Der Magierturm
#1
Der Magierturm

Seinen Titel als Wahrzeichen der Stadt könnte der Magierturm schon alleine aufgrund seiner gigantischen Höhe tragen. Scheut man die scheinbar zahllosen Stufen nicht, so sei es jedem Besucher einmal geraten die unvergessliche Aussicht aus luftiger Höhe zu genießen. Nur wenige Stockwerke unter der eigentlichen Spitze umkränzt ein steinerner Wehrgang den beachtlichen Bau. Der Wind bläst hier stetig und recht kühl, selbst im Sommer, wo die Luft in den Straßen zur Mittagszeit regelrecht zu stehen scheint. Wie ein bunter Flickenteppich streckten sich die Hausdächer zu den Füßen der Schauenden, die Gärten der Reichen sind einzusehen wie auch die zerstörten Gemäuer des Westviertels mit seinen verwinkelten Gassen. Lässt man den Blick zum Haupttor in den imposanten Standmauern hin schweifen, so kann man die lange Schlange an Menschen davor betrachten, die geduldig auf Einlass warten. Die Kutschen und Karren wirken auf so lange Sicht wie Spielzeug und selbst ein Elf könnte die Gesichtszüge der Wartenden nicht erkennen.

Die weit gestreckten Wälder nahe des Stadt, die Felder die sich bis zum Horizont ausbreiteten, ja selbst die Berge in der Ferne, sie alle spendeten ihren Teil zu der atemberaubenden Kulisse und auch die Noten eines ganz eigenen Parfüm, das man hier oben Atmen kann. Die Dunstfetzen des Marktplatzes wehen vorbei, genauso der Geruch von verbrennenden Material in einem Schmiedeofen. Die feinen Duftsegmente von seltenen, exotischen Blumen aus dem Garten eines Reichen, mischten sich mit den Ausdünstungen der Fleischerei. Jeder Atemzug bringt einen neuen Faden an Gerüchen mit sich. Wem bei der enormen Höhe nicht der Schwindel packt, kann sich gewiss für Stunden an die etwas über hüfthohe Mauer lehnen und das dargebotene Schauspiel genießen.

An den Wachen vorbei und in den Turm hineinzugelangen ist prinzipiell auch Personen möglich, denen keine magische Begabung innewohnt. Entweder man hat das Glück von einem Magier mit hineingenommen zu werden oder man stellt einen Antrag auf den Besuch. Meist handelt es sich hierbei um Gelehrte, welche die nicht-magischen Abteilungen der beeindruckenden Bibliothek zu erkunden wünschen. Außerdem findet ein mal im Jahr eine Art "Tag des offenen Tores" statt. Es hilft ansonsten auch, von adeligem Haus zu sein, möchte man sich diese Stätte von Wissen und Wirken näher betrachten. Doch darf man nie vergessen, dass der Magierturm ein recht eingestehendes Gefüge darstellt, weltlicher Rang alleine ist hier kein Garant für Erfolg. Wie auch immer dieser auch gerichtet sein mag.

Der Turm ist schon einige Jahrhunderte alt. Sehr viel Zeit für den Stein sich mit dem ständigen Wabern der Magie vollzusaugen. Magiebegabte aller Völker können hier Ausbildung finden, erfahrene Magier Gleichgesinnte, um sich auszutauschen und dazu zu lernen. Ein alchemistisches Labor mit so gut wie allen bekannten Ingredienzien lässt das Herz derer höher schlagen, welche sich dafür Interessieren, was die Dinge im Inneren zusammenhält.
Die festen Magier des Turmes sind Männer und Frauen aller Stände und Fachrichtungen. Manche leiten die Novizen an, andere kommen nur schnell vorbei um einen Plausch zu halten oder ein Buch zu suchen. Die Einen vergraben sich über Tage und Nächte in den ihnen zugeteilten Studierzimmern, voll Konzentration dabei einen alten Zauber aufzuschlüsseln und auf dem Weg dahin vielleicht auch etwas neues zu finden. Die Anderen haben sich außerhalb der dicken Mauern ein zu Hause geschaffen und arbeiten von dort aus. Viele beschäftigen sich mit Geschichte, andere jagen lieber Dinge in die Luft.

Die Rolle der Magieschule und des Magierturmes an sich sollten im Gefüge der Handelsstadt nie außer Acht gelassen werden. Eine weise Elfe mit Namen Rhionaan ip Eltan, trägt den Titel aber auch die Bürde der Erzmagierin dieser magischen Einrichtung. Sie ist auch ein Mitglied des Rats , welcher die Geschicke der Stadt lenkt.

(Was bisher im Magierturm geschah, kann hier nachgelesen werden)
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#2

Simon Avenar

Lehrmagier im Magierturm zu Aron
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Der Magier huschte durch die Gänge des Turms. Für einen zufälligen Beobachter mochte es planlos und zerstreut wirken, doch Simon musste Zutaten für einen Zauber und etliche Dokumente zusammentragen. Es war nicht schwer diesen speziellen Zauber zu wirken, aber man benötigte dafür so viele Utensilien, dass man ihn auch den Krempelzauber nannte.
In Ordnung. Ich habe Wachs, Mohn, Orichalkumspähne, Zentaurenhuf, einen Tropfen gereinigte Tollkirschessenz und eine Taubenfeder. In Gedanken ging er noch enmal die Liste der Benötigten Zutaten durch und stelle fest, dass er noch eine Zutat bräuchte. Aber die hatte er sowieso immer bei sich.

Mit gemessenen Schritten und vollgepackten Armen stieg der Kampfmagier den Turm empor und drückte die Tür zum Dachboden mit der rechten Schulter auf. Dann legte er die Zutaten vor sich auf den Boden. "Na dann", murmelte er und zeichnete mit Kreide einen Bannkreis auf den Boden. Dies war das einzig schwierige an diesem Zauber. Einen fünfstufigen Bannkreis zu erstellen brauchte Zeit. Immer wieder verglich er seine Arbeit mit einer kleineren Vorlage, merzte Fehler aus und verglich es noch einmal.
Dann stellte er die einzelnen Zutaten an ihren vorgeschriebenen Platz und kontrollierte noch einmal alles. Hier war sauberes und gewissenhaftes Arbeiten entscheidend! Gut, dann jetzt die letzte Zutat, dachte Simon und Schnitt sich mit einem kleinem Messer in den Finger. Er benötigte genau drei Bluttropfen. Als der letzte Tropfen zu den Anderen fiel, stellte sich der Kampfmagier mittig in den Zirkel.

Simon wartete bis sich ein halbtransparentes Feld um ihn gelegt hatte, dann atmete ganz Bewusst durch.
"Im Namen der Erzmagierin Rhionaan ip Eltan rufe ich - Simon Avenar - eine Vollversammlung der Magiersynode Arons ein. Geladen sind folgende Stufen: Novizen und Adepten ohne Stimmrecht. Mitglieder der Magiersynode zu Aron mit Stimmrecht. Mitglieder des Beraterzirkels mit Stimm- und Vetorecht."
Simon blickte auf seine Notizen und befeuchtete seine trockenen Lippen mit der Zunge. Er mochte solche Aufgaben einfach nicht!
"Die Tagesordnung dieser Vollversammlung sieht folgende Punkte vor:
  1. Krankheitspräventionen der Heilmagier.
  2. Antrag für die Gründung einer Lehranstalt für Nichtmagier.
  3. Politische Ausrichtung des Magierturms.
  4. Vertragsfall der Nymphe Arons
  5. Sonstiges."
Der Kampfmagier ließ seine Notizen sinken. "Die Vollversammlung wurde kurzfristig auf den heutigen Abend vorverlegt. Anwesenheit ist obligatorisch!"
Mit einer knappen Handbewegung lies Simon die Kreidezeichnung des Bannkreises verschwinden und die Verbindung zu den Magiern wurde augenblicklich beendet.

