Die Straßen des Nordviertels
#31

Alwina Eamonstochter

Wolfselfe
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Hier war ich noch nie!“, flüsterte Alwina. Aufmerksam lief sie an einer Elfenhohen Hecke, den Blick suchend schweifend. Die Straßen hatten viel Platz und Bäume standen auf beiden Seiten, in seltsam geraden Reihen, als hätte jemand diese extra so gepflanzt. Die wenigen Menschen, die noch über die Straßen gingen, waren entweder huschende Mägde, die Alwina an einem Geruch aus Allerlei erkannte, oder ein Menschenschlag, den sie noch nie vorher wahrgenommen hatte. Die Düfte schienen nicht wirklich zu ihrem Körper zu gehören, setzten sich aus wohlriechenden Blumen und anderen Texturen zusammen, überlagerten sich und schienen alles menschliche Übertönen zu wollen. Trotz der Dunkelheit erkannte Alwina Kleidungsfarben, die sie noch nicht einmal auf dem Markt sehen würde. Auf der anderen Straßenseite ging eine Dame mit einem Herrn, sie leise kichernd, er hochtrabend polternd.
Alwinas Schnauze streckte sich kurz dem Himmel entgegen, dann wanderte ihr Blick zu den Häusern, die groß genug waren, um eine ganze Familiensippe zu beherbergen: „Ob hier andere Menschen leben?“, fragte sie S`Area leise.
Noch waren die beiden vorsichtig, noch wurden sie nicht entdeckt. Als eine Kutsche vorbeikam, sprang Alwina schnell hinter eine der ausladenden Linden, dann beruhigte sie sich wieder. In dieser Menschenstadt fühlte sie sich öfter wie die Gejagte und nicht wie ein Monstrum mit Zähnen, dass die Jäger aus ihr machen wollten.
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#32

S'Aera Thel'saar

Streuner
Katzenwesenmischling
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Die Augen der Felinen hatten wenig Mühe im dunklen Zwielicht und die guten Ohren taten den Rest. Neugierig staunend drehte sie sich immer wieder von einer Ecke, zur anderen Ecke umher. Dann zuckte ihr Ohr und sie hörte das Päärchen unweit entfernt.
Sie legte den Kopf schief und fragte sich, warum die Dame sich darauf freute, von dem Mann mit Goldstücken überhäuft zu werden. Sie fand das das bestimmt weh tut, wenn so viele Metallmünzen auf einen herunter fallen und das diese auch sehr schwer sein müssen.
Ihr lauschen wurde jedoch unterbrochen, als sie getrappel hinter sich hörte. Fast automatisch wich sie seitlich aus, dabei viel ihr eines der Häuser neben ihr auf. Sie sah an dem pompös gebauten Bauwerk empor und staunte über dessen Verzierungen. Das dabei ihre Kapuze nach hinten herunter rutschte merkte sie vor staunen nicht.
"He ich habe eine Idee" entfuhr es ihr plötzlich und sie lief schnur stracks zu dem Päärchen.

"Entschuldigung, darf ich kurz stören?" fragte sie freundlich lächelnd den Adel. "Ich habe zufällig gehört, das sie die Frau mit den Glitzermünzen überhäufen möchten, da wollte ich einmal Fragen, ob ich mir von diesem ganzen Haufen dann eine oder zwei Münzen nehmen darf. Ich habe nur noch eine von den gelblichen. Ich nehme auch wirklich nicht mehr." sprach sie lächelnd und verneigte sich ganz leicht.
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#33

