen Elfen.“ Ihr Blick zu S'Area wurde weich: „Sie mögen uns Vierbeiner nicht besonders. Euch Katzenwesen schon ein wenig mehr, ihr kommt für die glitzernden Münzen, die du mir gezeigt hast, sogar in die Stadt hinein! Ich muss mich immer reinschleichen. Die Eisenmänner glauben, ich wäre ein Werwolf. Aber sie sind nicht dumm. Manchmal erwischen sie mich fast.“ Alwina verzog das Gesicht in ausdrucksvollem Kummer: „Ich bin auch meist nur in der Stadt, weil ich durch Zufall dahin gekommen bin. Das erste Mal haben wir ein krankes Milchkind und seine Mutter in die Stadt gebracht und ein anderes Mal war Mizara etwas Schlimmes passiert und ich musste sie doch schützen! Und jetzt hat Eriana wegen mir kein Flesich mehr und wo doch der böse Mann alle Krüge im Haus zerstört hat, da wollte ich ihr noch etwas Gutes bringen.“
Ihr treuer Blick wurde ein wenig unstetig: „Aber die Stadt ist nicht schön. Manche dort sind ganz nett, aber lange möchte ich da nicht mehr bleiben...“
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S'Aera Thel'saar

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Sie hörte sich die Geschichte an und überlegte. Warum lies man sie hinein aber Alwina nicht? Dabei war Alwina so nett. Und noch eine Frage brannte ihr auf den Lippen. Was war ein Werwolf? Aber sie hatte Angst, Alwina zu verletzen, wenn sie über Wölfe redete. Ihr Herr hatte immer geklagt, das Wölfe ihm seine Wild schlugen. Redete er von Alwina? War sie ein Wolf? Sie beschloß diese Fragen für sich zu behalten. Zu groß empfand sie das Risiko, die neu gewonnene Freundin zu kränken.

Dann kam ihr eine Idee und sie lief zu Alwina vor und tänzelte förmlich um sie herum.
"Wenn sie mich mögen, kann ich doch mit den Eisenmännern reden und du kannst leichter in die Stadt schleichen. Oder, oder? Was sagst du? Und ich kann auch noch etwas tragen. So kann ich mich bedanken und deiner Familie etwas helfen." sprach sie fröhlich grinsend und weiterhin um Alwina herum hüpfend. Scheinbar kam sie wirklich wieder zu kräften und hatte erschreckend gute Laune. Aber das Katzen plötzliche Stimmungswechsel hatten, war ja allgemein hin bekannt.
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Alwina Eamonstochter

Wolfselfe
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Alwina war sofort von der guten Stimmung des Katzenwesens angetan. Sie nickte glücklich und freute sich heftig, wie ihr Schwanz und ihre Ohren leicht erkennen ließen. Die Vorstellung, dass S'Area die Eisenmänner einfach ablenkte und sie sich hineinschleichen konnte, gefiel ihr außerordentlich. Keine spitzen Eisenstangen, die nach ihr picksten, keine fliegenden Pfeile, keine bösen... Soldaten. So hießen sie.
Das Katzenweibchen würde voller Stolz die beiden glitzernden Münzen vorzeigen und die Wolfselfe würde einfach an ihrer Seite als zweite Feline den Eingang spazieren. Getarnt, wie sie ja war, würde den Wachmeistern das Trugbild bestimmt nicht auffallen!
Dennoch sagte ihr irgendetwas in der Magengrube, dass der Plan keineswegs funktionieren würde: „Das ist eine wirklich bezaubernde Idee!“, brachte sie hervor und ihr Schwanz wedelte zufrieden: „Wir sagen einfach, wir sind zwei Katzenwesen und sind von der Jagd gekommen und dann lassen sie uns hinein!“
Ihr Strahlen erreichte die Lefzen, die sich nun vollkommen zufrieden mit der Welt hochzogen: „Vorbei schleichen kann man sich am Tag nicht. Taur behauptet zwar, dass es unterirdische Flüsse gibt, aber ich mag nie schwimmen.“ Sie lachte kurz und der Klang eines leisen Bellens war darinnen zu hören: „Meistens habe ich getan, als wäre ich ein Hund und bin schnell an den Eisenmännern vorbei gelaufen.“
Mit einem Reh über der Schulter war das jetzt eher nicht möglich.

„Kleinen Moment“, meinte sie dann noch nach wenigen weiteren Schritten. Alwina lud das Tier ab und buddelte scheinbar wahllos in der Erde herum, bis sie einen grün-bräunlichen Umhang hervorkramte, der nicht so recht zu ihrer Aufmachung passen wollte. Er war lang und schien ihre Statur ähnlich gut zu verstecken, wie es der von S'Area tat. Dass dabei beide ähnliche Vorlieben hatten, war ihr gar nicht bewusst gewesen.
Etwas dreckig war er nun doch, als die Halbelfe ihn ordentlich ausschüttelte und dann über ihre breiten Schultern legte, die Kapuze über die Ohren zog und das Tier wieder über die Schultern hob: „Es schreien nicht so viele Kinder, wenn ich mein Gesicht verstecke“, sagte sie ein wenig beschämt.
Es dauerte auch nicht mehr lange, da endete der Waldweg und sie mussten nur noch an ein paar breiten Feldern vorbei, um zur Stadt zu gelangen, dessen hohen Mauern schon von weiten gesehen werden konnten.
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S'Aera Thel'saar

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S'Aera bemerkt die gute Laune. Da sie immer wieder Alwina beobachtete, konnte sie langsam ihre Körpersprache deuten. Das stichelte ihre Laune nur noch mehr an. und sie hüpfte leichtfüßig weiterhin um Alwina herum, ab und zu sogar einmal im Kreis drehend, sodas ihr Mantel fast wie ein Rock wirkte.

"Genau so machen wir das. Außerdem sagte ja deine Mutter, soll man nett zu allem sprechendem sein. Nicht wahr? Also sind sie bestimmt nett zu uns." sagte sie fröhlich und blieb dann plötzlich stehen.

"Und dann gehst du ja weg, oder?" sagte sie und ihre Ohren legten sich traurig an.

Aber genauso schnell wie die gute Laune verflogen war, kam sie sofort wieder als sie bei wieder auf schauen die Stadtmauern sah.
Sofort gingen die Ohren wieder hoch und ein "Woooooow" entfleuchte ihr.

"Sieh mal Alwina, wie groß die Mauern sind, los schnell komm" sprach sie freudig und hopste sogleich wieder auf und vorran. In ihren Augen strahlte die Vorfreude.
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