Nach einigen Sekunden begann Simon die Zutaten wieder aufzuheben. Jetzt musste er wieder alles wegräumen und dann den großen Saal vorbereiten.
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#3

Simon Avenar

Lehrmagier im Magierturm zu Aron
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Der Kampfmagier betrat  die verlassene Eingangshalle des Magierturms und ging direkt auf eine Wand zu. Zögernd streckte er den rechten Arm aus und berührte dann die kalte, unnachgiebige Fläche.Laut Lurans Aufzeichnungen müsste es hier sein, dachte er und erinnerte sich daran wie er die abgenutzte Schriftrolle hinter einem losen Brett seines Schrankes gefunden hatte.
Der Magier atmete einmal tief durch, dann spreizte er die Finger und sandte einen kurzen, magischen Impuls in die Wand. Knirschend senkte sich ein zwei Meter breiter und drei Meter hoher Bereich der Wand. Das Mauerstück verschwand zur Gänze im Boden und dahinter herrschte eine vollkommene Schwärze. Modrige Luft, die den Duft der Fäulnis mit sich brachte, wehte dem Magier entgegen. Und auch die Aufzeichnungen seines Mentors ließen ihn bezüglich der Gegebenheiten hinter der Barriere im unklaren.
Die magischen Schutzeinrichtungen des Turms sind alt, dürften jedoch so wie am ersten Tag funktionieren, rezitierte Simon aus der Schriftrolle. Der Magier hob den Blick und verengte die Augen zu schmalen Schlitzen. Gespannt starrte er in die Finsternis. Doch es geschah nichts. Luran schrieb, dass jeder Magierturm so etwas wie ein Herz hat. Der Magier seufzte und ging auf die Dunkelheit zu. Und dieses Herz wird vom Turm beschützt!Ein resigniertes Schnauben erklang. Ich weiß selbst noch nicht was dieses Herz sein soll, doch ich werde es herausfinden!, dachte Simon entschlossen und durchschritt die Schwelle. Von einem Lidschlag zum anderen war er in der unnatürlichen Dunkelheit verschwunden.

Ein Feld das Licht absorbiert und dadurch eine absolut schwarze und blickdichte Fläche erschafft. Einfach, aber effektiv. Fast widerstrebend löste der Magier seinen Blick von der Barriere und nahm eine kleine Flamme am Boden war. Sie tauchte den kleinen Raum in ein schummriges Licht. Simon erschuf eine kleine, aber leuchtstarke Kugel und ließ sie an die niedrige Decke steigen. Gleißend helles Licht verbreitete sich und wurde augenblicklich schwächer, als der Magier die Leuchtkraft regulierte.
Vor den Wänden waren in regelmäßigen Abständen Statuen errichtet worden. Einige waren beschädigt. Zu ihren Füßen lagen die Scherben ihrer eigenen Körper. Zeugnisse der Zeit und eindrucksvolle Beweise der Kunstfertigkeit ihrer Erschaffer. Der Kampfmagier sah auf der anderen Seite eine Treppe. Langsam schritt er auf sie zu und entdeckte einen Spruch, der über dem Abgang in den Stein gemeißelt war. Ein Geschenk der Magie zum Schutz der Magier, las Simon lächelnd.
Während der Kampfmagier die Treppen hinabstieg, dachte er über jene Worte nach und fühlte wie eine der Stufen unter ihm weg kippte. Vor Simon lag plötzlich eine Schräge. Stufen gab es keine mehr. Fluchend, stolpernd und rutschend kämpfte er um sein Gleichgewicht und fand sich schließlich in einer hockenden Position wieder. Nun machten sich seine Reflexschulungen endlich bezahlt. Der Boden War glatt poliert worden, doch immer wieder durchbrachen raue Stellen die Bahn. Simon war oft schneller, doch irgendwann verließ ihn sein Glück. Die Sohle seines Stiefels fand halt, bremste den Magier einseitig ab. Durch den Ruck verlor Simon das Gleichgewicht und stürzte. Er überschlug sich, scheuerte immer wieder mit dem Körper über die rauen Flächen und wurde schließlich von einer Wand gebremst.
Simon stöhnte gequält auf. Sein Körper bestand nur noch aus Schmerz und auch das kleine Hilfslicht war erloschen. Schließlich stemmte er sich doch in die Höhe und bemerkte jetzt erst, dass ihm sein Kampfstab fehlte. Noch ein Problem um das er sich kümmern musste. Er streckte den Rücken durch. Es knackte vernehmlich und ein derber Fluch entfuhr ihm. Zwar ließen seine Schmerzen mit jedem Augenblick nach, doch bis er sich wieder normal bewegen konnte würden noch einige Minuten vergehen. Behutsam setzte er einen Heilzauber um und wartete darauf das er seine Wirkung entfalten würde.
Wieder erschuf der Kampfmagier sein kleines Hilfslicht und blickte sich um. Wie weiter oben standen auch hier diese merkwürdigen Statuen an den Wänden. Sie unterschieden sich optisch nicht von ihren Kameraden weiter oben. Nur waren diese hier unbeschädigt, bunt bemalt und aus irgendeinem Grund haftete eine dünne Schicht Ruß auf ihnen.
Der Raum selbst war gemauert und Simon schätzte die Wandlängen auf zehn mal zehn Meter. Er suchte nach Anzeichen von Magie. Nichts. Keine Siegel, keine Bannkreise keine Bannfelder. Beinahe enttäuscht ging er zu der gegenüberliegenden Wand. Von dort war er in den Raum gestürzt.
Missmutig blickte der Kampfmagier auf die glatte Fläche. Nun erkannte er, dass es sich anscheinend um eine Wendeltreppe gehandelt hätte – wären denn Stufen vorhanden gewesen – und er entdeckte seinen Kampfstab. Dieses verdammte Mistding!, schimpfte er innerlich und hielt sich an der Wand fest. Vorsichtig machte er einen Schritt auf die Fläche und wunderte sich. Der Boden war nun nicht mehr rutschig. Was sollte man davon halten? Während er noch überlegte, war er die paar Schritte zu seinem Kampfstab gegangen. Langsam löste er seine Hände von der Wand und hob seine Waffe auf. „Das ist sehr merkwürdig“, sagte Simon und drehte sich um. Doch als er den ersten Schritt hinab tun wollte, rutschte er wieder weg und landete auf allen Vieren. So rutschte er wieder das kurze Stück in den Raum hinab. Ein gepoltes Transportfeld? Wirklich? Simon atmete geräuschvoll durch die Nase und bereute es sofort. Die Luft stank hier regelrecht. Es war nicht nur der Hauch der Fäulnis, sondern auch etwas anderes. Ein Geruch der in seiner Nase brannte. Schwach und doch wahrnehmbar
Ozon! Das Wort durchzuckte Simon. Er würde nun noch vorsichtiger sein müssen!
Doch wie sollte es nun weitergehen? Der Raum hatte nur den einen Eingang, der auch der Ausgang war. „Was habt ihr euch nur dabei gedacht?“, raunte er und blickte sich ratlos um. Unschlüssig untersuchte er die Statuen. Versuchte bei einigen etwas zu bewegen. Doch nichts geschah. Keine der Statuen ließ sich bewegen und kein zweiter Ausgang tat sich auf. Na Glückwunsch Simon, da stehst du nun mit deiner Kunst und kommst doch keinen Schritt weiter. Grübelnd ging er in die Hocke und strich geistesabwesend mit den Fingerspitzen über den Boden. Zeit verging, doch der Magier achtete nicht darauf und irgendwann blickte er auf seine Hände. Sie fühlten sich körnig an. Achtlos wischte er sie an seinem Mantel ab. Abrupt hielt er inne und strich noch einmal  mit dem Zeigefinger über den Boden. Wie kommt den Staub hier her?, fragte er sich und begutachtete das schwarze Pulver. Vorsichtig verstärkte er das Leuchten seines Hilflichts. Er fand die Spuren eines Feuers. Sie waren überall im Raum. Auf dem Boden, der Decke und natürlich auch auf den Statuen. Selbst die Wände waren davon betroffen. Die kleinen Details sind meist die wichtigsten, zitierte er seinen Mentor und schalt sich dann in Gedanken für seine Unaufmerksamkeit. In seinem Hirn formte sich eine Idee. Ozon war brennbar wenn man andere Gase hinzufügte. Wenn ich Methan und reinen Sauerstoff hinzufüge habe ich ein hoch reaktionsfreudiges und gleichzeitig kurzlebiges Gemisch! Diese Gase konnte Simon mit einem entsprechendem Zauber aus der Luft ziehen. Das war also nicht das Problem, doch wenn ihm die Mischung zu gut gelang würde der Turm auf dem Kopf fallen. Und Simon brauchte nur ein kleines Feuer.
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#4