Alwina Eamonstochter

Wolfselfe
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Die Wolfselfe konnte nicht anders, als zu starren. Vor ihr sprang die Feline aus dem gut gewählten Gebüsch, nicht etwa, um vielleicht eines der Bäume hochzuklettern oder sich an einem besonders wichtigen Geruchsknotenpunkt zu erleichtern, sondern um auf diese sorglosen Menschen zuzugehen. Alwina hätte gerne gerufen und sie zurück geholt, aber stattdessen ließ sie sich bedacht auf alle Viere nieder, rückte den Umhang zurecht und wartete darauf, ob sie lieber türmen sollte, oder S'Area verteidigen sollte.
Aus der Ferne konnte sie nur grob hören und sehen, was dort vor sich ging. Sie roch gleichwohl die Unbekümmertheit der Weißfelligen und gleichzeitig den Schock der Zweibeiner. Die Katzenartige sagte etwas, die Dame schrie auf und wich hinter den Mann zurück. Jener schimpfte so laut, dass Alwina ihn hören könnte. Bettler und Gauner, rief er. Irgendein wirres Zeug zwischen den beiden Worten. Dann zog er etwas, das lächerlich lang und lächerlich Spitz anmutete. Erst, als er einen Ausfallschritt machte, vermutete die Wolfselfe, dass es sich um eine Waffe handelte.
Ihre Instinkte ließen sie nicht mehr halten. Mit eifrigen Sätzen war sie vorgesprungen und schreckte die beiden Spaziergänger noch weiter auf. Eine Menge an Köpfen hatten sich zu ihnen umgedreht und anders als im Ostviertel schienen sich die Menschen hier wirklich dafür zu interessieren, was in den Schatten geschah.
Alwina sprang neben S'Area: „Komm schnell“, sagte sie.
Es waren nicht viele Menschen auf der Straße, aber ein paar von den Männern war bewaffnet und aus den Häusern hörte sie auch einige wenige verdächtige Geräusche von Dienern, die hinauseilen wollten. Was die Wolfselfe nicht wissen konnte war, dass das Nordviertel die letzten Wochen stark von katastrophalen Begebenheiten heimgesucht wurde, wie der Ausbruch vieler gefährlicher Tiere, einer wütenden Dryade und eines herumstreunernden Dunkelelfen. Die Bevölkerung war alarmiert und gedachte sich selbst zu schützen.
„Komm schnell“, rief Alwina erneut und wandte sich nun zur Flucht. Inzwischen wurde – wie so oft – der Werwolfruf laut. Er erklang von einer Ecke und hob sich durch die Reihen. Verbitterter, aber auch verängstigter, versuchten die Anwesenden den beiden den Fluchtweg abzuschneiden, wobei gerade die Frauen es vorzogen, am Rande zu stehen und zuzuschauen.
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#34

S'Aera Thel'saar

Streuner
Katzenwesenmischling
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Als das Paar vor ihr so seltsam reagierte, lies sie kurz die Ohren hängen. Erst als der mann mit dem Brüllen anfing, stieg Angst und Panik in ihr auf. Ängstlich zogen sich Ohren und Schweif ein.

"A..Aber ich wollte doch nur..." stammelte sie als der Mann plötzlich die Waffe zog. Sofort kamen die noch kürzlich zuvor erlittenen Qualen, die ihr zuteil wurden wieder hoch und instinktiv kauerte sie sich auf den Boden zusammen
"Nicht wieder schlagen Herr, ich habe nichts getan. Bitte tun Sie mir nicht weh" jammerte Sie völlig verängstigt, den Kopf unter ihren eigenen Armen versteckend als auch schon Alwina angesprungen kam.

Sofort sprang sie hinter ihre Freundin und schluchzte kurz, dabei sich an ihren Arm verängstigt mit dem nicht in der Armbinde liegenden Arm fest haltend.
"Ich hab doch nix getan. Was wollen die alle von uns?" sprach sie sich hektisch umsehend und Alwina folgend.

"W..Wir haben doch nix getan. W..Wir haben uns doch n..nur die Stadt angesehen. Bitte." rief sie stotternd und verängstig, als sie merkte das sie mehr und mehr umstellt wurden.
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#35

Alwina Eamonstochter

Wolfselfe
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Vielleicht hätten die Menschen Mitleid mit ihr gehabt. Ein zusammengekauertes Fellbündel wirkte in keinerlei Hinsicht gefährlich. Vielleicht hätten sie S’Area in Ruhe ihres Weges ziehen lassen oder sie nur aus dem Viertel gejagt. Doch die helfende Alwina machte keinen besonders friedfertigen Eindruck. Ihre Zähne waren gefletscht, ihr Sprung war wild und ihre Augen funkelten bedrohlich. Sie roch die Panik in ihrer Freundin und für ihren eher minderbemittelten Intellekt war es völlig nebensächlich, dass der Mann selbst sich nur verteidigte und nicht angegriffen hatte.
Noch nicht. Kaum war Alwina zur Stelle kam der erste Hieb und durchtrennte die Luft knapp neben ihrem Bein. Die Wolfselfe unterdrückte den Zwang nach der Hand zu schnappen. Stattdessen schob sie Menschengesicht ein wenig weiter fort und knurrte laut und andauernd. Der reiche Mann war gut genug sich von ihren schnappenden Zähne fernzuhalten, während er dennoch prahlerisch seinen Heldenmut verkündete.
Alwinas Blicke gingen schnell. Sie saßen noch nicht ganz in der Falle. S’Area musste nur endlich ihre Angst überwinden und laufen. „Denen ist es egal, ob du was getan hast oder nicht“, sagte sie knurrend: „Wir sind in ihrem Revier. Sie verteidigen es bloß.“
Der Ruf: „Stadtwache“, hatte da natürlich einen ganz anderen Klang. Alwina verband damit die schlimmsten Erinnerungen und die größten Ängste. Als sie sich ergeben hatte, hatten diese noch nach ihr geschlagen, verletzt war sie in den Wald geflohen. Wobei eigentlich eine Feline an dem ganzen Schlamassel schuld gewesen war.