Meister Sarnalidas

Magier
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Der Bannkreis des Magierturms hinderte Sarnalidas daran mitten in der Bibliothek oder der Ratshalle der Magier aufzutauchen. Außerdem wollte er nicht allzuviel Aufsehen erregen. Er war schließlich seit einigen Jahren nicht mehr in Aron gewesen. Oder waren es Jahrhunderte? Wie die Zeit vergeht wenn man Spaß hat erfreute sich Jaethur der Erinnerungen an Krieg, Blut und Tod. Das er die Einladung überhaupt bekommen hatte zeigte die Wichtigkeit seiner Anwesenheit.

...wenige Augenblicke zuvor in der Wüste Silas...

...Die Sandorks fassten sie nicht an, aber das war auch nicht nötig, denn die Drohung ihrer schieren Kraft war Grund genug jeden gegrunzten Befehl zu befolgen. Prinz Trokh hatte mit einem Mal seine verlorene Kraft zurückerlangt und marschierte wie am ersten Tag. Was Angst den Körper aushalten lässt ist ein Wunder der Natur. Nun ist der Prinz von Natur aus leider nicht der geborene Soldat.
Mit einem Mal verschwamm die Umgebung aus der Wahrnehmung des Magiers und eine Stimme ertönte.
"Im Namen der Erzmagierin..." Sarnalidas stutze und blieb stehen, was ihm einen Speerschafthieb in die Seite einbrachte, der ihn zu Boden gehen ließ. Noch während er vor Schmerzen zusammenkrümmte lauschte er den Worten dieses Simon Avenars und mit dem letzten Wort schien die Zeit einzufrieren. Ancragor richtete sich auf und trat zur Seite, doch als er sich umdrehte sah er sich noch immer auf Knien im Wüsten staub. Er trat einen Schritt nach hinten und blickte sich selbst auf den Hinterkopf. Noch immer kniete eine weitere Version seines Ichs am Boden. Aus ihm trat eine weitere PErson heraus, die ebenfalls er war. Die Gestalt am Boden richtete sich auf und Orks und Prinz und selbst die Wüste verschwanden um sie vier Gestalten herum. Er war in seinem eigenen Gedankenpalast, der Ort an dem all sein Wissen gespeichert war und ein Ort der Ruhe.
Jaethur ergriff das Wort mit einem ungewohnt ruhigen Ton in der Stimme.
"Der Magierturm nach solch einer langen Zeit? Vielleicht besucht uns ein alter Freund bereits früher als erwartet." Iquiatis nickte und strich sich durch seinen Bart.
"Ich stimme zu. Wenn man selbst uns nach so einer langen Zeit kontaktiert bereitet Aron sich auf eine erneute Konfrontation vor. Wir sollten auf der Stelle die Reise antreten. Eventuell sogar den direkten Weg." Ethanon schüttelte den Kopf.
"Der Direkte Weg ist zu gefährlich." Er sah Jaethur an und dieser schmunzelte.
"Was soll den schon passieren? Ich bin doch schon hier!" Er lachte doch sein Lachen wurde von Iquiatis abgeschnitten.
"Er hat Recht. Der Weg ist nicht das Problem. Diese Mission ist das Problem. Wir haben den Prinz. Nun muss er vorbereitet werden. Wenn die Prophezeiung wahr wird, was zugegeben relativ unwahrscheinlich ist, dann bekommt unser Freund Hilfe aus den Ländern jenseits der Meere im Westen. Wenn Usom wirklich in den Bann des verbrannten Baumes hineingezogen wird und seine Flotte gen Bryar entsendet, dann könnte ein wichtiger zukünftiger Verbündeter Arans zu einem erbitterten Feind mutieren. Andererseits haben unsere Freunde hier..." Er hob die Hand und einer der Sandorks nahm kurz Gestalt an ehe er sich wieder auflöste "...ebenfalls ihre Aufträge und ihr Meister genug Wissen über die Situation und die Gefahr die der Prinz mit der richtigen Führung abwehren kann. Vielleicht sollten wir unsere Rolle im Schatten aufgeben und eine nähere Auseinandersetzung suchen."
Jaethurs Augen glänzten während er mit einer Hand die Faust der anderen zerquetschen zu versuchen schien. Sanaas sah betreten zu Boden und Ethanons Ablehnung lag ihm bereits auf den Lippen als Jaethur lachte. Er trat auf Iquiatis zu und legte ihm die rechte Hand auf die rechte Schulter während er die anderen beiden unangenehm lange nacheinander anstarrte.
"Auch wenn es selten der Fall ist. Ich stimme dem halben Hemd hier zu."
Und mit einem Mal war die Wüste zurück mit ihrem Sand, der Hitze, den Orks und dem Prinz. Sarnalidas wurde im Nacken gepackt und aufgerichtet, doch das war er nicht wirklich. Eine Illusion arbeitete im Kopf der Wesen, die noch am selben Abend ihre Konsistenz verlieren würde. Am nächsten Morgen würde der alte Mann einfach spurlos verschwunden sein.
Der junge Sarnalidas hatte in der zwischenzeit einen mächtigen Zauber gewirkt. Vor ihm öffnete sich ein Tor. Ähnlich jenem, dass ihn schon zweimal jünger gemacht hatte. Mit einem starken Schutzkreis trat er in das Tor. Ein schmaler Pfad aus Licht lag vor ihm, der ihn durch absolute Dunkelheit führte. Nicht stieß an sein Schild, doch er wusste, dass irgendwo in der Dunkelheit Kreaturen verborgen lagen, die Naromyr sicherlich nicht beherbergen wollte. Als er am anderen Ende durch ein weiteres Tor trat wurde die Welt sofort kühler. Die Sonne schien noch immer doch ihre Intensität hatte stark abgenommen. Außerdem stand er im Schatten einer Gasse. Sarnalidas fasste seinen Stab fester zog die Kapuze seiner Robe über seinen Kopf und trat auf die Straße hinaus. Der Magierturm ragte vor ihm aus der Stadt wie ein Baum aus einer Wiese. Er hatte sich nicht verändert. Nostalgisch blickte der Magier sich um. Aron hatte sich verändert. Er war nicht einmal sicher ob er seinen Weg durch die Stadt noch finden würde.

Zielstrebig trat er auf die Turmwache zu die ihm den Weg versperrte. Mit Zandur und Ruthgar schienen sich die Sicherheitsvorrichtungen verstärkt zu haben.
Iquiatis dachte kurz darüber nach die Gedanken der Turmwache zu verwirren aber was hatte er schon davon gleich mit einem Vergehen zurückzukehren. Ein Problem allerding war, dass wohl kaum jemand lebte, der ihn kennen würde. Im Grunde war ja auch er gestorben. Das er die Nachricht Avenars erhalten hatte lag nur daran, dass sie an alle gerichtet gewesen war und da Iquiatis und Ethanon Mitglieder des Turmes gewesen waren in der Vergangenheit, waren sie es auch heute noch nur, dass niemand das wusste. Man würde also eine andere Lösung finden müssen, sich neu anzumelden.

"Ich bin hier da ich eine Nachricht für die Vollversammlung der Magiersynode erhalten habe"
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#5

Simon Avenar

Lehrmagier im Magierturm zu Aron
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Der Kampfmagier kniete sich auf den Boden und begann mit den Vorbereitungen.
Zunächst schloss sich Simon in einem magischen Feld ein. Um die Anstrengung zu minimieren kniete er sich dafür hin. Dann Wob er einen zweiten Schutzzauber um dieses Feld. Vorsichtshalber sollte es der Hitze eines Drachenfeuers widerstehen können, dachte sich der Magier und überprüfte erneut seine Zauber. Erst als er mit seinen Schutzvorkehrungen zufrieden war, wendete er sich der Herstellung der Gase zu.

Sorgfältig schuf der Magier ein weiteres magisches Feld. Dies befand sich jedoch in der Mitte des Raumes und würde als Starter für die Zündung dienen. Nun schloss Simon die Augen und konzentrierte sich auf die Luft im Raum. Vor seinem geistigen Auge färbten sich die verschiedenen Bestandteile der Luft ein. Staub war zum Beispiel schwarz und Sauerstoff hatte einen bläulichen Ton. Auf diese Weise konnte er erkennen wie viel er von welchem Gas aus der Luft ziehen musste und welches Gas er entfernen musste. Stickstoff war mit seinem Grünstich eines der Gase die aus der Raumluft gezogen werden mussten. Ohne weiter darüber nachzudenken schob er jene Gase zum Eingang des Raumes und sperrte sie dort hinter ein drittes Feld.
Im Nachhinein  war diese Maßnahme diejenige die vielen Besuchern des Magierturms das Leben rettete.

Zufrieden mit seinem Ergebnis richtete Simon seinen Fokus auf den Starter. Er dehnte das Feld aus und flutete das innere mit dem Gasgemisch. Dann verschloss er das Feld und  zog es zusammen. Dabei konnte er mitverfolgen wie die einzelnen Teilchen immer enger zusammengedrückt wurden und aneinander vorbeischrammten. Dies erzeugte Wärme, doch der Magier benötigte mehr! Vorsichtig griff Simon mit seiner Macht in das Feld und bewegte die Teilchen in dem immer enger werdenden Kraftfeld. Hitze entstand und nach einigen Sekunden setzte das Gemisch in dem kleinen Feld um.
Als die bläuliche Flamme erschien, löschte der Kampfmagier das Feld. Ein Feuersturm breitete sich in dem Raum aus, brachte die dicken Mauern zum Beben und löschte jedes andere Geräusch aus. Brüllend wütete die Flamme gegen sein Schutzfeld und Simon genoss diesen Anblick. Er wusste, dass ihn in diesem Moment nur seine Magie vor dem Tod bewahrte. Und er war froh, dass er das zweite Feld als Absicherung erschaffen hatte. Das Feld beim Eingang des Raumes war schon zwei Herzschläge nach der Zündung zusammen gebrochen.

Nach vielleicht fünf Sekunden hatte das Feuer das gesamte Gasgemisch aufgezehrt und war erloschen. Simon richtete sich auf, doch die beiden Schutzzauber ließ er bestehen. Das Mauerwerk hatte die Hitze seines kleinen Feuers gespeichert und Simon hatte wenig Lust sich die Haut in der Hitze zu verbrennen. Dennoch war er besorgt und blickte sich etwas ratlos im Raum um. Es hatte sich nichts verändert.
Simon seufzte enttäuscht und wirkte einen weiteren Zauber. Binnen Sekunden zog sich eine feine Schicht Reif über die Wände. Da knirschte es plötzlich in einer der Wände. Zunächst zögerlich, doch immer beharrlicher. Der Kampfmagier blieb stehen und blickte auf die Wand. Das ist kein normales Wandverhalten, dachte er und musste grinsen. Warum war nur nie jemand da wenn ihm solche Kalauer in den Sinn kamen? Dennoch versäumte er es nicht einen eher schwachen Schild als Verteidigung aufzubauen.

Nachdem sich ein Teil der Wand zur Seite geschoben hatte und einen Durchgang freigegeben hatte, geschah erst mal nichts weiter. Auch nach einigen Minuten des Wartens war keine weitere Veränderung festzustellen. Dadurch beruhigt konnte sich der Kampfmagier einem anderem Problem widmen. Langsam ging er zum Eingangsbereich und blickte auf die Rampe. Wie der Kampfmagier wusste, lag auf dieser abfallenden Fläche ein einseitig gepoltes Transportfeld und es hatte ihm erhebliche Schwierigkeiten bereitet. Simon murmelte einige Worte und tippte das Feld mit einem Ende seines Kampfstabes an. Ein mattes leuchten bereitete sich vom Ende des Kampfstabes aus und wanderte langsam die Fläche hinauf. Nun würde jeder Magier sehen womit er es hier zu tun hatte. Gleichzeitig hatte er aber die einseitige Polung aufgehoben und ein Fangfeld an beiden Enden hinzugefügt. Zufrieden lächelnd betrat er die Rampe und wurde von dem Feld emporgetragen. An den Wänden sah er den Ruß der von seinem kleinem Hilfslicht beleuchtet wurde und ihm wurde flau im Magen. Dies änderte sich erst, als er nach der Hälfte die Brandspuren immer schwächer wurden. Er atmete auf und machte kehrt.