Nun gut, jetzt war nicht die Zeit, daran zu denken. Die Wolfselfe ergriff die nächste Gelegenheit: „Lauf!“, rief sie und stieß Menschenkopf in die Richtung, in der ein paar mehr gaffende Frauen als wagemutige Männer standen. Ihre vier Pfoten landeten weich auf dem Boden, ihre Zähne waren gefletscht und zum Glück blieb sie dieses Mal mit ihren Hinterläufen nicht am Umhang stecken. Die Menschen stoben davon, als sie angerast kamen. Hin und wieder blickte Alwina zurück, ob S’Area ihr denn auch folgte. Der verletzte Arm kümmerte sie nicht, ein abgetrennter war in diesem Moment viel schlimmer.
„Komm, schnell!“ Wieder dieselben Worte. Hinter ihnen Männer mit Gelegenheitswaffen. Diesen fürchterlich langen, spitzen Dingern, die sie wie zur Zierde bei sich trugen. Manche mit Schaufeln, manche mit Äxten bewaffnet. Ihre Ohren hörten sie hinter sich rennen. Sie blieb genau dann zitternd stehen, als eine Gruppe kampflustiger auf der anderen Seite der üppigen Straße auftauchten.
„Ei, mach Sitz!“, befahl einer der jüngeren Blümchendufter amüsiert. Alwina knurrte.
„Ist das da eine Katze und ein Hund?“, fragte eine Männerstimme von hinten.
Doch das Werwolfgemurmel hörte nicht auf.
Alwina sah sich um. Neben ihnen waren die Häuser noch größer geworden und die Grünflächen dahinter rochen verlockend weitläufig: „Komm, schnell“, sagte sie wieder und jagte auf das Erste zu. Auf allen Vieren versuchte sie sich unter dem Zaun herzukriechen, aber es ging nicht: „Ich helfe dir hinüber“, sagte sie dann: „Und springe hinterher“
Fast schon verzweifelt krampfhaft versuchte sie S’Area auf die andere Seite der hohen Steinmauer zu helfen.
Doch als sie sich umdrehte, war der Mob zu nah bei ihr, als dass sie besonderen Erfolg mit ihrem eigenen Sprung hätte. Verzweifelt rannte fletschte sie die Zähne und sprang solange, bis dieser sich ein wenig gelüftet hatte: „Lauf!“, rief sie der Feline zu: „Lauf, ich komme nach!“
Doch wie genau sie das anstellen wollte, hatte sie sich noch nicht ausgedacht.
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#36

S'Aera Thel'saar

Streuner
Katzenwesenmischling
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Die Halbkatze hetzte panisch hinter ihrer Freundin her. Sie hatte Todesangst und Verstand bis jetzt immer noch nicht, was sie getan hatte. Die Ohren drehten und wendete sich und hörten verschiedene Rufe aber sie beachtete sie wenig.
Erst als sie an der Mauer waren blieb ihr ein Moment zum atmen. Doch da hob sie die Wolfselfe auch schon an. 
"Ich versteck mich da wo es ganz leise ist ja?" sagte sie und wollte ihrer Freundin gerade die Hand reichen als der Mob sie schon fast erreichte.
"Alwina" rief sie laut nach ihrer neuen Freundin " Lasst sie in Ruhe. Sie ist doch meine Freundin" rief sie noch dem Mob entgegen als Alwina sie nochmal ermahnte zum laufen und dann selbst weg sprang. Hektisch und allein lief die geschickte Felina durch die Vorgärten, Immer in die Richtung, in der Dunkelheit und Stille die Oberhand hatten. Die guten Ohren und die für die Nacht optimalen Augen erleichterten ihr die Flucht und glichen dabei optimal die fehlende Kraft und den verletzten Arm aus.
Nach einigen Vorgärten, sah sie plötzlich einen schwarzen Schweif um eine Hausecke biegen. Sie horchte hinter sich und hörte wie die Meute wohl die Spur verloren hatte und nun zerstreut suchte. Eilig lief sie dann auf die Hauswand zu, an der sie den fremden Schweif der oder des vermutlich fremden Felinen gesehen hatte. Die geschickten Füße hinterließen dabei kaum ein Ton auf dem gepflegten Rasen und mit einem kleinen Satz sprang sie um die Hauswand.Doch zu ihrer Überraschung gehörte der Schweif nicht zu einem anderen Katzenwesen, sondern zu einem Panther, der offensichtlich genauso Überrascht aus der Wäsche guckte. "Große Miezekatze" sagte sie leise. Sie hatte dabei keinerlei Angst, eher Neugier und Interesse, wie sie es immer hatte.
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