Wieder im zweiten Raum angekommen, blickte er auf den Durchgang und zögerte einen Augenblick. Dann gab er sich einen Ruck und ging los.

Turmwache

Die Wache hatte bis jetzt einen eher ruhigen Tag gehabt und wollte gerade herzhaft gähnen als dieser Fremde auftauchte. Der Elf schaffte es gerade noch das Gähnen zu unterdrücken.
"Wenn Ihr mir verraten könnt von wem die Nachricht stammt und Ihr mir weiterhin Euren Sigelring zeigt, dann werde ich Euch selbstverständlich den Weg freimachen."
Der Elf sprach entgegen seiner Art mit einer eher ungewöhnlich dunklen und doch recht weichen Stimme. Seine gelben Augen mussterten den Mann in der braunen Robe.

Ein kurzes, aber heftiges Beben fur durch den Boden und zwang die Wache einen Schritt nach hinten zu gehen, doch den fremden ließ der Posten dabei nicht aus den Augen. Dennoch konnte man eine gewisse Sorge aus seinem Blick herauslesen. Es war so als ob er sich fragte wer sich denn nun schon wieder in die Luft gesprengt hatte.
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#6

Frank Theodor von Steiner

aristokratischer Gelehrter
Mensch
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Mit ausholendem federnden Schritt näherte sich von Steiner dem mächtigen Torflügeln des Magierturms. Der offen getragene Mantel flatterte hinter ihm. Ganz unstandesgemäß hatte er den Weg von seinem Anwesen zum Turm zu Fuß zurück gelegt. Nach den Stunden im Labor tat ihm die Bewegung gut und die frische Luft - soweit man in einer Stadt wie Aron von frischer Luft reden konnte - half ihm seine Gedanken zu sortieren und sich für den kommende Versammlung zu fokussieren. Er würdigte den achtsamen Wächtern keines Blickes, griff nach den von Gargylenköpfen gehaltenen Ringen und zog schwungvoll einen der Portalflügel auf. Kurz blickte er sich um, dann betrat er den Magierturm.

George A. Hougenoord

oberster Archivar
Halbelf
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„Ehre dem Königshaus, Kollege Hougenoord.“ begrüßte von Steiner den alten Bibliothekar des Turms. „Seid Ihr informiert, weshalb unsere verehrte Maestra eine derart dringliche Sitzung anzuberaumen gedachte?“
Der alte Bibliothekar musterte von Steiner kritisch. Er konnte nicht genau festlegen warum, aber der übertrieben stocksteife Gelehrte war ihm auf eine merkwürdige Weise unheimlich. Es zog immer ein wenig in seinen von Gicht geplagten Gelenken, wenn der Freiherr in der Nähe war. „Nein, die Maestra geruhte nicht, mir genauere Informationen zukommen zu lassen.“ Jetzt ahme ich schon diese geschraubte Rede nach.. schalt Hugenoord sich. „Ich bin genauso neugierig wie ihr, welche Ereignisse unsere Zusammenkunft nötig machen.“
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#7

Die Nymphe Arons

Nymphe
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Ihr Kopf war nicht frei davon, sich jegliche Gedanken zu dem gerade erlebten Zwischenfall zu machen. Nie hatte sich die Dryade darüber gewundert, was mit all ihren Habseligkeiten passierte, wenn sie sie dem Lebensbaum zur Aufbewahrung gab. Doch plötzlich mit der Antwort konfrontiert zu werden und gleichzeitig über die Schwäche ihrer eigenen Stärke zu wissen, war nicht gerade eine Offenbarung, die sie gesucht hätte. Es störte sie zwar nicht, in ihrer Allwissenheit gekreuzt worden zu sein und doch fragte sie sich, welche Dimensionen sie noch nie betreten hatte und wie sie in so kurzer Zeit so verstörend viele von ihnen betreten konnte.
Vielleicht veränderte sich die Welt in diesem Zeitabschnitt tatsächlich so rasend schnell, dass das ewige Geschöpf nicht anders konnte, als selbst ein paar Schritte in ein unbekanntes Wagnis zu nehmen.
Sie hatte einen Dämon zurück in sein eigenes Reich geschickt, den Wald vor einer drohenden Katastrophe befreit, ihre Samen über der Stadtmauer hinaus gepflanzt und das Leben in ihrem Baum genutzt, um anderen etwas Gutes zu tun.
Vielleicht veränderte die Zeit sie. Vielleicht veränderte sie sich jedes Mal dann, wenn sie aus dem Schatten ihres Lebensbaumes hervor trat und begann, weniger Dryade und mehr Sterblich zu sein.
Sie hörte ihr eigenes Herz klopfen.
Vielleicht würde sie am Ende des Tages tatsächlich Sterblich werden?
Der Gedanke beunruhigte sie und wurde zur Seite geschoben.
Die Sonne schien kräftig auf ihre geschwundene Frisur herab, erhitzte ihren Kopf, ihre Schultern, das Kleid, das wallend und edel an ihr herunterfiel, die feinen Hände, die neben ihr schwangen.
Sie wirkte deplaziert, als sie das Nordviertel verließ und ihr altmodisches, prunkvolles Kleid rege Aufmerksamkeit auf sich zog. Hin und wieder lächelte sie sympatische Männer an und begegnete so manchem Blick freundlich oder abschätzig.
Und natürlich war sie selbst auch eine reine Atraktion, wie sie so die Straßen entlang schritt, barfuß, Dornenrosen in den Haaren und mit einem Kleid, dessen Reifrock deutlich aus einer früheren Zeit stammte, als die Frauen sich noch nicht so sehr aus den Zwängen ihrer Passivität erhoben hatten.

Sie blieb vor dem Magierturm stehen, ihr ruhiger Blick direkt auf die Wächter gelegt. In weiter Ferne fühlte sie das Pulsieren des Lebensbaumes und sie fragte sich wieder einmal, wie sie so blindlings ein paar Menschen vertrauen konnte, dass diese auf ihr geliebtes und gehütetes Reich aufpassen konnten.
„Die Erzmagierin Rhionaan erwartet mich“, säuselte die Dryade mit einem feinen Lächeln und wartete darauf, dass ihr Einlass gewährt wurde.
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#8
Die meisten Mitglieder des Konklaves der Magier hatten sich inzwischen eingefunden. So war die Eingangshalle, die sonst nur zum geschäftigen oder gedankenverlorenen Durchschreiten genutzt wurde von ehrwürdigen Magistern bevölkert, die darauf warteten, dass der tiefe Klang eines Gonges sie zum großen Portal der Ratshalle rufen würde.

Die Meisten waren in ein hochgeistiges Gespräch vertieft, lasen in einen mitgebrachten Folianten oder nestelten an ihren opulenten Roben, damit sie keinen schlechten Eindruck bei der einladenden Maestra hinterließen. Ein paar der Anwesenden stachen ein wenig hervor. Der oberste Archivar des Turmes hatte sich routiniert und ganz pragmatisch einen gemütlichen Sessel herbei beschworen und verkürzte sich die Wartezeit mit heißem Kakao und Törtchen, ohne sich von der allgemeinen Unruhe anstecken zu lassen. Im direkten Gegensatz dazu durchmaß eine streng aufgerichtete Person mit forschem Schritt die mamorgetäfelte Halle, blickte sich unruhig aber konzentriert um und schien im Geiste diverse notwendige Strategien zu wälzen. Der rastlose Freiherr kleidete sich auch nicht in die beim magischen Gelehrten so beliebten weitschweifigen Roben, die einen der körperlichen Ertüchtigung entwöhnten Leib so dezent zu verbergen wussten. Eine abgetragene, vormals edle Uniform, wie sie vor einem halben Jahrhundert viele Adlige auf ihren Reisen begleitete, raschelte aufdringlich bei jedem seiner unruhigen Schritte.

Die dritte Person, die nicht so Recht in den Kreis der Gelehrten passen mochte, war die eben eintretende Herrin des Gründerparks, die wie eine aufbrausende Frühlingsbrise in die von trägen Bücherstaub schwangere Luft fuhr. Mit ihr wehte eine Aura in der die wilden und ungezügelte Natur mit der Weisheit des seit Äonen sich drehenden Lebensrades verschmolz. Die wartenden Magister der arkanen Künste kamen nicht umhin, ihre beiläufigen Gespräche kurz zu unterbrechen und dem Auftritt einen Großteil ihrer Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

George A. Hougenoord

oberster Archivar
Halbelf
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Der alte Bibliothekar hob erstaunt seine buschigen weißen Augenbrauen. Er selbst hatte in seinem langen Leben noch nicht das Glück gehabt, der legendären Nymphe des Stadtparks zu begegnen. Aber der Auftritt dieser unwirklich anmutigen und würdevollen Gestalt war ihm schon in unzähligen Gedichten und Legenden aus der Feder berühmter Barden und Dichter mit kundigem Auge und geschmeidigem Wort bis in die kleinsten Details beschrieben worden. »Erlauchte Herrin?! Was für Geschäfte vermögen Euch in diese muffigen Hallen zu führen. Bei den Musen und Furien. Ich bin jetzt wirklich gespannt, zu was für einem Thema wir hier zusammen gerufen wurden. Etwas Kakao, die Dame?« Er deutete auf einem gemütlichen zweiten Sessel, der eben erschienen war und noch etwas nach glitzerte. Eine Tasse mit aromatisch dampfender dunkler Flüssigkeit wartete auf dem kleinen Beistelltischchen daneben.

Frank Theodor von Steiner

aristokratischer Gelehrter
Mensch
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Auch Freiherr Theodor von Steiner hielt in seiner unruhigen Wanderung durch die ausladende Eingangshalle inne. Steif streckte er seine asketische Statur und deutete eine höfliche, aber leicht arrogant wirkende Verbeugung an. »Ehre dem Königshaus, verehrte Dame. Verzeiht das eventuell insuffiziente Memorium eines alternden Mannes, aber soweit uns bekannt, wurden wir einander noch nicht vorgestellt.« Das Gedächtnis des Freiherrn hatte ihn bisher noch nie betrogen. Gesichter, die sein kühler, durchdringend analytischer Blick taxierte, vergaß er niemals. Vor allem ein derartiges überirdisches Gesicht wäre  ihm nicht entfallen. Eine ausländische Hexe? Eingeladen zum Konklave des Turms? Bei den neun Höllen, was geht hier vor? Ihm missfiel der Gedanke, das einem Mitglied derartiger zaubernder Zünfte hierbei wohl einige Bedeutung zukommen sollte, die eher Wege der Intuition und unbestimmter Wahrsagerei folgten, als klarem Kalkül und berechneten Kräften. Die Nymphe selbst konnte den Freiherr durchaus schon gesehen haben, wenn er einsam und grübelnd über die Wege des Gründerparks schrat oder bei ein paar Fechtübungen auf einer abgelegenen Wiese seinen Geist zu sammeln suchte. Jetzt direkt von Angesicht zu Angesicht war ein glühendes Schimmern in den stechendem Blick zu bemerken. Ein Schimmern des hungrigen Geistes hinter der strengen Maske, das von bizarren Geheimnissen kündete, die einer sterblichen Seele besser verborgen geblieben wären. Eine dunkle Aura, so fremd wie die des fernen Reiches in dem die Nymphe dem Schutzpatron des Rattenvolkes begegnet war.
»Vielleicht ist es ja einer Person Eures Standes vergönnt, etwas Licht in die ratlosen Geister dieses Ortes zu bringen. Ihre Verwunderung zu lindern, die sie über die Konditionen dieser geladenen Zusammenkunft hegen.« Von Steiner lächelte kurz. Es sollte wohl eine verbindliche und aufmunternde Geste sein, aber sie erreichte seinen lauernden und wachsam stechenden Blick nicht. »Oh, unsere Neugierde soll keine Entschuldigung sein die Manieren zu vernachlässigen. Bei unserer Person handelt es sich um Frank Theodor, Vorstand des Hauses derer von Steiner. Ein einfacher Gelehrter, der trotzdem das Glück genießt zu diesem Konklave geladen worden zu sein.« Er verneigte sich wieder steif und knapp.
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#9

Die Nymphe Arons

Nymphe
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Die schweren Türen öffneten sich und hießen die reizende junge Dame willkommen. Ihre nackten Füße trugen sie hinein in das Steingewölbe, das von so vielen verschiedenen magischen Mustern zeugte, dass es jedes halbwegs offene Wesen um den Verstand bringen könnte.
Die Nymphe ignorierte es gekonnt. Dies war das Rhionaans Reich und sie würde sich hüten, auch nur einen schlechten Gedanken über einen so trostlosen, schweren Ort zu denken. Die Dryade machte sich nicht viel aus Büchern oder Schriften, ihr waren Zaubersprüche und schwere Formeln herzlich egal. Ihre Magie steckte ihr in den Gliedern, in den Ästen und Zweigen ihres Lebensbaumes und speiste sich aus dem Gedeihen ihres Reiches. Es war ihr fremd, irgendetwas darüber lernen zu müssen – und so fand sie sich zum ersten Mal in ihrem Leben im Magierturm wieder.

Ihr suchender Blick glitt über die Menge an starrenden Gesichtern und suchte zwischen ihnen die hochgewachsene Elfe. Doch nirgends konnte sie diese finden, ja, noch nicht einmal fühlen. Plötzlich und ganz unverhofft fühlte sie sich fehl am Platze, als wäre ihre bloße Anwesenheit zu viel für diesen Ort.
Nur gedämpft wurden die Gespräche weitergeführt und so manches Wispern hatte eine eigenartige Schärfe, als wurde es über sie geführt.
Wo war nur Rhionaan? Sollte sie nicht schon längst hier sein, in der Zeit, die die Dryade zum Lebensbaum und zurück gebraucht hatte? Die Zeit innerhalb des Baumes stand bekannter Maßen still, aber die Lebenszeit außerhalb sollte doch für beide gleich verlaufen?

Langsam drehte sie sich an den hochgewachsenen Halbelfen um. Ihre Augen überflogen den langen Bart und das freundliche Gesicht und sie lächelte wohlwollend auf seine höflichen Worte und seine offenkundige Neugier: „Ich danke Euch für Eure Gastfreundschaft“, sagte sie ganz so, als würde ihm diese angefüllte Halle gehören und als wären sie alleine und nicht umgeben von rastlosen Würdeträgern, die allesamt die Dryade in ihren Grübeleien unterbrochen hatten.
Zuerst skeptisch, dann akzeptierend musterte das uralte Geschöpf den gerade erschienen Sessel. Manchmal fragte sie sich, ob es mit der Magie noch mit rechten Dingen zuging und dann war sie auch wieder zufrieden, denn wer Zeit hatte gemütliche Sitzmöbel durch die Stadt zu zaubern, hatte keine Energie, schreckliche Geister zu beschwören.
„Ich bin hier dank einer Einladung der Erzmagierin“, sagte sie leise, als wäre es ein großes Geheimnis: „doch ich vermag sie nirgendwo auszumachen.“
Ihr Blick hing wieder an dem Sessel, aber sie konnte sich nicht dazu durchringen, sich niederzusetzen.

Sogleich schien ein ganz anderer Herr an ihr interessiert zu sein. Die Dryade drehte sich elegant wie ein fallendes Blatt in einer leichten Herbstwind herum. Ihr noch eben freundlicher Blick schien sich zu verhärten, als sie den älteren Mann musterte, der mit seiner Kleiderwahl genauso wenig wie die Nymphe an diesen Ort zu passen schien. Doch es war nicht sein abschätziger Blick oder das wissbegierige Flackern in seinen Augen, sondern das Gefühl von Gefahr und gewalttätigem Tod, das ihr entgegen kam.
Selbst nach außen hin konnte das uralte Wesen ihre Beunruhigung nur kaum verstecken, denn ein eigenartiges Rascheln drang aus ihren Haaren – dort, wo die wallende Frisur die Disteln und Dornen dann doch am Sprießen und Erscheinen abhielt.
„Nein, wir sind uns noch nicht vorgestellt worden“, sagte sie ernst und hielt ihren Blick noch länger, versuchte in die Augen zu schauen und zu sehen, ob ein ähnlicher Wahnsinn wie der im Rattenmann auch von ihm Besitz ergriffen hatte.
Vielleicht, so mahnte sie sich, als sie das offensichtliche Ergebnis nicht anerkennen wollte, waren es nur ihre trüben Gedanken, die ihr jetzt einen Streich spielten und Ähnlichkeiten und Zusammenhänge erkennen ließen, die kaum der Realität entsprachen.
Und gleichzeitig erinnerte sie sich an seine kleinen Spaziergänge in ihrem Reich. Normalerweise fielen ihr Menschen nicht auf, aber sie hatte Rufus davon abhalten müssen, den Adeligen mit kleinen Pfeilen zu beschießen. Ja, ihre Schützlinge wichen dem Mann aus, wenn er mit langsamen Schritten und tiefem Gemurmel durch die breiten Alleen des Gründerparks schritt. Die Dunkelheit, die von ihm ausging, verschreckte die Tiere und verunsicherte die Denkenden.
Die Nymphe mahnte sich also Vorsicht an, denn noch immer konnte sie nicht begreifen, mit wem oder gar womit sie es zu tun hatte.
„Nun, mir scheint ich kann noch weniger Aufschluss geben“. Die Dryade begutachtete die kleine Menge, fast so, als wäre ihr das Gespräch in Vergessenheit geraten. So ganz hatte sie nicht verstanden, warum Rhionaan sie eingeladen hatte, aber ihr neuer Entdeckungsgeist machte es sehr schwer, auszuschlagen. Dann wandte sie sich wieder dem Mann zu, den sie der Einfachheit von nun an  Frank nennen würde. Die Nymphe hatte sich noch nie gut mit langen Namen anfreunden können – und da sie selbst einen besaß, brauchte sie sich auch nicht vorzustellen – nicht gegenüber jemanden, dessen Anwesenheit die Nackenhaare aufstellen ließ.
Sie nickte ihm dann mit einem schmalen Lächeln zu, als wollte sie nicht auf gänzliche Freundlichkeit verzichten. Aber sie hatte auch nicht vor, sich jemanden vorzustellen, dessen Absichten und Person sie so wenig einschätzen konnte. Fast, als würde sie sich mit Schweigen selbst schützen - doch nur, wovor?
Doch als die Pause sich zog, sah sie sich gezwungen, doch noch ein paar Worte zu sagen:
„Ich fürchte, meine Antworten werden mehr Neugier erwecken, als sie stillen könnten. Zu dem wird die Zeit kaum gegen Euch spielen und schon bald werdet Ihr Eure Antworten selbst vernehmen können, wie alle anderen, die das Glück hatten geladen zu sein. Und da ich nicht gekommen bin, an Eurer Versammlung teilzunehmen, sondern von einer alten Gefährtin geladen wurde, würden meine Mutmaßungen Euch gewiss auch nicht zufriedenstellen.“
Wieder suchte sie den Raum ab, bis ihr langsam bewusst wurde, dass die Erzmagierin vielleicht einfach nicht unter den geladenen Gästen verweilte.
„Aber vielleicht könnt Ihr mir behilflich sein“, sagte sie, um sich mit Mühe von Franks suchenden und wachsamen Augen abzuwenden, die scheinbar jedes Geheimnis aus ihr heraus ziehen wollten, während sie sich zu dem gemütlichen Halbelefen umdrehte, der aussah, als hätte er solche Veranstaltungen schon viele Sommer gemacht und hätte gänzlich den Sinn in dem Trubel verloren: „Könnt Ihr mir möglicher Weise sagen, welche Treppe oder Tür ich zu Rhionaan ap Eltan nehmen sollte? Ich scheine sie nicht entdecken zu können und gleichzeitig müsste sie mich schon längst erwarten...“
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#10

Tristan

Präceptor Arons
Mensch
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„Natürlich verstehe ich Eure Bedenken, doch ein solches Wesen muss umgehend beseitigt werden“, erwiderte Tristan und wollte nach einer Türklinke greifen die nicht vorhanden war. Als ihm sein Irrtum bewusst wurde, ließ er den Arm sinken und warf der Erzmagierin einen auffordernden Blick zu. Doch das Tor öffnete sich nicht für den Paladin und das leichte Kopfschütteln der Erzmagierin ließ ihn stutzen.
„Ich danke Euch, Tristan“, entgegnete die Elfe ruhig. „Doch heute ist der Magierturm nur für Mitglieder des aroner Zirkels bestimmt.“ Sie schenkte dem Paladin ein bekräftigendes Lächeln. „Sucht lieber nach dem der Euch durch die Finger geschlüpft ist. Wir können uns morgen in aller Ruhe unterhalten, ja?“

Tristan wusste wann er unerwünscht war und machte dann auch kein Aufhebens um die Angelegenheit. Doch es fuchste ihn. Erst hatten ihm diese vermaledeiten Feen einen Strich durch die Rechnung gemacht und dann hatte ihn auch noch die Ratsvorsitzende in Beschlag genommen. Nun konnte sich dieser Dunkelelf überall verkrochen haben. Es würde einiges an Zeit und Ressourcen benötigen um die mittlerweile erkaltete Spur weiter zu verfolgen.
Der Paladin murmelte eine Verwünschung und blickte dann die Straße entlang. Zunächst würde er in sein Ordenshaus zurückkehren. Neue Schritte mussten geplant, Strategien zurechtgelegt und Vorbereitungen getroffen werden. Und zum Schluss würde diese Ausgeburt im reinigenden Feuer vergehen!

Rhionaan ip Eltan

Erzmagierin und Ratsvorsitzende Arons
Elf
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Geduldig blickte die Elfe dem Mann nach. Seit seiner Ernennung zum Präceptor hatte sich Tristan verändert. Sie spürte es in seiner Kraft, hörte es in seinen Worten und sah es in seinen Gesten. Wenn sie daran dachte das Tristan noch nicht einmal einen ganzen Tag Präceptor war, wurde ihr bang. Sie war froh gewesen mit Moratin Farasis einen eher gemäßigten Vertreter der Paladine als Präceptor Arons zu haben, doch Moratin war auf dem Weg nach Engelsfall und Rhionaan durfte ihn keinesfalls zurückrufen. Nein, sie würde den Kopf dieses Jungspunds schon zurechtrücken – und wenn sie dafür ein wenig Unordnung in seinem Geist verursachen musste!

Die Erzmagierin stand mit geschlossenen Augen vor dem großen Portal des Magierturms. Sie spürte die Magier hinter dem dicken Holz und war einigermaßen lustlos. Die wenigen Punkte die Simon auf die Tagesordnung gesetzt hatten, besaßen alle das Potential sich stundenlang hinzuziehen. Doch es half nichts. Sie war niemand der unangenehme Dinge vor sich hinschob. Und heute würde sie den ersten Schritt tun der Ruthgars Untergang sein würde.
Nachdem sie ihre Haare und Kleidung etwas in Ordnung gebracht hatte, zeigte die Elfe ein freundliches und zuversichtliches Lächeln. Es war ein Gesichtsausdruck den sie schon seit einigen Jahren wie eine Maske trug. Hinter ihm versteckte sie alle Emotionen die ihrem Ruf schaden konnten. Einen Herzschlag lang sehnte sie den Tag herbei an dem sie so sein konnte wie sie war und nicht über jede Handlung nachdenken musste. Zu gern würde sie herzhaft über einen Witz lachen, oder jemanden Anschreien wenn sie wütend auf denjenigen war.
Und genau das waren jene Augenblicke die sie nur mit sehr wenigen Auserwählten teilen durfte. Die Elfe war dankbar für jedes dieser Wesen.
Rhionaan blinzelte verdutzt. Nein, das war unmöglich. Die Person dessen Energie sie gerade gespürt hatte weilte schon lange nicht mehr unter den Lebenden.
'Vielleicht solltest du heute Nacht mehr als vier Stunden schlafen', dachte sie sich mit einem schiefen Grinsen. Dann atmete sie noch einmal durch und korrigierte ihre Mimik.

Mit einem entsprechenden Impuls öffneten sich beide Flügel des großen Portals. Dahinter erblickte die Erzmagierin bereits etliche Mitglieder der Synode. Auch einige Novizen und Adepten waren anwesend.
Die Turmwache die innen am Portal wache stand holte tief Luft und wollte das Eintreten der Erzmagierin ankündigen. „Lass es gut sein Elvar“, sagte sie leise und schmunzelte als der Elf verdutzt ausatmete.
Leichte, federnde Schritte brachten die Elfe weiter vom Portal fort. Nur benötigte sie ziemlich lange um von Punkt A nach Punkt B zu kommen, da sie ständig andere Magier begrüßte und sich stets einige Augenblicke Zeit ließ.

Nach schier endlosen Belanglosigkeiten erreichte die Elfe schließlich die Nymphe. „Ich freue mich, dass du meiner Einladung gefolgt bist“, sagte die Erzmagierin mit einem echten Lächeln. „Und wie es scheint hast du bereits einige Bekanntschaften gemacht.“ Sie wandte ihren Blick auf den Bibliothekar und den Adligen.
„Ah, genau die beiden Herrschaften die ich heute zu treffen gedacht habe.“ Leichtfüßig stellte sie sich neben die Dryade. „Meine Herren, der Magierturm bedarf Eurer Kenntnisse und Fähigkeiten.“ Sie zögerte kurz und deutete dann auf eine schlichte Holztür. Dahinter ein Korridor an dessen Ende eine lange Wendeltreppe bis zur Spitze des Turms reichte. Es war klar das es sich bei der scheinbaren Bitte keinesfalls um eine solche handelte. Und Rhionaan nahm sich daher auch die Freiheit heraus die beiden Herren und ihre Freundin einfach mittels eines Teleportzaubers in ihre Arbeitsräume zu verfrachten. Sogar an die von Georg beschworenen Möbelstücke hatte sie gedacht, so das der Bibliothekar nach wie vor in seinem Stuhl saß.

„Verzeiht mir diesen kleinen Ortswechsel“, begann sie und ein nachdenklicher Zug wischte das Lächeln fort. „Ich weiß das die Ladung die Meister Avenar geschickt hat recht mager war. Doch leider ging es nicht anders.“ Zwei weitere Stühle erschienen, so das nun jeder platz nehmen konnte.
„Ich hatte kürzlich ein Gespräch mit Meister Avenar“, sagte sie und nahm gegenüber des Bibliothekars platz. „Es ging darum ihm die Veränderungen zu erläutern die sich während seiner Abwesenheit ergaben. Bei einem Punkt geriet er richtig in Rage und es gelang mir nur mit Mühe ihn wieder zur Räson zu bringen.“
Rhionaan blickte zur Nymphe und seufzte. „Und dann ließ Ruthgar Bäume im Herzen des Gründerparks fällen. Das sein Vorgänger einen Vertrag mit der Nymphe geschlossen hatte scheint ihn nicht daran zu hindern seinen Willen durchzusetzen.“ Während ihr Blick von der Nymphe zu Steiner und Hougenoord wechselte, zog sie einen filigranen Siegelring vom Zeigefinger der rechten Hand und hielt ihn so, dass alle Anwesenden ihn gut sehen konnten.

„Meine Macht soll gewaltig, mein Herz gütig und meine Weitsicht einmalig sein“, ihre Worte die eine abwartende Stille zerrissen waren keinesfalls selbstgerecht. Deutlich konnte man eine gewisse Zurückhaltung und auch einen leise eingestreuten Zweifel hören. „Dabei trete ich auf der Stelle und versuche nur das Beste aus der jeweiligen Situation zu machen.“ Ein zynisches Lächeln umspielte ihre Lippen, ihr Blick trübte sich und der Ring wurde wieder auf den Zeigefinger gesteckt. „Er bezeichnete mich als Viper und Grund für den langsamen Untergang den diese Synode angeblich bedrohe. Ich wäre eine Närrin die es duldet, dass ein kleiner Emporkömmling uns Fesseln anlegt und uns zu seinen Marionetten macht.“ Sie ließ die Worte ein wenig wirken, ehe sie weitersprach. „Nun kann ich sagen: Meister Avenar hat bedauerlicherweise nicht ganz unrecht.“
Sie seufzte und strich sich mit der Hand eine Strähne zurück.
„Meister Hougenoord, Meister Steiner, Herrin“, sprach sie die drei Anwesenden an und blickte sie der Reihe nach an. „Könnt Ihr Euch den Punkt vorstellen bei dem Meister Avenar so reagiert hat?“
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